Qatar Airways und Etihad streichen Flüge nach Saudi-Arabien nach Huthi-Angriffen

Bei Huthi-Angriffen auf saudi-arabische Flughäfen starben mindestens 18 Menschen, darunter 13 beim Anschlag am Samstag und zwei bei einem Angriff auf den Flughafen Abha.
Legitime Ziele – die Huthis nennen Infrastruktur beim Namen
Die Huthi-Miliz warnt die USA vor Einmischung und erklärt saudi-arabische Ölanlagen und Flughäfen zu legitimen Angriffszielen.
Mark

Warum ziehen sich diese Fluggesellschaften jetzt zurück? Ist das eine Überreaktion?

Mimi

Nein, das ist eine rationale Reaktion auf konkrete Bedrohungen. Der Flughafen Riad wurde mehrfach angegriffen, 13 Menschen starben beim letzten Anschlag. Die Luftfahrtbehörde hat den Flughafen selbst bis Samstag geschlossen.

Luke

Aber wir sollten hier präzise sein: Wir wissen, dass die Huthis behaupten, sie hätten den Flughafen getroffen. Die Saudis sagen, sie hätten die Rakete abgefangen. Die Wahrheit über den tatsächlichen Schaden ist umstritten.

Mark

Und wie passt das in den größeren Jemen-Konflikt?

Mimi

Die Huthis kämpfen seit Jahren gegen die saudi-arabisch unterstützte Regierung. Im Juli haben sie eine neue Strategie begonnen – direkte Anschläge auf saudi-arabische Infrastruktur, nicht nur militärische Ziele.

Luke

Das ist wichtig: Die Huthis werden vom Iran unterstützt. Das ist nicht einfach ein lokaler Konflikt, sondern Teil der regionalen Machtkämpfe.

Mark

Was könnte als nächstes passieren?

Mimi

Die USA könnten wieder militärisch eingreifen, wie sie es 2024 und 2025 getan haben. Das würde die Lage weiter verschärfen.

Luke

Die Huthis haben die USA aber ausdrücklich gewarnt. Sie sagen, dass Ölanlagen und Flughäfen »legitime Ziele« sind. Das ist eine klare Drohung, aber wir sollten nicht spekulieren, ob sie sie umsetzen werden.

Mark

Wie viele Menschen sind bisher gestorben?

Mimi

Mindestens 18 bei den Angriffen auf die Flughäfen. Der Samstag-Anschlag tötete 13 und verletzte über 300.

Luke

Das sind die Zahlen, die wir haben. Der Bürgerkrieg insgesamt hat Hunderttausende gekostet, aber das ist eine andere Rechnung – direkte und indirekte Kriegsfolgen über Jahre hinweg.

  • Qatar Airways und Etihad Airways unterbrechen Flüge nach Saudi-Arabien
  • Flughafen Riad bleibt bis Samstag geschlossen
  • Anschlag am Samstag: 13 Tote, über 300 Verletzte
  • Mindestens 18 Tote bei Huthi-Angriffen auf saudi-arabische Flughäfen
  • Huthis kontrollieren große Teile des Jemen und der Küste an Bab al-Mandab

Qatar Airways und Etihad Airways unterbrechen Verbindungen nach Riad, Dammam und Dschidda wegen der eskalierenden Huthi-Anschläge. Der Flughafen Riad bleibt bis Samstag geschlossen; der jüngste Anschlag tötete 13 Menschen und verletzte über 300.

Qatar Airways und Etihad Airways haben Flüge nach Saudi-Arabien gestrichen, nachdem die jemenitische Huthi-Miliz den Flughafen Riad erneut angegriffen hat. Der Anschlag forderte mindestens 18 Todesfälle.

Die großen Fluggesellschaften der Golfregion ziehen sich aus Saudi-Arabien zurück. Qatar Airways hat seine Verbindungen nach Riad und Dammam vorübergehend eingestellt. Etihad Airways folgt mit der Annullierung aller Flüge zwischen Abu Dhabi und den saudi-arabischen Städten Riad, Dschidda und Dammam – mindestens bis zum 19. Oktober. Beide Fluggesellschaften begründen ihre Entscheidung mit der angespannten Sicherheitslage, die durch wiederholte Anschläge der jemenitischen Huthi-Miliz ausgelöst wurde.

