Rekord-Wiesn 2026: 7,4 Millionen Besucher beim Oktoberfest

Ein Mitarbeiter des Freefall-Towers starb durch einen Betriebsunfall; ein weiterer Mitarbeiter wurde schwer verletzt, als er von einer Schiffschaukel getroffen wurde.
Friedlich, entspannt und gut gelaunt – eine der schönsten aller Zeiten
Der Münchner Oberbürgermeister über sein erstes Oktoberfest im Amt, trotz zwei tragischer Unfälle.
Mark

Was hat denn dieses Jahr das Oktoberfest so besonders gemacht, dass es einen neuen Rekord gab?

Mimi

Das Wetter spielte eine große Rolle – viele sonnige, warme Tage. Aber auch die Besucherzahl selbst ist beeindruckend: 7,4 Millionen in nur sechzehn Tagen.

Luke

Wobei man fairerweise sagen muss: 2023 hatte auch 7,2 Millionen, aber über achtzehn Tage verteilt. Die Dichte ist dieses Jahr höher, aber ob das wirklich ein "Rekord" ist, hängt davon ab, wie man misst.

Mark

Und wie haben die Organisatoren mit dieser Menge umgegangen?

Mimi

Das neue Sicherheitskonzept mit Kameras, KI und besserer Kommunikation zwischen den Behörden hat funktioniert. An überfüllten Wochenenden mussten sie sogar die Eingänge schließen.

Luke

Das ist gut dokumentiert. Aber wir wissen nicht, ob diese Maßnahmen tatsächlich Unfälle verhindert haben oder ob sie einfach nur die Menschenmengen besser verwaltet haben.

Mark

Zwei Menschen sind gestorben oder verletzt worden. Sind das Betriebsunfälle oder Sicherheitsmängel?

Mimi

Die Polizei nennt sie "mutmaßliche Betriebsunfälle". Ein Mitarbeiter des Freefall-Towers starb, ein anderer wurde von einer Schiffschaukel getroffen – und der war in einem Bereich, wo er nicht sein sollte.

Luke

Das ist wichtig: Bei dem zweiten Fall sagt die Polizei ausdrücklich, dass der Mann sich in einem Bereich aufhielt, wo er nicht hätte sein dürfen. Das deutet eher auf menschliches Versagen als auf einen Sicherheitsmangel hin. Aber beim ersten Fall – da wissen wir noch nicht viel.

Mark

Wie war denn die Stimmung insgesamt?

Mimi

Der Oberbürgermeister nannte es eine der schönsten Wiesnzeiten aller Zeiten. Friedlich, entspannt. Die Wirte und Brauereien waren zufrieden.

Luke

Aber es gab auch 854 Straftaten, 80 Sexualdelikte, und die Polizei hat verstärkt auf Kokain kontrolliert. Das ist nicht nichts.

Mark

Sind das Zahlen, die mit der höheren Besucherzahl erklärbar sind?

Mimi

Die Polizei sagt, dass die höhere Zahl der Einsätze hauptsächlich auf die höhere Besucherzahl zurückgeht. Aber die Kokain-Delikte sind gestiegen, weil die Polizei gezielt danach gesucht hat.

Luke

Genau – das ist ein wichtiger Unterschied. Mehr Straftaten können bedeuten: mehr Kriminalität, oder: mehr Kontrollen, oder beides. Hier scheint es eher letzteres zu sein.

  • 7,4 Millionen Besucher in 16 Tagen – neuer Rekord
  • Ein Mitarbeiter des Freefall-Towers starb am 21. September
  • Ein weiterer Mitarbeiter wurde schwer verletzt, als ihn eine Schiffschaukel traf
  • 6,7 Millionen Maß Bier ausgeschenkt – 2,7 Prozent mehr als 2025
  • 8.400 Patienten in der Sanitätsstation versorgt – 300 mehr als 2023

Rekordbesuch: 7,4 Millionen Menschen besuchten das Oktoberfest 2026 – mehr als je zuvor in so kurzer Zeit. Sonniges Wetter und gute Laune trugen zum Erfolg bei. Sicherheit funktionierte: Neue Videoüberwachung, KI-Technik und Crowd-Spotting ermöglichten bessere Kontrolle der Besucherströme an überfüllten Wochenenden.

Das Oktoberfest 2026 verzeichnet mit 7,4 Millionen Besuchern in 16 Tagen einen neuen Rekord. Das Fest war friedlich und gut organisiert, wurde aber durch zwei tödliche und schwere Betriebsunfälle überschattet.

