Ukraine wirft USA fehlende Vorwarnungen vor – NATO und EU widersprechen

Mindestens sieben Menschen starben bei russischen Raketenangriffen auf Energieinfrastruktur in Kiew und Dnipropetrowsk; 600.000 Menschen verloren Stromversorgung.
Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern
Selenskyj kritisiert, dass die USA die Ukraine nicht vor russischen Raketenangriffen auf Energieinfrastruktur gewarnt haben.
Mark

Warum wirft Selenskyj den USA vor, ihn nicht gewarnt zu haben? Das klingt wie ein sehr spezifischer Vorwurf.

Mimi

Weil die Ukraine bei der Luftverteidigung auf westliche Geheimdienstinformationen angewiesen ist – vor allem von den USA. Wenn die Amerikaner wissen, dass Raketen starten, können sie Kiew warnen, damit die Luftabwehr reagieren kann. Diesmal sagt Selenskyj, dass die Warnung ausblieb.

Luke

Aber die NATO und die EU sagen, dass das nicht stimmt. Sie behaupten, die Informationen fließen weiter. Wer hat recht?

Mimi

Das ist die Frage. Ein ukrainischer Regierungsvertreter sagt, dass dies bereits zweimal passiert ist. Das ist eine ernsthafte Anschuldigung, aber es ist die Aussage einer Person, nicht bestätigt durch unabhängige Quellen.

Mark

Und was ist mit Starlink? Das klingt wie ein separates Problem.

Mimi

Der ukrainische Technologieberater sagt, dass Starlink in der Nacht stark eingeschränkt war, was die Drohnenabwehr behindert habe. Das ist eine weitere Beschwerde, aber auch hier ist unklar, warum Starlink ausfiel.

Luke

Genau. War es ein technischer Fehler? Ein absichtlicher Ausfall? Das wird nicht erklärt. Und Elon Musk hat sich öffentlich hinter Trump gestellt, was die Sache noch komplizierter macht.

Mark

Also ist das Verhältnis zwischen den USA und der Ukraine wirklich angespannt?

Mimi

Ja. Washington hat angedroht, Aufklärungsdaten zu stoppen, wenn Kiew nicht kompromissbereiter wird. Das ist ein echtes Druckmittel.

Luke

Aber das ist auch nur ein Medienbericht. Wir wissen nicht, wie konkret diese Drohung war oder ob sie noch aktuell ist.

Mark

Was bedeutet das für die Ukraine praktisch?

Mimi

Wenn die USA wirklich aufhören, Warnungen zu geben, könnte das bedeuten, dass Russland leichter Ziele treffen kann. Das ist ein großes Problem für ein Land, das sich verteidigt.

Luke

Aber bis jetzt haben die USA und die NATO gesagt, dass das nicht passiert. Wir müssen sehen, was in den nächsten Tagen und Wochen tatsächlich geschieht.

  • Russische Raketen treffen drei Heizkraftwerke in Kiew – sieben Menschen sterben, 600.000 verlieren den Strom in einer der kältesten Jahreszeiten.
  • Selenskyj und ukrainische Regierungsvertreter erheben schwere Vorwürfe: Die USA hätten bereits zum zweiten Mal keine Vorwarnung vor Angriffen auf den Energiesektor gegeben.
  • Gleichzeitig fiel Starlink in der Angriffsnacht aus – die Ukraine verlor damit nach eigenen Angaben eine der wenigen Chancen, die neuen Schahed-Drohnen abzufangen.
  • NATO-Chef Rutte, die EU und Bundesaußenminister Wadephul widersprechen: Der Geheimdienstaustausch sei unverändert, von einer substanziellen Kürzung der US-Unterstützung keine Spur.
  • Im Hintergrund schwelt die Spannung weiter: Medienberichte über US-Drohungen, Musks öffentliche Kritik an Selenskyj und ein ukrainisch-amerikanischer Streit über Dieselabkommen mit Russland trüben das Bündnis.
  • Moskau beobachtet die Risse aufmerksam – Kreml-Sprecher Peskow verfolgt alle Anzeichen einer möglichen Kursänderung Washingtons, ohne voreilige Schlüsse zu ziehen.

In der Nacht russischer Raketenangriffe auf Kiews Energieinfrastruktur – sieben Tote, 600.000 Menschen ohne Strom – entstand zwischen der Ukraine und ihren westlichen Verbündeten ein Riss, der tiefer reicht als eine verpasste Warnung. Kiew wirft Washington vor, Frühwarninformationen zurückgehalten zu haben, während NATO und EU diese Darstellung bestreiten. Doch hinter den Dementis verbirgt sich eine grundsätzlichere Frage, die dieser Krieg immer dringlicher stellt: Wie belastbar ist eine Allianz, wenn politischer Druck und technisches Versagen im entscheidenden Moment zusammentreffen?

Russische Raketen haben erneut die Energieversorgung der Ukraine ins Visier genommen. Drei Heizkraftwerke in Kiew wurden getroffen, sieben Menschen starben, rund 600.000 verloren den Strom. Doch dieser Angriff hinterließ nicht nur materielle Schäden – er legte auch Risse in der westlichen Allianz frei.

Präsident Selenskyj beklagte öffentlich, dass die ukrainischen Frühwarnsysteme die russischen Raketen erst erfasst hätten, als diese bereits auf Kiew zuflogen. Ein Regierungsvertreter präzisierte gegenüber AFP: Es sei bereits das zweite Mal gewesen, dass die USA bei einem Angriff auf den Energiesektor keine Vorwarnung gegeben hätten. Erschwerend kam hinzu, dass Starlink in der Angriffsnacht stark eingeschränkt war – was die Drohnenabwehr gegen die neuen, mit Strahltriebwerken ausgestatteten Schahed-Drohnen nahezu unmöglich machte.

