Nach mehr als zwei Jahrzehnten haben die Vereinigten Staaten ihren Militäreinsatz im Irak offiziell beendet — ein Kapitel, das 2003 mit einer umstrittenen Invasion begann und den Nahen Osten für eine Generation prägte. Das Pentagon erklärte die Operation Inherent Resolve für abgeschlossen, nachdem die letzten 2500 Soldaten das Land verlassen haben. Doch der Abzug markiert keinen Frieden, sondern einen Übergang: Der Irak steht nun allein zwischen den Trümmern alter Konflikte und den Spannungen neuer regionaler Mächte.
USA beenden offiziell Militäreinsatz im Irak nach mehr als 20 Jahren
Der Irak muss seine Sicherheit selbst gewährleisten, während Regionalmächte um Einfluss kämpfen
Was bedeutet dieser Abzug praktisch für den Irak? Ist das Land jetzt sicherer?
Das ist die zentrale Spannung der Geschichte. Das Pentagon sagt, die IS-Bedrohung sei besiegt — und das ist wahr, der IS ist nicht mehr die organisierte Militärmacht, die er 2014 war. Aber die Sicherheitslage ist gerade schlechter geworden, nicht besser, weil der Iran-Konflikt den Irak zum Kampfgebiet macht.
Moment — wie viele IS-Kämpfer sind noch aktiv? Die Quelle sagt "verbleibende Strukturen", aber gibt keine Zahlen. Das ist wichtig für die Bewertung, ob die Mission wirklich erfolgreich war.
Das ist fair. Die Quelle nennt keine aktuellen Zahlen zur IS-Präsenz. Sie sagt nur, dass der IS als "organisierte militärische Bedrohung" besiegt wurde — das ist eine spezifische Formulierung.
Und diese iranisch-verbündeten Milizen — wie mächtig sind die wirklich?
Mächtig genug, dass die irakische Regierung sie entwaffnen wollte, aber nicht mächtig genug, um das durchzusetzen. Die Entwaffnung wurde vom Sommer auf Juni 2027 verschoben. Das sagt viel aus.
Aber wir wissen nicht, warum sie verschoben wurde. War es politischer Widerstand? Mangelnde Kapazität? Das ist ein großes Loch in der Geschichte.
Was ist mit der Bundeswehr? Bleibt sie?
Das ist offen. Wadephul sagt, Deutschland könnte präsent bleiben, aber das ist noch nicht entschieden. Das Mandat läuft bis Januar aus.
Also: Die USA sagen, die Mission ist erfolgreich, aber die Sicherheitslage verschärft sich gerade. Das ist nicht widersprüchlich — es bedeutet nur, dass die Probleme größer sind als der IS. Aber das sollte deutlicher gesagt werden.
Und die ursprüngliche Invasion 2003 — war das alles umsonst?
Das kann niemand objektiv beantworten. Was wir wissen: Sie basierte auf falschen Gründen, führte zu Jahrzehnten Instabilität, und jetzt zieht sich Amerika zurück, während der Irak immer noch mit den Folgen kämpft.
Il Polso
- Nach 23 Jahren und zwei Phasen militärischer Präsenz ziehen die letzten amerikanischen Soldaten aus dem Irak ab — Bagdad feiert dies mit einer Militärparade, Washington mit nüchterner Bestätigung.
- Die Sicherheitslage hat sich paradoxerweise verschärft: Seit dem US-israelischen Krieg gegen den Iran ist der Irak erneut zum Schauplatz regionaler Konfrontation geworden, mit Angriffen auf die US-Botschaft und den Stützpunkt Erbil.
- Iranisch verbündete Milizen bleiben bewaffnet und unkontrolliert — die geplante Entwaffnung und Integration in den Staatsapparat wurde auf Juni 2027 verschoben.
- IS-Reste und Milizstrukturen untergraben weiterhin die irakische Souveränität, auch wenn die Organisation als militärische Kraft als besiegt gilt.
- Deutschland signalisiert, trotz des Endes des multinationalen Einsatzes in Erbil präsent zu bleiben — die internationale Präsenz wandelt sich, verschwindet aber nicht vollständig.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten haben die Vereinigten Staaten ihren Militäreinsatz im Irak offiziell beendet — ein Kapitel, das 2003 mit einer umstrittenen Invasion begann und den Nahen Osten für eine Generation prägte. Das Pentagon erklärte die Operation Inherent Resolve für abgeschlossen, nachdem die letzten 2500 Soldaten das Land verlassen haben. Doch der Abzug markiert keinen Frieden, sondern einen Übergang: Der Irak steht nun allein zwischen den Trümmern alter Konflikte und den Spannungen neuer regionaler Mächte.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten haben die Vereinigten Staaten ihren Militäreinsatz im Irak offiziell für beendet erklärt. Die letzten 2500 Soldaten sind abgezogen, das Pentagon bestätigte den Abschluss der Operation Inherent Resolve — jener internationalen Koalition, die seit 2014 gegen den Islamischen Staat kämpfte. Irak feierte den Moment mit einer Militärparade in Bagdad.
Die Geschichte dieses Einsatzes ist lang und widersprüchlich: 2003 begann sie mit einer Invasion, die auf falschen Behauptungen über Massenvernichtungswaffen beruhte. Der Sturz Saddam Husseins hinterließ ein destabilisiertes Land, aus dessen Chaos schließlich der IS entstand. 2014 kehrten die USA zurück, um die Terrororganisation zu bekämpfen — nun, zwölf Jahre später, gilt diese Kampagne als abgeschlossen.
