ADAC-Stichprobe: Notbremsassistenten übersehen Kinder in Reflexkleidung bei Dunkelheit

Kinder und Personen in Warnkleidung könnten von Assistenzsystemen im Dunkeln übersehen werden und somit einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt sein.
Ausgerechnet bei Kindern mit Reflexkleidung schnitten die Autos am schlechtesten ab
Der ADAC-Test zeigt, dass Notbremsassistenten nachts reflektierende Kinderkleidung oft nicht erkennen.
Mark

Reflexkleidung soll doch schützen. Was genau hat der ADAC herausgefunden?

Mimi

Bei Dunkelheit erkannten alle Autos ein Kind in dunkler Kleidung, aber fast jedes System versagte bei einem Kind mit Reflexkleidung und Schulranzen. Bei genormter Arbeitskleidung war es ähnlich.

Mark

Und die normale Warnweste?

Mimi

Die erkannten alle Fahrzeuge rechtzeitig. Das Problem betrifft also vor allem Reflexstreifen, wie sie an Arbeitskleidung sitzen.

Luke

Warum es so ist, steht aber nicht fest. Die Streifen nah über dem Boden sind eine Vermutung der ADAC-Experten, kein Beleg.

Mark

Und die Software als Ursache?

Mimi

Das sagt der ADAC: weniger Kamera oder Sensoren, mehr die Software, die Verkehrsteilnehmende einordnet.

Luke

Wichtig: Es ist eine Stichprobe. Welche Autos betroffen sind, nennt der Bericht nicht, und die Ergebnisse sind wegen unterschiedlicher Testgeschwindigkeiten nicht vergleichbar.

Mark

Heißt das, andere Modelle sind auch betroffen?

Mimi

Der ADAC hält es für naheliegend, vor allem im selben Konzern. Übertragbar sei es aber nicht.

Luke

Also ein Verdacht, keine Feststellung. Und das Szenario liegt über den gesetzlichen Anforderungen; ein Gesetzesverstoß ist es nicht.

Mark

Was sollen Eltern tun?

Mimi

Weiter Warnkleidung nutzen. Die Sichtbarkeit bringt laut ADAC mehr als das Risiko durch einen versagenden Assistenten.

  • Im Dunkeln verschwindet ein Kind in Reflexkleidung hinter den Sensoren, obwohl es gerade deshalb gut sichtbar sein sollte.
  • Fast jedes getestete Fahrzeug versagte bei Kindern mit Reflexstreifen und Schulranzen, während ein dunkel gekleidetes Kind zuverlässig erkannt wurde.
  • Genormte Arbeitskleidung von Rettungskräften, Polizei und Bauarbeitenden wurde von fast allen Systemen nicht oder zu spät erkannt.
  • Der ADAC sucht die Ursache vor allem in der Software, die Verkehrsteilnehmende einordnet, und fordert Nachbesserungen, möglichst per Update.
  • Bis zur Korrektur bleiben Eltern bei Warnkleidung, während Autofahrende selbst bremsen müssen, denn die Assistenz trägt die Verantwortung nicht.

Wer an einem dunklen Herbstmorgen sein Kind zur Schule schickt, vertraut oft auf Reflexstreifen als letzte Lebensversicherung. Ein Test des ADAC zeigt nun, dass ausgerechnet die Technik, die Fußgänger schützen soll, auf diese Sichtbarkeitshilfen nicht zuverlässig reagiert. Es ist ein stiller Riss zwischen dem, was Menschen für sichtbar halten, und dem, was Maschinen tatsächlich erkennen. Die Ursache ist noch nicht abschließend geklärt, doch die Frage, wem der Verkehr eigentlich gilt, rückt dabei wieder in den Mittelpunkt.

Im Herbst greifen Eltern morgens oft zur Jacke mit Reflexstreifen und hängen einen Ranzen mit Reflektoren um, damit ihr Kind im Dunkeln gesehen wird. Nun zeigt eine Stichprobe des ADAC, dass genau diese Kleidung Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung verwirren kann.

Der Club ließ Autos nachts auf Dummys reagieren. Am schlechtesten schnitten die Fahrzeuge bei Kindern mit Reflexkleidung und Schulranzen ab, während ein dunkel gekleidetes Kind von allen erkannt wurde. Auch bei Erwachsenen zeigte sich das Muster: Eine Warnweste ließ alle Autos rechtzeitig bremsen, genormte Arbeitskleidung dagegen übersahen fast alle Systeme.