Das Oktoberfest 2026 ist zu Ende gegangen, und die Bilanz fällt rekordverdächtig aus – allerdings mit einem düsteren Nachspiel. In sechzehn Tagen strömten 7,4 Millionen Menschen auf die Theresienwiese, mehr als je zuvor in diesem Zeitraum. Das bisherige Rekordjahr 2023 hatte zwar auch 7,2 Millionen Besucher gezählt, aber das Fest dauerte damals achtzehn Tage. Dieses Jahr half das Wetter entscheidend mit: strahlender Sonnenschein und spätsommerliche Wärme lockten Tag für Tag neue Massen an. Dominik Krause, Münchens grüner Oberbürgermeister, der sein erstes Oktoberfest in diesem Amt erlebte, nannte es eine "Bilderbuch-Wiesn" – friedlich, entspannt, gut gelaunt.

Die Zahlen zeigen, wie massiv der Andrang war. Bereits nach einer Woche hatten 3,8 Millionen Menschen das Fest besucht. Zum Kindertag in der zweiten Woche kamen 57 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr. Die Oide Wiesn, das historische Volksfest-Areal, zog 447.000 Besucher an – ein Anstieg von 87.000 gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Gäste kamen aus München und der Region, doch auch international war das Interesse groß: Besucher aus den USA, Italien und Österreich reisten in besonders großer Zahl an.

Die Wirte und Brauereien profitierten deutlich. Der Bierkonsum stieg um 2,7 Prozent auf etwa 6,7 Millionen Maß, während alkoholfreie Getränke um zehn Prozent zulegten. Das "saure Radler" – Bier mit Wasser gemischt – war in diesem Jahr besonders beliebt. Bei den Speisen meldeten die großen Wiesn-Wirte ein Plus von zwei bis drei Prozent, und das klassische Hendl erfreute sich wieder größerer Beliebtheit nach Jahren des Rückgangs. Festleitung, Schausteller, Marktkaufleute und Wirte zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem Verlauf.

Doch die Wochenenden stellten die Organisatoren vor Herausforderungen. Am gestrigen Samstag wurde es so voll, dass die Veranstalter die Öffentlichkeit aufforderten, der Wiesn fernzubleiben, und die Eingänge zeitweise schließen mussten. Eine ähnliche Situation hatte es eine Woche zuvor gegeben. Hier zeigte sich, dass das überarbeitete Sicherheitskonzept griff. Wiesn-Chef Christian Scharpf lobte die neue Sicherheitszentrale, verbesserte Videoüberwachung und das sogenannte Crowd Spotting. Die neu installierten Kameras mit KI-Technik sowie optimierte Kommunikationswege zwischen Veranstalter, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Sicherheitsdiensten ermöglichten es, Besucherströme genauer zu beobachten und bei Menschenansammlungen frühzeitig gegenzusteuern.

Doch zwei Betriebsunfälle warfen einen Schatten auf die Feststimmung. Am 21. September wurde ein Mitarbeiter des Freefall-Towers Hangover von einer Gondel getroffen und starb. Am heutigen Sonntag erlitt ein 47-jähriger rumänischer Mitarbeiter eines Fahrgeschäfts auf der Oiden Wiesn schwere Verletzungen, als ihn eine Schiffschaukel traf. Nach Angaben des Münchner Polizeisprechers Thomas Schelshorn hatte sich der Mann in einem Bereich aufgehalten, wo er nicht hätte sein dürfen.

Abseits dieser Tragödien beschrieb Schelshorn die Stimmung als "friedlich und überwiegend entspannt". Die Polizei verzeichnete 854 Straftaten, mehr als die 748 des Vorjahres, was Schelshorn hauptsächlich auf die höhere Besucherzahl zurückführte – und auf verstärkte Kontrollen bei Betäubungsmitteldelikten, besonders bei Kokain. 80 Sexualdelikte wurden angezeigt, acht mehr als 2025. Bei 52 Fällen handelte es sich um sexuelle Belästigung, in fünf Fällen wird wegen Vergewaltigung ermittelt – die gleiche Zahl wie im Vorjahr.

Die Aicher Ambulanz, die Sanitätsstation der Wiesn, versorgte bis Sonntagmittag rund 8.400 Patienten – knapp 300 mehr als im bisherigen Rekordeinsatz-Jahr 2023. Vierzig Prozent kamen wegen Alkoholvergiftung. Der gemessene Spitzenwert lag bei 3,8 Promille, wobei der Rettungsdienst betont, dass dieser Wert nicht unbedingt der tatsächlich höchste war – schließlich muss ein Patient noch in der Lage sein, in das Testgerät zu pusten. Am Sonntagabend wird bis kurz vor Mitternacht weitergefiert, bevor die Böllerschützen mit ihren traditionellen Schüssen das Fest beenden.

Was für eine Bilderbuch-Wiesn. Friedlich, entspannt und gut gelaunt. Die Wiesn 2026 war eine der schönsten aller Zeiten.
— Dominik Krause, Münchner Oberbürgermeister
Die neue Sicherheitszentrale, die verbesserte Videoüberwachung und das Crowd Spotting haben es ermöglicht, die Besucherströme noch genauer zu beobachten und bei Menschenansammlungen frühzeitig gegenzusteuern.
— Christian Scharpf, Wiesn-Chef
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