VW-Rückruf weitet sich aus, Missbrauchsskandal an Cornell, Terrorrazzia in NRW

An der Cornell-Universität sollen mehrere Studenten eine Kommilitonin mit Drogen betäubt und sexuell missbraucht haben; das Opfer reichte zwei Jahre später Klage ein.
Die Räder schlagen nicht mehr ein, man sitzt im Wagen und dreht am Lenkrad.
Das Horrorszenario, das Volkswagen mit dem Rückruf von 1,7 Millionen Škoda-Fahrzeugen verhindern will.
Mark

Warum ist diese Schraube eigentlich so ein großes Problem? Es gibt doch eine zweite Schraube, die das Lenkgetriebe hält.

Mimi

Das ist der Punkt – die zweite Schraube ist nicht betroffen. Aber VW kann nicht einfach sagen, dass eine von zwei Befestigungen reicht. Das Bauteil ist als sicherheitsrelevant eingestuft, also muss jedes Auto in die Werkstatt.

Luke

Aber sind denn überhaupt Fälle bekannt, in denen die Schraube abgerissen ist? Der Text sagt nein.

Mimi

Nein, es sind keine bekannten Fälle. Aber das heißt nicht, dass es nicht passieren kann. Die Schraube hat mangelnden Rostschutz, und Rost schwächt Metall.

Luke

Verstanden. Aber dann ist die Frage: Wie groß ist das Risiko wirklich? Der Text sagt, die Schraube hält rechnerisch einer Kraft von neun Tonnen stand. Das klingt nicht nach einem unmittelbaren Sicherheitsrisiko.

Mark

Und warum kann VW nicht einfach alle Autos auf einmal reparieren?

Mimi

Weil es nicht genug Ersatzteile gibt. VW hat eine bessere Schraube entwickelt, aber die Produktion läuft erst an. Also bauen sie zunächst die alten Schrauben wieder ein.

Luke

Das ist absurd. Das bedeutet, dass Millionen Autos zweimal in die Werkstatt müssen.

Mark

Und bei Cornell – warum hat die Universität den Fall nicht ernst genommen?

Mimi

Das ist unklar. Es gab eine interne Untersuchung, aber keine Anklage der Behörden. Vielleicht war die Beweislage schwach, vielleicht gab es andere Gründe. Das Opfer musste zwei Jahre warten, bis es selbst Klage einreichte.

Luke

Und jetzt ermittelt eine neue Staatsanwältin. Das könnte bedeuten, dass die erste Staatsanwältin den Fall nicht richtig verfolgt hat – oder dass neue Beweise aufgetaucht sind.

Mark

Was ist mit den drei Männern in NRW – wie konkret waren ihre Pläne?

Mimi

Der Text sagt, dass der Verfassungsschutz von Anschlagsgedanken und Planungen erfuhr. Aber es werden keine Details genannt.

Luke

Das ist wichtig. Es ist ein großer Unterschied zwischen jemandem, der radikalisiert ist und über Anschläge spricht, und jemandem, der konkrete Pläne hat. Der Text lässt das offen.

  • 1,7 Millionen Škoda-Fahrzeuge weltweit betroffen
  • Mangelnder Rostschutz an Lenkgetriebe-Befestigungsschraube N10552402
  • Missbrauchsskandal an Cornell-Universität von 2022, neu aufgerollt 2024
  • Drei Terrorverdächtige in NRW festgenommen, Verfassungsschutz überwachte sie seit Jahresbeginn
  • Letitia James ersetzt Staatsanwalt in Cornell-Fall

VW-Tochter Škoda muss 1,7 Millionen Fahrzeuge weltweit wegen mangelnden Rostschutzes an Lenkgetriebe-Befestigungen zurückrufen. An der Cornell-Universität in New York wird ein mutmaßlicher Gruppenvergewaltigungsfall von 2022 neu aufgerollt, nachdem das Opfer Klage eingereicht hat.

Volkswagen ruft 1,7 Millionen Škoda-Fahrzeuge wegen fehlerhafter Lenkgetriebe-Schrauben zurück. An der US-Elite-Universität Cornell wird ein Missbrauchsskandal neu untersucht, und in NRW werden drei Terrorverdächtige festgenommen.

An diesem Freitagabend zeigen sich drei Geschichten, die Deutschland und die Welt beschäftigen – eine über Technik, die versagt, eine über Macht, die missbraucht wird, und eine über Gefahr, die rechtzeitig erkannt wurde.

