Varta-Insolvenzverfahren eröffnet – Suche nach neuen Eigentümern beginnt

Etwa 350 Mitarbeiter der Varta Microbattery in Nördlingen verlieren ihre Arbeitsplätze durch die geplante Fabrikschließung.
Die Technologien von Varta finden noch immer Interesse auf dem Markt.
Der Insolvenzverwalter sieht Chancen für eine Investorenlösung in den kommenden Monaten.
Mark

Warum ist Varta überhaupt in diese Lage geraten? War es nur der Verlust von Apple?

Mimi

Apple war der Auslöser, aber nicht die ganze Geschichte. Varta hatte schon länger mit Schulden und Marktdruck zu kämpfen. Der Apple-Auftrag war so bedeutend, dass sein Wegfall das Fass zum Überlaufen brachte.

Luke

Aber wir sollten fair sein: Der Insolvenzverwalter sagt, dass Interesse an den Technologien besteht. Das ist nicht nichts. Die Frage ist nur, ob dieses Interesse in konkrete Angebote mündet.

Mark

Was passiert mit den 2.300 Mitarbeitern, die nicht in Nördlingen arbeiten?

Mimi

Das ist unklar. Der Insolvenzverwalter sagt, dass der Geschäftsbetrieb stabilisiert wurde. Das könnte bedeuten, dass diese Jobs sicherer sind – aber nur, wenn ein Käufer gefunden wird.

Luke

Genau. Die Stabilisierung während des vorläufigen Verfahrens ist ein gutes Zeichen, aber es ist kein Versprechen. Alles hängt davon ab, ob jemand kaufen will.

Mark

Und der Haushaltsbatterien-Bereich – warum ist der nicht betroffen?

Mimi

Weil er rechtlich und operativ eigenständig ist. Das war eine bewusste Entscheidung, ihn aus der Insolvenz herauszuhalten.

Luke

Das ist strategisch klug, aber es sagt auch etwas über die Struktur des Unternehmens aus. Es gibt offenbar Teile, die rentabel sind, und Teile, die es nicht sind.

Mark

Wie realistisch ist es, dass Varta einen Käufer findet?

Mimi

Der Insolvenzverwalter klingt optimistisch. Er sagt, dass das Marktinteresse an den Technologien vorhanden ist. Und die Tatsache, dass Lieferanten und Kunden Vertrauen haben, ist ein gutes Zeichen.

Luke

Aber wir sollten vorsichtig sein. Optimismus eines Insolvenzverwalters ist nicht dasselbe wie ein unterschriebener Kaufvertrag. Die kommenden Monate werden zeigen, ob dieses Interesse real ist.

  • Das Amtsgericht Stuttgart hat offiziell Insolvenzverfahren für vier Varta-Gesellschaften eröffnet – darunter die Konzernmutter VARTA AG –, was den Druck auf alle Beteiligten spürbar erhöht.
  • Der Verlust von Apple als Hauptkunde für wiederaufladbare Knopfzellen hat die Nördlinger Fabrik in eine Lage gebracht, aus der es keinen Ausweg mehr gibt – die Schließung ist unumkehrbar.
  • Rund 350 Beschäftigte in Nördlingen stehen vor dem Jobverlust, während der Rest der Belegschaft in der Schwebe wartet, ob ein Investor das Unternehmen retten wird.
  • Insolvenzverwalter Tobias Wahl gibt sich optimistisch: Vartas Technologien seien marktfähig, und er rechnet in den kommenden Monaten mit einer Investorenlösung.
  • Der Haushaltsbatterien-Bereich bleibt vom Verfahren ausgenommen und läuft stabil weiter – ein Signal, dass nicht alles verloren ist.

Ein traditionsreicher Batteriehersteller steht an einem Scheideweg: Das Amtsgericht Stuttgart hat für vier Gesellschaften des Unternehmens Varta das Insolvenzverfahren eröffnet – ein Schritt, der rund 2.300 Beschäftigte betrifft und die Frage aufwirft, wer die Hüter einer einst stolzen Technologie sein werden. Der bestellte Insolvenzverwalter sieht noch Wert in dem, was Varta aufgebaut hat, und hofft auf Investoren, die das Unternehmen in neuer Gestalt weiterführen. Doch hinter den Zahlen und Verfahren verbirgt sich ein menschliches Schicksal: 350 Arbeiterinnen und Arbeiter in Nördlingen verlieren ihre Stellen – Folge einer einzigen unternehmerischen Abhängigkeit, die sich als zu groß erwiesen hat.

Das Amtsgericht Stuttgart hat die Insolvenzverfahren für vier Varta-Gesellschaften eröffnet: die Konzernmutter VARTA AG, die VARTA Microbattery GmbH, die VARTA Storage GmbH und die VARTA Micro Production GmbH. Zusammen beschäftigen sie rund 2.300 Menschen. Der Antrag war bereits Mitte Juli gestellt worden – zunächst noch unter Eigenverwaltung, nun übernimmt Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor als bestellter Insolvenzverwalter das Ruder.

