Mit dem Versprechen fiskalischer Disziplin angetreten, hinterlässt die Trump-Regierung im Haushaltsjahr 2026 ein Defizit von knapp zwei Billionen Dollar – den höchsten Stand seit fünf Jahren. Strukturelle Zinslasten und eine vom Obersten Gerichtshof gekippte Zollpolitik haben die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter geöffnet. Es ist eine alte Geschichte der Demokratien: Das Versprechen der Sparsamkeit scheitert oft an der Schwerkraft des Schuldenwachstums.
Trumps Versprechen gebrochen: US-Neuverschuldung auf Fünf-Jahres-Hoch
Die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen öffnete sich weiter
Warum ist das Defizit trotz Sparversprechen gestiegen? Das ergibt keinen Sinn.
Weil die Ausgaben schneller wuchsen als die Einnahmen. Die Bundesregierung gab sechs Prozent mehr aus, nahm aber nur drei Prozent mehr ein. Das ist die mathematische Realität.
Aber wir sollten fragen: Wo genau stiegen die Ausgaben? War es Verteidigung, Soziales, Zinsen? Die Quelle sagt, dass Schuldzinsen um 144 Milliarden stiegen – das ist ein großer Teil, aber nicht alles.
Und die Zölle? Das klang wie ein großes Problem.
Der Oberste Gerichtshof erklärte Trumps Zölle für ungültig und der Staat musste 145 Milliarden Dollar zurückzahlen. Das war eine unerwartete Ausgabe, die das Defizit direkt vergrößerte.
Das ist wichtig zu verstehen: Das war nicht eine Folge von Sparmaßnahmen, die fehlschlugen. Das war eine gerichtliche Entscheidung, die Rückzahlungen erzwang. Zwei verschiedene Dinge.
Also hat Trump seine Sparversprechen gar nicht versucht umzusetzen?
Die Quelle sagt nicht, dass er es versucht hat und scheiterte. Sie sagt, dass die Ausgaben stiegen. Das deutet darauf hin, dass entweder die Sparmaßnahmen nicht stattfanden oder nicht wirksam waren.
Genau. Wir wissen, dass das Defizit stieg. Wir wissen nicht, ob Trump versuchte zu sparen und scheiterte, oder ob er gar nicht versuchte zu sparen. Das ist ein wichtiger Unterschied, den die Quelle nicht klärt.
Was kommt als nächstes? Wird es besser?
Ein Experte von Oxford Economics erwartet ähnlich hohe Defizite im nächsten Jahr. Und wenn der Iran-Krieg andauert, könnte es noch schlimmer werden.
Das ist eine Prognose, nicht eine Gewissheit. Aber sie basiert auf der Annahme, dass die Ausgabenmuster sich nicht ändern. Wenn Trump tatsächlich Sparmaßnahmen einführt, könnte das Bild anders aussehen.
The Pulse
- Das US-Defizit kletterte auf 1,99 Billionen Dollar – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2021, obwohl Sparsamkeit das erklärte Ziel war.
- Rekordhohe Schuldzinsen von 1,36 Billionen Dollar fressen das Budget auf und verstärken sich selbst: Mehr Schulden erzeugen mehr Zinsen, die neue Schulden erzwingen.
- Der Oberste Gerichtshof erklärte Trumps Zölle für verfassungswidrig – die daraus folgenden Rückzahlungen von 145 Milliarden Dollar trafen den Haushalt wie ein unerwarteter Schlag.
- Die Gesamtverschuldung überschritt im August erstmals die 40-Billionen-Dollar-Marke, während Finanzminister Bessents Ziel von drei Prozent Defizitquote bei tatsächlichen 6,2 Prozent liegt.
- Ökonomen warnen: Ein anhaltender Iran-Konflikt könnte das Haushaltsloch im kommenden Jahr noch weiter aufreißen.
Mit dem Versprechen fiskalischer Disziplin angetreten, hinterlässt die Trump-Regierung im Haushaltsjahr 2026 ein Defizit von knapp zwei Billionen Dollar – den höchsten Stand seit fünf Jahren. Strukturelle Zinslasten und eine vom Obersten Gerichtshof gekippte Zollpolitik haben die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter geöffnet. Es ist eine alte Geschichte der Demokratien: Das Versprechen der Sparsamkeit scheitert oft an der Schwerkraft des Schuldenwachstums.
Donald Trump kehrte ins Weiße Haus mit dem Versprechen zurück, die Staatsfinanzen zu sanieren. Die Zahlen des Finanzministeriums erzählen nun eine andere Geschichte: Im Haushaltsjahr 2026 stieg das US-Defizit auf 1,99 Billionen Dollar – ein Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit 2021. Die Ausgaben wuchsen um sechs Prozent auf 7,4 Billionen Dollar, während die Einnahmen mit einem Plus von drei Prozent deutlich hinterherhinken.
