Huthi-Rebellen töteten 14 Menschen bei zwei Angriffen auf Riads Flughafen – der tödlichste Anschlag seit über einem Jahrzehnt im Königreich. Der Iran drängt auf politische Lösung statt militärischer Eskalation und bietet Unterstützung bei Friedensgesprächen an.
Iran bietet Vermittlung nach Huthi-Angriffen auf Riad an
Noch schlimmere Dinge werden kommen, wenn die Aggression nicht endet
Warum ist dieser Anschlag so bedeutsam? Es gab doch schon vorher Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien.
Das ist der tödlichste Anschlag im Königreich seit über einem Jahrzehnt. 14 Menschen starben bei zwei Angriffen innerhalb von 24 Stunden. Das ist eine neue Dimension – nicht nur die Zahl der Toten, sondern auch die Tatsache, dass sie zivile Flughäfen treffen konnten.
Aber wir sollten vorsichtig sein: Die Zahlen stammen von saudi-arabischen Behörden. Die Huthis behaupten, 124 saudi-arabische Luftangriffe in 24 Stunden geflogen zu haben – das lässt sich nicht unabhängig überprüfen.
Was bedeutet das für die Region?
Es zeigt, dass der Konflikt im Jemen sich direkt auf die Zivilbevölkerung in Saudi-Arabien auswirkt. Der Flugverkehr ist praktisch lahmgelegt – 99,7 Prozent der Flüge wurden am Sonntag gestrichen. Das hat wirtschaftliche Folgen.
Ja, aber wir wissen noch nicht, wie lange das anhält. Der Flughafen war am Montag geschlossen, aber ob das Tage oder Wochen dauert, ist unklar.
Und der Iran – warum bietet er plötzlich Vermittlung an?
Das ist interessant. Der Iran unterstützt die Huthis, aber er signalisiert gleichzeitig, dass eine militärische Eskalation nicht im Interesse aller ist. Araghtschi warnte vor einer weiteren Komplizierung der Situation.
Das ist aber auch eine Interpretation. Wir wissen nicht, ob das Angebot ernst gemeint ist oder ob es ein diplomatisches Manöver ist. Das Gespräch war das erste öffentlich bekanntgewordene Kontakt seit der Ausweitung der Angriffe – aber das heißt nicht, dass es vorher keinen Kontakt gab.
Was kommt als Nächstes?
Die Huthis haben mit weiteren Angriffen gedroht. Sie haben bereits den Flughafen von Dammam und Ölinfrastruktur von Saudi Aramco angegriffen. Das deutet darauf hin, dass sie ihre Ziele ausweiten.
Richtig, aber wir sollten auch beachten, dass die Huthis Drohungen ausstoßen – das ist Teil ihrer Strategie. Ob sie tatsächlich in der Lage sind, weitere Angriffe durchzuführen, und wie effektiv diese sein werden, ist eine andere Frage.
El Pulso
- 14 Menschen starben bei zwei Huthi-Angriffen auf den Flughafen Riad am Wochenende
- Über 300 Menschen wurden verletzt; insgesamt 18 Todesfälle innerhalb einer Woche
- 99,7 Prozent aller Flüge wurden am Sonntag gestrichen; 60 Prozent Ausfallquote am Montag erwartet
- Iran bietet Vermittlung an; Außenminister Araghtschi warnt vor militärischer Eskalation
- Huthis erweitern Angriffe auf Flughafen Dammam und Saudi-Aramco-Anlagen
Huthi-Rebellen töteten 14 Menschen bei zwei Angriffen auf Riads Flughafen – der tödlichste Anschlag seit über einem Jahrzehnt im Königreich. Der Iran drängt auf politische Lösung statt militärischer Eskalation und bietet Unterstützung bei Friedensgesprächen an.
Nach verheerenden Huthi-Angriffen auf Riads Flughafen mit 14 Toten bietet der Iran Vermittlung an. Der Flugverkehr in Saudi-Arabien ist massiv beeinträchtigt, weitere Angriffe drohen.
Der internationale Flughafen von Riad ist am Montagmorgen geschlossen. Auf den Rollbahnen stehen Maschinen, die nirgendwohin fliegen werden. Nach zwei verheerenden Angriffen am Wochenende durch jemenitische Huthi-Rebellen liegen 14 Menschen tot, mehr als 300 sind verletzt. Es ist der tödlichste Anschlag im saudi-arabischen Königreich seit über einem Jahrzehnt, und die Folgen reichen weit über die Flughafenmauern hinaus.
