Trump verspricht 300.000 Tonnen sofortigen Diesel-Import aus Russland, um Spritpreise vor Zwischenwahlen zu senken. Die USA setzen Sanktionen gegen russische Energieunternehmen teilweise aus; Experten zweifeln an nachhaltiger Preissenkung.
Trump dreht Russlands Dieselhähne auf
Ich kann gar nicht genug betonen, wie unbedeutend das ist
Warum ist Trump bereit, Sanktionen gegen Russland zu lockern, nur um die Spritpreise vor den Wahlen zu senken?
Weil Energiepreise direkt in die Geldbörsen der Wähler gehen. Wenn die Preise hoch sind, wird der Präsident dafür verantwortlich gemacht. Trump sieht eine Chance, das Problem schnell zu lösen — zumindest optisch.
Aber die Experten sagen, dass 300.000 Tonnen praktisch nichts sind. Das deckt nur 14 Stunden des US-Verbrauchs. Wie kann das die Wahlen beeinflussen?
Es geht nicht um die tatsächliche Menge. Es geht um die Ankündigung, um das Signal, dass etwas getan wird. Die Terminkontrakte fielen um fünf Prozent — das ist psychologisch.
Und was bekommt Putin dafür?
Geld. Russland braucht Einnahmen, weil die Kriegsführung teuer ist und die Raffinerien beschädigt sind. Mit diesen Lieferungen kann der Kreml wieder exportieren.
Aber Russlands Produktion ist halbiert. Woher kommen diese Millionen Tonnen, die Trump verspricht?
Das ist die große Frage. Vielleicht aus Lagern, vielleicht ist es auch Wunschdenken.
Was sagt die Ukraine dazu?
Selenskyj nennt es "unwürdig". Er sieht, dass Trump Russland Geld gibt, während die Ukraine um ihre Existenz kämpft.
Ist das fair? Trump muss auch seine eigenen Wähler versorgen.
Fair oder nicht — für die Ukraine ist es ein Verrat. Sie hatte gehofft, dass die Sanktionen Russland aushungern würden.
Wie lange läuft diese Genehmigung?
Bis Anfang April. Das ist befristet.
Also nach den Wahlen im November. Das ist kein Zufall.
The Pulse
- 300.000 Tonnen Diesel sofort, 500.000 Tonnen im November aus Russland
- Entspricht etwa 14 Stunden des täglichen US-Dieselverbrauchs
- Importgenehmigung befristet bis Anfang April
- Russische Dieselproduktion von 7 Millionen auf etwa 3,5 Millionen Tonnen monatlich gesunken
Trump verspricht 300.000 Tonnen sofortigen Diesel-Import aus Russland, um Spritpreise vor Zwischenwahlen zu senken. Die USA setzen Sanktionen gegen russische Energieunternehmen teilweise aus; Experten zweifeln an nachhaltiger Preissenkung.
US-Präsident Trump vereinbart mit Kremlchef Putin die Lieferung großer Mengen russischen Diesels, um Spritpreise zu senken. Die Ukraine kritisiert das Abkommen als unwürdig und warnt vor zusätzlichen Mitteln für Russlands Kriegführung.
Donald Trump und Wladimir Putin haben sich auf eine Vereinbarung geeinigt, die beiden Seiten unmittelbare Vorteile bringen soll — dem amerikanischen Präsidenten möglicherweise Stimmen bei den anstehenden Zwischenwahlen, dem Kremlchef dringend benötigte Einnahmen. Nach einem Telefonat kündigte Trump an, dass Russland sofort mehr als 300.000 Tonnen Diesel in die Vereinigten Staaten und auf den Weltmarkt liefern werde, gefolgt von weiteren 500.000 Tonnen im November. Danach sollten mehrere Millionen Tonnen folgen, soweit Russlands Produktionskapazitäten es erlaubten. Trump versprach seinen Wählern, dass dies die Spritpreise erheblich senken würde — ein zentrales Anliegen wenige Wochen vor den Wahlen im November, bei denen seine Partei unter dem Druck gestiegener Energiekosten leidet.
Die politische Logik war klar: Die USA hatten nach Russlands Invasion der Ukraine Sanktionen gegen russische Energieunternehmen verhängt. Nun würden diese Sanktionen teilweise ausgesetzt. Das US-Finanzministerium erteilte eine befristete Importgenehmigung, die bis Anfang April gültig sein sollte. Der Kreml bestätigte die Abmachung und erklärte, man sei bereit, Rohöl und Raffinerieproduke zu liefern, was sich positiv auf die globale Wirtschaft auswirken werde.
Doch die Rechnung war fragwürdig. Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA verbrauchen die Vereinigten Staaten täglich durchschnittlich etwa 3,77 Millionen Barrel Diesel und ähnliche Destillat-Kraftstoffe — umgerechnet etwa 500.000 Tonnen pro Tag. Die versprochenen 300.000 Tonnen würden also rechnerisch nur gut 14 Stunden des amerikanischen Verbrauchs decken. Mehrere Energieexperten bezweifelten offen, dass die russischen Lieferungen zu einem nachhaltigen Preisrückgang führen würden. Der Öl-Analyst Rory Johnston war deutlich: "Ich kann gar nicht genug betonen, wie unbedeutend das ist." Dennoch gaben die US-Terminkontrakte für Diesel nach Bekanntwerden der Einigung um etwa fünf Prozent nach und fielen auf 1,23 Dollar pro Liter.
Die Dieselpreise sind seit Beginn des von den USA und Israel geführten Krieges gegen den Iran im Februar um 70 Prozent gestiegen. Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine haben weltweit zu Engpässen bei der Kraftstoffversorgung geführt. Russland selbst leidet unter Produktionsproblemen: Viele russische Raffinerien sind beschädigt, weil die Ukraine ihre Angriffe auf Ziele der Öl-Industrie verstärkt hat. Die russische Dieselproduktion ist von ursprünglich sieben Millionen Tonnen monatlich auf etwa die Hälfte gesunken.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte mit scharfer Kritik. Er nannte die Vereinbarung "unwürdig" und warnte, dass sie Moskau zusätzliche Mittel für seine Kriegführung verschaffe und die Bemühungen um eine Friedenslösung untergrabe. Für die Ukraine war die Abmachung ein Schlag: Sie hatte gehofft, dass die Sanktionen gegen Russlands Energiesektor den Kreml wirtschaftlich unter Druck setzen würden. Stattdessen öffnete Trump den Hahn wieder auf — wenige Wochen vor Wahlen, bei denen niedrigere Spritpreise für die Wähler wichtiger sein könnten als die Unterstützung eines angegriffenen Landes.
Notable Quotes
Unwürdige Übereinkunft, die Moskau zusätzliche Mittel für seine Kriegführung verschafft und Friedensbemühungen untergräbt— Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident
Ich kann gar nicht genug betonen, wie unbedeutend das ist— Rory Johnston, Öl-Analyst