Zwei Kräfte treiben diese Entwicklung. Erstens die Schuldzinsen: Sie erreichten mit 1,36 Billionen Dollar ein Rekordhoch – 144 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. Je größer die Schuldenlast, desto mehr frisst der Zinsendienst das Budget auf, ein Kreislauf, der sich selbst beschleunigt. Zweitens die gescheiterte Zollpolitik: Nachdem der Oberste Gerichtshof im Februar wesentliche Teile von Trumps Importzöllen für verfassungswidrig erklärte, musste der Staat 145 Milliarden Dollar zurückzahlen – eine massive, ungeplante Ausgabe.
Finanzminister Scott Bessent hatte ein Defizit von drei Prozent der Wirtschaftsleistung angepeilt. Tatsächlich liegt es bei geschätzten 6,2 Prozent. Die Gesamtverschuldung überschritt im August erstmals die 40-Billionen-Dollar-Marke. Ökonomen wie Nancy Vanden Houten von Oxford Economics erwarten für das kommende Haushaltsjahr ähnlich hohe Defizite – und sollte der Konflikt mit dem Iran andauern, könnten Militärausgaben das Loch noch weiter vergrößern. Was als Versprechen der Haushaltssanierung begann, hat sich zur sich verschärfenden Krise entwickelt.
Donald Trump kehrte ins Weiße Haus zurück mit einem klaren Versprechen: Die Staatsausgaben würden sinken, die Neuverschuldung würde schrumpfen, die Haushaltskrise würde gelöst. Es war ein zentrales Wahlversprechen, ein Kern seiner Botschaft an die Wähler. Doch die Zahlen, die das Finanzministerium am Freitag in Washington veröffentlichte, erzählen eine andere Geschichte.
Im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, stieg das US-Defizit auf 1,99 Billionen Dollar – der höchste Wert seit 2021. Das ist ein Anstieg von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr, als das Defizit noch 1,78 Billionen Dollar betragen hatte. Die Bundesregierung gab insgesamt 7,4 Billionen Dollar aus, eine Steigerung um sechs Prozent. Die Einnahmen legten dagegen nur um drei Prozent zu und erreichten 5,4 Billionen Dollar. Die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen öffnete sich also weiter – genau das Gegenteil von dem, was versprochen worden war.
Finanzminister Scott Bessent hatte nach Trumps Amtsantritt ein ehrgeiziges Ziel ausgegeben: Das Defizit sollte auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung sinken. Stattdessen liegt es nun bei geschätzten 6,2 Prozent. Zwei Faktoren treiben diese Entwicklung besonders voran. Der erste ist strukturell und beängstigend: Die Schuldzinsen, die der Staat auf seine aufgelaufenen Schulden zahlen muss, sind auf ein Rekordhoch von 1,36 Billionen Dollar gestiegen – eine Steigerung um 144 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Je höher die Schulden, desto höher die Zinsen; je höher die Zinsen, desto weniger Geld bleibt für andere Ausgaben. Es ist ein selbstverstärkender Kreislauf.
Der zweite Faktor ist politischer Natur und direkter mit Trumps Agenda verbunden: Die Zollpolitik. Der Präsident hatte aggressive Zölle auf Importe verhängt, ein Kernstück seiner wirtschaftspolitischen Strategie. Doch der Oberste Gerichtshof erklärte im Februar einen Großteil dieser Zölle für verfassungswidrig. Die Folge: Der Staat musste 145 Milliarden Dollar an Zollrückzahlungen leisten. Das ist kein kleiner Posten – es ist eine massive, unerwartete Ausgabe, die das Defizit direkt vergrößerte.
Die Gesamtverschuldung der USA ist inzwischen über eine psychologische Schwelle hinaus gewachsen. Im August teilte das Finanzministerium mit, dass die gesamte Staatsverschuldung erstmals die 40-Billionen-Dollar-Marke überschritten hatte – etwa 34,4 Billionen Euro. Das ist nicht nur eine große Zahl; es ist ein Zeichen dafür, dass die Schuldenakkumulation beschleunigt sich, nicht verlangsamt.
Wirtschaftswissenschaftler und Analysten blicken mit Sorge auf die kommenden Jahre. Nancy Vanden Houten von Oxford Economics erwartet, dass das Defizit im nächsten Haushaltsjahr ähnlich hoch ausfallen wird. Noch beunruhigender ist eine andere Möglichkeit: Sollte der Konflikt mit dem Iran, der bereits eskaliert ist, bis weit in das neue Haushaltsjahr hinein andauern, könnte das Haushaltsloch noch größer werden. Militärische Ausgaben sind teuer, und ein längerer Krieg würde die Defizite weiter in die Höhe treiben.
Trumps Versprechen, die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen, ist damit nicht erfüllt worden – im Gegenteil. Die Neuverschuldung ist gestiegen, nicht gesunken. Die Schuldzinsen fressen einen immer größeren Teil des Budgets auf. Und die Zollpolitik, die als Instrument zur Stärkung der Wirtschaft gedacht war, hat sich stattdessen als teure Belastung für den Haushalt erwiesen. Was folgt, ist eine Haushaltskrise, die sich verschärft, nicht entspannt.
Notable Quotes
Sollte der Krieg mit dem Iran bis weit in das neue Haushaltsjahr andauern, könne das Haushaltsloch noch größer ausfallen— Nancy Vanden Houten, Oxford Economics