Zidane betont, dass der Kopfstoß Teil seiner Karriere gehört, bereut ihn aber nicht und konzentriert sich lieber auf positive Momente. Der Kopfstoß führte zu Zidanes Platzverweis, Frankreichs Niederlage im Elfmeterschießen und Italiens Weltmeistertitel 2006 in Berlin.
Zidane bereut seinen Kopfstoß nicht – trotz WM-Finale-Debakel
Ich glaube, wir alle befinden uns auf einem Lebensweg, auf dem wir Dinge tun, die nicht gerade toll sind
Warum ist es wichtig, dass Zidane sich jetzt zu diesem Moment äußert? Das ist doch zwanzig Jahre her.
Weil er gerade Trainer von Frankreich ist und ausgerechnet gegen Italien antreten wird. Die Geschichte wird wieder lebendig, und die Frage ist unvermeidlich. Seine Antwort zeigt, wie er damit umgeht – nicht mit Reue, sondern mit einer Art Akzeptanz.
Aber wir sollten vorsichtig sein: Er sagt, er bereut es nicht, aber er sagt auch, er sei nicht stolz darauf. Das ist eine subtile Unterscheidung. Bereut er es wirklich nicht, oder hat er sich einfach damit abgefunden?
Und was ist mit Materazzi? Der Text sagt, Materazzi habe Zidanes Schwester beleidigt. Ist das bestätigt oder nur Materazzis Aussage?
Das ist eine gute Frage. Der Text sagt "Jahre nach dem WM-Finale sagte Materazzi", also ist das Materazzis Version der Ereignisse. Wir wissen nicht, ob es wirklich so war oder ob das nur seine Erklärung ist.
Aber es erklärt zumindest, warum Zidane so reagiert hat. Es war nicht einfach eine Explosion ohne Grund – es gab einen Auslöser, auch wenn wir die genauen Worte nicht kennen.
Also ist das Spiel am Freitag mehr als nur ein Fußballspiel?
Ja und nein. Sportlich ist es ein normales Qualifikationsspiel. Aber emotional und historisch trägt es diesen Ballast mit sich. Zidane muss damit umgehen, dass die Geschichte wieder präsent wird.
Und wir sollten nicht vergessen: Zidane hat seitdem viel erreicht. Die Champions-League-Titel mit Real Madrid sind real. Seine Karriere ist nicht auf diesen einen Moment reduziert, auch wenn dieser Moment ikonisch ist.
O Pulso
- WM-Finale 2006 in Berlin: Frankreich gegen Italien, 1:1 nach Verlängerung
- Zidane erhielt Rot wegen Kopfstoß gegen Materazzi, Frankreich verlor im Elfmeterschießen
- Zidane ist nun Trainer der französischen Nationalmannschaft und trifft zum Heimdebüt auf Italien
- Materazzi sagte später, er habe Zidanes Schwester beleidigt, bevor der Kopfstoß erfolgte
Zidane betont, dass der Kopfstoß Teil seiner Karriere gehört, bereut ihn aber nicht und konzentriert sich lieber auf positive Momente. Der Kopfstoß führte zu Zidanes Platzverweis, Frankreichs Niederlage im Elfmeterschießen und Italiens Weltmeistertitel 2006 in Berlin.
Zinédine Zidane äußert sich zu seinem berüchtigten Kopfstoß gegen Marco Materazzi im WM-Finale 2006. Der französische Nationaltrainer bereut die Aktion nicht, obwohl er nicht stolz darauf ist.
Das Weltmeisterschaftsfinale von 2006 in Berlin ist längst Geschichte, aber die Szene, die es definierte, lebt weiter. Zinédine Zidane, Frankreichs Kapitän und einer der größten Spieler seiner Zeit, stand in der Verlängerung eines ausgeglichenen Spiels gegen Italien – der Stand war 1:1, und es ging um alles. Dann, in einem Moment, der sich in das kollektive Gedächtnis des Fußballs einbrannte, verlor Zidane die Kontrolle. Sein kahler Kopf traf die Brust von Marco Materazzi mit solcher Wucht, dass der italienische Verteidiger zu Boden ging. Der Schiedsrichter zeigte Rot. Zidane verließ den Platz. Frankreich verlor das Elfmeterschießen. Italien wurde Weltmeister. Zidanes aktive Karriere endete nicht mit einem Triumph, sondern mit einer Ausweisung.
Zwanzig Jahre später sitzt Zidane wieder auf der Bank – nicht als Spieler, sondern als Trainer der französischen Nationalmannschaft. Am Freitag steht sein Heimdebüt an, und sein Gegner ist ausgerechnet Italien. Die Ironie war zu offensichtlich, um sie zu übersehen. Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel kam die Frage, die kommen musste: Was denkt er heute über den Kopfstoß?
Zidane antwortete mit einer Mischung aus Ehrlichkeit und Distanz. Stolz sei er nicht auf diese Aktion, sagte er. Aber bereuen? Nein. Der Kopfstoß gehöre zu seiner Karriere dazu, zu dem Menschen, der er war und ist. "Ich glaube, wir alle befinden uns auf einem Lebensweg, auf dem wir Dinge tun, die nicht gerade toll sind", erklärte er. "Zum Glück habe ich nicht nur das gemacht und es gibt noch andere, schönere Momente. Deshalb denke ich eher an die positiven Momente."
Es ist eine Antwort, die Größe ausstrahlt – oder zumindest den Versuch, sie auszustrahlen. Und tatsächlich hat Zidane das Recht, sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Als Spieler gewann er 1998 die Weltmeisterschaft, 2000 die Europameisterschaft. Als Trainer holte er mit Real Madrid dreimal die Champions League. Die Liste seiner Erfolge ist lang und beeindruckend. Ein einzelner Moment, so dramatisch er auch war, kann diese Bilanz nicht auslöschen.
Doch es gibt eine Lücke in dieser Geschichte der Versöhnung mit der Vergangenheit. Mit Materazzi hat Zidane seit jenem Tag nicht mehr gesprochen. Jahre später enthüllte der Italiener, dass er Zidanes Schwester beleidigt hatte – was den Kopfstoß, wenn nicht rechtfertigt, so doch in einen anderen Kontext stellt. Materazzi selbst ist längst aus dem großen Fußball verschwunden. Seine letzte Trainertätigkeit war 2017 in Indien. Aber sein Name bleibt untrennbar mit diesem Finale verbunden, mit diesem Moment, der einen Weltmeister zu Fall brachte.
Nun treffen die beiden Länder wieder aufeinander, und Zidane wird von der Seitenlinie aus zusehen. Es ist ein Spiel wie jedes andere – und doch nicht. Die Geschichte sitzt mit auf der Bank.
Citações Notáveis
Ich glaube, wir alle befinden uns auf einem Lebensweg, auf dem wir Dinge tun, die nicht gerade toll sind. Zum Glück habe ich nicht nur das gemacht und es gibt noch andere, schönere Momente.— Zinédine Zidane auf der Pressekonferenz