Einmal im Jahr verwandelt sich Frankfurt in einen Ort, an dem Bücher nicht nur ausgestellt, sondern befragt werden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nutzt die Buchmesse 2026 als Bühne für ein viertägiges Gespräch zwischen Journalisten und mehr als vierzig Denkern, Schriftstellern und Illustratoren – von Cornelia Funke bis Robert Habeck, von der Antike bis zur Künstlichen Intelligenz. Es ist der Versuch einer Zeitung, den flüchtigen Moment der Messe in etwas Bleibendes zu verwandeln: in den Dialog selbst.
F.A.Z.-Stand auf der Frankfurter Buchmesse 2026: Vier Tage Gespräche mit Autoren
Vier Tage, vierzig Autoren – das schafft Dichte, aber auch Wahlfreiheit.
Warum braucht es so ein dichtes Programm? Warum nicht einfach ein paar große Namen und fertig?
Weil die Buchmesse ein Moment ist, in dem Menschen Zeit haben. Vier Tage, vierzig Autoren – das schafft Dichte, aber auch Wahlfreiheit. Jeder findet etwas, das ihn interessiert.
Aber wer kommt denn wirklich? Das ist ein Programm für Leser, die bereits Leser sind. Wie viele Besucher der Buchmesse werden tatsächlich an einem Gespräch über Rilkes letzte Liebe teilnehmen?
Das ist eine faire Frage. Die Buchmesse zieht etwa 300.000 Besucher an. Der F.A.Z.-Stand ist einer von vielen. Aber für diejenigen, die kommen, ist das Angebot sehr spezifisch.
Was macht dieses Programm besonders? Gibt es ein Thema, das sich durchzieht?
Eher mehrere. KI und Technologie spielen eine Rolle. Politik und Geschichte. Aber auch sehr persönliche Themen – Liebe, Tod, Familie. Es geht um das Menschliche in einer sich verändernden Welt.
Ich sehe viele Gespräche über schwierige Themen – Faschismus, Verbrechen, Lügen. Aber sind das wirklich Diskussionen oder eher Präsentationen von Büchern?
Das hängt vom Moderator ab, vom Autor, von der Chemie. Ein gutes Gespräch ist nicht vorhersehbar. Es kann in Richtungen gehen, die niemand erwartet hat.
Warum ist es wichtig, dass manche Gespräche in anderen Sprachen stattfinden – Englisch, Tschechisch?
Weil Literatur nicht an Grenzen endet. Colson Whitehead ist amerikanisch, Jáchym Topol ist tschechisch. Ihre Stimmen in ihrer Sprache zu hören, ist anders, als sie übersetzt zu lesen.
Aber wie viele Besucher sprechen Englisch oder Tschechisch fließend? Das könnte ein Hindernis sein.
Ja, aber es ist auch ein Signal: Wir sind offen für die Welt. Nicht alles muss ins Deutsche übersetzt werden.
Was erwartest du, dass Besucher von diesem Programm mitnehmen?
Hoffentlich neue Fragen. Nicht Antworten, sondern Fragen, die sie vorher nicht gestellt haben. Und vielleicht auch ein Buch, das sie kaufen und lesen wollen.
The Pulse
- Über vier Tage hinweg verdichtet die F.A.Z. an ihrem Stand in Halle 3.0 die großen Fragen unserer Zeit auf zwanzig bis vierzig Minuten pro Gespräch.
- Das Programm spannt einen ungewöhnlich weiten Bogen – von Klimapolitik mit Robert Habeck über iranische Identität mit drei Autorinnen bis hin zur psychologischen Anatomie von Gefühlen.
- Bekannte Namen wie Cornelia Funke, Colson Whitehead und Otto Waalkes stehen neben weniger prominenten Stimmen, was dem Programm eine bewusste Breite verleiht.
- Täglich von 10 bis 18 Uhr öffnet der Stand seine Türen – ein offenes Angebot an Besucher, die bereit sind, sich inmitten des Messetrubels Zeit für Tiefe zu nehmen.
- Das Programm landet als kulturelles Gegengewicht zur Schnelligkeit der Messe: ein Raum, in dem Nachdenken ausdrücklich erwünscht ist.
Einmal im Jahr verwandelt sich Frankfurt in einen Ort, an dem Bücher nicht nur ausgestellt, sondern befragt werden. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung nutzt die Buchmesse 2026 als Bühne für ein viertägiges Gespräch zwischen Journalisten und mehr als vierzig Denkern, Schriftstellern und Illustratoren – von Cornelia Funke bis Robert Habeck, von der Antike bis zur Künstlichen Intelligenz. Es ist der Versuch einer Zeitung, den flüchtigen Moment der Messe in etwas Bleibendes zu verwandeln: in den Dialog selbst.
Die Frankfurter Buchmesse 2026 wird für die F.A.Z. zum Schauplatz eines ehrgeizigen Gesprächsprogramms. Vom 8. bis 11. Oktober empfängt die Redaktion an ihrem Stand in Halle 3.0 mehr als vierzig Autoren, Illustratoren und Denker – und lässt ihre Journalisten mit ihnen über Themen sprechen, die weit über den Buchmarkt hinausreichen.
Der Donnerstag eröffnet mit dem tschechischen Schriftsteller Jáchym Topol und führt über ein Gespräch zur Künstlichen Intelligenz bis hin zu Robert Habeck, der über Klimawandel und geopolitische Verschiebungen spricht. Der Freitag bringt Cornelia Funke, den amerikanischen Autor Colson Whitehead sowie die Bergsteiger Diane und Reinhold Messner; drei iranische Autorinnen sprechen gemeinsam über ihre Väter – ein intimes Gespräch inmitten eines vollen Programms.