Die erste Attacke kam am Samstag. Ein Projektil traf das Terminal, 13 Menschen starben, über 300 wurden verletzt. Weniger als 24 Stunden später folgte der nächste Schlag: Ein weiteres Geschoss durchschlug Terminal 4 und löste ein Feuer aus. Ein Mensch starb, elf weitere wurden verletzt. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesfälle innerhalb einer Woche auf 18. Im Süden des Landes, in der Stadt Abha, heulten am frühen Montagmorgen die Luftalarme auf. Die Luftabwehr meldete, eine ballistische Rakete abgefangen zu haben, die auf die nahe gelegene Stadt Chamis Muschait abgefeuert worden war.
Die Auswirkungen auf den zivilen Flugverkehr sind massiv. Der Flughafen Riad blieb am Montag geschlossen. Nach Daten des Luftfahrt-Analyseunternehmens Cirium werden etwa 60 Prozent aller geplanten Flüge ausfallen. Am Sonntag waren es noch drastischer: 99,7 Prozent aller Verbindungen wurden gestrichen. Großbritannien und die USA gaben Reisewarnungen aus. Die britische Botschaft riet von nicht notwendigen Reisen zu fast allen Flughäfen des Königreichs ab. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sitzt derzeit in Riad fest – sie war zu einer internationalen Energiekonferenz angereist und kann nicht abreisen. Deutsche Regierungsvertreter bemühen sich um eine alternative Rückflugmöglichkeit.
Die Huthis haben ihre Angriffe inzwischen ausgeweitet. Ihr Militärsprecher Jahja Sari erklärte, die Miliz habe auch den Flughafen von Dammam im Osten Saudi-Arabiens sowie zwei Anlagen des Ölkonzerns Saudi Aramco attackiert. Die saudi-arabische Luftfahrtbehörde bestätigte einen Einschlag auf dem Flughafen von Dammam. Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur Reuters, ein Projektil sei neben geparkten Flugzeugen eingeschlagen und habe ein Feuer ausgelöst. Die Huthis warnten Fluggesellschaften und Reisende erneut davor, saudi-arabische Flughäfen anzusteuern. Gleichzeitig drohten sie mit weiteren Angriffen: Das von ihnen kontrollierte Außenministerium erklärte, wenn der saudi-arabische Feind seine Aggression und Einmischung im Jemen nicht beende, würden "noch schlimmere Dinge kommen".
In dieser Lage hat sich der Iran zu Wort gemeldet. Außenminister Abbas Araghtschi bot in einem Telefonat mit seinem saudi-arabischen Amtskollegen Faisal bin Farhan Unterstützung bei der Aufnahme von Friedensgesprächen an. Es war das erste öffentlich bekanntgewordene Gespräch zwischen beiden Ministern seit der Ausweitung der Huthi-Angriffe. Araghtschi warnte, dass ein Beharren auf militärischen Lösungen und die Missachtung politischer Wege die Situation nur noch komplizierter machen würde. Der Iran erklärte sich bereit, "jede Art von Unterstützung zu leisten", um eine politische Lösung zu ermöglichen.
Saudi-Arabien hatte seinen Militäreinsatz im Jemen zuletzt verstärkt, nachdem die Huthis strategisch wichtige Gebiete an der Küste des Roten Meeres eingenommen hatten. Nach Angaben der Rebellen flog die saudi-arabische Luftwaffe innerhalb von 24 Stunden 124 Angriffe – eine Zahl, die sich nicht unabhängig überprüfen lässt. Die Türkei, Pakistan, Ägypten und Saudi-Arabien verurteilten die Huthi-Angriffe in einer gemeinsamen Erklärung als gefährliche Eskalation und forderten ein sofortiges und bedingungsloses Ende der Attacken.
Was sich abzeichnet, ist ein Konflikt, der sich nicht mehr nur auf militärische Schlagabtäusche beschränkt. Die Huthis haben gezeigt, dass sie zivile Infrastruktur treffen können – Flughäfen, auf denen Tausende Menschen täglich ein und aus gehen. Saudi-Arabien verstärkt seine Luftkampagne. Der Iran bietet Vermittlung an, während die Huthis mit weiteren Angriffen drohen. Der Flughafen von Riad bleibt geschlossen, und niemand weiß, wann er wieder öffnet.
Citas Notables
Das Beharren auf einem militärischen Ansatz und die Missachtung einer politischen Lösung würden dazu führen, dass die bestehende Situation noch komplizierter wird— Außenminister Abbas Araghtschi, Iran
Wenn der saudi-arabische Feind seine Aggression und Einmischung im Jemen nicht beendet, werden noch schlimmere Dinge kommen— Huthi-Außenministerium