Windböe treibt Kreuzfahrtschiff in Bremerhaven auf Containerschiffe – Polizei ermittelt gegen Kapitän

Bei den Sturmschäden starben in Großbritannien zwei Menschen durch umstürzende Bäume, drei Besatzungsmitglieder eines Frachters vor Schiermonnikoog wurden verletzt und eine Autofahrerin in Hamburg gerettet.
Eine Windböe trieb das Kreuzfahrtschiff auf zwei Containerschiffe zu
Beim Auslaufen in Bremerhaven kollidierte die "Mein Schiff 3" mit zwei Containerschiffen an der Stromkaje.
Mark

Eine Windböe, drei beschädigte Schiffe – warum ermittelt die Polizei überhaupt gegen den Kapitän?

Mimi

Sie prüft, ob er gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat. Es ist ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, also kein Strafverfahren.

Luke

Wichtig ist: Worauf sich der Vorwurf bezieht, hat die Polizei nicht gesagt. Ob Wetterbewertung, Manöver oder etwas anderes, ist unbekannt.

Mark

Das Schiff wurde doch von Schleppern begleitet.

Mimi

Ja, und die Böe traf es genau dabei. Das Schiff trieb auf zwei Containerschiffe an der Stromkaje zu.

Luke

Die Ursache Windböe stammt von der Polizei. Eine Bewertung, ob der Unfall vermeidbar war, liegt bisher nicht vor.

Mark

Wie groß ist der Schaden?

Mimi

Die Polizei spricht von einer Millionensumme. Ein Containerschiff wurde leicht, eines erheblich beschädigt, das Kreuzfahrtschiff ebenfalls erheblich.

Luke

Eine genaue Zahl gibt es nicht, das ist eine grobe Schätzung. Positiv: Es gab weder Verletzte noch Wassereinbruch.

Mark

Und für die Gäste?

Mimi

2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder waren an Bord. Die Reise zu den Kanaren fiel aus, das Schiff muss in eine Werft.

  • Eine plötzliche Windböe drückt die Mein Schiff 3 beim Auslaufen in Bremerhaven auf zwei Containerschiffe zu.
  • Drei Schiffe sind beschädigt, darunter ein Tui-Cruises-Schiff mit zerstörten Rettungsbooten und einer beschädigten Brücke.
  • Die Polizei hat ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Kapitän eingeleitet und prüft eine mögliche Verletzung der Sorgfaltspflicht.
  • Alle drei Schiffe liegen fest, die Kanarenreise mit 2.428 Gästen ist gestrichen und Werftreparaturen stehen an.

Am späten Sonntagabend, als Sturmtief Manja über den Norden zog, verlor die Mein Schiff 3 beim Auslaufen aus Bremerhaven für einen Moment die Kontrolle über ihre Bewegung: Eine Böe trieb das Kreuzfahrtschiff gegen zwei Containerschiffe am Terminal Stromkaje. Wie so oft zeigt sich hier, wie fein die Linie zwischen menschlicher Planung und den Launen der Natur verläuft, und die Frage, wer dafür geradestehen muss, ist nun Sache der Behörden. Während Schäden in Millionenhöhe und eine abgesagte Reise die Gegenwart prägen, bleibt offen, worin genau das Versäumnis liegen soll.

Am späten Sonntagabend legte die Mein Schiff 3 in Bremerhaven ab, begleitet von Schleppern. Dann erfasste eine Windböe das Kreuzfahrtschiff und drückte es auf zwei Containerschiffe am Terminal Stromkaje zu. Drei Schiffe wurden beschädigt, niemand verletzt, doch der Schaden geht in die Millionen.

Nun ermittelt die Polizei gegen den Kapitän. Es wird geprüft, ob er seine Sorgfaltspflicht verletzt hat, worauf sich dieser Verdacht genau bezieht, ist bislang offen. Die Mein Schiff 3 kehrte zum Kreuzfahrtterminal zurück, alle drei Schiffe dürfen vorerst nicht auslaufen. An Bord waren 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder, die Reise zu den Kanaren fällt aus.

