Porsche-Chef Leiters setzt auf riskanten Schrumpfkurs mit Verbrennern

Weniger Autos, aber deutlich teurere – eine Wette auf den Glanz der Marke
Leiters setzt auf Luxus statt Volumen und hofft, dass Porsche-Käufer höhere Preise akzeptieren.
Mark

Warum ist dieser Strategiewechsel so radikal? Blume wollte doch Elektromobilität – das war doch die Zukunft, oder?

Mimi

Blume hat auf Volumen und Elektrifizierung gesetzt, um Rendite zu erwirtschaften. Leiters dreht das um: weniger Volumen, höhere Preise, Verbrenner. Das ist eine völlig andere Wette.

Luke

Aber auf welcher Basis? Dass Ferrari mit Verbrennern Geld verdient, ist wahr – aber Porsche ist nicht Ferrari. Porsche hat Millionen Kunden weltweit, die nicht alle Luxuskäufer sind.

Mimi

Genau das ist das Risiko. Leiters muss beweisen, dass die Marke Porsche stark genug ist, um Kunden zu höheren Preisen zu bewegen.

Mark

Und die Effizienzmaßnahmen – reichen die aus?

Luke

Das ist völlig unklar. Unter 200.000 Fahrzeugen pro Jahr profitabel zu sein – das ist eine sehr aggressive Annahme. Leiters sagt, dass Stellenabbau und Variantenreduktion das schaffen sollen, aber es gibt keine Garantie.

Mimi

Und dann ist da noch die Frage der Zukunftsfähigkeit. Bis 2035 mit Verbrennern Geld verdienen – das könnte funktionieren, aber nur wenn die Regulierung nicht zu streng wird.

Mark

Also eine Wette auf mehrere Dinge gleichzeitig?

Luke

Ja. Eine Wette darauf, dass Kunden höhere Preise zahlen, dass Effizienzmaßnahmen funktionieren, und dass Verbrenner bis 2035 noch rentabel sind. Wenn eine dieser Wetten schiefgeht, wird es eng.

  • Porsche-Chef Leiters bricht radikal mit der Strategie seines Vorgängers Blume: Statt 300.000 Elektroautos mit 20 Prozent Rendite nun deutlich weniger, aber teurere Verbrenner.
  • Das Unternehmen steht unter erheblichem Druck: Ob Effizienzmaßnahmen wie Stellenabbau und Variantenreduktion ausreichen, um unter 200.000 Fahrzeugen pro Jahr profitabel zu bleiben, ist ungewiss.
  • Leiters setzt auf das Ferrari-Modell – Luxus und Exklusivität als Schutzwall gegen günstigere chinesische Elektro-Konkurrenz, die teils weniger als die Hälfte kostet.
  • Die Zukunftsfähigkeit des Kurses bleibt offen: Verbrennerverbote bis 2035 könnten die Strategie untergraben, auch wenn Leiters betont, auf alle Szenarien vorbereitet zu sein.

In einer Zeit, in der die Automobilindustrie zwischen elektrischer Zukunft und verbrennungsmotorischer Vergangenheit schwankt, wählt Porsche unter seinem neuen Chef Michael Leiters einen unerwarteten Weg: weniger Fahrzeuge, höhere Preise, klassische Antriebe. Der Strategiewechsel verwirft die Visionen seines Vorgängers vollständig und orientiert sich stattdessen am Ferrari-Modell – dem Versprechen, dass Exklusivität und Begehren mehr wert sind als Volumen und Elektrifizierung. Es ist eine Wette auf den Glanz der Marke selbst, in einer Welt, die sich noch nicht entschieden hat, wohin sie fährt.

Michael Leiters hat Porsche eine neue Richtung gegeben – und sie führt direkt weg von allem, was sein Vorgänger Oliver Blume geplant hatte. Wo Blume noch vor zwei Jahren von über 300.000 Fahrzeugen jährlich träumte, 80 Prozent davon elektrisch, setzt Leiters nun auf das Gegenteil: weniger Autos, deutlich höhere Preise, klassische Verbrennungsmotoren.

