Stephen Miller wird Trumps Stabschef: Ein Signal der Härte an Republikaner und Demokraten

Trump setzt nach der Wahlniederlage auf Kurs statt Kompromiss
Mit Miller als Stabschef signalisiert Trump nach den verlorenen Midterms Härte.
Mark

Warum ist gerade diese Personalie so bedeutsam?

Mimi

Der Stabschef kontrolliert den Zugang zum Präsidenten und koordiniert die Ministerien. Mit Miller an der Spitze bleibt der Kurs nach der Wahlniederlage derselbe.

Mark

Wie wird das aufgenommen?

Mimi

Die Demokraten Jeffries und Schumer reagierten mit scharfer Kritik. Selbst der Republikaner Don Bacon nennt es keine weise Entscheidung.

Luke

Wichtig ist: Dass Miller hinter vielen Maßnahmen steht, wird teils nur vermutet, etwa bei den ICE-Razzien.

Mimi

Stimmt, die Quelle formuliert dort vorsichtig: Sein Einfluss wird vermutet.

Mark

Und Whipples Wort von der „Kriegserklärung“?

Luke

Das ist die Einschätzung eines Publizisten, kein Beleg für Trumps Absicht. Trump selbst hat sich dazu nicht so geäußert.

Mark

Was ist mit weiteren Wechseln?

Mimi

Trump sprach von „vielleicht ein paar Änderungen“, ohne Namen.

Luke

Vance, Rubio und Hegseth sind Spekulation aus US-Medien. Bestätigt ist dazu nichts.

  • Nach den Midterms steht das Weiße Haus unter Druck, und Trump antwortet mit einer Personalentscheidung, die Konfrontation signalisiert.
  • Die Demokraten, die beide Kammern des Kongresses gewonnen haben, kündigen Widerstand bei jedem Schritt an.
  • Selbst Republikaner wie Don Bacon warnen, der harte Migrationskurs habe zur Niederlage beigetragen.
  • Weitere Personalwechsel sind angekündigt, doch die Namen bleiben offen, und die Spekulationen um Vance, Rubio und Hegseth wachsen.

Mit Stephen Miller rückt ein Mann an die Spitze des Stabs im Weißen Haus, der seit Jahren als Architekt einer harten Migrationspolitik gilt und die Vorstellung einer regelbasierten Weltordnung offen verwirft. Seine Ernennung folgt auf den Abgang von Susie Wiles nach den deutlichen Verlusten der Republikaner bei den Zwischenwahlen. Sie markiert eine Wegscheide: Nach der Wahlniederlage setzt Washington nicht auf Ausgleich, sondern auf Stärke und Kontrolle. Ob diese Entscheidung die Spaltung des Landes vertieft oder die eigene Partei zur Besinnung bringt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Seit Freitag führt Stephen Miller den Stab im Weißen Haus. Der 41-Jährige, bisher stellvertretender Stabschef, übernimmt den Posten von Susie Wiles, die nach den schweren Niederlagen der Republikaner bei den Midterms gehen musste. Miller gilt als Kopf hinter der strikten Einwanderungspolitik des Präsidenten.

Miller wuchs in einer jüdischen Familie auf, deren Großeltern als Flüchtlinge in die USA gekommen waren. Schon früh vertrat er konservative Positionen. Nach dem Studium arbeitete er für Abgeordnete und Senatoren, bevor er 2016 ins Wahlkampfteam Trumps wechselte. 2021 gründete er die Organisation America First Legal, die gegen linke Projekte kämpft. Die Migrationspolitik trägt seine Handschrift, von der Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze bis zur Einschränkung des Asylrechts.

Die Demokraten gewannen die Mehrheit in Senat und Repräsentantenhaus, selbst in traditionell republikanischen Staaten. Während die Partei über ihre künftige Ausrichtung streitet, setzt Trump auf Härte. Die Demokraten reagierten mit scharfer Kritik, Hakeem Jeffries nannte Miller einen gefährlichen Extremisten. Selbst der Republikaner Don Bacon hielt die Entscheidung für unklug.

Welche weiteren Wechsel folgen, ist offen. Trump kündigte Änderungen an, nannte aber keine Namen. Vance, Rubio und Verteidigungsminister Hegseth werden in den Medien genannt, doch Trump stellt sich bislang öffentlich hinter Hegseth.

Seit Freitag leitet Stephen Miller den Stab im Weißen Haus. Der 41-Jährige, bisher stellvertretender Stabschef, löst Susie Wiles ab, die ihren Posten nach den herben Niederlagen der Republikaner bei den Midterms verlor. Miller gilt als rechter Hardliner und als Kopf hinter der strikten Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump.

