Bundestag erhöht Tabaksteuer deutlich – Zigaretten werden bis 2030 um fast vier Euro teurer

Im Jahr 2023 starben etwa 131.000 Menschen in Deutschland an Folgen tabakbedingter Erkrankungen.
Zwölf Milliarden Euro in vier Jahren – wenn die Raucher nicht einfach woanders kaufen
Der Bund hofft auf massive Steuereinnahmen, doch die Tabakbranche warnt vor Ausweicheffekten zum Schwarzmarkt.
Mark

Warum braucht der Bund ausgerechnet jetzt eine so massive Steuererhöhung auf Tabak?

Mimi

Der Bund hat zwei Gründe genannt: Er braucht Geld für den Haushalt – zwölf Milliarden Euro in vier Jahren – und er will Raucher abschrecken. Beides ist legitim, aber sie zielen in unterschiedliche Richtungen.

Luke

Moment – wenn der Bund wirklich Raucher abschrecken will, dann hofft er, dass weniger Menschen rauchen, also weniger Steuern zahlen. Aber er plant mit zwölf Milliarden Euro zusätzlichen Einnahmen. Das ist ein Widerspruch.

Mimi

Das ist tatsächlich das Kernproblem. Die Regierung sagt, die höheren Preise sollen Menschen zum Rauchstopp bewegen. Aber die Steuerprognose geht davon aus, dass genug Menschen weiterrauchen, um diese Summe zu bringen.

Mark

Und was sagt die Tabakbranche dazu?

Mimi

Sie bezweifelt die Zahlen. Sie befürchtet, dass Raucher auf den Schwarzmarkt ausweichen, wenn die Preise zu hoch werden. Dann verdienen legale Händler weniger, und der Staat bekommt auch weniger.

Luke

Das ist eine empirische Frage, nicht ideologisch. Wie elastisch ist die Nachfrage nach Zigaretten wirklich? Wir wissen, dass Preiserhöhungen wirken – aber um wie viel sinkt die Nachfrage tatsächlich?

Mark

Und die Gesundheitsseite – 131.000 Todesfälle im Jahr 2023. Das ist eine enorme Zahl.

Mimi

Ja, und Gesundheitsexperten sagen, dass höhere Preise ein wirksames Mittel sind, um diese Zahl zu senken. Besonders junge Menschen und Menschen mit niedrigerem Einkommen reagieren empfindlich auf Preiserhöhungen.

Luke

Das stimmt wahrscheinlich. Aber die Frage ist: Wie viele Menschen hören wirklich auf, und wie viele zahlen einfach mehr? Für ärmere Raucher könnte das eine echte Belastung sein.

Mark

Also ein Gesetz, das gleichzeitig Geld bringen und Leben retten soll – aber möglicherweise nur eines von beiden erreicht?

Mimi

Genau. Und wir werden erst in ein paar Jahren sehen, welcher Effekt überwiegt.

  • 131.000 Todesfälle durch tabakbedingte Erkrankungen allein im Jahr 2023 verleihen dem Beschluss eine moralische Dringlichkeit, die über bloße Haushaltspolitik hinausgeht.
  • Die Koalitionsfraktionen stimmten geschlossen für die Gesetzesänderung, doch die Tabakbranche warnt lautstark vor einem Ausweichen der Raucher in den Schwarzmarkt.
  • Der Bund kalkuliert mit zwölf Milliarden Euro Mehreinnahmen in vier Jahren – eine Prognose, die Branchenvertreter als unrealistisch anfechten.
  • Der Bundesrat muss noch zustimmen, doch Widerstand ist kaum zu erwarten; die Steuererhöhung gilt als so gut wie beschlossene Sache.
  • Gesundheitsexperten sehen in steigenden Preisen ein bewährtes Mittel gegen den Tabakkonsum, besonders bei Jüngeren und einkommensschwächeren Rauchern.

In einer späten Abstimmung hat der Bundestag eine der bedeutendsten Tabaksteuererhöhungen der jüngeren deutschen Geschichte verabschiedet – ein Gesetz, das Millionen Raucher finanziell spüren werden und zugleich die alte Spannung zwischen Staatseinnahmen und Volksgesundheit neu belebt. Bis 2030 soll eine Schachtel Zigaretten knapp zwölf Euro kosten, fast vier Euro mehr als heute. Hinter der nüchternen Zahl verbirgt sich eine tiefere Frage: ob der Preis allein den Menschen vom Rauchen abbringen kann – oder ob er nur den Staat reicher macht.