Hintergrund ist das Sturmtief Manja, das über den Norden zog. Auf Norderney stieg der Pegel auf 8,20 Meter, vor Schiermonnikoog fiel ein Frachter zeitweise aus, drei Besatzungsmitglieder wurden verletzt. In Hamburg rettete die Feuerwehr eine Autofahrerin aus einer überfluteten Unterführung. In Großbritannien kamen zwei Menschen durch umstürzende Bäume ums Leben.

Was aus dem Verfahren gegen den Kapitän wird und wie lange die Reparaturen dauern, muss sich erst noch zeigen.

Am späten Sonntagabend legte die "Mein Schiff 3" in Bremerhaven ab, unterstützt von Schleppern. Dann erfasste eine Windböe das Kreuzfahrtschiff und trieb es auf zwei Containerschiffe zu, die am Containerterminal Stromkaje lagen. Beim Zusammenstoß wurden insgesamt drei Schiffe beschädigt.

Nun ermittelt die Polizei gegen den Kapitän. Eine Sprecherin teilte mit, es sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden. Geprüft werde, ob er gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen habe. Worauf sich der mögliche Verstoß genau bezieht, sagte die Polizei bislang nicht.

Den Sachschaden beziffert die Polizei auf eine Millionensumme. Das kleinere der beiden Containerschiffe wurde leicht beschädigt, das größere erheblich. Auch das Schiff des Reiseveranstalters Tui Cruises trug erhebliche Schäden davon: Auf Bildern sind beschädigte Rettungsboote und Schäden an der Brücke zu erkennen. Wasser drang nach Angaben der Polizei bei keinem der Schiffe ein, Verletzte gab es nicht. Die "Mein Schiff 3" fuhr danach zurück zum Kreuzfahrtterminal. Alle drei Schiffe dürfen vorerst nicht auslaufen.

An Bord waren zum Unfallzeitpunkt laut einer Sprecherin 2.428 Gäste und 922 Crewmitglieder. Die Reise zu den Kanaren, die am Abend beginnen sollte, wurde abgesagt. Tui Cruises erklärte, die festgestellten Schäden machten kurzfristige Reparaturarbeiten in einer Werft erforderlich.

Hintergrund ist das Sturmtief "Manja", das in der Nacht vor allem über den Norden Deutschlands zog. Auf Norderney richtete eine Sturmflut Schaden an: Der Pegel stieg auf 8,20 Meter, rund 1,75 Meter über das normale Hochwasser. Vor der niederländischen Insel Schiermonnikoog wurde am Abend ein Schwerlastfrachter einer deutschen Reederei zeitweise manövrierunfähig. Drei der 25 Besatzungsmitglieder wurden laut der Nachrichtenagentur ANP verletzt; zunächst war von fünf Verletzten die Rede gewesen.

In Hamburg wurde der Altonaer Fischmarkt wie erwartet überschwemmt. In der Hafencity blieb eine Autofahrerin in einer überfluteten Unterführung stecken: Ihr Wagen schwamm auf und trieb ab, die Feuerwehr rettete sie. Auch in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Cuxhaven standen Parkplätze unter Wasser. Die Polizeileitstellen im Norden meldeten insgesamt nur wenige größere Einsätze.

In Großbritannien starben zwei Menschen: Ein Mann in London kam ums Leben, als ein Baum auf sein Auto stürzte, ein 60-Jähriger in der Region Dumfries und Galloway durch einen umstürzenden Baum. Zwei Frauen wurden in Schottland verletzt ins Krankenhaus gebracht. Überschwemmungen, gesperrte Straßen, Zugausfälle und gestrichene Flüge folgten; zehntausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom. In Frankreich traf es knapp 60.000 Haushalte. Am Flughafen Schiphol gab es erhebliche Beeinträchtigungen, in Skandinavien stellten viele Fähren zeitweise den Betrieb ein.

Offen bleibt, worauf sich der Vorwurf gegen den Kapitän stützt. Auch die Ergebnisse der Ermittlungen und die Dauer der Reparaturen müssen abgewartet werden.

Es wird geprüft, ob er gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat.
— Polizeisprecherin
Die festgestellten Schäden machen kurzfristige Reparaturarbeiten in einer Werft erforderlich.
— Tui Cruises
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