Tödlicher Raketenangriff auf Riads Flughafen – mindestens 12 Tote, Putin vermittelt

Mindestens 12 Menschen getötet (vier Einheimische, acht Ausländer einschließlich eines US-Bürgers) und 309 weitere verletzt, darunter schwer Verletzte bei Raketenangriff auf Flughafen Riad.
Jedes Schiff wird verfolgt, seine Bestrafung ist unausweichlich
Die iranischen Revolutionsgarden drohen Schiffen, die nicht autorisierte Routen in der Straße von Hormus nutzen.
Mark

Warum greifen die Huthis ausgerechnet den Flughafen von Riad an? Was ist ihr strategisches Ziel?

Mimi

Sie wollen Saudi-Arabien treffen, wo es wirtschaftlich und infrastrukturell am meisten schmerzt. Ein funktionierender Flughafen ist für ein Land wie Saudi-Arabien zentral – für Handel, Tourismus, Geschäfte. Wenn sie den lahmlegen, signalisieren sie, dass sie das Königreich nicht ignorieren können.

Luke

Aber wir sollten vorsichtig sein: Die Huthi-Miliz reklamiert die Anschläge für sich, aber die saudi-arabische Behörde hat das nie offiziell bestätigt. Diplomaten sagen, die Huthis waren es, aber das ist eine Quelle, keine Bestätigung von Riad selbst.

Mark

Und Putin – warum mischt er sich jetzt ein?

Mimi

Putin sieht eine Gelegenheit. Wenn er zwischen den USA und dem Iran vermitteln kann, gewinnt Russland Einfluss in einem Konflikt, der die Weltwirtschaft destabilisiert. Das macht ihn relevant.

Luke

Allerdings: Wir wissen nicht, wie ernst diese Vermittlung ist. Der Kreml sagt, es gibt produktive Gespräche, aber Trump hat auch gesagt, es gibt produktive Gespräche – ohne Details. Das könnte auch nur Rhetorik sein.

Mark

Wie schlecht ist die Lage in der Straße von Hormus wirklich?

Mimi

Kritisch. Der Iran blockiert sie seit Februar, die Energiepreise sind gestiegen, und jetzt schießen beide Seiten auf Schiffe. Das ist nicht mehr nur Drohung – das ist aktive Störung des Welthandels.

Luke

Aber hier müssen wir unterscheiden: Wir wissen, dass Tanker angegriffen wurden. Wir wissen, dass der Iran einen LPG-Tanker beschossen hat. Aber bei anderen Angriffen ist unklar, wer dahinter steckt. Die britische Behörde berichtet von Vorfällen, kann aber nicht immer sagen, wer verantwortlich ist.

Mark

Warum können die USA und der Iran nicht einfach verhandeln?

Mimi

Weil die Grundpositionen zu weit auseinander liegen. Der Iran sieht die Blockade als Reaktion auf US-Luftangriffe. Die USA sehen sie als Aggression. Und Trump steht unter innenpolitischem Druck – die Kongresswahlen sind nah, und höhere Energiepreise schaden seinen Chancen.

Luke

Das ist richtig, aber wir sollten auch sagen: Trump hat selbst gesagt, es gibt produktive Gespräche. Das ist ein Signal, dass Verhandlungen möglich sind. Ob sie zu etwas führen, ist eine andere Frage.

  • Mindestens 12 Tote und 309 Verletzte bei Raketenangriff auf Flughafen Riad am Samstag
  • Huthi-Miliz kontrolliert Teile des Jemen und greift saudiarabische Infrastruktur an
  • Saudi-Arabien zerstörte 136 militärische Huthi-Ziele in Vergeltung
  • Iran blockiert Straße von Hormus seit Februar; Energiepreise gestiegen
  • Putin vermittelt zwischen USA und Iran; Trump schließt Angriff vor Kongresswahlen aus

Mindestens 12 Tote und 309 Verletzte bei Raketenangriff auf Riads Flughafen am Samstag; Flugbetrieb eingestellt, westliche Länder raten von Nutzung ab. Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert Teile des Jemen und greift verstärkt saudiarabische Infrastruktur an; Saudi-Arabien führt Militärkoalition gegen die Miliz.

Die pro-iranische Huthi-Miliz hat den internationalen Flughafen von Riad mehrfach mit Raketen angegriffen und mindestens 12 Menschen getötet sowie über 300 verletzt. Saudi-Arabien reagiert mit Vergeltungsschlägen auf Huthi-Ziele im Jemen.

Am Samstag traf eine Rakete den internationalen Flughafen von Riad. Nach Angaben der saudi-arabischen Zivilluftfahrtbehörde starben mindestens zwölf Menschen bei dem Angriff – vier Einheimische und acht Ausländer, darunter ein US-Bürger. Mehr als 300 weitere wurden verletzt, einige schwer. Der Flugbetrieb wurde sofort eingestellt. Diplomaten berichteten, dass die jemenitische Huthi-Miliz die Rakete abgefeuert hatte, obwohl die saudi-arabische Luftfahrtbehörde dies nicht offiziell bestätigte.

