AfD-Politiker tragen Machtkampf als Fechtkampf aus

Wir haben das, was zwischen uns gestanden hätte, klären können
Büschges deutet an, dass das Duell einem tieferen Zweck bei der Beilegung von Differenzen gedient hat.
Mark

Warum fechten zwei Politiker miteinander, wenn sie einen Konflikt haben? Das ist doch nicht normal.

Mimi

Es ist tatsächlich ungewöhnlich, aber beide behaupten, dass es aus einer Bierlaune heraus entstanden ist – während einer aufgeheizten Parteiversammlung im Juli. Sie sagen, es war sportlich gemeint, nach strengen Regeln.

Luke

Aber wir wissen nicht wirklich, was zwischen ihnen gestanden hat. Büschges sagt, sie hätten etwas "geklärt", aber er gibt keine Details preis. War es ein echtes Duell oder eher ein inszeniertes Ritual?

Mark

Und der größere Kontext – dieser Machtkampf im NRW-Verband zwischen Vincentz und Helferich – spielt das eine Rolle?

Mimi

Das ist die Frage. Die Verabredung entstand auf dieser Aufstellungsversammlung, wo die Spannungen am höchsten waren. Es könnte ein Versuch sein, persönliche Differenzen beizulegen, die mit dem größeren Parteikonflikt verflochten sind.

Luke

Aber Büschges betont immer wieder, dass es Privatsache ist und nichts mit der Partei zu tun hat. Das ist schwer zu glauben, wenn es auf einer Parteiversammlung vereinbart wurde.

Mark

Was ist eine Mensur eigentlich genau?

Mimi

Ein ritualisierter Fechtkampf zwischen Mitgliedern von Studentenverbindungen, mit strikten Regeln und Sicherheitsmaßnahmen. Es ist ein altes Ritual, das Ehre und Mut demonstrieren soll.

Luke

Und wir wissen nicht, wie es ausgegangen ist. Büschges weigert sich, über Verletzungen zu sprechen. Das macht die ganze Sache noch rätselhafter.

Mark

Könnte das auch ein Signal an andere in der Partei sein – dass man Konflikte auf diese Weise löst?

Mimi

Das ist möglich. Es könnte eine Art Botschaft sein, aber das ist Spekulation. Was wir wissen, ist, dass zwei Politiker sich in einem Verbindungshaus in Düsseldorf getroffen haben und dass danach beide behaupten, ihre Differenzen geklärt zu haben.

  • Matthias Büschges (Kölner AfD-Ratsherr) und Jeremy Franosch (Düsseldorfer AfD-Politiker) trugen einen geplanten Fechtkampf aus
  • Die Verabredung entstand im Juli während einer Aufstellungsversammlung in Marl
  • Der NRW-AfD-Landesverband ist seit Monaten zwischen dem Landeschef Martin Vincentz und dem "patriotischen Lager" um Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich zerstritten
  • Das Duell fand in einem Verbindungshaus in Düsseldorf statt

Der Kölner AfD-Ratsherr Matthias Büschges und der Düsseldorfer AfD-Politiker Jeremy Franosch trugen einen geplanten Fechtkampf aus. Der NRW-AfD-Landesverband ist seit Monaten in einen Machtkampf zwischen dem gemäßigten Landeschef Vincentz und dem "patriotischen Lager" um Bundestagsabgeordneten Helferich verwickelt.

Zwei AfD-Politiker aus NRW haben sich in Düsseldorf einen Fechtkampf (Mensur) geliefert, um einen internen Konflikt beizulegen. Beide bezeichnen das Duell als Privatsache aus einer "Bierlaune" heraus.

Im Kölner Rathaus sitzt Matthias Büschges als AfD-Ratsherr. In Düsseldorf arbeitet Jeremy Franosch in ähnlicher Position für die gleiche Partei. Anfang Oktober trafen sich die beiden Männer nicht zu einem Gespräch, sondern zu einem Fechtkampf – einer sogenannten Mensur, jenem rituellen Duell, das Studentenverbindungen seit Generationen praktizieren. Büschges bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass das Aufeinandertreffen stattgefunden habe. "Wir haben miteinander gefochten", sagte er schlicht.

Der Hintergrund ist weniger sportlich als politisch. Der Landesverband der AfD in Nordrhein-Westfalen befindet sich seit Monaten in einem Machtkampf, der die Partei spaltet. Auf der einen Seite steht Martin Vincentz, der Landeschef, dem ein gemäßigter Kurs nachgesagt wird. Auf der anderen Seite formiert sich das sogenannte "patriotische Lager" um Matthias Helferich, einen Bundestagsabgeordneten aus Dortmund. Die Fronten verhärteten sich im Juli während einer Aufstellungsversammlung in Marl, auf der die Kandidaten für die Landtagswahl 2027 nominiert werden sollten. Ausgerechnet dort, in dieser politisch aufgeladenen Atmosphäre, sollen Büschges und Franosch ihre Verabredung zum Fechtkampf getroffen haben.

Büschges beschrieb die Entstehung des Duells als Produkt einer "Bierlaune". Man habe sich "ein wenig aufgezogen", sagte er, und daraus sei die Idee entstanden. Doch als die Nachricht öffentlich wurde – zuerst berichtete das Nachrichtenportal t-online darüber – musste Büschges erklären, was da eigentlich geschehen war. Er betonte mehrfach, dass es sich um eine "Privatsache" handle, die mit der Partei nichts zu tun habe. Beide Männer seien Familienväter. "Wir haben es auch wirklich rein sportlich gesehen", versicherte er.

Über den Ausgang des Kampfes machte Büschges keine Angaben. Auch zu möglichen Verletzungen schwieg er. Stattdessen verwies er auf die strengen Regeln, die bei einer Mensur eingehalten werden. "Die Mensur befolgt ganz, ganz strenge Regeln, die auch da eingehalten werden", sagte er. Gleichzeitig deutete er an, dass das Duell einem tieferen Zweck gedient habe: "Wir haben, denke ich, das, was vermeintlich zwischen uns gestanden hätte – wenn man der Berichterstattung glauben würde – klären können."

Das Treffen fand in einem Verbindungshaus in Düsseldorf statt. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur beobachtete am Vormittag mehrere Personen, die das Gebäude betraten. Die Szene wirkt wie aus einer anderen Zeit – zwei Politiker, die ihre Differenzen nicht im Gespräch oder auf der Bühne austragen, sondern mit Florett und Maske, nach Regeln, die aus dem 19. Jahrhundert stammen. Ob das Duell tatsächlich den Konflikt zwischen den beiden Männern beigelegt hat oder ob es nur ein Symptom der tieferen Zerreißproben ist, die den Landesverband spalten, bleibt offen. Büschges jedenfalls bestand darauf, dass das Ganze Privatsache sei – auch wenn es in einem Moment größter innerer Spannung der Partei stattfand.

Wir haben miteinander gefochten
— Matthias Büschges zur Deutschen Presse-Agentur
Aus einer Bierlaune heraus habe man sich ein wenig aufgezogen
— Büschges über die Entstehung der Verabredung
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