In einer Welt, in der das letzte große bilaterale Rüstungskontrollabkommen zwischen Washington und Moskau still ausgelaufen ist, sucht die Menschheit erneut nach Wegen, die gefährlichsten Waffen ihrer Geschichte einzuhegen. Präsident Trump hat bestätigt, dass die USA gleichzeitig mit Russland und China über eine Reduzierung ihrer Atomwaffenarsenale verhandeln – ein Vorhaben, das so ehrgeizig wie fragil ist, denn China hat eine solche Einbindung bislang stets zurückgewiesen. Die Gespräche spiegeln die alte, nie gelöste Spannung wider: Wie einigt man sich auf Grenzen, wenn die Mächte die Asymmet
Trump verhandelt über Atomabrüstung mit Russland und China
Wir sprechen tatsächlich mit Russland und China über eine solche Abrüstung
Warum ist es bedeutsam, dass Trump diese Verhandlungen öffentlich macht? Könnte das nicht die Gespräche selbst gefährden?
Trump scheint hier Druck aufbauen zu wollen – indem er die Verhandlungen ankündigt, signalisiert er Ernsthaftigkeit. Gleichzeitig setzt er China unter Druck, indem er öffentlich sagt, dass er erwartet, dass Peking in fünf Jahren aufschließt.
Aber wir wissen nicht, wie weit diese Gespräche tatsächlich gediehen sind. Trump sagt, sie sprechen, aber das bedeutet nicht, dass es konkrete Fortschritte gibt oder dass ein Abkommen wahrscheinlich ist.
Und China lehnt bisher ab, in ein multilaterales Abkommen einzusteigen. Wie realistisch ist es, dass sich das ändert?
China argumentiert, dass es weniger Sprengköpfe hat und daher nicht die gleichen Beschränkungen akzeptieren sollte. Das ist eine strukturelle Blockade, nicht nur eine Verhandlungsposition.
Genau. Und ohne China ist ein echtes multilaterales Abkommen unmöglich. Das ist das zentrale Problem, das Trump nicht gelöst hat.
Was ist mit dem New-Start-Vertrag, der im Februar auslief? Gibt es jetzt gar keine Beschränkungen mehr?
Technisch ist der Vertrag abgelaufen, aber das bedeutet nicht, dass die Rüstungskontrolle vollständig zusammengebrochen ist. Es gibt andere Mechanismen und Kommunikationskanäle.
Allerdings ist New-Start das wichtigste bilaterale Abkommen zwischen den USA und Russland gewesen. Sein Ablauf ist ein erheblicher Rückschritt, unabhängig davon, was Trump jetzt verhandelt.
Le Pouls
- Mit dem Ablauf des New-Start-Vertrags im Februar 2026 fehlt erstmals seit Jahrzehnten ein verbindlicher Rahmen für die nuklearen Bestände der USA und Russlands – ein gefährliches Vakuum in einer ohnehin angespannten Weltlage.
- Trump bestätigt öffentlich laufende Gespräche mit Moskau und Peking, doch die Verhandlungsarchitektur ist brüchig: China lehnt eine Gleichstellung mit den beiden größeren Atommächten ab und besteht auf seiner Sonderrolle als kleineres Arsenal.
- Die Asymmetrie der Arsenale erschwert jede Einigung – Russland hält die meisten Sprengköpfe, die USA führen bei einsatzbereiten Waffen, und China soll laut Trump in fünf Jahren deutlich aufholen.
- Washington drängt auf ein multilaterales Nachfolgeabkommen, das alle drei Großmächte einbindet – ein diplomatischer Kraftakt, der bislang an Pekings Widerstand scheitert.
- Parallel treibt Trump ein ziviles Atomprogramm mit Saudi-Arabien voran, das in eine Phase eskalierender Spannungen mit dem Iran fällt und die nuklearpolitische Gemengelage weiter verkompliziert.
In einer Welt, in der das letzte große bilaterale Rüstungskontrollabkommen zwischen Washington und Moskau still ausgelaufen ist, sucht die Menschheit erneut nach Wegen, die gefährlichsten Waffen ihrer Geschichte einzuhegen. Präsident Trump hat bestätigt, dass die USA gleichzeitig mit Russland und China über eine Reduzierung ihrer Atomwaffenarsenale verhandeln – ein Vorhaben, das so ehrgeizig wie fragil ist, denn China hat eine solche Einbindung bislang stets zurückgewiesen. Die Gespräche spiegeln die alte, nie gelöste Spannung wider: Wie einigt man sich auf Grenzen, wenn die Mächte die Asymmetrie ihrer Arsenale als Argument gegen Gleichbehandlung nutzen?
Präsident Trump hat in einem Fernsehinterview bestätigt, dass die USA derzeit mit Russland und China über eine Reduzierung ihrer Atomwaffenarsenale verhandeln. Er bezeichnete das Thema zwar als bedauerlich, ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Gespräche real sind – und erklärte, er habe die Frage auch direkt mit Chinas Präsident Xi Jinping erörtert.