Dieser Angriff war nicht der erste. Bereits am Donnerstag hatte der Flughafen getroffen werden – damals starben drei Menschen und ein Flugzeug wurde beschädigt. Die Huthi-Miliz, die vom Iran unterstützt wird, reklamierte beide Anschläge für sich. Ein Sprecher der Miliz, Jahja Saree, erklärte auf X, die Rakete habe ihr Ziel präzise getroffen und den Flughafenbetrieb beeinträchtigt. Er warnte internationale Fluggesellschaften vor weiteren Flügen nach Riad. Die Lufthansa-Gruppe reagierte und strich ihre Flüge in die saudi-arabische Hauptstadt bis zum 16. Oktober. Deutschland und andere westliche Länder rieten ihren Bürgern ab, den Flughafen zu nutzen.

Die Eskalation ist Teil eines größeren Konflikts. Die Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, einschließlich der Hauptstadt Sanaa. Im September übernahm sie nach einer schnellen Offensive die Kontrolle über große Teile der westjemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Saudi-Arabien führt eine internationale Militärkoalition an, die die international anerkannte jemenitische Regierung gegen die Huthis unterstützt. Seit Beginn des Iran-Kriegs vor sieben Monaten hat sich der Konflikt im Jemen deutlich verschärft.

Saudi-Arabien antwortete auf die Anschläge mit Vergeltung. Die von dem Königreich angeführte Militärkoalition zerstörte nach eigenen Angaben 136 militärische Ziele in Huthi-kontrollierten Gebieten – Raketenstellungen, Kommandozentralen und Waffenlager in den Provinzen Saada, Marib, Al-Dschauf und Al-Hudaida. Ein Sprecher der Koalition, Turki al-Maliki, beschrieb dies als umfassende Operation gegen die Huthi-Miliz. Der Huthi-Fernsehsender Almasirah berichtete von saudiarabischen Raketenangriffen auf den nordwestlichen Bezirk Saada.

Die Spannungen erstrecken sich über die Grenzen des Jemen hinaus. In der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten, verschärfte sich die Lage. Der Iran beschoss nach eigenen Angaben einen Flüssiggastanker namens NV Sunshine mit Präzisionsmunition. Die Revolutionsgarden erklärten, das Schiff habe eine nicht genehmigte Route benutzt. Sie drohten, dass jedes Schiff, das eine nicht autorisierte Durchfahrtsroute nutze, verfolgt und bestraft werde. Ein weiterer Tanker wurde in der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen; es brach Feuer aus, die Besatzung war aber in Sicherheit. Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt bestätigte den Vorfall, konnte aber nicht klären, wer dafür verantwortlich war.

Die USA reagierten mit militärischen und wirtschaftlichen Maßnahmen. Ein US-Kampfjet setzte im Golf von Oman ein Frachtschiff unter Panamaflagge außer Gefecht, das versucht haben soll, eine Seeblockade gegen den Iran zu durchbrechen. Das US-Zentralkommando teilte mit, das Heck des Schiffes sei mit Präzisionsmunition getroffen und der Antrieb lahmgelegt worden; die Besatzung blieb unverletzt. Gleichzeitig verschärfte die US-Regierung ihre Sanktionen gegen den Iran und setzte 17 iranische Schiffe auf die Sanktionsliste – Schiffe, die zur sogenannten Schattenflotte gehören sollen, mit der der Iran internationale Ölsanktionen umgeht.

US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden den Iran vor den Kongresswahlen am 3. November nicht angreifen. Er verwies auf produktive Gespräche mit Teheran, ohne Details zu nennen. Doch eine Verhandlungslösung ist bislang nicht zustande gekommen. Der russische Präsident Wladimir Putin schaltete sich als Vermittler ein. Nach Angaben des Kremls übermittelte Putin dem amerikanischen Präsidenten die iranische Position zu einer möglichen Beilegung des Krieges zwischen den USA und dem Iran – in Abstimmung mit dem iranischen Präsidenten.

Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Seit den US-israelischen Luftangriffen Ende Februar hat der Iran die Straße von Hormus blockiert. Dies hat die weltweiten Energie- und Treibstoffpreise in die Höhe getrieben. Trumps Republikaner stehen deshalb vor den Kongresswahlen unter Druck – Umfragen deuten darauf hin, dass sie ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus und möglicherweise auch im Senat verlieren könnten. Die Lage bleibt angespannt, mit weiteren Angriffen und Gegenangriffen, die täglich möglich sind.

Wir erneuern letztmalig unseren Aufruf und unsere Warnung an alle internationalen Fluggesellschaften, keine Flüge mehr durch den saudiarabischen Luftraum auszuführen
— Jahja Saree, Huthi-Sprecher
Jedes Schiff, das eine nicht genehmigte Durchfahrtsroute benutzt, wird in der gesamten Region verfolgt werden, und seine Bestrafung wird unausweichlich sein
— Irans Revolutionsgarden
Contact Us FAQ