EZB genehmigt UniCredit die Kontrolle über Commerzbank

UniCredit plant Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen bei der Commerzbank mit weltweit rund 40.000 Vollzeitkräften.
Bis Jahresende wird UniCredit die Kontrolle übernehmen
Die EZB-Genehmigung ermöglicht UniCredit, seinen Anteil auf 50 Prozent zu erhöhen und die Commerzbank zu kontrollieren.
Mark

Warum ist die EZB-Genehmigung so wichtig? UniCredit hatte doch schon fast 30 Prozent.

Mimi

Weil 30 Prozent eine regulatorische Schwelle ist. Danach brauchst du Genehmigung, um weiter zu kaufen. Ohne diese Genehmigung konnte UniCredit nicht einfach mehr Anteile erwerben – die Transaktion war blockiert.

Luke

Aber die EZB hat das Angebot ja im Mai nicht gestoppt. Warum hat die Genehmigung so lange gedauert?

Mimi

Das ist eine gute Frage. Die Quelle sagt nicht, wie lange die Prüfung dauerte oder warum. Wir wissen nur, dass sie jetzt erteilt wurde.

Mark

Und was passiert jetzt konkret?

Mimi

UniCredit kann seinen Anteil von 30 auf 50 Prozent erhöhen – bis Jahresende soll das abgeschlossen sein. Dann hat die italienische Bank die Kontrolle.

Luke

50 Prozent bedeutet Kontrolle, aber nicht Alleinherrschaft. Der Bund hat 13 Prozent, andere Aktionäre haben den Rest. Das ist wichtig zu verstehen.

Mark

Und die Arbeitsplätze? Wie viele könnten wegfallen?

Mimi

UniCredit plant Milliardeneinsparungen, was üblicherweise Stellenabbau bedeutet. Die Commerzbank hat weltweit etwa 40.000 Vollzeitkräfte. Aber die genaue Zahl der geplanten Kündigungen ist nicht bekannt.

Luke

Genau – die Quelle sagt "Tausende Stellen", aber keine konkrete Zahl. Das ist eine Schätzung von UniCredit, nicht eine bestätigte Planung.

Mark

Was will der Bund erreichen?

Mimi

Er versucht, die Commerzbank als eigenständige, börsennotierte AG in Frankfurt zu bewahren und betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Aber ob das realistisch ist, wenn UniCredit die Kontrolle hat, ist fraglich.

  • Die EZB hat UniCredit die Erlaubnis erteilt, die 30-Prozent-Schwelle bei der Commerzbank zu überschreiten – ein Damm, der lange als symbolische Grenze galt, ist nun gefallen.
  • Bis Jahresende will UniCredit rund die Hälfte der Stimmrechte halten und damit faktisch die Kontrolle über einen der größten deutschen Bankenkonzerne ausüben.
  • Tausende Stellen stehen auf dem Spiel: UniCredit plant Milliardeneinsparungen, die die rund 40.000 Vollzeitkräfte der Commerzbank unmittelbar bedrohen.
  • Der Bund stemmt sich mit seinem 13-Prozent-Anteil gegen betriebsbedingte Kündigungen und kämpft darum, die Commerzbank als eigenständige, börsennotierte AG in Frankfurt zu erhalten.
  • UniCredit kann nun frei weitere Aktien am Markt kaufen oder ein neues – deutlich teureres – Übernahmeangebot vorlegen, womit der Druck auf alle Beteiligten weiter steigt.

Mit der Genehmigung der EZB-Bankenaufsicht öffnet sich ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte europäischer Bankenfusionen: UniCredit, die Mailänder Großbank, darf ihren Anteil an der Commerzbank nahezu unbegrenzt ausbauen und strebt bis Jahresende die Kontrolle über das traditionsreiche deutsche Institut an. Was als stilles Anteilskauf begann, ist nun zu einer Weichenstellung für den europäischen Finanzmarkt geworden – mit weitreichenden Folgen für Tausende Beschäftigte und die Frage, was von nationaler Bankenidentität im integrierten Europa noch bleibt.

Die Europäische Zentralbank hat UniCredit die entscheidende Genehmigung erteilt: Die italienische Großbank darf ihren Commerzbank-Anteil von knapp 30 Prozent auf nahezu 50 Prozent ausbauen – ohne festgelegte Obergrenze. Bis zum Jahresende plant UniCredit, die Kontrolle über die Commerzbank vollständig zu übernehmen und über rund die Hälfte der Stimmrechte zu verfügen.

