Nike verschärft Sparkurs: 2,5 Milliarden Dollar Einsparungen geplant

Nike wird Stellen abbauen als Teil des Sanierungsprogramms.
Nike hat sich selbst in dieses Loch gegraben
Der Konzern konzentrierte sich zu sehr auf Direktvertrieb und verlor dabei den Einzelhandel aus den Augen.
Mark

Nike war doch lange Zeit das Maß aller Dinge in der Sportartikelindustrie. Wie rutscht man als Marke dieser Größe so tief ab?

Mimi

Das ist das Interessante: Nike hat das selbst verursacht. Sie haben so stark auf Direktvertrieb gesetzt — also auf ihre eigenen Läden und Online-Kanäle — dass sie den klassischen Sportfachhandel vernachlässigt haben. Das war eine bewusste Strategie, aber sie ist schiefgegangen.

Luke

Aber warum war das überhaupt eine gute Idee? Direktvertrieb bedeutet höhere Margen, das verstehe ich. Aber die Daten zeigen, dass Konkurrenten wie Adidas in den Läden präsent waren, während Nike fehlte. Das hätte man vorhersehen können.

Mimi

Genau. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Nike Elliott Hill zurückgeholt hat. Er kennt das Verbrauchergeschäft, er war lange Zeit dafür verantwortlich. Das ist ein Signal, dass man zur Kernkompetenz zurückkehren will.

Mark

Die 2,5 Milliarden Dollar Einsparungen — ist das genug, um das Schiff wieder flott zu machen?

Luke

Das ist schwer zu sagen. Die Einsparungen sind über mehrere Jahre verteilt, also nicht alle auf einmal. Und wir wissen noch nicht, wie viele Stellen abgebaut werden. Das ist ein wichtiger Punkt, den Nike noch nicht offengelegt hat.

Mimi

Aber es geht nicht nur um Kostensenken. Hill hat auch gesagt, dass Nike sich wieder stärker auf Sportler konzentrieren will, nicht auf Lifestyle. Das ist eine inhaltliche Neuausrichtung, nicht nur eine Sparmaßnahme.

Mark

Also eine Rückkehr zu den Wurzeln?

Mimi

Ja, genau. Nike war immer die Marke der Athleten. In den letzten Jahren ist das verwässert worden. Jetzt versuchen sie, das wieder zu schärfen.

Luke

Und die Verbraucher? Hill hat gesagt, dass die zurückhaltend sind mit ihren Ausgaben. Das ist ein Umfeld, in dem auch die beste Strategie schwer umzusetzen ist.

Mark

Also müssen sie nicht nur ihre Strategie ändern, sondern auch auf bessere Zeiten warten?

Mimi

Beides. Die Strategie ist notwendig, aber ohne Nachfrage hilft sie auch nicht viel. Das ist das Risiko für Nike in den nächsten Quartalen.

  • Nikes Umsatz ist im letzten Quartal um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar gesunken — und für das laufende Geschäftsjahr droht ein noch stärkerer Rückgang im hohen einstelligen Bereich.
  • Die Überkonzentration auf den Direktvertrieb hat dem Konzern im wichtigsten Markt USA geschadet: Konkurrenten wie Adidas besetzten die frei gewordenen Regale im Fachhandel.
  • Als Reaktion auf die Krise wurde Elliott Hill aus dem Ruhestand zurückgeholt — ein Zeichen, wie tief die Verunsicherung im Konzern sitzt.
  • Das 2,5-Milliarden-Dollar-Sparprogramm sieht Stellenabbau vor, dessen genaues Ausmaß Nike noch nicht kommuniziert hat.
  • Nike setzt nun auf eine strategische Kehrtwende: mehr Fokus auf Sportler statt Lifestyle, und eine Annäherung an die vernachlässigten Einzelhandelspartner.
  • Die Aktie reagierte mit einem nachbörslichen Kursrückgang von rund vier Prozent — der Markt wartet ab, ob die Maßnahmen greifen.

Nike, einst unangefochtener König des Sportartikelmarktes, trägt heute die Folgen eigener strategischer Entscheidungen: Der Rückzug aus dem Einzelhandel zugunsten direkter Vertriebskanäle hat Marktanteile gekostet und den Konzern in eine anhaltende Krise geführt. Mit einem Sparprogramm von 2,5 Milliarden Dollar und der Rückkehr zu seinen sportlichen Wurzeln versucht Nike nun, einen Weg aus dem selbst gegrabenen Loch zu finden. Es ist eine Geschichte, die daran erinnert, dass selbst die mächtigsten Marken nicht immun sind gegen die Konsequenzen des Vergessens, wer sie einmal waren.