Der Samstag wendet sich gesellschaftlichen und historischen Fragen zu: Wirtschaftskrise, Faschismus, die Schattenseiten der Antike, Vernunft und Empathie. Otto Waalkes malt und erzählt dabei von seinem kleinen Ottifanten Karl. Der Sonntag schließt den Kreis mit Themen wie Hoffnung, Börsengeschichte, Achtsamkeitskritik und echter Solidarität – bevor Andreas Platthaus und Tilman Spreckelsen das Programm mit einem Gespräch über die Brüder Grimm beschließen.
Jedes Gespräch dauert zwischen zwanzig und vierzig Minuten, manche finden auf Englisch oder Tschechisch statt. Der Stand ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet – ein Angebot an alle, die bereit sind, sich in der Hektik der Messe einen Moment des Nachdenkens zu gönnen.
Die Frankfurter Buchmesse 2026 wird für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zum Schauplatz eines ehrgeizigen viertägigen Gesprächsprogramms. Vom 8. bis 11. Oktober präsentiert die Redaktion an ihrem Stand in Halle 3.0, Platz C 123, eine dicht gepackte Serie von Diskussionen zwischen ihren Journalisten und mehr als vierzig Autoren, Illustratoren und Denkern. Das Programm spannt einen weiten Bogen: von der Künstlichen Intelligenz über die politische Geschichte bis zur Antike, von Kinderliteratur bis zur Philosophie des Menschseins.
Donnerstag beginnt mit dem tschechischen Schriftsteller Jáchym Topol, dessen Roman "Die Hölle gibt es nicht" Tilman Spreckelsen in einem zweisprachigen Gespräch erkundet. Danach folgt Rolf Schwartmann, der mit Reinhard Müller über das Leben mit künstlicher Intelligenz spricht – ein Thema, das die gegenwärtige Debatte durchzieht. Julia Franck diskutiert mit Andreas Platthaus über Rilkes letzte Liebe, während Peter-André Alt die Geschichte der Beziehung zwischen Kanzlern und Intellektuellen nachzeichnet. Der Tag endet mit Robert Habeck, dem ehemaligen Grünen-Politiker, der mit Tania Martini über "Arctic Meltdown" und die Neuvermessung der Welt spricht – ein Gespräch, das Klimawandel und geopolitische Verschiebungen verbindet.
Freitag bringt neue Schwerpunkte. Cornelia Funke, die Autorin der "Tintenwelt"-Romane, sitzt Tilman Spreckelsen gegenüber und spricht über "Emma glaubt nicht an Feen". Der amerikanische Schriftsteller Colson Whitehead diskutiert in englischer Sprache über "Cool Machine". Diane und Reinhold Messner, das bekannte Bergsteiger-Ehepaar, reflektieren mit Bernd Steinle über Lebenszeit und Vergänglichkeit. Axel Scheffler, der Illustrator des "Grüffelo", wird von Spreckelsen befragt. Am Freitagnachmittag kommen drei iranische Autorinnen – Natalie Amiri, Minu Barati und Shila Behjat – zusammen, um mit Julia Encke über ihre Väter zu sprechen. Den Abschluss bildet ein Gespräch über legendäre Buchmessen, an dem Tom Kraushaar, Michael Krüger, Susanne Schüssler und Ronja von Rönne teilnehmen.
Samstag konzentriert sich auf gesellschaftliche und historische Fragen. Tom Krebs erörtert mit Alexander Armbruster, wie Deutschland aus der Wirtschaftskrise findet. Benjamin Knull untersucht mit Marcus Jung, wie Menschen zu Verbrechern werden. Patrick Bahners führt ein Gespräch mit Ilko-Sascha Kowalczuk über Faschismus und Stabilität in autoritären Zeiten. Ingo Schulze spricht über "Das Wasser im August". Otto Waalkes nimmt an einer gemeinsamen Malaktion teil, während er mit Alfons Kaiser über Karl, seinen kleinen Ottifanten, spricht. Michael Sommer erklärt die schmutzige Seite der Antike, Joachim Bauer reflektiert über Vernunft, Moral und Empathie.
Sonntag, der letzte Tag, bietet eine Mischung aus Geschichte, Wirtschaft und Psychologie. Helga Schubert präsentiert "Die Woche danach", ein Stundenbuch der Hoffnung. Maria Wiesner spricht über Venedig. Patrik Hof erzählt die Geschichte der Börsenkrisen von der Tulpenmanie bis heute. Gunilla Budde diskutiert deutsche Geschichte. Kathrin Fischer kritisiert die Ideologie der Achtsamkeit als Hindernis für gesellschaftlichen Wandel. Daniela Sepehri ruft zu echter Solidarität mit Menschen im Iran auf. Stefanie Stahl erklärt psychologische Phänomene rund um Gefühle und Beziehungen. Den Abschluss bildet ein Gespräch zwischen Andreas Platthaus und Tilman Spreckelsen über die Brüder Grimm und ihre Zeit.
Jeden Tag öffnet der Stand von 10 bis 18 Uhr. Die Gespräche dauern zwischen zwanzig und vierzig Minuten. Manche finden in englischer oder tschechischer Sprache statt. Das Programm verbindet etablierte Namen – Habeck, Funke, Regener – mit weniger bekannten Autoren und schafft so einen Raum, in dem aktuelle Debatten über Politik, Literatur, Wirtschaft und Philosophie stattfinden können. Es ist ein Angebot an Besucher, die bereit sind, sich Zeit für tiefere Gespräche zu nehmen.
Notable Quotes
Robert Habeck spricht über Arctic Meltdown und die Neuvermessung der Welt— Programm Donnerstag, 17 Uhr
Cornelia Funke diskutiert über Emma glaubt nicht an Feen— Programm Freitag, 12 Uhr