Porsche stellt Sanierungsprogramm vor: Weniger Modelle, höhere Margen

Porsche plant Abbau von bis zu 30 Prozent der Belegschaft (ca. 12.600 von 42.000 Mitarbeitern) bis 2035, soll aber sozialverträglich ohne Kündigungen erfolgen.
Weniger Autos, höhere Preise, deutlich weniger Personal
Porsche's Sanierungsstrategie konzentriert sich auf Exklusivität statt Volumen und plant bis zu 30 Prozent Stellenabbau.
Mark

Warum ist Porsche in diese Situation geraten? Das ist doch eine der erfolgreichsten Marken der Welt.

Mimi

Der chinesische Markt ist eingebrochen – das war der Hauptschlag. Aber es gab auch Fehler bei der Elektrostrategie unter dem früheren Chef, und die US-Zölle haben zusätzlich Druck aufgebaut.

Luke

Aber wie viel davon ist wirklich China, und wie viel ist hausgemacht? Die Quelle sagt, dass Erwartungen "verfehlt" wurden – das klingt nach Managementversagen.

Mimi

Das ist fair. Leiters räumt ein, dass die E-Auto-Strategie nicht funktioniert hat. Jetzt korrigiert er das, indem er weniger ehrgeizig wird – zwei Drittel Verbrenner statt mehr Elektro.

Mark

Und was passiert mit den Arbeitern? 12.600 Stellen könnten wegfallen.

Mimi

Das ist der harte Teil. Aber Porsche sagt, es soll ohne Kündigungen gehen – durch Pensionierungen, Umschulungen, natürliche Fluktuation.

Luke

Das ist eine Zusage, aber wie realistisch ist das bei 30 Prozent Abbau? Das ist eine massive Zahl.

Mark

Wird Porsche dadurch wieder profitabel?

Mimi

Das ist der Plan. Mit weniger Autos, höheren Preisen und niedrigeren Kosten soll die Marge auf 10 bis 15 Prozent steigen.

Luke

Aber nur, wenn die Nachfrage nach diesen teuren Modellen hält. Wenn der Luxusmarkt weiter schwächelt, könnte das schiefgehen.

Mark

Und China – gibt Porsche das auf?

Mimi

Nein, Leiters sagt ausdrücklich, dass man den Markt nicht aufgeben wird. Aber die Erwartungen sind realistischer geworden.

  • Porsche plant Stellenabbau von 25 bis 30 Prozent der 42.000 Mitarbeiter bis 2035
  • Durchschnittspreis von Top-Modellen soll um 20 Prozent auf über 330.000 Euro steigen
  • Auslieferungen sanken im ersten Halbjahr 2026 um 16 Prozent
  • Gewinnschwelle soll 2027 bereits mit unter 200.000 Verkäufen erreicht werden
  • Mittelfristige Gewinnmarge angestrebt: 10 bis 15 Prozent bei 41 bis 45 Milliarden Euro Umsatz

Porsche konzentriert sich künftig auf exklusive Spitzenmodelle statt Massenproduktion, um Profitabilität zu steigern und bereits 2027 die Gewinnschwelle mit unter 200.000 Verkäufen zu erreichen. Der Sportwagenbauer plant Stellenabbau von 25-30 Prozent der 42.000 Mitarbeiter bis 2035 und erhöht Durchschnittspreise von Top-Modellen um 20 Prozent auf über 330.000 Euro.

Porsche präsentiert Sanierungskonzept "Sportwagenschmiede 35" mit Fokus auf weniger, aber lukrativere Modelle und rigorose Kostensenkungen. Das Unternehmen plant bis zu 30 Prozent Stellenabbau und strebt mittelfristig eine Marge von 10-15 Prozent an.

