Tennessee: Zum Tode Verurteilte überlebt Hinrichtung durch Giftspritze

Christa Pike, zum Tode verurteilte 50-Jährige, überlebte ihre Hinrichtung und wurde ins Krankenhaus gebracht; das Opfer von 1995 war eine 19-jährige Frau, die gefoltert und getötet wurde.
Nach zwei Giftspritzen war Pike noch am Leben und schnarchte
Zeugen berichteten, dass die Hinrichtung in Tennessee fehlschlug, nachdem beide tödlichen Injektionen verabreicht worden waren.
Mark

Was ist in dieser Nacht genau passiert? Wie kann eine Hinrichtung schiefgehen?

Mimi

Nach zwei Giftspritzen war Pike noch bei Bewusstsein und schnarchte. Der Staat hatte sie nicht für tot erklärt. Die Ärzte mussten sie ins Krankenhaus bringen.

Luke

Aber warum? Was war die medizinische Ursache? Die Quelle sagt, Pike hatte eine Blutkrankheit – hat das damit zu tun?

Mimi

Das ist genau das, was ihre Anwälte vorher argumentiert hatten. Sie sagten, die Giftspritze würde wegen dieser Krankheit zu unnötigem Leiden führen. Ob das der Grund für das Versagen war, wird die Untersuchung zeigen.

Mark

Und wer war das Opfer? Was wissen wir über den ursprünglichen Mord?

Mimi

Eine 19-jährige Frau, 1995 gefoltert und getötet. Pike war damals 18, zusammen mit zwei anderen Teenagern. Die Leiche wurde mit einem Pentagramm auf der Brust gefunden.

Luke

Das klingt nach einem Fall, der großes öffentliches Interesse weckte. Aber was ist mit Pikes Hintergrund – ihre Anwälte sagten, sie war ein Missbrauchsopfer?

Mimi

Ja, sie behauptete, sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlitten zu haben. Das Gericht hatte das zunächst abgelehnt, erkannte es später aber an.

Mark

Das ist ein wichtiger Punkt. Bedeutet das, dass das ursprüngliche Verfahren fehlerhaft war?

Luke

Das ist die Frage, die das Berufungsgericht noch klären wollte, bevor Pike hingerichtet wurde. Aber der Supreme Court stoppte das und ließ die Hinrichtung zu.

Mimi

Und drei Richterinnen stimmten dagegen. Sotomayor sagte, der Staat könne Pike nicht hinrichten, bevor diese Zweifel geklärt sind.

Mark

Also war dies nicht nur ein medizinisches Versagen, sondern auch ein rechtliches Durcheinander?

Luke

Genau. Und jetzt liegt Pike im Krankenhaus, lebt noch, und der Gouverneur hat alle Hinrichtungen ausgesetzt. Niemand weiß, was als Nächstes passiert.

  • Zwei tödliche Injektionen wurden verabreicht – und doch lebte Christa Pike noch, schnarchend, auf der Hinrichtungsliege.
  • Pikes Anwälte hatten gewarnt: Eine Blutkrankheit mache die Giftspritze besonders riskant und könnte zu unnötigem Leiden führen – der Staat ignorierte diese Einwände.
  • Der Supreme Court hob einen Vollstreckungsstopp in letzter Minute auf, obwohl ein Berufungsgericht noch Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens prüfen wollte.
  • Drei Richterinnen des Obersten Gerichts kritisierten scharf, dass Pike hingerichtet werden sollte, bevor offene Rechtsfragen geklärt waren.
  • Der Gouverneur setzte alle Hinrichtungen aus und ordnete eine Untersuchung an – Tennessee steht vor einer Rückschau auf sein Vollstreckungssystem.
  • Pike liegt nun im Krankenhaus, am Leben, während die Frage unbeantwortet bleibt: Was bedeutet dieses Versagen für die Zukunft der Todesstrafe in Tennessee?

In Tennessee sollte am Mittwochabend eine Frau zum ersten Mal seit über zwei Jahrhunderten hingerichtet werden – doch die Vollstreckung scheiterte. Christa Pike, 50 Jahre alt und seit 1996 zum Tode verurteilt, überlebte zwei Giftspritzen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Vorfall wirft grundlegende Fragen über die Praxis der Todesstrafe auf: über staatliche Gewalt, menschliches Leid und die Grenzen des Rechts. Der Gouverneur von Tennessee hat alle weiteren Hinrichtungen ausgesetzt – ein Innehalten, das mehr bedeuten könnte als eine bloße Verwaltungsmaßnahme.

Am Mittwochabend sollte Christa Pike als erste Frau seit 1819 in Tennessee hingerichtet werden. Die 50-Jährige war 1996 für einen Mord verurteilt worden, der sich 1995 ereignet hatte: Sie und zwei weitere Teenager hatten eine 19-jährige Bekannte nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Der Fall hatte damals landesweite Aufmerksamkeit erregt.

Doch die Vollstreckung verlief nicht wie geplant. Nach zwei Giftspritzen war Pike noch am Leben – Zeugen berichteten, sie habe geschnarcht. Der Staat erklärte sie nicht für tot. Die Justizvollzugsbehörde ließ sie sofort medizinisch versorgen und ins Krankenhaus bringen. Richter Kyle Hixson informierte die Beteiligten per Telefonkonferenz; Pikes Verteidiger erfuhren vom Zustand ihrer Mandantin nur indirekt über das Gericht.

