Buttersäure-Anschlag auf Kölner NS-Dokumentationszentrum

Ein Angriff auf die Erinnerungskultur und das demokratische Selbstverständnis
Oberbürgermeister Torsten Burmester über die Bedeutung des Anschlags auf das NS-Dokumentationszentrum.
Mark

Was genau ist das NS-Dokumentationszentrum, und warum ist dieser Anschlag so bedeutsam?

Mimi

Es ist Kölns größte Gedenkstätte für NS-Opfer, untergebracht im historischen EL-DE-Haus. Das Zentrum forscht, sammelt Zeugnisse und führt Bildungsarbeit gegen Rassismus und Rechtsextremismus durch. Ein Anschlag darauf ist also nicht nur eine Sachbeschädigung — es ist ein Angriff auf die Erinnerungskultur selbst.

Luke

Aber wir wissen noch nicht, wer dahintersteckt oder warum genau. Die Polizei vermutet einen politischen Hintergrund, aber das ist eine Vermutung. Der Staatsschutz ermittelt.

Mark

Was war die unmittelbare Reaktion?

Mimi

Am Freitagmorgen fanden Mitarbeiter die Eingänge mit einer übelriechenden Flüssigkeit verunreinigt — Buttersäure, wie die Polizei vermutet. Am Nachmittag versammelten sich etwa 50 Menschen zu einer spontanen Mahnwache.

Luke

Das ist eine respektable Zahl für eine spontane Aktion, aber wir sollten nicht übertreiben: 50 Menschen sind nicht die ganze Stadt. Die Solidarität ist da, aber wir wissen nicht, wie breit sie wirklich ist.

Mark

Wie haben die Verantwortlichen reagiert?

Mimi

Der Oberbürgermeister verurteilte es aufs Schärfste, die Grüne Landtagsabgeordnete nannte es feige und abscheulich. Der Leiter des Zentrums sagte, man werde sich nicht einschüchtern lassen.

Luke

Das sind starke Worte, aber auch erwartbar. Was wirklich zählt, ist, ob das Zentrum danach mehr Schutz bekommt oder ob die Finanzierung gesichert wird. Das sehen wir noch nicht.

Mark

Gibt es einen Hinweis auf die Täter?

Mimi

Nicht direkt. Aber es gab am Donnerstagabend eine Podiumsdiskussion über die AfD-Einstufung durch den Verfassungsschutz — nur wenige Stunden vor dem Anschlag.

Luke

Das ist interessant, aber wir müssen vorsichtig sein: Ob es einen Zusammenhang gibt, ist bislang unklar, wie die Quelle sagt. Wir spekulieren nicht.

  • Mitten in der Nacht verteilten Unbekannte Buttersäure an allen drei Eingängen des EL-DE-Hauses — ein gezielter, koordinierter Angriff auf Kölns wichtigste NS-Gedenkstätte.
  • Der beißende Gestank am Freitagmorgen alarmierte Mitarbeiter und Polizei sofort; der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen wegen des möglichen politischen Hintergrunds.
  • Ein brisantes Detail heizt die Spekulationen an: Nur Stunden vor dem Anschlag hatte das Zentrum eine Podiumsdiskussion über die Verfassungsschutz-Einstufung der AfD veranstaltet.
  • Politikerinnen, der Oberbürgermeister und rund 50 Menschen bei einer spontanen Mahnwache reagierten mit Entsetzen und Solidarität — das Zentrum ließ wissen, man werde sich nicht einschüchtern lassen.
  • Das Gebäude bleibt bis einschließlich Montag wegen Reinigungsarbeiten geschlossen; die Ermittlungen laufen, ein Täter ist bislang nicht gefasst.

In der Nacht zum Freitag wurde das NS-Dokumentationszentrum Köln — eine der bedeutendsten Gedenkstätten der Stadt für die Opfer des Nationalsozialismus — mit Buttersäure angegriffen. Unbekannte Täter verunreinigten alle drei Eingänge des historischen EL-DE-Hauses mit der ätzenden Substanz, als wollten sie die Erinnerung selbst vergiften. Der Staatsschutz ermittelt, denn wer einen Ort der Aufklärung angreift, greift nicht nur ein Gebäude an — er greift das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft an.

In der Nacht zum Freitag griffen Unbekannte das NS-Dokumentationszentrum Köln an: An allen drei Eingängen des EL-DE-Hauses am Appellhofplatz verteilten sie Buttersäure — eine ätzende, übelriechende Substanz. Mitarbeiter alarmierten am Morgen die Polizei, die sofort anrückte. Wegen des möglichen politischen Hintergrunds übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen.

