Merz sagt Ukraine eine Milliarde Euro Militärhilfe zu

Zwei Menschen wurden bei einem russischen Drohnenangriff auf eine Brücke in Kiew während des Besuchs verletzt.
Deutsche und ukrainische Firmen bauen hochinnovative Joint Ventures auf
Merz betont, dass die deutsche Hilfe auch Deutschland selbst nutzen soll, nicht nur der Ukraine.
Mark

Warum ist dieser Besuch überraschend? Hat Merz vorher angekündigt, dass er nach Kiew fährt?

Mimi

Nein, das war eine Überraschung. Der Besuch wurde nicht vorher öffentlich gemacht. Das ist wichtig, weil Russland Politiker zuvor vor Reisen in die Ukraine gewarnt hatte – Merz ist also bewusst in ein Risiko gegangen.

Luke

Aber wie groß ist das Risiko wirklich? Er hatte Sicherheitsvorkehrungen. Das ist nicht das gleiche, wie wenn ein Journalist ohne Schutz hinfahren würde.

Mark

Was bedeutet diese eine Milliarde Euro konkret? Ist das viel oder wenig im Vergleich zu dem, was Deutschland bisher gegeben hat?

Mimi

Das ist schwer zu sagen, ohne die Gesamtzahl zu kennen. Aber die Milliarde ist nur der Militärteil. Dazu kommen 350 Millionen für Energie. Das zeigt, dass Deutschland weiterhin massiv investiert.

Luke

Richtig, aber die Quelle sagt nicht, wie viel Deutschland insgesamt bisher gegeben hat. Wir wissen nur, dass Selenskyj Deutschland als größten Unterstützer nennt. Das ist eine Charakterisierung, keine Zahl.

Mark

Die Anti-Jet-Drohnen – sind das neue Waffen, die es vorher nicht gab?

Mimi

Das scheint so. Merz spricht von erheblichen technischen Durchbrüchen bei der Abwehr schnell fliegender russischer Drohnen. Das Unternehmen Quantum hat das entwickelt. Und jetzt sollen mehr als 15.000 Stück produziert werden.

Luke

Aber Vorsicht: "In Regierungskreisen ist von mehr als 15.000 Abfangdrohnen die Rede." Das ist eine Schätzung aus Regierungskreisen, nicht eine bestätigte Zahl. Und wir wissen nicht, ob diese Drohnen bereits existieren oder erst noch gebaut werden müssen.

Mark

Was ist das Besondere daran, dass deutsche und ukrainische Firmen zusammenarbeiten?

Mimi

Das ist ein Paradigmenwechsel. Bisher hat Deutschland Waffen geliefert. Jetzt bauen sie gemeinsam. Das bedeutet, die Ukraine entwickelt ihre eigene Industrie, und deutsche Firmen lernen von der Kriegserfahrung.

Luke

Das ist richtig, aber es ist auch wichtig zu sehen: Das ist nicht altruistisch. Merz sagt explizit, dass Deutschland davon profitiert. Das ist Geschäft, nicht nur Hilfe.

Mark

Selenskyj sagt, Russland baut 150 bis 200 Raketen pro Monat. Kann die Ukraine das abwehren?

Mimi

Das ist das zentrale Problem. Selenskyj sagt, Russland hat noch über 700 ballistische Raketen. Das sind schwer abzufangende Waffen. Die Ukraine kann nicht alle abwehren, deshalb will sie die Fabriken angreifen.

Luke

Das ist eine Ankündigung von Selenskyj, keine bestätigte Strategie. Und die Zahlen – 700 Raketen, 150 bis 200 pro Monat – das sind Angaben von Selenskyj selbst. Wir haben keine unabhängige Bestätigung.

  • Eine Milliarde Euro Militärhilfe, 350 Millionen Euro für Energiesektor
  • Gemeinsame Herstellung von Anti-Jet-Drohnen und Raketen mit über 1.000 km Reichweite
  • Mehr als 15.000 Abfangdrohnen sollen produziert werden
  • Zwei Menschen verletzt bei russischem Drohnenangriff auf Brücke während Besuch
  • Russland verfügt über 700 ballistische Raketen, produziert 150–200 pro Monat

Deutschland stellt eine Milliarde Euro für Militärhilfe bereit, zusätzlich 350 Millionen für den bombardierten Energiesektor der Ukraine. Zentrale Vereinbarungen umfassen gemeinsame Herstellung von Anti-Jet-Drohnen, Langstreckenraketen und Satellitentechnik zur Zielerfassung.

