Tödliche "hirnfressende" Amöben: Sechs Seen in Mexiko gesperrt

Ein 34-jähriger Wasserskilehrer starb an einer durch Naegleria fowleri verursachten Hirnentzündung; 97% der Infizierungen enden tödlich.
97 Prozent der Infizierungen enden tödlich – aber es gibt Überlebende
Die Primäre Amöben-Meningoenzephalitis ist eine der tödlichsten Infektionen, doch Behandlung mit modernen Medikamenten bietet geringe Chancen.
Mark

Warum ist diese Amöbe so tödlich? Was macht sie so anders als andere Parasiten?

Mimi

Sie dringt direkt ins Gehirn ein und zerstört das Hirngewebe. Das ist das Problem. Andere Parasiten befallen den Darm oder die Leber, aber diese hier greift das Zentrum an.

Luke

Aber wir sollten sagen: Es gibt Überlebende. Die Zahlen sind schrecklich – 97 Prozent – aber nicht 100 Prozent. Das ist wichtig.

Mark

Wie viele Menschen sind denn wirklich gefährdet? Ist das etwas, das ich beim nächsten Urlaub in Mexiko fürchten muss?

Mimi

Nein, nicht wirklich. Weniger als zehn Menschen pro Jahr in den USA. Es ist extrem selten. Aber wenn es dich trifft, ist es fast sicher tödlich.

Luke

Und das ist der Grund für die Sperrung – nicht weil viele Menschen infiziert wurden, sondern weil eine Infektion praktisch ein Todesurteil ist.

Mark

Kann ich mich schützen? Wenn ich in einem warmen See schwimmen möchte?

Mimi

Ja. Die Amöbe kommt nur über die Nase herein. Also: Nase beim Schwimmen schützen, nicht tauchen in sehr warmem Wasser, besonders nicht in Thermalquellen.

Luke

Aber ehrlich gesagt: Die meisten Menschen wissen nicht, dass diese Gefahr existiert. Und die Behörden wissen oft nicht, wo die Amöbe ist, bis es zu spät ist.

Mark

Wird das Problem größer werden?

Mimi

Möglicherweise. Wärmere Gewässer bedeuten mehr Lebensraum für die Amöbe. Infektionen werden auch in nördlicheren Regionen gemeldet.

Luke

Aber wir sollten vorsichtig sein: Das ist eine Vermutung basierend auf Trends, nicht auf gesicherten Daten. Wir wissen, dass es wärmer wird, und wir wissen, dass die Amöbe Wärme liebt. Aber wie schnell sich das ausbreitet – das ist noch unklar.

  • Ein 34-jähriger Wasserskilehrer starb im September an einer Naegleria-fowleri-Infektion
  • Sechs Seen in Yucatán wurden nach dem Tod gesperrt
  • 97 Prozent der Erkrankten an Primärer Amöben-Meningoenzephalitis sterben
  • Die Amöbe dringt über die Nase ins Gehirn ein und zerstört das Hirngewebe
  • Naegleria fowleri gedeiht in Süßwasser ab etwa 30 Grad Celsius

Naegleria fowleri dringt über die Nase ins Gehirn ein und verursacht eine zerstörerische Hirnenentzündung mit über 97% Todesrate. Die Amöbe gedeiht in warmem Süßwasser ab etwa 30°C und ist vor allem in Tropen und Subtropen verbreitet, breitet sich aber durch Klimawandel aus.

Nach dem Tod eines Wasserskislehrers durch die Amöbe Naegleria fowleri haben mexikanische Behörden sechs Seen in Yucatán gesperrt. Die Infektion ist selten, aber mit 97% Todesquote fast immer tödlich.

Im September starb ein 34-jähriger Wasserskilehrer in Mexiko an einer Infektion, die sein Gehirn zerstörte. Der Erreger war eine winzige Amöbe namens Naegleria fowleri, ein Parasit, der in warmem Süßwasser lebt und über die Nase ins menschliche Gehirn eindringt. Nach seinem Tod sperrten die Behörden des mexikanischen Bundesstaates Yucatán sechs Seen, in denen der Parasit nachgewiesen worden war. Die Reaktion war drastisch, weil die Folgen einer Infektion mit dieser Amöbe fast immer tödlich sind.

