Türkei und Pakistan verlegen Truppen nach Saudi-Arabien gegen Huthi-Angriffe

Explosionen erschütterten Riad; Fenster zitterten in der ganzen Stadt
Die Huthi-Angriffe auf die saudi-arabische Hauptstadt trafen den internationalen Flughafen, eine Ölraffinerie und Militärstandorte.
Mark

Warum ist die Aktivierung dieses Mekka-Vertrags jetzt so bedeutsam? Das Bündnis existiert ja schon seit August.

Mimi

Weil es der erste echte Test ist. Der Pakt hatte eine Beistandsklausel, aber niemand wusste, was das konkret bedeutet. Jetzt zeigen die Huthi-Angriffe auf heilige Städte und Riad, dass Saudi-Arabien diesen Schutz einfordert.

Luke

Aber Moment — Pakistan und die Türkei sagen selbst, dass sie nur in einer unterstützenden Rolle tätig sind. Das sind keine Kampftruppen, die gerade ankommen.

Mimi

Das stimmt. Aber die Symbolik ist wichtig. Es signalisiert, dass das Bündnis funktioniert, dass andere Länder Saudi-Arabien nicht allein lassen.

Mark

Und was bedeutet das für den Jemen-Konflikt selbst?

Mimi

Die Regierungstruppen starten gerade eine massive Offensive mit über 1100 Angriffen. Das ist eine koordinierte Eskalation — nicht nur Verteidigung, sondern Rückeroberung von Huthi-Gebieten.

Luke

Aber wir wissen nicht, wie erfolgreich diese Offensive sein wird. Die Huthis haben gerade erst neue Territorien erobert, einschließlich einer wichtigen Straße. Sie sind nicht schwächer geworden.

Mimi

Das ist der Punkt. Beide Seiten eskalieren gleichzeitig. Das macht eine Lösung schwerer, nicht leichter.

Mark

Wer profitiert davon, dass dieser Konflikt weiter eskaliert?

Luke

Das ist die unbeantwortete Frage. Der Iran unterstützt die Huthis, Saudi-Arabien führt die Koalition an. Das ist ein Stellvertreterkrieg, und jede Eskalation zieht mehr externe Akteure an.

Mimi

Genau. Und jetzt sind auch die Türkei und Pakistan offiziell dabei.

  • Türkei und Pakistan verlegen Truppen nach Saudi-Arabien zur Umsetzung des Mekka-Vertrags
  • Huthi-Angriffe zielten auf heilige Städte Mekka und Medina sowie auf Riad, Flughafen und Ölraffinerie
  • Regierungstruppen führten über 1100 Angriffe auf Huthi-Stellungen durch
  • Huthis kontrollieren bereits Hauptstadt Sanaa und große Teile der westjemenitischen Küste

Drei Länder aktivieren ihren Mekka-Verteidigungspakt mit NATO-ähnlicher Beistandsklausel zur Abwehr iranischer Huthi-Angriffe. Huthis griffen heilige Städte Mekka und Medina an; Explosionen erschütterten Riad und trafen Flughafen, Ölraffinerie und Militärstandorte.

Türkei und Pakistan entsenden zusätzliche Streitkräfte nach Saudi-Arabien als Reaktion auf Huthi-Angriffe. Die Eskalation droht den Jemen-Konflikt weiter zu verschärfen.

Die Türkei und Pakistan haben sich bereit erklärt, zusätzliche Truppen und militärische Ausrüstung nach Saudi-Arabien zu verlegen. Zu dieser Entscheidung kam es bei einer Dringlichkeitssitzung in Riad, nachdem die vom Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz eine Serie von Angriffen auf das Königreich durchgeführt hatte. Die drei Länder einigten sich darauf, ihren im August geschlossenen Mekka-Verteidigungspakt nun praktisch umzusetzen — ein Bündnis mit einer Beistandsklausel, die dem NATO-Vertrag ähnelt und vorsieht, dass ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten als Angriff auf alle gilt.

Die genaue Zahl der zu verlegenden Soldaten und die Art der Ausrüstung wurden nicht bekannt gegeben. Auch über die konkreten Aufgaben der türkischen und pakistanischen Kräfte machten die Regierungen keine Angaben. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte dem Sender Geo News, dass pakistanische und türkische Einheiten bereits im Einsatzgebiet präsent seien, derzeit aber nur in einer unterstützenden Rolle tätig würden. Pakistan beteilige sich etwa an Aufklärungsmaßnahmen. Kampfhandlungen führten bislang ausschließlich saudische Truppen durch. Pakistan unterhält ohnehin eine langjährige Militärpartnerschaft mit Saudi-Arabien und hat bereits Einheiten im Land stationiert.

Die Anschläge, die diese Mobilisierung auslösten, zielten auf zentrale Infrastruktur und heilige Stätten ab. Die Huthis griffen eine Stromverteilerstation in Medina an, die die Prophetenmoschee mit Elektrizität versorgt — eine der heiligsten Stätten des Islam. Am Montagabend erschütterten Explosionen die saudi-arabische Hauptstadt Riad. Ein Anwohner berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass er seine Fenster zittern sah. Nach Angaben des Huthi-Sprechers Jahja Saree zielten die Angriffe auf den internationalen Flughafen von Riad, eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Rabigh sowie auf Militärstandorte und Flughäfen im Süden des Landes. Zusätzlich geriet Saudi-Arabiens wichtige Ost-West-Pipeline unter Beschuss.

Parallel zu diesen Angriffen verschärften sich die Kämpfe im Jemen dramatisch. Regierungstruppen kündigten eine massive Gegenoffensive an und erklärten, mehr als 1100 Angriffe auf Huthi-Stellungen durchgeführt zu haben. Auch die von den Huthis kontrollierte Hauptstadt Sanaa wurde angegriffen. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition beteiligte sich an der Offensive und setzte am Montagmorgen 100 Kampfflugzeuge zur Unterstützung der Bodentruppen ein. An der Küste des Roten Meeres griffen Koalitionskräfte Huthi-Positionen in Hodeida an und zerstörten nach eigenen Angaben Waffendepots sowie Einrichtungen zur Lagerung von mit Sprengfallen versehenen Booten und Seeminen. Ein geplanter Huthi-Angriff auf Schifffahrtswege im südlichen Roten Meer sei vereitelt worden, teilte Koalitionssprecher Turki al-Malki mit.

Der von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Präsidialrat kündigte an, alle von den Huthis kontrollierten Gebiete zurückzuerobern und die Staatsgewalt auf das gesamte Landesgebiet auszudehnen. Dieser Ankündigung war ein Huthi-Sieg vorausgegangen: Die Miliz hatte kurz zuvor die Kontrolle über eine wichtige Straße zwischen der belagerten Stadt Tais und der Interimshauptstadt Aden übernommen. Die Huthis beherrschen bereits seit Jahren weite Teile des Jemen, einschließlich der Hauptstadt Sanaa. Im September hatten sie zudem große Teile der westjemenitischen Küste unter ihre Kontrolle gebracht. Mit der Verlegung türkischer und pakistanischer Truppen nach Saudi-Arabien und der gleichzeitigen Großoffensive der Regierungstruppen im Jemen droht sich der Konflikt weiter zu verschärfen.

Pakistanische und türkische Kräfte sind bereits im Einsatzgebiet präsent, nehmen aber eine unterstützende Rolle ein
— Pakistanischer Verteidigungsminister Khawaja Asif
Die Staatsgewalt soll wieder auf das gesamte Landesgebiet ausgedehnt werden
— Jemenitischer Präsidialrat unter Ratsvorsitzender Raschad al-Alimi
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