Bundeskanzler Merz hat der Ukraine bei einem Überraschungsbesuch in Kiew eine Milliarde Euro Militärhilfen und 350 Millionen Euro für den Energiesektor zugesagt. Deutschland und die Ukraine vereinbaren gemeinsame Rüstungsprojekte und Wissenstransfer.

Bundeskanzler Friedrich Merz ist überraschend nach Kiew gereist und hat der Ukraine ein Hilfspaket in Milliardenhöhe zugesagt. Eine Milliarde Euro fließt in Militärhilfe, weitere 350 Millionen Euro sollen den von russischen Angriffen ständig bombardierten Energiesektor stabilisieren. Merz reiste nicht allein: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und eine Delegation von Rüstungsunternehmern begleiteten ihn. Der Besuch stand unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, nachdem Russland ausländische Politiker zuvor vor Reisen in die Ukraine gewarnt hatte. Am Vormittag trafen russische Drohnen während des Besuchs eine Brücke in Kiew. Zwei Menschen wurden dabei verletzt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Deutschland als größtem Unterstützer seines Landes und würdigte Merz persönlich für die Zusage. Das Kernstück der neuen Vereinbarungen liegt in der gemeinsamen Rüstungsproduktion: Deutschland und die Ukraine werden Anti-Jet-Drohnen gemeinsam herstellen, ebenso Raketen mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern. Hinzu kommt Satellitentechnik, die der ukrainischen Armee bei der Zielerfassung helfen soll. Merz verwies auf erhebliche technische Durchbrüche bei der Abwehr schnell fliegender russischer Jet-Drohnen, die das Unternehmen Quantum erzielt hat. In Regierungskreisen wird von mehr als 15.000 Abfangdrohnen gesprochen, die produziert werden sollen. Selenskyj kündigte an, dass insgesamt 15 Vereinbarungen während des Besuchs unterzeichnet würden.

Merz betonte, dass die deutsche Hilfe nicht einseitig fließt, sondern auch Deutschland selbst nutzen soll. Die Rüstungsunternehmer, die ihn begleiteten, lernen unmittelbar von der ukrainischen Kriegserfahrung, während die Ukraine von deutscher Technologie profitiert. Deutsche und ukrainische Firmen bauen hochinnovative Joint Ventures auf. Der Kanzler kündigte an, dass Deutschland bei der Drohnenabwehr noch stärker von ukrainischer Expertise profitieren werde. Es geht also nicht um Hilfe im klassischen Sinne, sondern um einen gegenseitigen Wissenstransfer, der beide Länder stärken soll.

Die Ukraine bereitet sich derzeit auf ihren fünften Kriegswinter vor. Russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur halten an und zwingen das Land, seine Versorgung ständig zu reparieren. Merz betonte, dass die ukrainische Bevölkerung großen Durchhaltewillen zeige. Selenskyj wiederum machte deutlich, dass Russland noch über 700 ballistische Raketen verfügt, die besonders schwer abzufangen sind. Jeden Monat produziert Russland 150 bis 200 neue Raketen. Die Ukraine kündigte an, die russischen Raketenfabriken ins Visier zu nehmen. Selenskyj signalisierte auch, dass die Ukraine auf fortgesetzte russische Angriffe auf Brücken antworten werde. Am Samstag hatte er gegenüber Reuters angekündigt, dass die ukrainischen Streitkräfte ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärken würden – eine Reaktion auf eine neue russische Taktik, Bewohner Kiews und anderer Städte zur Flucht zu drängen.

Der Besuch zeigt, wie sich die deutsch-ukrainische Zusammenarbeit verändert hat. Es geht nicht mehr nur um humanitäre Hilfe oder um Waffen, die Deutschland liefert. Stattdessen entstehen Partnerschaften in der Rüstungsindustrie, die beiden Ländern Wettbewerbsvorteile bringen sollen. Deutschland investiert in die ukrainische Verteidigungsfähigkeit, während deutsche Unternehmen von den Innovationen profitieren, die der Krieg hervorbringt. Für die Ukraine bedeutet das eine Perspektive über den Krieg hinaus – die Chance, eine eigene Rüstungsindustrie aufzubauen, die nicht von ausländischen Lieferungen abhängt.

Die Unternehmer der Verteidigungsindustrie lernen aus der ukrainischen Kriegserfahrung und umgekehrt
— Bundeskanzler Friedrich Merz
Russland verfügt noch über 700 ballistische Raketen, die besonders schwer abzufangen sind
— Präsident Wolodymyr Selenskyj
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