Doch der Abzug fällt in eine gefährliche Zeit. Seit Ende Februar führen die USA gemeinsam mit Israel einen Krieg gegen den Iran, und der Irak ist zum Schauplatz dieser Konfrontation geworden. Iranisch verbündete Milizen haben die US-Botschaft angegriffen und den Stützpunkt Erbil beschossen. Die geplante Entwaffnung dieser Gruppen und ihre Integration in den irakischen Staatsapparat wurde auf 2027 verschoben — ein Zeichen, wie fragil die innere Kontrolle bleibt.
Die Bundeswehr, seit 2015 mit Ausbildungsmissionen beteiligt, könnte trotz des Endes des multinationalen Einsatzes in Erbil präsent bleiben. Bundesaußenminister Wadephul deutete an, dass Deutschland auch bilateral engagiert bleiben könnte. Der Irak muss nun seine Sicherheit selbst gewährleisten — in einem regionalen Umfeld, das alles andere als stabil ist.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten haben die Vereinigten Staaten ihren Militäreinsatz im Irak offiziell beendet. Die letzten 2500 amerikanischen Soldaten sind abgezogen, die Ausrüstung verlegt, die Missionen abgeschlossen. Das Pentagon bestätigte am Mittwoch, dass die Operation Inherent Resolve — die internationale Koalition zur Bekämpfung des Islamischen Staates — ihre Arbeit getan hat. Es ist das Ende einer Ära, die 2003 mit der Invasion zum Sturz Saddam Husseins begann, sich 2011 mit dem Rückzug zu neigen schien, dann 2014 mit der Rückkehr des IS eine neue Phase einleitete.
Die Entscheidung zum Abzug fiel 2024, als Bagdad und Washington sich einigten, dass die Kampagne gegen die Terrororganisation erfolgreich abgeschlossen sei. Seitdem zogen sich die Koalitionstruppen schrittweise zurück. Die letzten Soldaten waren in Erbil in der kurdischen Autonomieregion stationiert, an einem Stützpunkt nahe dem Flughafen Bagdads und in der Grünen Zone, dem Regierungsviertel der Hauptstadt. Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte, der Abzug markiere den erfolgreichen Abschluss einer zwölfjährigen Kampagne, in der der IS als organisierte militärische Bedrohung besiegt worden sei. Die irakische Regierung meldete den vollständigen Rückzug bereits am Sonntag und feierte ihn am Mittwoch mit einer Militärparade in Bagdad.
Doch die Sicherheitslage im Land hat sich verschärft, nicht verbessert. Seit Ende Februar führen die USA gemeinsam mit Israel einen Krieg gegen den Iran — und der Irak, der etwa vier Prozent des weltweiten Ölbedarfs produziert, ist zum Schauplatz dieser Konfrontation geworden. Mit dem Iran verbündete Milizen haben die amerikanische Botschaft in Bagdad angegriffen, den Stützpunkt Erbil beschossen. Das US-Militär hat seinerseits Ziele dieser Milizen im irakischen Territorium angegriffen. Es ist eine Ironie der Lage: Gerade als die USA ihre Präsenz beenden, wird der Irak erneut zum Kampfgebiet regionaler Mächte.
Ministerpräsident Ali al-Saidi hatte angekündigt, dass die mächtigen iranisch-verbündeten Milizen parallel zum amerikanischen Abzug entwaffnet und in den staatlichen Sicherheitsapparat integriert werden sollten. Dieser Schritt wurde verschoben und soll nun im Juni 2027 stattfinden — ein Zeichen dafür, wie schwierig die innerirakische Kontrolle über diese bewaffneten Gruppen bleibt. Das Pentagon räumt ein, dass diese Milizen sowie die verbleibenden Strukturen des IS weiterhin die irakische Souveränität und die regionale Stabilität untergraben.
Die Bundeswehr ist an diesem Prozess seit 2015 beteiligt gewesen, hauptsächlich durch Ausbildungsmissionen irakischer Soldaten. Das aktuelle deutsche Mandat mit bis zu 500 Kräften läuft bis Januar 2027. Bundesaußenminister Johann Wadephul signalisiert aber, dass Deutschland auch nach dem Ende des multinationalen Einsatzes in Erbil präsent bleiben könnte — ein Hinweis darauf, dass die internationale Präsenz im Irak nicht vollständig endet, sondern sich nur verändert.
Die historische Bilanz ist gemischt. Die ursprüngliche Invasion 2003 basierte auf der Behauptung, der Irak strebe Massenvernichtungswaffen an — eine Behauptung, die sich später als falsch herausstellte. Der Sturz Husseins führte zu Jahrzehnten von Instabilität, aus der schließlich der IS hervorging. Nun, nach 23 Jahren, zieht sich Amerika zurück, während der Irak mit den Folgen dieser langen Intervention ringt: ein Land, das seine Sicherheit selbst gewährleisten muss, während regionale Mächte um Einfluss kämpfen und die Bedrohung durch Extremisten nicht vollständig verschwunden ist.
Citazioni salienti
Der Abzug markiert den erfolgreichen Abschluss der Militärmission, mit welcher der IS im Irak besiegt wurde— Pentagon-Sprecher Sean Parnell
Die irakische Regierung trägt nun die Hauptverantwortung für die Bewältigung der sicherheitspolitischen Herausforderungen im Land— US-Verteidigungsministerium