ASML: Europas wertvollster Konzern treibt KI-Boom an

Nachfrage übersteigt das Angebot so deutlich, dass ASML nicht liefern kann
ASML-Chef Fouquet offenbarte, dass Kunden bereits Bestellungen für 2029 und 2030 aufgeben wollen.
Mark

Warum ist ASML eigentlich so wichtig für den KI-Boom? Es ist doch nur ein Maschinenbauer.

Mimi

ASML ist nicht irgendein Maschinenbauer. Das Unternehmen stellt die einzigen Maschinen der Welt her, mit denen man die fortschrittlichsten Chips fertigen kann – die Chips, die KI-Modelle trainieren. Ohne ASML keine modernen KI-Chips.

Luke

Aber ist das wirklich ein Monopol? Gibt es keine Konkurrenz?

Mimi

Weltweit nicht. ASML ist der einzige Hersteller dieser hochentwickelten Lithografiemaschinen. Das ist eine extrem starke Position.

Mark

Die Zahlen sind beeindruckend – fünf Milliarden Euro Gewinn in einem Quartal. Kann das ewig so weitergehen?

Mimi

Das ist die Frage, die auch Investoren stellen. ASML selbst sagt, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt und Kunden bereits für 2029 und 2030 bestellen wollen.

Luke

Aber Fouquet sagt auch, dass sie die Kapazität erhöhen müssen. Das bedeutet, dass sie nicht unbegrenzt liefern können – und dass es Grenzen gibt.

Mark

Was ist das größte Risiko für ASML?

Mimi

Die Frage, ob sich die Investitionen der Kunden überhaupt rentieren. Wenn die KI-Euphorie nachlässt, könnte die Nachfrage einbrechen.

Luke

Und die Zinsen. ASML-Experte Weyerer hat erwähnt, dass hohe Schulden und steigende Zinsen ein Risiko für den Investitionszyklus sind.

Mark

Also: starke Zahlen jetzt, aber Unsicherheit über die Zukunft?

Mimi

Genau. ASML profitiert massiv vom KI-Boom, aber niemand weiß, wie lange dieser Boom anhält.

  • Die Nachfrage nach ASMLs Maschinen übersteigt das Angebot so drastisch, dass selbst ein massiver Kapazitätsausbau bis 2028 nicht ausreicht – Kunden buchen bereits für 2029 und 2030.
  • Der Gewinn verdoppelte sich binnen eines Quartals auf knapp fünf Milliarden Euro, ein Signal, das Investoren und Märkte gleichermaßen aufhorchen lässt.
  • Als weltweiter Monopolist bei fortschrittlichen Lithografiemaschinen sitzt ASML an einem strategischen Nadelöhr: Ohne diese Anlagen gibt es keine modernen Chips, ohne moderne Chips keine KI.
  • Trotz des Höhenflugs wächst unter Investoren die Frage, ob die milliardenschweren KI-Investitionen der Chipindustrie sich jemals rentieren werden – Abverkäufe bei Chip-Aktien zeigen, dass die Euphorie brüchig ist.
  • Der DAX kletterte über 25.400 Punkte im Sog der ASML-Zahlen, doch der Markt insgesamt verharrt in Abwartehaltung angesichts hoher Ölpreise und drohender Zinsrisiken.

In einer Welt, die nach immer leistungsfähigeren Chips hungert, hat sich ein niederländisches Unternehmen still und unaufhaltsam zur unverzichtbaren Schaltstelle der globalen KI-Infrastruktur gemacht. ASML, der einzige Hersteller hochentwickelter Lithografiemaschinen weltweit, verzeichnet Rekordgewinne von knapp fünf Milliarden Euro in einem einzigen Quartal und überholt damit alle europäischen Mitbewerber an der Börse. Der KI-Boom ist kein abstraktes Phänomen mehr – er hat eine Adresse, und die liegt in Veldhoven.

Das niederländische Unternehmen ASML hat sich zur zentralen Drehscheibe der globalen KI-Infrastruktur entwickelt. Wer moderne Chips fertigen will – ob Samsung, Apple oder Nvidia – kommt an ASMLs Lithografiemaschinen nicht vorbei. Diese Monopolstellung trägt das Unternehmen nun an die Spitze der europäischen Börsenwerte.

Die jüngsten Quartalszahlen belegen die Wucht dieser Position eindrücklich: Der Umsatz stieg auf knapp 11,7 Milliarden Euro, der Gewinn verdoppelte sich gegenüber dem Vorquartal auf knapp fünf Milliarden Euro, und die Bruttomarge verbesserte sich auf 57,5 Prozent. Bestellungen bei ASML gelten als Frühindikator für die Investitionsbereitschaft der gesamten Chipbranche – und die Signale sind eindeutig.

Doch das Wachstum bringt ein ungewöhnliches Problem mit sich: ASML-Chef Christophe Fouquet räumte ein, dass die Nachfrage das geplante Angebot für 2027 und 2028 bereits übersteigt. Das Unternehmen prüft, die Kapazitäten über die angekündigten 30 Prozent hinaus auszubauen. Manche Kunden wollen schon jetzt für 2029 und 2030 bestellen.

Die Märkte reagierten positiv: Die ASML-Aktie legte rund drei Prozent zu, der DAX überschritt die Marke von 25.400 Punkten, und auch Infineon profitierte im Sog der Zahlen. Dennoch bleibt eine grundlegende Frage offen: Ob sich die enormen KI-Investitionen der Chipindustrie langfristig rechnen, ist ungewiss. Experten wie Marcus Weyerer von Franklin Templeton sehen die Fundamentaldaten als stark, warnen aber vor Zinsrisiken. Am Markt überwiegt vorerst die Abwartehaltung.

