Wenige Wochen vor den Midterms plant Donald Trump den Import von über 300.000 Tonnen russischen Diesels – ein Schritt, der nicht nur ein Kongressgesetz aus dem Jahr 2022 herausfordert, sondern auch die Frage aufwirft, wo die Grenze zwischen innenpolitischem Kalkül und außenpolitischer Verantwortung verläuft. Sieben Senatoren beider Parteien sehen in dem Deal eine stille Rettungsleine für Moskau, während der Krieg in der Ukraine weitergeht. Es ist ein Moment, der zeigt, wie eng wirtschaftlicher Druck, Wahlkampftaktik und geopolitische Loyalitäten miteinander verwoben sind – und wie leicht sie i
Trumps Diesel-Deal mit Russland spaltet auch die Republikaner
Putin keine Rettungsleine werfen, während er ukrainische Zivilisten tötet
Warum ist das überhaupt ein Deal? Trump sagt, die Dieselpreise sind zu hoch – kann Russland das nicht einfach regeln?
Theoretisch ja. Aber der Kongress hat 2022 ein Gesetz verabschiedet, das genau das verbietet. Die Idee war, Russland nicht zu finanzieren, während es die Ukraine angreift.
Und wie sicher ist das rechtlich? Kann Trump das Gesetz einfach ignorieren?
Das ist die Frage. Die sieben Senatoren sagen, er verstoße dagegen. Aber ob ein Gericht das so sieht, ist offen.
Wer sind diese sieben Senatoren? Sind das nur Trump-Gegner?
Nein, das ist der Punkt. Vier sind Republikaner – Tillis, Murkowski, Curtis und Collins. Das zeigt, dass es auch in Trumps Partei Widerstand gibt.
Aber wie viel Widerstand? Vier gegen wie vielen anderen Republikanern?
Das wissen wir nicht genau. Das Schreiben ist öffentlich, aber wir sehen nicht, wie viele andere Senatoren stillschweigend zustimmen oder ablehnen.
Und die wirtschaftliche Seite – hilft das wirklich gegen hohe Dieselpreise?
Experten sagen nein. 300.000 Tonnen klingen viel, aber der Markt ist größer. Es ist eher ein politisches Signal vor den Midterms.
Ein Signal wofür? Dass Trump Putin näher kommt?
Oder dass er versucht, die Energiepreise zu senken, bevor die Wähler abstimmen. Beides ist problematisch für verschiedene Leute.
Was passiert jetzt?
Das ist offen. Der Kongress könnte versuchen, den Deal zu blockieren. Trump könnte ihn durchsetzen. Oder es wird ein Kompromiss.
Und die Ukraine?
Die ist besorgt. Jedes Geld, das in Russlands Staatskasse fließt, kann für den Krieg verwendet werden.
The Pulse
- Trump kündigt nach einem Gespräch mit Putin an, russischen Diesel zu importieren – mitten in einem laufenden Krieg und kurz vor einer entscheidenden Wahl.
- Sieben Senatoren aus beiden Parteien erklären den Plan für rechtswidrig und werfen der Regierung vor, den Kongress zu umgehen und Putin zu stärken.
- Die Dieselpreise sind infolge des Irankriegs auf Rekordhöhen gestiegen, doch Experten bezweifeln, dass russische Lieferungen die Lage spürbar verbessern würden.
- Der Deal reißt Risse in die republikanische Geschlossenheit: Ausgerechnet GOP-Senatoren stellen sich gegen ihren eigenen Präsidenten.
- In Kyjiw wird jede Annäherung zwischen Washington und Moskau als Alarmsignal gewertet – und dieser Deal sendet ein lautes.
- Ob der Kongress den Plan noch blockieren kann oder Trump ihn durchsetzt, bleibt offen – die Machtfrage ist noch nicht entschieden.
Wenige Wochen vor den Midterms plant Donald Trump den Import von über 300.000 Tonnen russischen Diesels – ein Schritt, der nicht nur ein Kongressgesetz aus dem Jahr 2022 herausfordert, sondern auch die Frage aufwirft, wo die Grenze zwischen innenpolitischem Kalkül und außenpolitischer Verantwortung verläuft. Sieben Senatoren beider Parteien sehen in dem Deal eine stille Rettungsleine für Moskau, während der Krieg in der Ukraine weitergeht. Es ist ein Moment, der zeigt, wie eng wirtschaftlicher Druck, Wahlkampftaktik und geopolitische Loyalitäten miteinander verwoben sind – und wie leicht sie in Konflikt geraten können.
Donald Trump kündigte kurz vor den Midterms an, über 300.000 Tonnen Diesel aus Russland importieren zu wollen – nach einem Gespräch mit Wladimir Putin. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Noch in derselben Woche unterzeichneten sieben Senatoren, drei Demokraten und vier Republikaner, ein gemeinsames Schreiben, das den Plan als Verstoß gegen geltendes Recht bezeichnete.