Wahl zeigt sich zuversichtlich: Die Technologien, für die Varta bekannt ist, stoßen nach seiner Einschätzung weiterhin auf Marktinteresse. Er erwartet, dass sich in den kommenden Monaten ein oder mehrere Investoren finden – ob aus der Finanzwelt oder aus der Industrie, ist noch offen. Positiv hervorzuheben ist, dass der Geschäftsbereich für Haushaltsbatterien rechtlich unabhängig strukturiert ist und vom Insolvenzverfahren unberührt bleibt.

Doch die Schattenseite ist unübersehbar. Die Fabrik der VARTA Microbattery im bayerischen Nördlingen wird geschlossen – eine Entscheidung, die der Insolvenzverwalter als unumkehrbar bezeichnet. Der Auslöser: Apple, der wichtigste Kunde dieser Sparte, bezieht die Knopfzellen für seine AirPods künftig aus China. Varta hatte diesen Auftrag im Frühjahr verloren und konnte sich davon nicht erholen.

Für rund 350 Beschäftigte in Nördlingen bedeutet das den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Die Schließung war bereits im Mai angekündigt worden und wird nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens vollzogen. Ihr Schicksal steht exemplarisch für die Gefahr, die entsteht, wenn ein Unternehmen zu sehr von einem einzigen großen Kunden abhängt – und für die Geschwindigkeit, mit der solche Abhängigkeiten existenzielle Folgen haben können.

Das Amtsgericht Stuttgart hat am Donnerstag die Insolvenzverfahren für vier Gesellschaften des Batterieherstellers Varta eröffnet. Betroffen sind die VARTA AG als Konzernmuttergesellschaft, die VARTA Microbattery GmbH, die VARTA Storage GmbH und die VARTA Micro Production GmbH. Zusammen beschäftigen diese vier Unternehmen etwa 2.300 Menschen. Der Schritt folgt einem Antrag, den Varta selbst Mitte Juli gestellt hatte – damals noch unter dem Regime der Eigenverwaltung, einer Insolvenzform, bei der das Unternehmen unter Aufsicht eines Verwalters selbst die Kontrolle behält.

Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor in Ellwangen wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Er äußert sich optimistisch über die Chancen des Unternehmens. Die Technologien, für die Varta bekannt ist, finden nach seiner Einschätzung weiterhin Interesse auf dem Markt. Er rechnet damit, dass sich in den kommenden Monaten ein Investor oder mehrere Investoren finden werden, die das Unternehmen oder Teile davon übernehmen. Ob es sich dabei um Finanzinvestoren oder um etablierte Industrieunternehmen handelt, ließ sich zunächst nicht klären.

Eine wichtige Nachricht für die Stabilität des Konzerns: Der Geschäftsbereich für Haushaltsbatterien – jene Sparte, die große Geldgeber aus dem Konzern herauslösen wollten – ist von der Insolvenz nicht betroffen. Dieser Bereich ist rechtlich und operativ unabhängig strukturiert und läuft weiter. Wahl betont, dass es gelungen sei, den Geschäftsbetrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens zu stabilisieren. Lieferanten und Kunden hätten das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Unternehmens bewahrt.

Doch es gibt auch eine klare Schattenseite. Die Fabrik der VARTA Microbattery im bayerischen Nördlingen wird wie geplant geschlossen. Diese Entscheidung ist nach Aussage des Insolvenzverwalters unumkehrbar. Der Grund liegt in einem Kundenverlust, der das Unternehmen hart getroffen hat: Apple, der wichtigste Kunde dieser Sparte, bezieht die wiederaufladbaren Knopfzellen für seine AirPods-Kopfhörer künftig aus China. Varta hatte diesen Auftrag im Frühjahr verloren – ein Schlag, von dem sich die Nördlinger Fabrik nicht erholen konnte.

Die Konsequenz ist unmittelbar und hart: Etwa 350 Menschen werden ihre Arbeitsplätze verlieren, wenn die Fabrik geschlossen wird. Die Ankündigung dieser Schließung war bereits Mitte Mai erfolgt, nun wird sie im Rahmen des Insolvenzverfahrens umgesetzt. Es ist ein Beispiel für die Verwundbarkeit von Zulieferern, die von wenigen großen Kunden abhängen – und für die Geschwindigkeit, mit der solche Abhängigkeiten zu existenziellen Krisen führen können.

Der Insolvenzverwalter und das Unternehmen selbst signalisieren, dass sie die kommenden Monate als entscheidend sehen. Wenn es gelingt, neue Eigentümer zu finden, könnte Varta als Unternehmen überleben – wenn auch in veränderter Form. Die technologischen Fähigkeiten sind offenbar noch immer wertvoll genug, um Interesse zu wecken. Aber für die 350 Arbeiter in Nördlingen ändert das nichts an ihrer Situation.

Das Interesse an den technologischen Kernkompetenzen von Varta ist im Markt unverändert vorhanden.
— Tobias Wahl, Insolvenzverwalter
Dank des großen Einsatzes aller Beteiligten konnte der Geschäftsbetrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens stabilisiert werden.
— Tobias Wahl, Insolvenzverwalter
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