Im ersten Halbjahr 2026 offenbarte sich eine stille Ironie des Risikomanagements: Professionelle Vermögensverwalter, die ihre Kunden mit hohen Liquiditätspuffern vor dem Schock des Irankriegs schützten, sahen sich im Aufschwung als Gefangene ihrer eigenen Vorsicht. Das Bargeld, das Verluste abfederte, wurde zur Bremse, als die Märkte anzogen. In dieser Spannung zwischen Schutz und Teilhabe liegt eine alte Wahrheit des Investierens: Wer immer auf den richtigen Moment wartet, verpasst ihn oft.
Zu viel Liquidität kostet Vermögensverwaltern Rendite
Bei niedrigen Kursen kauft man mehr, bei hohen weniger.
Warum ist es für Vermögensverwalter so schwierig, das richtige Maß an Liquidität zu halten?
Weil Liquidität zwei völlig unterschiedliche Jobs hat. In schlechten Zeiten ist sie ein Airbag — sie schützt. Aber in guten Zeiten ist sie ein Anker. Die Profis können nicht beide Szenarien perfekt vorhersehen.
Aber die Analyse sagt, dass sie im ersten Halbjahr systematisch zu viel Geld in bar hielten. Das ist nicht Unvorhersehbarkeit — das ist eine Entscheidung, die sich als falsch herausgestellt hat.
Ja, aber das ist der Punkt: Hinterher weiß man immer, dass es falsch war. Im Januar, als der Irankrieg ausbrach, sah das Liquiditätspolster wie Weisheit aus.
Und wie hilft ein ETF-Sparplan gegen dieses Problem?
Er macht die Entscheidung überflüssig. Du investierst jeden Monat denselben Betrag, egal wie die Kurse stehen. Bei Tiefständen kaufst du mehr, bei Hochständen weniger. Das ist mechanisch, nicht emotional.
Das funktioniert aber nur, wenn man regelmäßiges Einkommen hat und lange durchhält. Für jemanden mit 500.000 Euro, der das sofort anlegen muss, ist das keine Lösung.
Stimmt. Aber für die meisten Sparer — Menschen mit monatlichem Gehalt — ist es genau die richtige Strategie.
Was sagt es über die Vermögensverwalter, dass sie jetzt Japan und Schwellenländer bevorzugen?
Dass sie erkannt haben, dass die USA nicht mehr die einzige Antwort sind. Der MSCI-World ist zu amerikanisch geworden.
Aber wir wissen nicht, ob das eine langfristige Überzeugung ist oder nur eine taktische Verschiebung nach den schlechten Ergebnissen im ersten Halbjahr.
Der Puls
- Professionelle Vermögensverwalter schlugen den Markt im ersten Halbjahr 2026 nicht — nicht wegen schlechter Titelauswahl, sondern wegen zu hoher Kassenbestände in Kundenportfolios.
- Der Irankrieg im ersten Quartal rechtfertigte die Vorsicht zunächst, doch als die Märkte im zweiten Quartal erholten, saßen die Profis auf Bargeld, während die Kurse stiegen.
- Für Privatanleger bietet der monatliche ETF-Sparplan einen strukturellen Ausweg: Der Cost-Average-Effekt eliminiert das Timing-Problem, indem er bei fallenden Kursen automatisch mehr Anteile kauft.
- Die Depotstruktur der Profis hat sich verschoben — Gold führt, Japan- und Schwellenländer-ETFs folgen, während der MSCI-World-ETF von Platz eins auf Platz sechs abgerutscht ist.
- Die Abkehr vom MSCI-World als Standardinstrument signalisiert ein wachsendes Unbehagen mit der starken US-Konzentration dieses Index — und öffnet den Blick auf andere Chancen und Währungsräume.
Im ersten Halbjahr 2026 offenbarte sich eine stille Ironie des Risikomanagements: Professionelle Vermögensverwalter, die ihre Kunden mit hohen Liquiditätspuffern vor dem Schock des Irankriegs schützten, sahen sich im Aufschwung als Gefangene ihrer eigenen Vorsicht. Das Bargeld, das Verluste abfederte, wurde zur Bremse, als die Märkte anzogen. In dieser Spannung zwischen Schutz und Teilhabe liegt eine alte Wahrheit des Investierens: Wer immer auf den richtigen Moment wartet, verpasst ihn oft.