Am späten Donnerstagabend hat der Bundestag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen eine weitreichende Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Bis 2030 soll der Durchschnittspreis für eine Schachtel Zigaretten um fast vier Euro auf knapp zwölf Euro steigen. Auch Tabak zum Selbstdrehen wird erheblich teurer. Für die rund 19 Prozent der Deutschen ab 15 Jahren, die laut Mikrozensus 2025 rauchen, bedeutet das spürbar höhere Ausgaben im Alltag.

Die Bundesregierung stützt die Maßnahme auf zwei Säulen: Haushaltskonsolidierung und Gesundheitsschutz. Innerhalb von vier Jahren erhofft sich der Bund rund zwölf Milliarden Euro an Mehreinnahmen. Die Tabakbranche zweifelt an dieser Rechnung und warnt, zu hohe Preise könnten Raucher in den Schwarzmarkt treiben – mit entsprechenden Einbußen für den legalen Handel. Gesundheitsexperten hingegen verweisen auf internationale Studien, die belegen, dass Preiserhöhungen die Nachfrage tatsächlich senken, vor allem bei jüngeren und einkommensschwächeren Menschen. Das Deutsche Krebsforschungszentrum beziffert die tabakbedingten Todesfälle in Deutschland für 2023 auf etwa 131.000.

Das Gesetz ist noch nicht endgültig in Kraft. Der Bundesrat muss am Freitag zustimmen. Widerstand aus den Ländern zeichnet sich bislang nicht ab, sodass Beobachter mit einer Billigung rechnen. Damit würde eine der größten Tabaksteuererhöhungen der jüngeren deutschen Geschichte wirksam – mit unmittelbaren Folgen für jeden Raucher an der Ladentheke.

Der Bundestag hat am späten Donnerstagabend eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen verabschiedete das Parlament eine Gesetzesänderung, die den Alltag von Millionen Rauchern in Deutschland verändern wird. Bis zum Jahr 2030 soll sich der Durchschnittspreis für eine Schachtel mit 20 Zigaretten um fast vier Euro erhöhen und damit auf knapp zwölf Euro klettern. Auch Feinschnitt, also Tabak zum Selbstdrehen, wird erheblich teurer. Die Steuereinnahmen aus Tabak sind für den Bund eine bedeutende Einnahmequelle – in der Vergangenheit wurden solche Erhöhungen regelmäßig genutzt, um Haushaltslöcher zu stopfen, nicht nur im Gesundheitsbereich.

Die Dimensionen des Phänomens sind erheblich. Nach dem Mikrozensus 2025 rauchen 19 Prozent der Menschen ab 15 Jahren in Deutschland. Das sind Millionen Menschen, deren Ausgaben für Zigaretten sich in den kommenden Jahren spürbar erhöhen werden. Der Bund rechnet damit, dass die Steuererhöhung innerhalb von vier Jahren zusätzliche Einnahmen von etwa zwölf Milliarden Euro bringt. Diese Rechnung ist allerdings umstritten. Die Tabakbranche äußert Zweifel an diesen Prognosen und warnt vor einem Ausweicheffekt: Wenn Zigaretten zu teuer werden, befürchten Hersteller und Händler, dass Raucher verstärkt zum Schwarzmarkt greifen und legale Verkäufer damit Umsatzeinbußen erleiden.

Die Bundesregierung begründet die Steuererhöhung mit zwei Argumenten: Haushaltskonsolidierung und Gesundheitsschutz. Das zweite Argument wiegt schwer. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum starben im Jahr 2023 etwa 131.000 Menschen in Deutschland an den Folgen tabakbedingter Erkrankungen. Gesundheitsexperten sehen in höheren Preisen ein bewährtes Instrument, um Raucher zum Rauchstopp zu bewegen. Internationale Studien deuten darauf hin, dass Preiserhöhungen tatsächlich die Nachfrage senken, besonders bei jüngeren und einkommensschwächeren Rauchern.

Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Am Freitag muss der Bundesrat über die Novelle entscheiden. Die Länderkammer hat die Möglichkeit, Einspruch einzulegen, doch bisher deutet sich Widerstand nicht an. Beobachter rechnen damit, dass der Bundesrat das Vorhaben billigt und die Steueranhebung damit endgültig beschlossene Sache wird. Damit würde eine der größten Tabaksteuererhöhungen der jüngeren deutschen Geschichte in Kraft treten – mit unmittelbaren Folgen für jeden Raucher an der Ladentheke.

Gesundheitsexperten halten höhere Preise für eine effektive Maßnahme, um Raucher zum Rauchstopp zu bewegen
— Gesundheitsexperten
Die Tabakbranche befürchtet, dass Raucher auf den Schwarzmarkt ausweichen und legale Händler Einbußen erleiden
— Tabakbranche
Vuoi la storia completa? Leggi l'originale su tagesschau ↗
Contattaci Domande frequenti