Dabei hatten Pikes Anwälte genau dieses Szenario befürchtet. Sie argumentierten, eine Blutkrankheit erschwere die Injektion und führe zu unnötigem Leiden. Zudem verwiesen sie darauf, dass Pike zur Tatzeit erst 18 Jahre alt war und jahrelangen sexuellen Missbrauch in der Kindheit erlitten hatte – ein Trauma, das der Staat zunächst als Lüge abgetan, später aber selbst anerkannt hatte. Sie forderten eine Begnadigung.

Rechtlich war der Weg zur Hinrichtung umkämpft. Ein Berufungsgericht hatte noch am selben Tag entschieden, dass offene Verfahrensfragen geprüft werden müssten. Der Supreme Court jedoch gab einem Eilantrag Tennessees statt und hob den Vollstreckungsstopp auf. Die drei liberalen Richterinnen Sotomayor, Kagan und Jackson kritisierten diese Entscheidung scharf: Der Staat habe damit die Möglichkeit erhalten, Pike hinzurichten, bevor die Rechtmäßigkeit des Verfahrens abschließend geklärt war.

Nun liegt Pike im Krankenhaus, am Leben. Der Gouverneur hat alle weiteren Hinrichtungen ausgesetzt und eine Untersuchung angeordnet. Was das Versagen der Vollstreckung bedeutet – für Pike, für Tennessee, für die Todesstrafe insgesamt – ist noch offen.

Am Mittwochabend in Tennessee sollte eine Frau hingerichtet werden – die erste seit mehr als zwei Jahrhunderten in diesem Bundesstaat. Christa Pike, 50 Jahre alt, lag auf der Liege im Hinrichtungsraum, als die Vollstrecker begannen, die tödlichen Chemikalien in ihre Adern zu injizieren. Doch etwas ging schief. Nach zwei Giftspritzen war Pike noch am Leben. Zeugen berichteten, dass sie schnarchte. Der Staat Tennessee hatte sie nicht für tot erklärt.

Die Justizvollzugsbehörde ordnete sofort an, Pike medizinisch zu versorgen und ins Krankenhaus zu bringen. Richter Kyle Hixson teilte den Anwälten aller Beteiligten in einer Telefonkonferenz mit, was geschehen war. Pikes Verteidiger erfuhren von ihrem Zustand nicht direkt – sie mussten es aus den Mitteilungen des Gerichts erfahren. Der Gouverneur von Tennessee setzte daraufhin alle geplanten Hinrichtungen aus und ordnete eine Untersuchung an.

Pike war 1996 zum Tode verurteilt worden für einen Mord, der sich 1995 ereignet hatte. Sie und zwei andere Teenager hatten eine 19-jährige Bekannte in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Die Leiche wurde mit einem Pentagramm auf der Brust gefunden – ein Symbol, das landesweit Aufmerksamkeit erregte und Fragen über satanische Rituale aufwarf. Der Fall prägte sich ins öffentliche Gedächtnis ein.

Pikes Anwälte hatten vor Gericht argumentiert, dass eine Hinrichtung durch Giftspritze bei ihrer Klientin zu unnötigem Leiden führen würde. Pike litt an einer Blutkrankheit, die die Injektion erschwerte. Darüber hinaus machten die Verteidiger geltend, dass Pike bei der Begehung der Tat erst 18 Jahre alt war und unter den Folgen langjährigen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit litt. Sie forderten eine Begnadigung.

Der Weg zur Hinrichtung war von rechtlichen Kämpfen geprägt. Ein Berufungsgericht hatte am Mittwoch noch entschieden, dass Zweifel an der Rechtmäßigkeit des ursprünglichen Verfahrens geprüft werden müssten – insbesondere die Frage, wie das Gericht mit Pikes Angaben über erlittenes Trauma umgegangen war. Pike hatte vorgebracht, dass der Staat Tennessee ihre Aussagen über Missbrauch zunächst als Lügen abgetan hatte, später aber selbst anerkannte, dass der Missbrauch stattgefunden hatte. Das Oberste US-Gericht in Washington jedoch gab einem Eilantrag des Staates statt und hob den Vollstreckungsstopp auf.

Die drei liberalen Richterinnen des Supreme Court – Sonia Sotomayor, Elena Kagan und Ketanji Brown Jackson – kritisierten diese Entscheidung scharf. Sotomayor argumentierte, dass die Mehrheit dem Staat damit den Weg ebnete, Pike hinzurichten, bevor die Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens ordnungsgemäß geprüft werden konnten. Tennessee warf Pikes Verteidigung vor, eine bewusste Verzögerungstaktik in letzter Minute zu verfolgen. Der Staat argumentierte auch, dass die Grausamkeit und Schwere des Mordes so schwer wögen, dass selbst das Kindheitstrauma die Todesstrafe nicht hätte verhindern können.

Pike war die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee. Nach Angaben des Cornell Center on the Death Penalty Worldwide sollte sie die erste Frau seit 1819 sein, die in Tennessee hingerichtet würde. Nun liegt sie im Krankenhaus, am Leben, während der Gouverneur eine Untersuchung angeordnet hat und alle weiteren Hinrichtungen ausgesetzt sind. Die Frage, wie es zu dem Versagen bei der Hinrichtung kam und was es für die Zukunft der Todesstrafe in Tennessee bedeutet, bleibt offen.

Um 20.26 Uhr berichteten Zeugen der Hinrichtung, dass die Vollstrecker beide Spritzen mit den tödlichen Chemikalien injiziert hätten und Pike noch am Leben sei und schnarche
— Gerichtsdokument
Die Entscheidung ebne dem Bundesstaat den Weg, Pike hinzurichten, bevor die Zweifel an der Rechtmäßigkeit des vorherigen Verfahrens ordnungsgemäß geprüft werden könnten
— Richterin Sonia Sotomayor, abweichende Meinung
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