Das Vorbild ist Ferrari. Der italienische Hersteller beweist seit Jahren, dass Luxussportwagen mit konventionellen Antrieben verlässlich hohe Renditen erzielen können. Leiters vertraut darauf, dass der Glanz der Marke Porsche stark genug ist, um Kunden zu bewegen, erheblich mehr zu zahlen – auch angesichts günstigerer chinesischer Elektro-Alternativen. Für die kommenden zehn Jahre plant er, hauptsächlich Verbrenner zu entwickeln und gleichzeitig neue Luxusmodelle zu schaffen, die den Preisanstieg rechtfertigen sollen.

Doch der Kurs birgt erhebliche Risiken. Ob Effizienzmaßnahmen – Stellenabbau, Reduktion von Varianten, schlankere Produktion – ausreichen, um das Unternehmen bei weniger als 200.000 Fahrzeugen pro Jahr profitabel zu halten, ist völlig offen. Und ob Kunden die höheren Preise tatsächlich akzeptieren werden, ist nicht gesichert.

Zur Frage der Zukunftsfähigkeit gibt sich Leiters gelassen: Verbrenner würden bis 2035 noch viel Geld einbringen, das in neue Produkte fließen könne. Porsche sei auf alle regulatorischen Szenarien vorbereitet. Doch auch das bleibt letztlich eine Wette – keine Garantie.

Michael Leiters hat Porsche eine neue Richtung gegeben, und sie führt in die entgegengesetzte Richtung von allem, was sein Vorgänger Oliver Blume geplant hatte. Wo Blume noch vor zwei Jahren davon träumte, dass Porsche 2030 über 300.000 Autos pro Jahr verkauft – 80 Prozent davon elektrisch angetrieben – und dabei eine operative Gewinnmarge von 20 Prozent erreicht, setzt Leiters nun auf etwas fundamental anderes: weniger Autos, aber deutlich teurere, und vor allem solche mit klassischen Verbrennungsmotoren.

Dieser Strategiewechsel ist radikal, aber nicht unlogisch. Ferrari zeigt seit Jahren, dass Hersteller von Luxussportwagen mit konventionellen Antrieben verlässlich hohe Renditen erzielen können. Leiters vertraut darauf, dass Porsche-Käufer diese Fahrzeuge wollen und dass die Marke selbst – dieser oft beschworene Glanz – genug Anziehungskraft hat, um Kunden zu bewegen, deutlich mehr Geld auszugeben als für chinesische Elektro-Premiumfahrzeuge, die weniger als die Hälfte kosten würden. Für die kommenden zehn Jahre plant Leiters, hauptsächlich Verbrenner zu entwickeln und zu verkaufen, während er gleichzeitig neue Luxusmodelle entwickelt, die den Preis rechtfertigen sollen.

Aber der Kurs ist riskant, und die Fragen, die er aufwirft, sind erheblich. Wird Porsche es schaffen, seine Fahrzeuge so viel werthaltiger zu machen, dass Kunden die höheren Preise akzeptieren? Das ist nicht gesichert. Leiters setzt darauf, dass die Effizienzmaßnahmen – Stellenabbau, Reduktion von Varianten, Straffung von Produktion und Verwaltung – ausreichen, um das Unternehmen profitabel zu halten, wenn es weniger als 200.000 Fahrzeuge pro Jahr produziert. Ob das tatsächlich funktioniert, ist völlig offen. Es könnte sein, dass weitere drastische Einschnitte notwendig werden.

Zum Thema Zukunftsfähigkeit gibt sich Leiters entspannt. Er argumentiert, dass Porsche mit diesen Verbrennern bis 2035 noch viel Geld verdienen kann – Geld, das dann in neue Produkte fließt. Außerdem behauptet er, dass Porsche auf alle möglichen Szenarien vorbereitet ist, egal wie streng oder locker die Verbrennerverbote am Ende ausfallen werden. Doch auch das bleibt eine Wette auf die Zukunft, nicht eine Garantie.

Leiters betont, dass er mit diesen Fahrzeugen bis 2035 noch viel Geld verdienen will, um neue Produkte zu finanzieren
— Michael Leiters, Porsche-Chef
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