Naegleria fowleri ist selten, aber wenn sie einen Menschen infiziert, endet das in 97 Prozent der Fälle mit dem Tod. In den USA erkranken jährlich weniger als zehn Menschen an der sogenannten Primären Amöben-Meningoenzephalitis, kurz PAM. Doch diese niedrigen Zahlen täuschen über die Schwere der Krankheit hinweg. Zwischen 2012 und 2021 starben in den USA 31 Menschen an dieser Infektion – eine Quote, die kaum Hoffnung lässt.

Die Amöbe ist thermophil, das heißt, sie liebt Wärme. Sie gedeiht in Süßwasser und Böden, die mindestens 30 Grad Celsius warm sind, am besten sogar zwischen 30 und 46 Grad. Deshalb ist sie vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet. In den gemäßigten Klimazonen findet man sie in den Sommermonaten in natürlich oder künstlich erwärmten Gewässern – etwa in Thermalquellen oder schlecht gechlorten Pools. In Salzwasser kommt sie nicht vor. Normalerweise ernährt sich die einzellige Amöbe von Bakterien im Wasser und Boden. Manchmal aber findet sie ihren Weg über die Nase eines Schwimmers in den menschlichen Körper – beim Tauchen, beim Schwimmen oder sogar beim Reinigen der Nase mit kontaminiertem Wasser.

Ist die Amöbe erst einmal in der Nase, dringt sie über den Nervus olfactorius, den Riechnerv, bis ins Gehirn vor. Dort verursacht sie eine hämorrhagisch nekrotisierende Meningoenzephalitis – eine Entzündung, die das Hirngewebe zerstört. Die Inkubationszeit beträgt zwischen drei und 14 Tagen. Dann setzen die Symptome ein: Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen. Später folgen Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen. Die Betroffenen fallen ins Koma und sterben in den meisten Fällen. Wichtig zu wissen: Eine Übertragung durch Tröpfchen oder Aerosole über die Luft findet nicht statt. Auch das Trinken von kontaminiertem Wasser ist ungefährlich – zumindest was diese Amöbe betrifft. Die Infektion ist ausschließlich über die Nase möglich.

Wer nach dem Baden in einem warmen See Kopfschmerzen, einen steifen Nacken und Fieber bekommt, sollte sofort zum Arzt gehen. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von Medikamenten: Antibiotika wie Rifampin und Antimykotika wie Amphotericin B, die ursprünglich gegen Pilzinfektionen entwickelt wurden. Das neueste Medikament ist Miltefosin, das zunächst zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wurde und sich nun vielversprechend gegen die Amöbe zeigt. Es gibt Überlebende, die mit dieser Kombination behandelt wurden – aber sie sind die Ausnahme.

Die Suche nach effektiven Therapien gestaltet sich schwierig, weil die Krankheit so selten ist und so schnell verläuft, dass Ärzte kaum Zeit haben, sie zu studieren. Ein zusätzliches Problem zeichnet sich ab: Die Klimakrise könnte das Problem verschärfen. Mit steigenden Lufttemperaturen erhöhen sich auch die Wassertemperaturen. Die CDC berichtet, dass sich Infektionen nicht mehr nur in den südlichen US-Bundesstaaten ereignen – auch aus dem Norden werden Erkrankungen gemeldet. Zum Vergleich: Während zwischen 2012 und 2021 in den USA 31 Menschen an PAM starben, ertranken im ähnlich langen Zeitraum von 2011 bis 2020 mehr als 4000 Menschen. Die hirnfressende Amöbe ist eine echte, aber noch immer seltene Gefahr.

Eine Übertragung durch Tröpfchen oder Aerosole über die Luft findet nicht statt. Auch das Trinken von kontaminiertem Wasser ist ungefährlich.
— CDC (Amerikanische Gesundheitsbehörde)
Die Infektion ist ausschließlich über die Nase möglich.
— CDC
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