Das niederländische Unternehmen ASML hat sich in wenigen Jahren zur Drehscheibe der globalen Künstlichen Intelligenz entwickelt. Wer einen modernen Chip braucht – ob Samsung ihn fertigt, Apple ihn bestellt oder Nvidia ihn für seine KI-Systeme einsetzt – kommt an ASML nicht vorbei. Das Unternehmen baut die Maschinen, die all diese Halbleiter überhaupt erst möglich machen. Und während der KI-Boom die Börsen durcheinander wirbelt, schwimmt ASML auf einer Erfolgswelle, die das Unternehmen zur wertvollsten Gesellschaft Europas gemacht hat.

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen die Wucht dieser Position. Der Umsatz kletterte von 9,3 Milliarden Euro im Vorquartal auf knapp 11,7 Milliarden Euro – genau das, was Analysten erwartet hatten. Beeindruckender ist das Gewinnwachstum: ASML verdiente knapp fünf Milliarden Euro, fast doppelt so viel wie die fast drei Milliarden Euro des Vorquartals. Die Bruttomarge verbesserte sich um 3,5 Prozentpunkte auf 57,5 Prozent. Das ist nicht nur ein gutes Quartal; es ist ein Gewinnsprung, der zeigt, wie sehr die Welt gerade nach dem hungert, was ASML macht.

Das Besondere an ASML ist die Monopolstellung. Weltweit gibt es kein anderes Unternehmen, das hochentwickelte Lithografiemaschinen zur Fertigung fortschrittlicher Chips herstellt – jene Maschinen, die für das Training von KI-Modellen notwendig sind. Das macht ASML zum Gatekeeper der KI-Infrastruktur. Zwischen der Bestellung und der Auslieferung dieser hochmodernen Anlagen liegen mehr als ein Jahr. Das bedeutet: Die Bestellungen bei ASML sind ein Frühindikator dafür, wie sehr Chiphersteller wie TSMC, Samsung oder Intel in die Zukunft investieren. Und gerade das macht die Quartalszahlen so aussagekräftig.

Doch es gibt ein Luxusproblem, das ASML-Chef Christophe Fouquet in dieser Woche offenbarte. Die Nachfrage übersteigt das Angebot so deutlich, dass das Unternehmen nicht liefern kann, was seine Kunden wollen. "Angesichts einer Dynamik im Auftragseingang, die im laufenden Jahr von Quartal zu Quartal zunimmt, gehen wir nun davon aus, dass unser derzeit für 2027 und 2028 geplantes Angebot die Nachfrage unserer Kunden nicht vollständig decken wird", sagte Fouquet. Das Unternehmen prüft nun, die Kapazität für 2028 über die bereits kommunizierten 30 Prozent hinaus zu erhöhen. Einige Kunden wollen bereits Bestellungen für 2029 und 2030 aufgeben – zwei Jahre in die Zukunft.

Diese Aussagen treffen bei Investoren auf fruchtbaren Boden. Die ASML-Aktie stieg um rund drei Prozent. Mit einem Börsenwert von über 600 Milliarden Euro ist ASML nun das wertvollste europäische Unternehmen und im EuroStoxx 50 vertreten. Der DAX folgte dieser Dynamik und kletterte über die Marke von 25.400 Zählern, mit einem Tageshoch bei 25.440 Punkten. Auch Infineon, der deutsche Chiphersteller, legte im Sog der ASML-Zahlen um mehr als ein Prozent zu.

Doch nicht alle Beobachter sind ungetrübt optimistisch. Investoren stellen sich wiederholt die Frage, ob dieser scheinbar endlose KI-Boom wirklich so weitergehen kann. Noch wichtiger: Werden sich die schwindelerregenden Investitionen der Kunden überhaupt rentieren? Diese Sorgen führen immer wieder zu Abverkäufen bei Chip-Aktien, wie erst in dieser Woche zu sehen war. Marcus Weyerer von Franklin Templeton Investments sieht das anders. Die Fundamentaldaten sprächen eine starke Sprache, meint er. Aktuell sehe man kein Ende des laufenden Investitionszyklus – trotz der hohen Schulden, die die Chipindustrie angehäuft hat. Allerdings könnte die aktuelle Zinsentwicklung ein Risiko für diesen Zyklus darstellen.

Am Markt selbst herrscht derzeit Abwartehaltung. Die Berichtssaison in den USA ist gerade erst angelaufen, die Ölpreise bleiben hoch, und die Sorge vor weiteren Zinssteigerungen lastet auf den Märkten. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners beschreibt es als einen "Abwarte-Markt", in dem sich kaum jemand in großem Stil positionieren will. ASML hat gezeigt, dass die KI-Infrastruktur boomt. Ob dieser Boom haltbar ist, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

Angesichts einer Dynamik im Auftragseingang, die im laufenden Jahr von Quartal zu Quartal zunimmt, gehen wir nun davon aus, dass unser derzeit für 2027 und 2028 geplantes Angebot die Nachfrage unserer Kunden nicht vollständig decken wird
— Christophe Fouquet, ASML-Chef
Aktuell sehe man kein Ende des laufenden Investitionszyklus
— Marcus Weyerer, Franklin Templeton Investments
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