Porsche hat sich entschieden, weniger zu bauen – aber dafür teurer. Der Sportwagenhersteller stellte am Mittwoch sein neues Sanierungsprogramm vor, das die Stuttgarter Luxusmarke grundlegend umgestalten soll. Unter dem Namen "Sportwagenschmiede 35" kündigte Vorstandschef Michael Leiters an, dass das Unternehmen künftig auf eine kleinere Zahl exklusiverer, profitablerer Modelle setzen wird. Gleichzeitig sollen die Kosten überall im Betrieb rigoros gesenkt werden – von der Entwicklung über die Produktion bis zum Vertrieb.

Die Zahlen zeigen die Tiefe der Krise, aus der sich Porsche befreien will. Im vergangenen Jahr brach der chinesische Markt ein, und diese Talfahrt setzte sich im ersten Halbjahr 2026 fort: Die Auslieferungen sanken um 16 Prozent. Schuld daran sind nicht nur die schwache Nachfrage nach Luxusgütern in China, sondern auch der wachsende Druck durch chinesische Konkurrenten, hohe amerikanische Zölle und strategische Fehlentscheidungen beim Übergang zu Elektroantrieben unter Leiters' Vorgänger Oliver Blume. Das Unternehmen mit 42.000 Mitarbeitern musste handeln.

Die neue Strategie setzt auf Exklusivität statt Volumen. Porsche will bereits 2027 die Gewinnschwelle mit weniger als 200.000 verkauften Autos pro Jahr erreichen – ein drastischer Rückgang gegenüber früheren Erwartungen. Der Durchschnittspreis der Top-Modelle, von denen mindestens 10.000 Exemplare jährlich verkauft werden sollen, soll um 20 Prozent auf über 330.000 Euro steigen. Leiters plant neue Flaggschiffe: eine Supersportwagenplattform und ein Luxus-SUV oberhalb des Cayenne. Um die Komplexität zu reduzieren, wird die Zahl der Varianten um ein Fünftel sinken, während ihre Verkaufsmenge um 30 Prozent zurückgehen soll.

Mittelfristig strebt Porsche eine Gewinnmarge von 10 bis 15 Prozent bei einem Umsatz von 41 bis 45 Milliarden Euro an. Das ist deutlich weniger ehrgeizlich als früher – die Hoffnung auf eine Ferrari-ähnliche Marge von 20 Prozent wurde aufgegeben. Bei der Elektromobilität senkt das Unternehmen seine Ambitionen ebenfalls: Bis in die 2030er Jahre soll der Antriebsmix aus zwei Dritteln Verbrennern und einem Drittel batterieelektrischen Fahrzeugen bestehen.

Die Kostensenkungen werden vor allem durch Personalabbau erreicht. Von den rund 42.000 Mitarbeitern sollen mittelfristig 25 Prozent gehen, mit einem strategischen Ziel von bis zu 30 Prozent – das wären etwa 12.600 Arbeitsplätze. In zwei Verhandlungsrunden mit dem Betriebsrat wurde bereits der Abbau von 9.000 Stellen bis 2035 vereinbart. Von den Managementpositionen fallen 40 Prozent weg. Das Unternehmen verspricht, dass der Abbau sozialverträglich erfolgen soll, ohne Kündigungen auszusprechen. Zusätzlich will Porsche die gemeinsamen Plattformen mit der Konzernschwester Audi nutzen, um Effizienz zu gewinnen.

Bei China bleibt Porsche ambitioniert. "Wir werden diesen Markt nicht aufgeben", betonte Leiters. Allerdings erwartet er weiterhin ein anspruchsvolles Umfeld. Stattdessen sieht das Unternehmen Wachstumspotenzial in den USA, wo der Absatzanteil von derzeit 35 Prozent steigen soll. In Europa wird ein stabiler Anteil von 35 Prozent erwartet. Die Strategie ist klar: Porsche will sich aus der Massenproduktion zurückziehen und sich als reine Luxusmarke neu erfinden – mit weniger Autos, höheren Preisen und deutlich weniger Personal.

Wir werden diesen Markt nicht aufgeben
— Michael Leiters, Porsche-Vorstandschef, zum chinesischen Markt
Kosten sollen rigoros gesenkt werden
— Michael Leiters, Porsche-Vorstandschef
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