Das EL-DE-Haus ist weit mehr als ein Museum. Als Kölns größte Gedenkstätte für NS-Opfer betreibt es Bildungsarbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Der Angriff traf damit eine Institution, die sich täglich der Aufarbeitung dieser Geschichte widmet. Zentrumsleiterin Claudia Wörmann und Leiter Henning Borggräfe zeigten sich betroffen und wütend — und machten deutlich, dass man sich nicht einschüchtern lassen werde.

Die politische Reaktion war unmissverständlich: Oberbürgermeister Torsten Burmester verurteilte die Tat scharf und bezeichnete das Zentrum als Ausdruck des demokratischen Selbstverständnisses der Stadt. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Berîvan Aymaz nannte den Angriff feige und warnte vor dem Erstarken rechtsextremer Kräfte.

Ein Detail gibt zu denken: Am Donnerstagabend, kurz vor dem Anschlag, hatte das Zentrum eine Diskussion über die Verfassungsschutz-Einstufung der AfD veranstaltet. Ob ein Zusammenhang besteht, ist offen. Etwa 50 Menschen versammelten sich am Freitagnachmittag spontan zu einer Mahnwache vor dem Gebäude. Das Zentrum bleibt bis Montag geschlossen und soll am Dienstag wieder öffnen.

In der Nacht zum Freitag wurde das NS-Dokumentationszentrum in Köln angegriffen. Unbekannte verteilten eine übelriechende Flüssigkeit an allen drei Eingängen des Gebäudes am Appellhofplatz. Am Freitagmorgen alarmierten Mitarbeiter die Polizei, die wegen des extremen Gestanks sofort anrückte. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Buttersäure handelt — eine aggressive, ätzende Substanz, die gezielt eingesetzt wurde. Weil der Anschlag einen politischen Hintergrund haben könnte, übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen.

Das NS-Dokumentationszentrum, untergebracht im historischen EL-DE-Haus in der Kölner Innenstadt, ist weit mehr als ein Museum. Es ist Kölns größte Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus und ein Ort intensiver Aufklärungsarbeit. Das Zentrum sammelt Zeugnisse aus der NS-Zeit, veranstaltet Ausstellungen und führt Bildungsprogramme durch, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus richten. Der Angriff traf also nicht irgendein Gebäude, sondern eine Institution, die sich täglich der Aufarbeitung dieser Geschichte widmet.

Claudia Wörmann, Co-Vorsitzende des Fördervereins des Zentrums, reagierte mit Betroffenheit und Wut. Sie beschrieb den Anschlag als einen Angriff auf die Erinnerungskultur selbst und auf die gegenwärtige Arbeit des Zentrums gegen Extremismus. Henning Borggräfe, der Leiter des Zentrums, nannte es einen gezielten Angriff auf die Gedenkstätte und die Erinnerungskultur der Stadt — ließ aber auch wissen, dass man sich davon nicht einschüchtern lassen werde.

Die politische Reaktion war schnell und deutlich. Oberbürgermeister Torsten Burmester verurteilte die Tat aufs Schärfste und betonte, dass das Zentrum nicht nur ein Ort der Forschung und des Gedenkens ist, sondern auch ein Ausdruck des demokratischen Selbstverständnisses Kölns. Berîvan Aymaz, Landtagsabgeordnete der Grünen und Vizepräsidentin des NRW-Landtags, nannte den Angriff feige und abscheulich. Sie warnte vor der wachsenden Kraft von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus und betonte, dass solche Orte gerade deshalb geschützt und gestärkt werden müssen.

Am Freitagnachmittag versammelten sich etwa 50 Menschen spontan vor dem Gebäude zu einer Mahnwache und Kundgebung — ein Zeichen der Solidarität mit der Institution und ihrer Arbeit. Die Polizei und die Stadt teilten mit, dass das Zentrum wegen notwendiger Reinigungsarbeiten bis einschließlich Montag geschlossen bleiben wird. Am Dienstag soll es wieder regulär öffnen.

Ein Detail wirft Fragen auf: Am Donnerstagabend, nur wenige Stunden vor dem Anschlag, hatte das Zentrum eine Podiumsdiskussion über die Einstufung der AfD durch den Verfassungsschutz veranstaltet. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist bislang unklar. Die Ermittlungen laufen.

Es macht mich betroffen, aber auch wütend
— Claudia Wörmann, Co-Vorsitzende des Fördervereins des NS-Dokumentationszentrums
Das NS-DOK ist nicht irgendein Gebäude, sondern der Ort in Köln, an dem wir die Verbrechen des Nationalsozialismus erforschen, sichtbar machen und an die Opfer erinnern
— Oberbürgermeister Torsten Burmester
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