Die erste Geschichte beginnt mit einer Schraube. Volkswagens Tochtermarke Škoda muss weltweit 1,7 Millionen Fahrzeuge in die Werkstatt holen. Das Problem sitzt am Lenkgetriebe, genauer gesagt an einer der beiden Befestigungsschrauben, die das Lenkgetriebe mit dem Achsträger verbinden. Der Rostschutz ist mangelhaft. Im schlimmsten Fall reißt die Schraube ab – und dann dreht der Fahrer am Lenkrad, während die Räder nicht mehr reagieren. Die Schraube trägt die Bezeichnung N10552402 und ist für Volkswagen, das ohnehin unter Druck steht, zum Albtraum geworden. Zwar hält die Schraube rechnerisch einer Kraft stand, die einer Masse von etwa neun Tonnen entspricht, und bekannte Fälle, in denen sie tatsächlich abgerissen ist, gibt es bislang nicht. Aber weil das Bauteil als sicherheitsrelevant eingestuft wird, muss VW alle betroffenen Autos sofort in die Werkstatt holen. Das Problem: Es gibt nicht genug Ersatzteile. VW hat eine besser beschichtete Schraube entwickelt, die WHT 013461 heißt, aber die Produktion läuft erst an. Deshalb werden bei vielen Fahrzeugen zunächst die alten, fehlerhaften Schrauben wieder eingebaut – und später, wenn die neuen verfügbar sind, muss der ganze Prozess von vorne beginnen.

Die zweite Geschichte spielt an der Cornell-Universität in Ithaca, New York, einer der renommiertesten Hochschulen der USA. Vor zwei Jahren sollen mehrere Studenten eine Kommilitonin in einem Studentenwohnhaus mit Drogen betäubt und dann sexuell missbraucht haben. In den Monaten danach gab es kaum öffentliche Aufmerksamkeit für den Fall – es gab zwar eine interne Untersuchung der Universität, aber die Behörden erhoben keine Anklage. Zwei Jahre später reichte das Opfer Klage gegen sieben Verdächtige, die Studentenverbindung, die Universität und weitere Beteiligte ein. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft den Fall neu aufrollt. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul hat den bisherigen Staatsanwalt vom Fall abgezogen und durch Letitia James ersetzt, eine prominente Sonderermittlerin, die einst in einem Betrugsverfahren gegen Donald Trump und seine Söhne ermittelte. Ein Reporter des Spiegel ist auf dem Campus eingetroffen und traf dort erschütterte Studierende. Der anfängliche Schock über die Enthüllungen weicht einer Welle der Wut. Für Montag ist eine Demonstration geplant.

Die dritte Geschichte handelt von einer Razzia in Nordrhein-Westfalen. Anfang des Jahres hatte der Verfassungsschutz drei Männer als verdächtig identifiziert. Alles deutete auf einen starken Radikalisierungsgrad hin und auf eine Affinität zum Islamischen Staat. Die Behörden überwachten die Männer und erfuhren von Anschlagsgedanken und Planungen. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler eine Airsoftwaffe und eine Machete. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul, ein CDU-Politiker, lobte die Ermittler. »Diese Typen haben sich in Anschlagsfantasien verloren und glaubten, unsichtbar zu sein«, sagte er. »Unser Verfassungsschutz sieht mehr, als ihnen lieb ist, und unsere Polizei schlägt zu, bevor sie es tun.«

Drei Geschichten also, drei Versagen oder drei Erfolge, je nachdem wie man sie liest. Bei Volkswagen ein technisches Versagen, das Millionen Autos betrifft und das Unternehmen in ein logistisches Chaos stürzt. An der Cornell-Universität ein institutionelles Versagen, das zwei Jahre lang das Opfer einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung allein ließ, bis es selbst Klage einreichte. Und in NRW ein Erfolg – die Sicherheitsbehörden erkannten die Gefahr und handelten, bevor es zu spät war.

Diese Typen haben sich in Anschlagsfantasien verloren und glaubten, unsichtbar zu sein. Unser Verfassungsschutz sieht mehr, als ihnen lieb ist, und unsere Polizei schlägt zu, bevor sie es tun.
— Herbert Reul, Innenminister Nordrhein-Westfalen
Der anfängliche Schock über diese Enthüllungen weicht immer mehr einer Welle der Wut.
— Claus Hecking, Spiegel-Korrespondent auf dem Campus der Cornell-Universität
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