München tritt gegen sechs Konkurrenten um Olympia 2036 an

Die Athleten müssen im Mittelpunkt unseres gesamten Handelns stehen
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betont das Kernprinzip der Olympischen Bewegung bei der Ankündigung der Bewerber.
Mark

Warum dauert es so lange, bis das IOC eine Entscheidung trifft? Von jetzt bis 2029 sind noch fast drei Jahre.

Mimi

Das IOC will gründlich prüfen. Es geht um Infrastruktur, Finanzierung, politische Stabilität, Nachhaltigkeit. Das lässt sich nicht in Monaten klären.

Luke

Aber die Frage ist: Wie transparent ist dieser Prozess wirklich? Das IOC teilt nicht mit, welche Städte genau sich bewerben. Wir wissen nur, dass es "sichere Bewerber" gibt, aber das ist Spekulation.

Mark

München hatte 1972 die Spiele. Ist das ein Vorteil oder ein Nachteil?

Mimi

Beides. München hat Erfahrung und Infrastruktur. Aber das IOC bevorzugt derzeit Vielfalt — deshalb sind Bewerber aus Asien und Afrika im Rennen.

Luke

Genau. Und München plant flexibel für 2040 und 2044. Das klingt strategisch klug, aber es bedeutet auch: Die Stadt ist nicht sicher, dass sie 2036 gewinnt.

Mark

Was ist das Wichtigste für das IOC bei der Entscheidung?

Mimi

Laut Coventry: Die Athleten müssen im Mittelpunkt stehen. Aber praktisch prüft das IOC technische Faktoren — Stadien, Geld, Unterstützung, Nachhaltigkeit.

Luke

Das ist die Spannung: Coventry spricht von Athleten und Kultur. Das IOC prüft Masterplans und Finanzierungsstrategien. Beides ist wichtig, aber es sind zwei verschiedene Sprachen.

  • Sieben Städte bewerben sich um 2036: München, Budapest, Istanbul, Ahmedabad, Doha, eine südkoreanische Provinz und zwei südafrikanische Kandidaten
  • Bewerbungsfrist endet 31. Oktober; Entscheidung fällt auf IOC-Session Sommer 2029
  • München setzte sich 2023 gegen Köln/Rhein-Ruhr durch; letzte deutsche Sommerspiele 1972 in München
  • IOC prüft anhand technischer Faktoren: Infrastruktur, Finanzierung, politische Unterstützung, Kompetenz, Nachhaltigkeit

Sieben Städte bewerben sich um 2036: München, Budapest, Istanbul, Ahmedabad, Doha und zwei südkoreanische sowie südafrikanische Kandidaten. Das IOC prüft Konzepte anhand technischer Faktoren wie Infrastruktur, Finanzierung, politische Unterstützung und Nachhaltigkeit.

München tritt gegen sechs internationale Konkurrenten an, um die Olympischen Sommerspiele 2036 auszurichten. Das IOC wird die Entscheidung im Sommer 2029 treffen.

Das Internationale Olympische Komitee hat am Dienstag die Liste der Bewerber für die Olympischen Sommerspiele 2036 veröffentlicht, und München steht nicht allein im Rennen. Neben der bayerischen Landeshauptstadt konkurrieren sechs weitere Städte und Regionen um die Ausrichtung des Megaevents: Budapest, Istanbul, Ahmedabad, Doha, eine südkoreanische Provinz und zwei südafrikanische Kandidaten. Alle sieben Bewerber befinden sich bereits im sogenannten "Continuous Dialogue" mit dem IOC, einem fortlaufenden Austausch über die Machbarkeit und Eignung ihrer Bewerbungen.

Die Entscheidung wird sich über Jahre hinziehen. Bis zum 31. Oktober können sich weitere Interessenten noch anmelden. Im November sollen die Kandidaten ihre Konzepte virtuell der "Future Host Commission" des IOC präsentieren. Im März 2027 wird das Komitee die Liste dann auf jene Bewerber reduzieren, die in einen strategischen Dialog eintreten dürfen. Ein gezielter Austausch mit einem oder mehreren Kandidaten ist für 2028 geplant, bevor das IOC auf seiner Sommersession 2029 die endgültige Entscheidung trifft.

München hatte sich 2023 in einer Abstimmung der Delegierten des Deutschen Olympischen Sportbundes gegen Köln/Rhein-Ruhr durchgesetzt und trägt nun die Hoffnungen Deutschlands. Die Stadt war zuletzt 1972 Gastgeber der Sommerspiele. Für die Bewertung der Bewerbungen nutzt das IOC ein Katalog technischer Kriterien: einen Masterplan für Wettkampfstätten und die Erfahrung der Athleten, eine Finanzierungsstrategie, die Unterstützung durch Politik und Öffentlichkeit, die Kompetenz zur Durchführung eines solchen Events und ein Nachhaltigkeitskonzept für die Gastgeberregion. Der Deutsche Olympische Sportbund gibt sich zuversichtlich, dass München in allen diesen Punkten gut aufgestellt ist.

Eine Besonderheit der Münchener Bewerbung ist ihre Flexibilität: Das Konzept ist nicht nur auf 2036 ausgerichtet, sondern auch für die Spiele 2040 und 2044 adaptierbar. Dies könnte ein strategischer Vorteil sein, falls München 2036 nicht zum Zuge kommt.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, selbst Olympiasiegerin im Schwimmen für Zimbabwe in den Jahren 2004 und 2008, betonte bei der Ankündigung die Vielfalt der Olympischen Bewegung. Sie habe das Glück gehabt, an fünf Spielen auf vier Kontinenten teilzunehmen, sagte sie, und jede Veranstaltung habe ihren eigenen Charakter gehabt. "Jeder Gastgeber brachte durch seine Menschen, seine Kultur und die Art der Ausrichtung eine ganz eigene Note ein." Doch eines dürfe sich niemals ändern: "Die Athleten müssen im Mittelpunkt unseres gesamten Handelns stehen."

Die Konkurrenz dürfte nicht kleiner werden. Nach Angaben des IOC führen "etliche Nationale Olympische Komitees" bereits "unverbindliche Gespräche" über die Ausrichtung künftiger Spiele nach 2036. München muss sich also nicht nur gegen die sieben bekannten Kandidaten behaupten, sondern auch gegen mögliche weitere Bewerber, die sich bis Ende Oktober noch anmelden könnten.

Jeder Gastgeber brachte durch seine Menschen, seine Kultur und die Art der Ausrichtung eine ganz eigene Note ein. Doch ganz gleich, wo die Spiele stattfinden — eines darf sich niemals ändern: Die Athleten müssen im Mittelpunkt unseres gesamten Handelns stehen.
— Kirsty Coventry, IOC-Präsidentin
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