Warum das so ist, bleibt offen. Der ADAC vermutet, dass Reflexstreifen nah am Boden die Systeme durcheinanderbringen, und sieht das Problem eher in der Software als in Kamera oder Sensorik. Die Ergebnisse seien nicht ohne Weiteres auf andere Modelle übertragbar, doch ähnliche Schwächen bei Fahrzeugen mit gleicher Technik seien denkbar.

Der Hintergrund ist heikel: Seit Juli 2026 ist der Notbremsassistent für Neuzulassungen Pflicht, das getestete Szenario gehört aber nicht zu den gesetzlichen Anforderungen. Der Club fordert deshalb rasche Verbesserungen durch die Hersteller. Bis dahin gilt die Empfehlung, Kinder weiter mit Warnkleidung auszustatten, und Autofahrende sollten sich nicht allein auf Assistenzsysteme verlassen, sondern im Zweifel selbst bremsen.

Wer im Herbst sein Kind morgens im Dunkeln zur Schule schickt, greift oft zur Jacke mit Reflexstreifen und hängt einen Schulranzen mit Reflektoren um. Eine aktuelle Stichprobe des ADAC zeigt nun, dass ausgerechnet diese Kleidung Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung aus dem Konzept bringen kann, wenn es dunkel ist.

Der Automobilclub ließ Autos verschiedener Hersteller mit unterschiedlicher Sensorik nachts auf Dummys reagieren. Am schlechtesten schnitten die Fahrzeuge laut ADAC bei Kindern ab, die reflektierende Kleidung und einen Schulranzen trugen. Ein Kind in dunklem Outfit erkannten dagegen alle getesteten Autos. Bei Kindern mit Reflexkleidung versagte fast jedes System.

Ähnlich fiel das Ergebnis bei Erwachsenen aus. Trug die erwachsene Attrappe eine handelsübliche Warnweste, hielten alle Fahrzeuge rechtzeitig an. Bei genormter Arbeitskleidung, wie sie Rettungskräfte, Polizei und Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter tragen, erkannten fast alle Systeme die Person nicht oder zu spät. Der ADAC nennt als Beispiel einen Straßenwachtfahrer, der in seiner Kleidung nachts von einem Notbremsassistenten übersehen würde.

Warum das so ist, ist nicht abschließend geklärt. ADAC-Sprecher Fabian Faehrmann sagte, die Experten des Clubs vermuteten, dass Reflexionsstreifen nah über dem Boden die Systeme durcheinanderbringen. Solche Streifen finden sich etwa an Arbeitshosen oder an der Kleidung eines Kindes auf dem Fahrrad. Laut ADAC liegt das Problem weniger an Kamera oder Sensoren als an der Software, die Verkehrsteilnehmende einordnet. In einem weiteren Szenario lief ein Kind in Reflexkleidung hinter einem parkenden Wagen auf die Straße; nur eines der getesteten Autos erkannte es.

Faehrmann betonte, die Ergebnisse ließen sich nicht von einem Fahrzeug auf das andere übertragen. Der Verdacht liege aber nahe, dass auch andere Fahrzeuge mit gleichen Systemen ähnliche Probleme haben könnten, insbesondere andere Modelle im selben Konzern, die einheitliche Assistenzsysteme nutzen. Zudem lassen sich die Ergebnisse der einzelnen Autos nicht direkt vergleichen, weil für jedes Fahrzeug eine andere Testgeschwindigkeit galt.

Der Hintergrund: Seit Juli 2026 ist der Notbremsassistent mit Fußgängererkennung für alle Neuzulassungen vorgeschrieben. Das getestete Szenario gehört allerdings nicht zu den gesetzlichen Anforderungen. Die Anforderungen der Studie gingen bewusst darüber hinaus, um Verbesserungspotenziale aufzuzeigen, so der ADAC.

Der Club fordert schnelle Nachbesserungen. Die Hersteller seien gefordert, die Systeme zu optimieren, sagte der Sprecher, wo möglich auch per Update. Autofahrenden rät der ADAC, sich nicht auf Assistenzsysteme zu verlassen: Wer am Steuer sitzt, trägt die Verantwortung und sollte im Zweifel selbst bremsen.

Eltern sollen ihre Kinder trotzdem weiter mit Warnkleidung zur Schule schicken. Die bessere Sichtbarkeit bringe laut ADAC deutlich mehr Sicherheit als das Risiko durch einen versagenden Assistenten. Ob und wann Hersteller per Software nachbessern, bleibt abzuwarten.

Die Ergebnisse können nicht von einem Fahrzeug auf das andere übertragen werden.
— Fabian Faehrmann, ADAC-Pressesprecher
Die Hersteller sind gefordert, die Systeme zu optimieren.
— Fabian Faehrmann, ADAC-Pressesprecher
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