Seit Jahrzehnten fragten sich Chemiker, warum die Natur bei spiegelbildlichen Molekülen stets nur eine Form wählt — und wie sich diese Asymmetrie im Labor nachahmen lässt. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat nun Henri Kagan aus Frankreich und Kenso Soai aus Japan mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt, weil ihre Arbeiten zu nichtlinearen Effekten und Autokatalyse genau dieses Rätsel entschlüsselt haben. Ihre Erkenntnisse sind nicht bloß theoretischer Natur: Sie bilden das Fundament für die gezielte Entwicklung von Medikamenten, die in ihrer Wirkung von der molekularen Händigkei
Chemie-Nobelpreis für asymmetrische Molekülforschung aus Frankreich und Japan
Lange blieb ungeklärt, wie diese chemische Asymmetrie entstehen kann
Warum ist diese Entdeckung zur asymmetrischen Synthese so wichtig? Das klingt sehr theoretisch.
Es geht um ein praktisches Problem: Wenn man ein Medikament herstellt, braucht man oft genau die richtige Form eines Moleküls. Die falsche Form kann wirkungslos oder sogar schädlich sein. Kagan und Soai zeigten, wie man gezielt die richtige Form erzeugt.
Aber die Quelle sagt nicht konkret, welche Medikamente davon profitiert haben. Sie sagt nur, dass ihre Arbeit "entscheidend" für die Arzneimittelentwicklung war. Das ist eine Charakterisierung, keine Verifikation.
Verstanden. Und was ist mit dieser Autokatalyse, die erwähnt wird?
Das ist ein Prozess, bei dem ein Produkt selbst den Prozess beschleunigt, der es erzeugt. Es ist wie ein Schneeballeffekt in der Chemie. Das war lange rätselhaft.
Die Quelle erklärt das nicht weiter. Wir wissen, dass Kagan und Soai es entdeckt haben, aber nicht wirklich, wie es funktioniert oder warum es so schwierig war, es zu verstehen.
Interessant, dass Ellen Moons die erste Frau ist, die die Nobelpreisträger ankündigt. Ist das ein großer Schritt?
Für eine Institution, die seit 1739 existiert, ja. Aber nur acht Frauen haben je den Chemie-Nobelpreis erhalten. Das zeigt, wie männerdominiert das Feld noch ist.
Wobei die Quelle nicht sagt, ob das an Diskriminierung liegt oder an anderen Faktoren. Das ist eine Beobachtung, keine Erklärung.
Und die Erhöhung des Preisgeldes — ist das bedeutsam?
Eine Million Kronen zusätzlich ist ein symbolischer Akt zum 125. Jahrestag. Es zeigt, dass die Nobelstiftung die Preise ernst nimmt und würdigen will.
Aber eine Million Kronen ist für zwei Forscher nicht viel. Das sind etwa 500.000 Euro pro Person. Die Quelle gibt keinen Kontext, wie das sich zu früheren Jahren verhält oder wie es sich zu anderen großen wissenschaftlichen Preisen verhält.
The Pulse
- Ein jahrzehntelanges Rätsel der Molekularchemie — warum lebende Organismen nur eine von zwei möglichen Spiegelformen eines Moleküls verwenden — hat mit dieser Auszeichnung eine öffentliche Würdigung erhalten.
- Kagans und Soais Forschung zu Autokatalyse und nichtlinearen Effekten verändert, wie die Pharmaindustrie neue Wirkstoffe entwirft und herstellt.
- Das Preisgeld wurde auf zwölf Millionen schwedische Kronen erhöht — ein symbolisches Signal der Nobelstiftung zum 125-jährigen Jubiläum der Preise.
- Erstmals in der Geschichte der Akademie verkündet eine Frau, Ellen Moons, die Preisträger in Physik, Chemie und Wirtschaft — ein institutioneller Wendepunkt nach fast drei Jahrhunderten.
- Unter 198 ausgezeichneten Chemikern seit 1901 waren bislang nur acht Frauen — die Preisverleihung beleuchtet erneut diese strukturelle Lücke.
Seit Jahrzehnten fragten sich Chemiker, warum die Natur bei spiegelbildlichen Molekülen stets nur eine Form wählt — und wie sich diese Asymmetrie im Labor nachahmen lässt. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat nun Henri Kagan aus Frankreich und Kenso Soai aus Japan mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt, weil ihre Arbeiten zu nichtlinearen Effekten und Autokatalyse genau dieses Rätsel entschlüsselt haben. Ihre Erkenntnisse sind nicht bloß theoretischer Natur: Sie bilden das Fundament für die gezielte Entwicklung von Medikamenten, die in ihrer Wirkung von der molekularen Händigkeit abhängen.
Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat Henri Kagan und Kenso Soai mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Der Franzose und der Japaner haben mit ihren Arbeiten zur asymmetrischen organischen Synthese ein Problem gelöst, das Chemiker über Generationen beschäftigt hatte: Viele Moleküle — darunter Aminosäuren — existieren in zwei spiegelbildlichen Formen, doch in lebenden Organismen tritt stets nur eine davon auf. Wie diese Einseitigkeit entsteht und wie man sie im Labor gezielt erzeugen kann, blieb lange ungeklärt.
Kagan von der Université Paris-Sud und Soai von der Tokyo University of Science lieferten mit ihren Entdeckungen zu nichtlinearen Effekten und Autokatalyse entscheidende Antworten. Die Nobel-Akademie betonte, dass ihre Erkenntnisse für die Grundlagenforschung zur Arzneimittelherstellung von zentraler Bedeutung sind.