Die unmittelbare Auslöser für diese drastischen Maßnahmen liegt wenige Tage zurück. Am Montagabend erschütterten mehrere heftige Explosionen die saudi-arabische Hauptstadt Riad. Die Bewohner waren kurz zuvor per Textnachricht vor einer »feindlichen Bedrohung aus der Luft« gewarnt worden. Die Huthi-Miliz erklärte, sie habe den internationalen Flughafen Riads mit einer Rakete angegriffen. Über den Erfolg des Anschlags machten beide Seiten widersprüchliche Angaben – die Huthis behaupteten, das Ziel getroffen zu haben, während saudi-arabische Quellen von einer Abwehr sprachen.

Die Bilanz der jüngsten Anschläge ist verheerend. Bei Attacken auf den Flughafen Riad starben insgesamt mindestens 18 Menschen. Der Anschlag am Samstag war besonders tödlich: 13 Menschen kamen ums Leben, mehr als 300 weitere wurden verletzt. Ein weiterer Angriff auf den Flughafen der südlich gelegenen Stadt Abha forderte zwei Todesfälle. Diese Zahlen machen deutlich, dass es sich nicht um isolierte Zwischenfälle handelt, sondern um eine Eskalation von Gewalt, die das zivile Leben in Saudi-Arabien direkt bedroht.

Der Flughafen Riad bleibt derzeit geschlossen. Die saudi-arabische Luftfahrtbehörde hat die Sperrung bis Samstag verlängert – ein Zeichen dafür, dass die Behörden mit weiteren Angriffen rechnen. Diese Schließung trifft nicht nur einzelne Passagiere, sondern wirkt sich auf die gesamte Luftfahrtinfrastruktur der Region aus und zwingt internationale Fluggesellschaften zu Notfallmaßnahmen.

Der Konflikt, der diese Anschläge antreibt, ist tief verwurzelt. Im Jemen führen die Huthis seit Jahren einen Bürgerkrieg gegen die international anerkannte Regierung und kontrollieren mittlerweile große Teile des Landes. Der Iran unterstützt die Miliz, während eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition die Regierung stützt. Die Huthis haben kürzlich die Kontrolle über bedeutende Küstenabschnitte an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab übernommen. Der Konflikt hat bereits Hunderttausende von Toten gefordert – sowohl durch direkte Kampfhandlungen als auch durch indirekte Kriegsfolgen.

Die aktuelle Eskalation ist eng mit dem breiteren Nahostkonflikt verknüpft. Im Juli eröffneten die Huthis eine neue Front, indem sie Saudi-Arabiens Energieinfrastruktur und Tanker im Roten Meer angriffen. Diese Anschläge folgten auf eine von Saudi-Arabien unterstützte Offensive im Jemen, die darauf abzielte, von den Huthis kontrollierte Gebiete zurückzuerobern. Die Raketenanschläge auf den Flughafen Riad stellen eine Eskalation dieser Strategie dar.

Die internationale Dimension des Konflikts könnte sich weiter verschärfen. Die USA, einer der wichtigsten Verbündeten Saudi-Arabiens, haben in den Jahren 2024 und 2025 bereits Militärschläge im Jemen durchgeführt und könnten dies erneut tun. Die Huthi-Miliz warnte die USA jedoch ausdrücklich vor einer Einmischung und drohte mit einer »schnellen und schmerzhaften Reaktion«. Mohammed al-Bukhaiti, Mitglied des Politbüros der Huthis, forderte alle Beschäftigten in saudi-arabischen Ölanlagen und Flughäfen auf, ihre Arbeitsplätze zu verlassen, da diese »legitime Ziele« seien. Diese Rhetorik signalisiert, dass die Huthis ihre Anschläge ausweiten könnten.

Die Attacke auf den Flughafen Riad war die tödlichste in Saudi-Arabien seit mehr als einem Jahrzehnt. Dies verstärkt den Druck auf das Königreich, militärisch zu reagieren – ein Schritt, der das Risiko einer weiteren Eskalation birgt. Die Entscheidung der Fluggesellschaften, ihre Verbindungen zu unterbrechen, ist ein Zeichen dafür, dass die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Folgen dieser Konfrontation bereits spürbar sind.

Die USA müssen mit einer schnellen und schmerzhaften Reaktion rechnen, falls sie sich einmischen
— Mohammed al-Bukhaiti, Huthi-Politbüromitglied, zur Nachrichtenagentur AFP
Beschäftigte in saudi-arabischen Ölanlagen und Flughäfen sollten sich von ihren Arbeitsorten fernhalten, da diese legitime Ziele seien
— Mohammed al-Bukhaiti, Huthi-Politbüromitglied
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