Miller wuchs in einem jüdischen Elternhaus auf, seine Großeltern waren als Flüchtlinge in die USA gekommen. Er studierte Politikwissenschaften an der Duke University in North Carolina. Schon als Schüler vertrat er konservative Positionen, etwa in Beiträgen für Radiosender und Zeitungen. Laut der Rechercheplattform EBSCO protestierte er öffentlich gegen spanischsprachige Durchsagen an seiner Schule. Als Student erregte er Aufmerksamkeit, weil er Spieler einer Lacrosse-Mannschaft verteidigte, denen der sexuelle Missbrauch einer schwarzen Frau vorgeworfen wurde. Die Anklage wurde später als unbegründet zurückgewiesen.

Nach dem Studium arbeitete Miller unter anderem für die republikanische Abgeordnete Michele Bachmann und für Senator Jeff Sessions, der in Trumps erster Amtszeit Justizminister wurde. 2016 wechselte er ins Wahlkampfteam Trumps, schrieb Reden und beriet in Einwanderungs- und Wirtschaftsfragen. 2021 gründete er die Organisation America First Legal, die sich gegen linksgerichtete Projekte wendet, darunter solche zur Förderung von Gleichstellung und Diversität. Viele ihrer Ziele ähneln denen der MAGA-Bewegung. Nach der Wiederwahl machte Trump ihn 2025 zum stellvertretenden Stabschef.

Der Posten des Stabschefs zählt zu den wichtigsten im Weißen Haus: Er kontrolliert den Zugang zum Präsidenten, koordiniert die Ministerien und entscheidet mit, welche Vorhaben auf Trumps Schreibtisch landen. Trump würdigte Miller als einen seiner „vertrauenswürdigsten Berater“ und als „großartigen Kämpfer“.

Miller soll die Migrationspolitik maßgeblich geprägt haben, darunter die Trennung von Migrantenfamilien an der Grenze und die Einstellung fast aller Flüchtlingsprogramme. Auch hinter den harten ICE-Razzien wird sein Einfluss vermutet. Er wollte zudem das verfassungsmäßige Geburtsrecht einschränken, doch das höchste US-Gericht stoppte die Regierung. Im Januar sagte er in einem CNN-Interview, Grönland stehe den USA zu, und er glaube nicht an eine regelbasierte Weltordnung. Die reale Welt werde von Stärke, Gewalt und Macht bestimmt.

Bei den Zwischenwahlen sicherten sich die Demokraten die Mehrheit im Senat wie im Repräsentantenhaus, selbst in Hochburgen wie Kansas und Texas. In der Partei entbrannte eine Debatte über eine inhaltliche Neuausrichtung. Trump versucht, sie mit der Personalie abzuwürgen und Macht, Kontrolle und Stärke zu zeigen. Der Publizist Chris Whipple sprach von einer „Kriegserklärung“ und sieht darin eine Absage an Zusammenarbeit mit der künftigen demokratischen Kongressmehrheit.

Die Demokraten reagierten scharf. Hakeem Jeffries nannte Miller einen „gefährlichen Ausländerfeind und rücksichtslosen Extremisten, der amerikanisches Blut an den Händen hat“. Chuck Schumer sprach vom „Architekten der barbarischsten, unmenschlichsten Maßnahmen“ der Regierung und kündigte Widerstand „auf jedem Schritt des Weges“ an. Adam Smith sagte, Trump habe nicht verstanden, was am Wahltag geschehen sei. Auch der Republikaner Don Bacon kritisierte bei ABC, Millers Migrationskurs sei mitverantwortlich für die Niederlage: „keine weise Personalentscheidung“.

Weitere Wechsel sind offen. Trump sagte CBS News, er werde „vielleicht ein paar Änderungen“ vornehmen, nannte aber keine Namen. In US-Medien fallen die Namen JD Vance und Marco Rubio; Rubio wies Spekulationen wiederholt zurück. Vance nannte in einem X-Beitrag den Krieg gegen Iran die Hauptursache des Wahlausgangs. Dessen Folgen, etwa gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise, drückten schon vor der Wahl die Umfragewerte. Auch über Verteidigungsminister Pete Hegseth wird spekuliert, doch Trump stellte sich öffentlich hinter ihn.

Keine weise Personalentscheidung.
— Don Bacon, republikanischer Abgeordneter, bei ABC
Architekt der barbarischsten, unmenschlichsten Maßnahmen dieser Regierung.
— Chuck Schumer, demokratischer Senator
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