Das Preisgeld wurde in diesem Jahr auf zwölf Millionen schwedische Kronen angehoben — rund eine Million Euro. Die Nobelstiftung nutzte das 125-jährige Jubiläum der Preise, um die finanzielle Anerkennung zu erhöhen.
Die Verkündung markiert zugleich einen historischen Einschnitt: Ellen Moons, seit Anfang 2026 Generalsekretärin der Akademie, ist die erste Frau in diesem Amt seit der Gründung der Institution im Jahr 1739. Sie gibt erstmals die Preisträger in Physik, Chemie und Wirtschaft bekannt. Der Blick auf die Geschichte zeigt indes, wie selten Frauen in diesem Bereich geehrt wurden: Von 198 Preisträgern seit 1901 waren lediglich acht weiblich.
Die Nobelpreis-Woche hatte mit dem Medizinpreis für Hegemann, Nagel und Deisseroth für Optogenetik begonnen, gefolgt vom Physikpreis für den Neutrinoforscher Francis Halzen. Literatur- und Friedenspreis folgen am Donnerstag und Freitag, der Wirtschaftspreis am darauffolgenden Montag. Die feierliche Übergabe aller Auszeichnungen findet traditionell am 10. Dezember statt — dem Todestag Alfred Nobels.
Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat in diesem Jahr zwei Forscher mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt, deren Arbeiten ein fundamentales Problem der Molekularchemie gelöst haben. Henri Kagan aus Frankreich und Kenso Soai aus Japan werden ausgezeichnet für ihre Entdeckungen zu nichtlinearen Effekten und Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese — Erkenntnisse, die nicht nur die theoretische Chemie vorangebracht haben, sondern auch praktische Anwendungen in der Arzneimittelentwicklung ermöglicht haben.
Das Rätsel, das ihre Forschung löste, beschäftigte Chemiker über Jahrzehnte hinweg. Viele Moleküle, darunter Aminosäuren, können in zwei verschiedenen Formen existieren, die sich zueinander wie ein Objekt und sein Spiegelbild verhalten. Doch in lebenden Organismen kommt jeweils nur eine dieser Formen vor. Lange blieb ungeklärt, wie diese chemische Asymmetrie entstehen kann und wie man sie gezielt herbeiführen könnte. Kagan von der Université Paris-Sud und Soai von der Tokyo University of Science lieferten mit ihren Arbeiten entscheidende Erklärungen für dieses Phänomen. Nach Angaben der Nobel-Akademie waren ihre Entdeckungen für Chemiker, die an den Grundlagen der Arzneimittelherstellung arbeiten, von zentraler Bedeutung.
Der Chemie-Nobelpreis gilt als die renommierteste Auszeichnung des Fachs. In diesem Jahr ist die Dotierung auf zwölf Millionen schwedische Kronen erhöht worden — umgerechnet etwa eine Million Euro. Die Nobelstiftung hatte anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Nobelpreise beschlossen, das Preisgeld um eine Million Kronen zu erhöhen. Hanna Stjärne, die Geschäftsführerin der Nobelstiftung, erklärte, dass man diesen Anlass nutzen wollte, um die finanzielle Anerkennung der Preisträger zu verstärken.
Die diesjährige Nobelpreis-Verkündung markiert auch einen historischen Moment für die Institution selbst. Zum ersten Mal wird eine Frau die Namen der Nobelpreisträger in Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften bekanntgeben. Ellen Moons, eine gebürtige Belgierin, ist seit Anfang 2026 Generalsekretärin der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften und damit die erste Frau in diesem Amt seit der Gründung der Akademie im Jahr 1739.
Die Auszeichnung von Kagan und Soai unterstreicht auch die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen in diesem Bereich. Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 198 verschiedene Forscher vergeben, zwei davon erhielten die Auszeichnung zweimal. Unter den Geehrten waren bislang acht Frauen. Zu ihnen gehören Marie Curie, die 1911 ausgezeichnet wurde, sowie Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna, die 2020 für die Entwicklung der Genschere CRISPR geehrt wurden.
Die Nobelpreis-Woche hatte am Montag mit der Medizin begonnen. Peter Hegemann und Georg Nagel aus Deutschland sowie Karl Deisseroth aus den USA wurden für ihre Entdeckungen in der Optogenetik ausgezeichnet, einer Methode, mit der sich Zellen mithilfe von Licht gezielt steuern lassen. Am Dienstag folgte der Physik-Nobelpreis für Francis Halzen, einen belgisch-amerikanischen Forscher, der wesentlich zum Neutrino-Observatorium IceCube in der Antarktis beitrug, mit dem erstmals hochenergetische kosmische Neutrinos nachgewiesen wurden. Im Vorjahr hatte der Chemie-Nobelpreis an Susumu Kitagawa, Richard Robson und Omar Yaghi gegangen, die für die Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen geehrt wurden — Strukturen mit vielfältigen Anwendungen von der Wasserwirtschaft bis zur Katalyse.
Die Nobelpreis-Woche wird sich fortsetzen mit der Bekanntgabe der Literatur- und Friedenspreise am Donnerstag und Freitag. Der Wirtschaftspreis, der von der schwedischen Reichsbank gestiftet wird, folgt am kommenden Montag. Die feierliche Überreichung aller Auszeichnungen findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag Alfred Nobels, des Stifters der Preise.
Notable Quotes
In diesem Jahr feiern wir das 125-jährige Bestehen des Nobelpreises. Aus diesem Anlass freuen wir uns, das Preisgeld um eine Million erhöhen zu können.— Hanna Stjärne, Geschäftsführerin der Nobelstiftung