Nike steckt seit über einem Jahr in einer Krise, die der Konzern sich selbst eingebrockt hat — und die Erholung kommt nur schleppend voran. Bei der Vorlage seiner jüngsten Quartalszahlen kündigte der Sportartikelriese an, über die kommenden Jahre 2,5 Milliarden Dollar einzusparen. Stellenabbau wird dabei unvermeidlich sein, wie Konzernchef Elliott Hill in einer Analystenkonferenz bestätigte.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Quartalsumsatz sank um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar, der Gewinn fiel auf 712 Millionen Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel zeitweise rund vier Prozent.

Die Wurzel der Krise liegt in einer strategischen Fehlentscheidung: Nike hatte in den vergangenen Jahren den Direktvertrieb massiv ausgebaut und dabei den klassischen Einzelhandel vernachlässigt. Im US-Markt füllten Konkurrenten wie Adidas die entstandenen Lücken in den Regalen der Sportfachgeschäfte — mit spürbaren Folgen für Nikes Absatz.

Die Lage war ernst genug, um 2024 zu einer ungewöhnlichen Maßnahme zu greifen: Elliott Hill, der nach mehr als drei Jahrzehnten bei Nike 2020 in den Ruhestand gegangen war, wurde zurückgeholt und übernahm im Oktober 2024 die Führung vom glücklosen John Donahoe. Hill handelte schnell: Er verordnete dem Unternehmen eine Rückkehr zu seiner sportlichen Kernidentität und begann, die Beziehungen zum Einzelhandel zu reparieren — eine klare Abkehr von der Strategie der Vorjahre.

Das 2,5-Milliarden-Dollar-Programm ist das bislang deutlichste Eingeständnis, dass tiefere Einschnitte nötig sind. Wie viele Stellen wegfallen werden, hat Nike noch nicht mitgeteilt. Ob die Kombination aus Sparen, strategischer Neuausrichtung und neuem Führungspersonal ausreicht, um Nike wieder zu alter Stärke zu führen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

Nike steht seit mehr als einem Jahr in einem Loch, das der Konzern sich selbst gegraben hat. Die Erholung verläuft stockend. Jetzt wird der Sparkurs verschärft. Der Sportartikelriese kündigte bei der Vorlage seiner Quartalszahlen an, dass er über die kommenden Jahre 2,5 Milliarden Dollar einsparen wird. Stellenabbau wird Teil dieses Sanierungsprogramms sein, sagte Konzernchef Elliott Hill in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Schwierigkeiten. Im vergangenen Quartal sank der Umsatz um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar. Hill führte das auf zurückhaltende Verbraucherausgaben zurück. Für das Geschäftsjahr, das noch bis Ende Mai 2027 läuft, rechnet Nike mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Die Aktie reagierte prompt: Im nachbörslichen Handel fiel sie zeitweise um etwa vier Prozent.

Wie Nike in diese Lage geriet, ist eine Geschichte von strategischen Fehlentscheidungen. Der Konzern konzentrierte sich in den vergangenen Jahren massiv auf den Direktvertrieb — den Verkauf über eigene Kanäle — und vernachlässigte dabei den traditionellen Einzelhandel. Im US-Markt, Nikes wichtigstem Absatzgebiet, bedeutete das konkrete Folgen: Konkurrenten wie Adidas rückten in die Regale der Sportfachgeschäfte vor, während Nike-Produkte weniger präsent waren. Die Verkäufe litten entsprechend.

Die Krise war so gravierend, dass Nike 2024 zu einer ungewöhnlichen Maßnahme griff. Der Konzern holte Elliott Hill aus dem Ruhestand zurück. Hill war über drei Jahrzehnte bei Nike tätig gewesen und hatte sich unter anderem um das Verbrauchergeschäft gekümmert. Nach seinem Ruhestand 2020 kehrte er im Oktober 2024 zurück und übernahm die Nachfolge von John Donahoe als Konzernchef.

Hill hat schnell gehandelt. Er ordnete dem Unternehmen einen stärkeren Fokus auf Sportler an — eine Rückkehr zu Nikes Kernidentität. In den Jahren zuvor war der Lifestyle-Anteil des Sortiments gestiegen, Nike war in den Alltag und die Mode abgerutscht. Gleichzeitig bemüht sich der Konzern nun um bessere Beziehungen zu seinen Einzelhandelspartnern. Das ist eine Umkehr der Strategie der vergangenen Jahre, aber offenbar notwendig, um wieder Fuß zu fassen in den Läden, die Millionen von Kunden erreichen.

Das 2,5-Milliarden-Dollar-Programm ist Nikes Antwort auf diese Realität. Es ist ein Eingeständnis, dass die bisherige Strategie nicht funktioniert hat und dass tiefere Schnitte nötig sind. Der Stellenabbau wird schmerzhaft sein — wie viele Arbeitsplätze betroffen sind, hat Nike noch nicht mitgeteilt. Aber es ist klar, dass der Konzern nicht nur seine Strategie, sondern auch seine Größe anpassen wird. Ob das reicht, um wieder zu alter Stärke zurückzufinden, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

Die Verbraucher seien zurückhaltend bei ihren Ausgaben
— Elliott Hill, Nike-Konzernchef
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