Im Rückblick auf das erste Halbjahr 2026 zeigte sich ein unbequemes Muster: Unabhängige Vermögensverwalter blieben hinter dem Markt zurück — nicht wegen falscher Aktienauswahl, sondern weil sie in Kundenportfolios durchschnittlich zu viel Bargeld hielten. Das Liquiditätspolster hatte seinen Sinn gehabt, als im ersten Quartal der Irankrieg ausbrach und die Aktienkurse einbrachen. Doch im zweiten Quartal, als die Märkte wieder anzogen, wurde dieselbe Vorsicht zur Bremse.
Für Privatanleger mit regelmäßigem Einkommen gibt es einen eleganten Ausweg aus diesem Dilemma: der monatliche Sparplan in breit gestreute Indexfonds. Wer jeden Monat denselben Betrag investiert, muss nicht entscheiden, ob der Moment günstig ist. Der Cost-Average-Effekt sorgt automatisch dafür, dass bei niedrigen Kursen mehr Anteile gekauft werden und bei hohen weniger — über die Zeit gleicht sich das aus.
Aufschlussreich ist auch, wie die Profis ihre eigenen Kundendepots inzwischen aufstellen. Gold steht an der Spitze, gefolgt von einem Japan-ETF und einem Schwellenländer-ETF. Der MSCI-World-ETF, lange das Standardinstrument für globale Diversifikation, ist auf Platz sechs abgerutscht. Das Signal dahinter ist deutlich: Die starke Konzentration des MSCI-World auf amerikanische Unternehmen gilt nicht mehr als optimal. Wer sein Portfolio überprüft, könnte von Japan und Schwellenländern profitieren — ohne auf den perfekten Einstiegspunkt zu warten.
Die Vermögensverwalter hatten ein Problem, das sich erst im Rückblick vollständig offenbarte. Im ersten Halbjahr 2026 schlugen unabhängige Profis den Markt nicht. Die Schuld lag nicht allein bei der Titelauswahl. Laut einer Analyse des Instituts für Vermögensaufbau war der eigentliche Grund ein anderer: Die Vermögensverwalter hielten in den Kundenportfolios durchschnittlich zu viel Bargeld.
Das Liquiditätspolster hatte seine Logik. Im ersten Quartal brach der Irankrieg aus. Ein hoher Kassenbestand federte die Verluste ab, als die Aktienkurse einbrachen. Doch im zweiten Quartal, als die Märkte wieder anzogen, wurde genau diese Vorsicht zur Last. Das Bargeld, das Schutz geboten hatte, bremste nun die Gewinne. Die Profis saßen auf Geld, während die Kurse stiegen.
Für Privatanleger mit regelmäßigen Einkommen gibt es einen einfachen Ausweg aus diesem Dilemma. Ein monatlicher Sparplan in breit gestreute Indexfonds umgeht das Timing-Problem vollständig. Wer jeden Monat denselben Betrag — sagen wir mehrere Hundert Euro — in einen ETF einzahlt, braucht sich nicht zu fragen, ob gerade der richtige Moment gekommen ist. Der sogenannte Cost-Average-Effekt arbeitet automatisch: Bei niedrigen Kursen kauft man mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Über die Zeit gleicht sich das aus.
Die Vermögensverwalter selbst haben längst erkannt, dass die klassische Strategie nicht optimal ist. Ein Blick auf ihre eigenen Depots zeigt, wie sie ihre Kunden inzwischen positionieren. Gold steht an der Spitze der bevorzugten Positionen. Dahinter folgt ein Japan-ETF auf Platz zwei, gefolgt von einem Schwellenländer-ETF auf Platz drei. Der MSCI-World-ETF, lange Zeit das Standardinstrument für globale Diversifikation, ist auf Platz sechs abgerutscht — zwar noch mit erheblichem Gewicht, aber nicht mehr die erste Wahl.
Dieser Wandel ist aussagekräftig. Der MSCI-World-ETF konzentriert sich stark auf amerikanische Unternehmen. Die Profis signalisieren damit, dass diese Dominanz nicht länger als optimal gilt. Wer sein eigenes Portfolio überprüft und noch immer hauptsächlich in einen breiten Welt-ETF spart, könnte von dieser Erkenntnis profitieren. Japan und Schwellenländer bieten andere Chancen, andere Risiken, andere Währungsexposures. Ein regelmäßiger Sparplan erlaubt es, diese Erkenntnisse einfach umzusetzen — ohne auf den perfekten Einstiegspunkt zu warten.
Bemerkenswerte Zitate
Wer regelmäßig denselben Geldbetrag investiert, kauft bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger.— Institut für Vermögensaufbau (Analyse)