Den Grundstein hatte UniCredit bereits im Mai gelegt, als ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Aktien vorgelegt wurde. Der fehlende Baustein war die Zustimmung der EZB-Bankenaufsicht – sie ist nun erteilt. UniCredit kann die im Sommer über ein Tauschangebot gesicherten Commerzbank-Aktien in eigene Anteile umwandeln und seinen Einfluss weiter festigen. Die EZB, die grenzüberschreitende Bankenfusionen im Euroraum grundsätzlich befürwortet, bezeichnete die Transaktion als positiv.

Für die rund 40.000 Beschäftigten der Commerzbank ist die Entscheidung mit großer Unsicherheit verbunden. UniCredit, die in Deutschland bereits mit der HypoVereinsbank präsent ist, plant Milliardeneinsparungen und den Abbau Tausender Stellen. Inzwischen laufen Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss beider Häuser.

Der Bund, der mit gut 13 Prozent Anteil noch ein Mitspracherecht besitzt, versucht Schlimmeres zu verhindern: Die Bundesregierung drängt darauf, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und die Commerzbank als eigenständige, börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt zu erhalten. Ob diese Ziele unter UniCredit-Kontrolle realisierbar sind, bleibt ungewiss. Der Konzern kann nun jederzeit weitere Aktien am Markt erwerben – oder mit einem neuen, dann erheblich teureren Übernahmeangebot den nächsten Schritt wagen.

Die Europäische Zentralbank hat UniCredit grünes Licht gegeben. Die italienische Großbank darf ihren Anteil an der Commerzbank von knapp 30 Prozent auf fast 50 Prozent erhöhen – ohne Obergrenze. Damit rückt die Übernahme der deutschen Traditionsbank in greifbare Nähe. Bis zum Jahresende, so der Plan, wird UniCredit die Kontrolle über die Commerzbank übernommen haben und über rund die Hälfte der Stimmrechte verfügen.

Die Mailänder Großbank hatte im Mai ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Aktien vorgelegt und sich dadurch Zugriff auf knapp die Hälfte der Anteile am Dax-Konzern gesichert – teilweise auch über komplexe Finanzgeschäfte. Doch ein entscheidender Schritt fehlte noch: die Genehmigung der EZB-Bankenaufsicht. Diese gilt als zentral für den Vollzug des Aktientauschs. Nun ist sie erteilt. UniCredit kann die Commerzbank-Aktien, die es sich im Sommer über ein Tauschangebot gesichert hatte, in eigene Anteile umwandeln und seinen Anteil weiter ausbauen.

Die EZB-Entscheidung überrascht nicht. Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank überwacht die größten Geldhäuser im Euroraum und hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie grenzüberschreitende Bankenfusionen im Euroraum befürwortet – um den EU-Binnenmarkt zu stärken. UniCredit selbst beschrieb die Genehmigung als wichtigen Meilenstein und verwies auf die positive Bewertung der Transaktion durch die EZB sowie das Vertrauen in die soliden Fundamentaldaten und starke Position von UniCredit im europäischen Bankensektor.

UniCredit verfolgt die Commerzbank bereits seit etwa zwei Jahren und hat seinen Anteil trotz Widerstands aus Deutschland kontinuierlich ausgebaut. Die Mailänder Großbank, die in Deutschland bereits mit der HypoVereinsbank (HVB) vertreten ist, sieht erhebliches Sparpotenzial. Milliardeneinsparungen sind geplant – inklusive des Abbaus Tausender Stellen bei der Commerzbank, die weltweit rund 40.000 Vollzeitkräfte beschäftigt. Inzwischen führen UniCredit und Commerzbank Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss.

Der Bund, der mit seinem Commerzbank-Anteil von gut 13 Prozent ein Mitspracherecht hat, versucht gegenzusteuern. Die Bundesregierung will betriebsbedingte Kündigungen bei dem Dax-Konzern möglichst verhindern. Sie strebt an, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt. Ob diese Ziele mit einer UniCredit-Kontrolle vereinbar sind, bleibt offen. UniCredit kann nun weitere Commerzbank-Aktien frei am Markt kaufen. Ein weiteres Angebot ist ebenfalls möglich, würde aber wegen der üblichen Übernahmeprämie erheblich teurer ausfallen.

Die Entscheidung stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Übernahme der Commerzbank durch UniCredit dar und unterstreicht die positive Bewertung der Transaktion durch die EZB
— UniCredit
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