Die drei Länder besitzen die weltweit größten Nukleararsenale, doch ihre Bestände sind ungleich verteilt. Russland lagert die meisten Sprengköpfe insgesamt, während die USA bei den sofort einsatzbereiten Waffen vorn liegen. Trump geht davon aus, dass China diesen Abstand in den kommenden fünf Jahren erheblich verringern wird – ein Umstand, der den Druck auf eine multilaterale Lösung erhöht.
Hintergrund der Verhandlungen ist das Auslaufen des New-Start-Vertrags im Februar 2026. Das 2010 unterzeichnete und 2021 verlängerte bilaterale Abkommen zwischen Washington und Moskau war eine der letzten verbindlichen Rüstungskontrollvereinbarungen – mit seinem Ende entstand ein gefährliches Vakuum. Das US-Außenministerium arbeitet nun an einem multilateralen Nachfolgeabkommen, das China einschließen soll. Peking lehnt dies bislang ab: Die Volksrepublik argumentiert, ihr deutlich kleineres Arsenal rechtfertige keine Gleichbehandlung mit den beiden etablierten Großmächten.
Gleichzeitig verhandelt die Trump-Administration über ein ziviles Atomprogramm mit Saudi-Arabien – ein Abkommen, das die amerikanische Nuklearnutzung ausweiten soll, ohne neue Wege zur Waffenherstellung im Nahen Osten zu öffnen. Das Timing ist heikel: Es fällt in eine Phase erneuter Eskalation zwischen dem Iran und seinen Gegnern, in der Saudi-Arabien als erklärter Widersacher Teherans eine Schlüsselrolle spielt.
Präsident Trump hat bestätigt, dass die Vereinigten Staaten derzeit mit Russland und China über eine Reduzierung ihrer Atomwaffenarsenale verhandeln. In einem Interview mit dem US-Fernsehsender Newsmax am Donnerstag sagte Trump, die Gespräche seien real, obwohl er das Thema als bedauerlich bezeichnete. Er äußerte die Hoffnung, dass eine Abrüstung möglich sein könnte, betonte aber gleichzeitig, dass konkrete Verhandlungen laufen.
Die drei Länder verfügen über die weltweit größten Atomwaffenarsenale, doch die Verteilung ihrer Bestände ist asymmetrisch. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI lagert Russland die meisten Atomsprengköpfe, gefolgt von den USA und China. Bei den einsatzbereiten Sprengköpfen – also jenen, die sofort abgefeuert werden können – führen die USA jedoch vor Russland. Trump erwartet, dass China diesen Abstand in den kommenden fünf Jahren deutlich verkleinern wird. Der Präsident hat das Thema auch direkt mit Chinas Präsident Xi Jinping erörtert.
Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund eines abgelaufenen Vertrags statt. Das bilaterale New-Start-Abkommen zwischen Washington und Moskau, das 2010 unterzeichnet worden war, lief im Februar 2026 aus. Ex-Präsident Joe Biden und der russische Präsident Wladimir Putin hatten den Vertrag 2021 um fünf Jahre verlängert. Mit seinem Ablauf entfiel eine der wenigen verbliebenen Rüstungskontrollvereinbarungen zwischen den USA und Russland.
Die Trump-Administration arbeitet laut Insidern aus dem US-Außenministerium an einem Nachfolgeabkommen mit multilateralem Charakter. Washington drängt darauf, China in ein neues Atomabkommen einzubeziehen – ein Schritt, den Peking bislang abgelehnt hat. Die chinesische Regierung argumentiert, dass die Volksrepublik deutlich weniger Sprengköpfe besitzt als die beiden etablierten Atommächte und daher nicht unter die gleichen Beschränkungen fallen sollte wie die USA und Russland.
Parallel zu diesen strategischen Verhandlungen hat Trump auch ein ziviles Atomprogramm mit Saudi-Arabien vorangetrieben, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungskreise berichtete. Das Abkommen zielt darauf ab, die amerikanische Atomnutzung auszubauen, ohne gleichzeitig neue Wege für die Herstellung von Atomwaffen im Nahen Osten zu schaffen. Israel war offiziell nicht in die Verhandlungen eingebunden. Das Timing des Abkommens fällt in eine Phase, in der der Konflikt zwischen dem Iran und seinen Gegnern wieder eskaliert – ein Kontext, der Saudi-Arabien, den erklärten Erzfeind der iranischen Ajatollahs, begünstigt.
Citations marquantes
Die ganze Angelegenheit ist bedauerlich, denn ich würde gerne atomar abrüsten, wenn möglich. Aber wir sprechen tatsächlich mit Russland und China über eine solche Abrüstung.— Präsident Donald Trump, Newsmax-Interview