Neue ICE-Sprinter ab Dezember, aber Baustellen bremsen weiter

Fahrtzeiten verlängern sich deutlich, während die Bahn modernisiert
Baustellen auf Schlüsselstrecken wie Hannover-Berlin verzögern Fahrten um bis zu 80 Minuten.
Mark

Was bedeutet dieser neue ICE-Sprinter konkret für jemanden, der regelmäßig zwischen Hamburg und München pendelt?

Mimi

20 Minuten schneller klingt nicht nach viel, aber bei einer fünfstündigen Fahrt ist das ein Unterschied. Dreimal täglich in jede Richtung bedeutet auch mehr Flexibilität — man hat mehr Optionen, wann man fahren kann.

Luke

Aber nur wenn man in Hannover oder Nürnberg nicht aussteigen muss. Für alle anderen ist es eine Durchfahrt-Verbindung. Wie viele Fahrgäste nutzen die Strecke eigentlich so, dass diese Verdichtung sinnvoll ist?

Mark

Und was ist mit den Baustellen? 80 Minuten Verzögerung auf Hannover-Berlin — das hebt die Zeitersparnis ja wieder auf.

Mimi

Genau. Das ist das Kernproblem: Die Bahn modernisiert, aber während sie modernisiert, werden die Fahrtzeiten länger. Es ist ein Teufelskreis.

Luke

Wobei die Bahn sagt, dass der Fernverkehr trotzdem fährt. Das ist nicht nichts. Aber wie lange diese Baustellen noch andauern — das steht nicht im Bericht. Das ist eine offene Frage.

Mark

Warum gibt es keine Preiserhöhung?

Mimi

Die Bahn will Fahrgäste halten. In Zeiten von teuren Benzinpreisen ist das ein Argument: Fahrt mit uns, es wird nicht teurer.

Luke

Bis Mai 2027. Das ist eine begrenzte Garantie. Was passiert danach? Und ob diese Preisgarantie die Fahrgäste wirklich hält, wenn die Baustellen die Fahrtzeiten so stark verlängern — das ist fraglich.

  • Neue ICE-Sprinter ab Dezember versprechen bis zu 20 Minuten kürzere Fahrtzeiten auf einer der meistgenutzten Strecken Deutschlands — ein spürbares Signal des Aufbruchs.
  • Gleichzeitig zwingen Großbaustellen auf Hannover-Berlin Reisende zu Umwegen mit bis zu 80 Minuten Mehraufwand, was den Fortschrittsnarrativ der Bahn empfindlich trübt.
  • Der Konzern weitet sein Netz aus — mehr Direktverbindungen, mehr internationale Fahrten, verdichtete Takte — und sendet damit ein klares Bekenntnis zum Fernverkehr.
  • Um Fahrgäste trotz Baustellen-Frust nicht zu verlieren, verzichtet die Bahn bis Mai 2027 auf Preiserhöhungen und positioniert sich als günstige Alternative zu Auto und Flugzeug.
  • Die Buchung der neuen Fahrpläne ist bereits möglich — die Bahn setzt auf frühe Planbarkeit als Vertrauenssignal in unsicheren Zeiten.

Die Deutsche Bahn steht vor einem vertrauten Widerspruch: Sie verspricht Beschleunigung und Aufbruch, während das marode Streckennetz sie zugleich ausbremst. Ab Dezember 2026 sollen neue ICE-Sprinter zwischen Hamburg und München sowie Berlin und Stuttgart schnellere Verbindungen schaffen — doch umfangreiche Sanierungsarbeiten auf Schlüsselstrecken verlängern andernorts die Fahrtzeiten erheblich. In diesem Spannungsfeld zwischen Modernisierung und Infrastrukturlast versucht der Konzern, mit stabilen Preisen bis Mai 2027 das Vertrauen seiner Fahrgäste zu bewahren.

Ab dem 13. Dezember tritt ein neuer Fahrplan der Deutschen Bahn in Kraft, der spürbare Verbesserungen im Fernverkehr bringen soll. Herzstück ist eine neue ICE-Sprinter-Linie zwischen Hamburg und München: dreimal täglich je Richtung, mit nur zwei Zwischenhalten in Hannover und Nürnberg, und einer um 20 Minuten verkürzten Fahrzeit von fünf Stunden und 20 Minuten. Auch zwischen Berlin und Stuttgart wird der Sprinter-Verkehr von einmal auf dreimal täglich ausgebaut — rund eine Stunde schneller als die reguläre ICE-Verbindung über Frankfurt.