Der Kongress hatte 2022 ein Gesetz verabschiedet, das die Einfuhr russischer Energieträger ausdrücklich untersagt – um sicherzustellen, dass amerikanisches Geld nicht Putins Krieg gegen die Ukraine finanziert. Die Unterzeichner, darunter die Republikaner Thom Tillis, Lisa Murkowski und Susan Collins, warfen der Regierung vor, weder den Kongress konsultiert noch eine rechtliche Begründung vorgelegt zu haben. Ihre Botschaft war unmissverständlich: Die USA dürften Putin keine Rettungsleine werfen, solange er ukrainische Zivilisten töte.
Trumps Motiv liegt auf der Hand: Die Dieselpreise sind infolge des Irankriegs auf Rekordhöhen gestiegen, und hohe Energiepreise sind politisch gefährlich – besonders wenige Wochen vor den Midterms. Doch Experten zweifeln daran, dass russische Lieferungen den Preisanstieg nennenswert bremsen könnten. Der Deal wirkt weniger wie eine wirtschaftliche Lösung als wie ein politisches Signal.
Das Schreiben der sieben Senatoren legt einen tieferen Riss frei. Viele Republikaner hatten zuletzt auf eine härtere Linie gegenüber Moskau gedrängt; im September hatte der Kongress dem Präsidenten weitreichende Sanktionsbefugnisse gegen Russland übertragen. Trump hat sie nie genutzt. Mit dem Diesel-Deal signalisiert er nun das Gegenteil: Entspannung statt Druck. Für die Ukraine, für den Kongress – und für Teile seiner eigenen Partei – ist das ein Moment der Bewährung, dessen Ausgang noch offen ist.
Donald Trump kündigte kurz vor den Midterms an, dass die USA über 300.000 Tonnen Diesel aus Russland importieren würden – eine Ankündigung, die er nach einem Gespräch mit Wladimir Putin machte und die sofort heftige Reaktionen auslöste. Das Wochenende über brodelte die Debatte, und als die neue Woche begann, verstummte die Kritik nicht. Stattdessen verschärfte sie sich: Senatoren beider Parteien erklärten den geplanten Deal für rechtswidrig.
Sieben Senatoren – drei Demokraten und vier Republikaner – unterzeichneten ein gemeinsames Schreiben, in dem sie Trump direkt angreifen. Der Kongress habe 2022 ein Gesetz verabschiedet, das die Einfuhr russischer Energieträger verbietet, um sicherzustellen, dass die USA nicht Putins Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Trumps Plan, russisches Öl ins Land zu lassen, verstoße direkt gegen dieses Gesetz. Die Unterzeichner – Richard Blumenthal, Jeanne Shaheen und Ron Wyden von den Demokraten sowie Thom Tillis, Lisa Murkowski, John Curtis und Susan Collins von den Republikanern – warfen der Regierung vor, den Kongress weder konsultiert noch eine rechtliche Begründung vorgelegt zu haben, wie es das Gesetz vorsieht. Sie forderten eine sofortige Kurskorrektur und wiesen darauf hin, dass die USA Putin keine Rettungsleine werfen dürften, während dieser ukrainische Zivilisten töte.
Trumps Motiv für den Deal liegt in der innenpolitischen Lage. Die Dieselpreise in den USA sind infolge des Irankriegs auf Rekordhöhen gestiegen – und das ausgerechnet wenige Wochen vor den Midterms Anfang November, einer für jeden Präsidenten kritischen Wahl. Hohe Energiepreise sind politisch giftig. Doch Experten bezweifeln, dass russische Lieferungen diesen Anstieg nennenswert bremsen könnten. Der Deal scheint also eher ein politisches Signal als eine wirtschaftliche Lösung zu sein.
Das Schreiben der sieben Senatoren offenbart einen tieferen Riss in der republikanischen Geschlossenheit. Der Kongress und viele GOP-Mitglieder hatten sich zuletzt konsequent für eine härtere Linie gegen Putin eingesetzt, um ihn im Ukrainekrieg unter Druck zu setzen. Im September hatte das Parlament nach langem Ringen ein Gesetz verabschiedet, das dem Präsidenten weitreichende Sanktionsbefugnisse gegen Russland gibt. Trump hat diese Befugnisse bislang nicht genutzt. Nun signalisiert er mit dem Diesel-Deal das Gegenteil: Entspannung statt Druck.
In der Ukraine wurde der Plan scharf kritisiert. Für Kyjiw ist jedes Zeichen einer Annäherung zwischen Washington und Moskau ein Alarmsignal – besonders wenn es bedeutet, dass amerikanisches Geld in die russische Staatskasse fließt. Der Deal spaltet also nicht nur die Demokraten von den Republikanern, sondern auch die Republikaner untereinander. Es ist ein Moment, in dem Trumps außenpolitische Instinkte direkt gegen die Mehrheitsmeinung seiner eigenen Partei stoßen, und es bleibt unklar, ob der Kongress den Plan blockieren kann oder ob Trump ihn durchsetzen wird.
Notable Quotes
Präsident Trumps Entscheidung, russische Importe zu erlauben, steht im direkten Widerspruch zu diesem Gesetz.— Schreiben der sieben Senatoren
Die Regierung muss ihren Kurs umgehend korrigieren.— Schreiben der sieben Senatoren