Die westlichen Partner wiesen die Vorwürfe zurück. NATO-Generalsekretär Rutte versicherte, Trump habe ihm persönlich bestätigt, dass der Geheimdienstaustausch nicht unterbrochen worden sei. Die EU erklärte, keine Anzeichen für eine Einstellung der Informationsweitergabe zu sehen, und Bundesaußenminister Wadephul erkannte keine substanzielle Verringerung der US-Unterstützung.

Dennoch bleibt die Lage angespannt. Berichte über US-Drohungen, Aufklärungsdaten zurückzuhalten, falls Kiew nicht kompromissbereiter werde, kursieren weiterhin. Elon Musk, Betreiber von Starlink, stellte sich öffentlich hinter Trump und kritisierte Selenskyj auf X. Der Kreml verfolgt diese Entwicklungen mit Interesse – und wartet ab, ob sich aus den Rissen im Bündnis etwas Größeres ergibt.

Russische Raketen haben erneut die Energieversorgung der Ukraine getroffen. Drei Heizkraftwerke in Kiew wurden angegriffen, sieben Menschen starben – fünf in der Hauptstadt selbst, zwei weitere in der Region Dnipropetrowsk. Etwa 600.000 Menschen verloren den Strom. Es war ein Angriff wie viele andere in diesem Krieg, aber diesmal löste er einen Streit zwischen Kiew und seinen westlichen Verbündeten aus, der die Risse in dieser Allianz offenlegt.

Präsident Wolodymyr Selenskyj und hochrangige ukrainische Regierungsbeamte warfen den USA vor, sie nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. Selenskyj schrieb auf Facebook, dass die ukrainischen Frühwarnsysteme die russischen Raketen erst erfasst hätten, als diese bereits Kiew anflogen – zu spät, um wirksam zu reagieren. "Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern", beschwerte er sich. Ein Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass dies bereits zum zweiten Mal vorgekommen sei, wenn der Energiesektor angegriffen wurde. Die Vorwürfe waren deutlich: Die USA, auf deren Geheimdienstinformationen die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland angewiesen ist, hätten diese Informationen zurückgehalten.

Zusätzlich zu den fehlenden Warnungen berichtete Serhij Beskrestnow, der Technologieberater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, dass das Satellitenkommunikationssystem Starlink in der Nacht der Angriffe stark eingeschränkt gewesen sei. Dies habe die Ukraine daran gehindert, gegen die neuen, mit Strahltriebwerken ausgestatteten Drohnen vom Typ Schahed zu reagieren. Beschrestnow beschrieb dies als Verlust "einer der wenigen Chancen" zur Verteidigung. Die Kombination aus fehlenden Warnungen und technischen Ausfällen malte ein Bild von einer Ukraine, die in einem kritischen Moment allein gelassen wurde.

Doch die westlichen Verbündeten widersprachen dieser Darstellung schnell. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte bei einem Besuch in Estland, dass US-Präsident Trump versichert habe, der Austausch von Geheimdienstinformationen sei nicht unterbrochen worden. Trump habe sich "sehr deutlich geäußert", sagte Rutte. Die Europäische Union erklärte, dass ihr "keine Anzeichen" dafür vorlägen, dass Washington die Informationsweitergabe eingestellt habe. Bundesaußenminister Johann Wadephul teilte mit, er erkenne nicht, dass es "eine substanzielle Verringerung" der US-Unterstützung gebe. Ein US-Regierungsvertreter bestritt ebenfalls, dass sich Washingtons Position gegenüber Kiew verändert habe.

Doch unter der Oberfläche dieser Dementis liegt eine tiefere Spannung. Medienberichten zufolge hatte Washington zuletzt angedroht, die Weitergabe von militärischen Aufklärungsdaten zu stoppen, falls Kiew nicht kompromissbereiter werde. Das Verhältnis zwischen den USA und der Ukraine ist angespannt. Am Samstag hatte sich auch Elon Musk, der Betreiber von Starlink, öffentlich hinter Trump gestellt und kritisierte Selenskyj auf der Plattform X, weil dieser zu weit gegangen sei in seiner Reaktion auf eine Äußerung Trumps zu ukrainischen Gegenangriffen auf russische Raffinerien. Zuvor hatte Kiew ein Dieselabkommen zwischen den USA und Russland kritisiert.

Der Kreml beobachtet diese Entwicklungen aufmerksam. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe auf Kommunikations- und Energieinfrastruktur in Kiew und der Region Charkiw. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass alle Anzeichen einer möglichen Änderung der US-Politik gegenüber der Ukraine verfolgt würden, warnte aber, dass es noch zu früh sei, Schlüsse zu ziehen. Was sich hier abzeichnet, ist nicht nur ein Streit über eine verpasste Warnung, sondern eine grundsätzliche Frage: Wie stabil ist die westliche Unterstützung für die Ukraine wirklich, und was passiert, wenn diese Unterstützung zu bröckeln beginnt?

Das ist absolut ungerecht: Während sie unsere Infrastruktur zerstören, erhält die Ukraine noch nicht einmal Frühwarnungen über Raketenstarts.
— Präsident Wolodymyr Selenskyj
Es war bereits zweimal so, dass uns die Amerikaner nicht über den Start russischer Raketen informiert haben, als unser Energiesektor attackiert wurde.
— Ukrainischer Regierungsvertreter gegenüber AFP
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