Darüber hinaus entstehen neue Direktverbindungen, etwa zwischen Berlin und Jena, Saarbrücken und Hamburg sowie aus Ostwestfalen nach München. Im internationalen Verkehr bietet die Bahn künftig täglich mehr als 320 grenzüberschreitende Fahrten an — 20 Prozent mehr als noch 2019, mit Zielen in Frankreich, Italien und Österreich.

Doch die Kehrseite bleibt unübersehbar: Drei wichtige Streckenabschnitte werden umfassend saniert. Besonders auf der Verbindung Hannover-Berlin müssen Reisende mit rund 80 Minuten Mehrfahrzeit rechnen, einzelne Verbindungen entfallen ganz. Die Bahn betont, dass der Fernverkehr grundsätzlich weiterläuft — doch die Baustellen-Realität dämpft die positive Bilanz erheblich.

Um das Vertrauen der Fahrgäste zu erhalten, hat Bahn-Chefin Evelyn Palla bereits im Frühjahr eine Preisgarantie bis Mai 2027 angekündigt. Fernverkehrsvorstand Michael Peterson begründet dies mit dem Anspruch, auch in Zeiten teurer Kraftstoffe eine attraktive Alternative zu Auto und Flugzeug zu bleiben — ein Versprechen, das den Spagat zwischen Modernisierung und Geduldsanforderung an die Fahrgäste überbrücken soll.

Ab Mittwoch dieser Woche können Fahrgäste Tickets für den neuen Fahrplan buchen, der am 13. Dezember in Kraft tritt. Die Deutsche Bahn führt dann eine neue ICE-Sprinter-Linie zwischen Hamburg und München ein, die dreimal täglich in jede Richtung verkehrt und nur in Hannover und Nürnberg hält. Die Fahrtzeit verkürzt sich dadurch um 20 Minuten auf fünf Stunden und 20 Minuten — eine spürbare Beschleunigung für eine der wichtigsten Verbindungen im deutschen Fernverkehrsnetz.

Parallel dazu wird der Sprinter-Verkehr auf der Strecke Berlin-Stuttgart ausgeweitet. Statt einmal täglich fährt die schnelle Verbindung künftig dreimal je Richtung, mit einer planmäßigen Fahrzeit von vier Stunden und 45 Minuten. Das ist etwa eine Stunde schneller als die reguläre ICE-Verbindung mit Halt in Frankfurt. Daneben baut die Bahn ihr Netz an Direktverbindungen aus: Es gibt wieder eine direkte Linie zwischen Berlin und Jena, eine neue Verbindung von Saarbrücken nach Hamburg, und eine Direktfahrt von Ostwestfalen nach München. Zwischen Berlin und Hamburg werden die Fahrten ebenfalls verdichtet.

Auch der internationale Fernverkehr wird ausgebaut. Die Bahn bietet künftig täglich mehr als 320 internationale Fahrten an — 20 mehr als bislang und 20 Prozent mehr als noch 2019. Die Verbindungen führen nach Frankreich, Italien und Österreich und unterstreichen die Bedeutung, die der Konzern dem grenzüberschreitenden Verkehr beimisst.

Doch während die Bahn diese Verbesserungen bewirbt, bleibt das Baustellenaufkommen im Streckennetz erheblich. Drei Streckenabschnitte werden umfassend saniert: Hannover-Berlin, Hanau-Fulda und Rosenheim-Freilassing/Salzburg. Der Konzern erklärt, dass der Fernverkehr zwar weiterhin fahren wird, die Fahrtzeiten sich aber teils deutlich verlängern. Auf der Strecke Hannover-Berlin etwa müssen Fahrgäste mit einer Verzögerung von rund 80 Minuten rechnen. Einige Verbindungen können baustellenbedingt gar nicht angeboten werden. Im Flächennetz bleibt der Fahrplan insgesamt stabil, doch diese Baustellen-Realität bremst die Bilanz der Verbesserungen erheblich.

Eine gute Nachricht für die Fahrgäste: Es gibt keine Preiserhöhung. Bahn-Chefin Evelyn Palla hatte bereits im Frühjahr angekündigt, dass Fahrgäste bis Mai 2027 von Preisanpassungen im Fernverkehr verschont bleiben. Fernverkehrsvorstand Michael Peterson begründet dies damit, dass die Bahn in Zeiten teurer Kraftstoffe eine günstige Alternative zu Auto und Flugzeug bleiben soll. Damit versucht der Konzern, die Fahrgäste trotz der Baustellen-Unannehmlichkeiten bei der Stange zu halten und gleichzeitig sein Netz zu modernisieren.

Der Fahrplan ist darauf ausgelegt, der Fernverkehr fährt weiter
— Deutsche Bahn
In Zeiten teurer Kraftstoffe bleibt die Bahn eine gute und günstige Alternative zu Auto und Flugzeug
— Michael Peterson, Fernverkehrsvorstand
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