Ramaphosa räumt Versäumnisse im Kampf gegen Frauenmorde ein

Mindestens elf Frauen wurden in den vergangenen Wochen in Ekurhuleni ermordet; ihre Leichen wurden in Straßengräben, verlassenen Parkanlagen und Hoteleingang gefunden.
Was wir getan haben, war nicht genug
Präsident Ramaphosa gesteht sieben Jahre nach seiner letzten Rede zur gleichen Krise ein, dass die bisherigen Maßnahmen unzureichend waren.
Mark

Warum ist diese Rede des Präsidenten jetzt so wichtig geworden?

Mimi

Weil elf Frauen in wenigen Wochen ermordet wurden — und Ramaphosa endlich öffentlich zugegeben hat, dass sieben Jahre von Maßnahmen nicht gereicht haben.

Luke

Aber hat er wirklich etwas Neues angekündigt, oder sind das die gleichen Pläne von letztem Jahr, nur neu verpackt?

Mimi

Die Maßnahmen sind konkret: nationale Aufarbeitung ungelöster Fälle, mehr Polizeipräsenz, schnellere Forensik, bessere Straßenbeleuchtung.

Luke

Das klingt nach Verwaltungsarbeit. Aber wie schnell können diese Dinge umgesetzt werden? Und wer kontrolliert das?

Mark

Was sagen die Aktivisten dazu?

Mimi

Sie sagen, das hätte alles schon längst da sein müssen. Funktionierende Straßenbeleuchtung, ein funktionierendes Strafrechtssystem — das ist für sie das absolute Minimum.

Luke

Das ist ein wichtiger Punkt: Amnesty International kritisiert nicht, dass die Maßnahmen falsch sind, sondern dass sie grundlegend hätten vorhanden sein müssen.

Mark

Und die Angehörigen der Opfer?

Mimi

Sie sind ungeduldig. Ein Onkel sagte: "Was ist mit morgen? Was ist mit heute Nacht?" Die Gefahr ist jetzt, nicht in sechs Monaten.

Luke

Das ist die Spannung hier — zwischen langfristigen Reformen und dem unmittelbaren Schutz von Frauen, die morgen früh das Haus verlassen müssen.

Mark

Kann der Präsident diese Spannung überhaupt auflösen?

Mimi

Das ist die offene Frage. Die Ankündigungen sind da. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an.

  • Mindestens elf Frauen in Ekurhuleni bei Johannesburg in wenigen Wochen ermordet
  • Präsident Ramaphosa räumt Versäumnisse nach sieben Jahren ein
  • Geplante Maßnahmen: nationale Aufarbeitung ungelöster Fälle, mehr Polizeipräsenz, schnellere Forensik, bessere Straßenbeleuchtung
  • Aktivisten fordern sofortige Umsetzung, nicht nur Ankündigungen

Mindestens elf Frauen wurden in den vergangenen Wochen in der Region Ekurhuleni bei Johannesburg ermordet, ihre Leichen in Straßengräben und verlassenen Orten gefunden. Ramaphosa gestand ein, dass sieben Jahre nach seiner letzten Rede zu dieser Krise die Gewalt gegen Frauen weiterhin ein zentrales Problem Südafrikas bleibt.

Präsident Ramaphosa räumt ein, dass die bisherigen Maßnahmen gegen geschlechtsbezogene Gewalt unzureichend waren, nachdem mindestens elf Frauen in Ekurhuleni ermordet wurden. Er kündigte neue Maßnahmen an, die Kritiker jedoch als längst überfällig bewerten.

Südafrika steht unter Schock. In den vergangenen Wochen wurden mindestens elf Frauen in der Region Ekurhuleni bei Johannesburg ermordet. Ihre Leichen lagen in Straßengräben, in verlassenen Parkanlagen, im Hintereingang eines Hotels. Ob die Verbrechen zusammenhängen, ist noch unklar. In drei Fällen sitzen Verdächtige in Haft. Präsident Cyril Ramaphosa trat vor die Nation und sprach von "schwerem Herzen" — nicht nur als Staatschef, sondern auch als Mann, als Ehepartner, als Vater von Töchtern.

Die Gewalt gegen Frauen sei eine nationale Schande, sagte Ramaphosa. "Die Nation ist wütend. Die Frauen Südafrikas sind wütend." Und er teilte diese Wut. Das war das Eingeständnis, das viele erwartet hatten: "Was wir getan haben, war nicht genug." Sieben Jahre zuvor hatte der Präsident bereits vor der Nation gestanden und über dieselbe Krise gesprochen. Die Namen der Opfer waren neu, das Verbrechen nicht. Gewalt gegen Frauen ist in Südafrika seit Jahrzehnten eines der größten gesellschaftlichen Probleme.

Im vergangenen Jahr hatte die südafrikanische Regierung geschlechtsbezogene Gewalt zur nationalen Katastrophe erklärt, Aktionspläne aufgelegt und Gesetze verschärft. Nun kündigte Ramaphosa weitere Maßnahmen an: eine nationale Aufarbeitung ungelöster Fälle, mehr sichtbare Polizeipräsenz, schnellere forensische Analysen, Sicherheitsprüfungen in allen Kommunen, bessere Straßenbeleuchtung. "Keine Frau sollte in der Angst leben müssen, vielleicht die Nächste zu sein", sagte er. "Wir schulden jeder Frau und jedem Mädchen in Südafrika ein Land, in dem sie nicht berechnen muss, wo sie gehen darf, zu welcher Zeit sie reisen darf, was sie anziehen darf, wem sie vertrauen darf und ob ein Nein ihr Leben in Gefahr bringt."

Bei Bürgerrechtsorganisationen und Angehörigen der Opfer stießen die Ankündigungen auf verhaltenes Echo. Tegan Snyman von Amnesty International sagte dem Nachrichtenkanal Newzroom Afrika, das alles hätte schon längst passieren müssen. "Wir reden hier von grundlegenden Dingen, die von Anfang an hätten vorhanden sein müssen." Sieben Jahre, zehn Jahre — seit dem Ende der Apartheid hätten sie ein funktionierendes Strafrechtssystem haben müssen. Funktionierende Straßenbeleuchtung, gepflegtes Grün, unaufgeklärte Morde, DNA-Analysen-Rückstände — das sei das absolute Minimum. "Die Arbeit fängt jetzt erst an."

Andries Matlaila, Onkel einer jungen Frau, die vor drei Wochen beim Joggen ermordet wurde, sagte dem Sender eNCA, er habe konkrete Sofortmaßnahmen vermisst. "Denn schon morgen wird jemand zur Arbeit oder zum Joggen gehen." Er habe schnelles Handeln vom Staatsoberhaupt erwartet. "Meine Frage ist: Was ist mit morgen, was ist mit heute Nacht? Das ist meine größte Sorge." Die Pläne für die Zukunft sind angekündigt. Aber für die Frauen, die morgen früh das Haus verlassen müssen, beginnt die Gefahr heute.

Keine Frau sollte in der Angst leben müssen, vielleicht die Nächste zu sein
— Präsident Cyril Ramaphosa
Das alles hätte schon längst passieren müssen. Wir reden hier von grundlegenden Dingen, die von Anfang an hätten vorhanden sein müssen
— Tegan Snyman, Amnesty International
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