Wenige Wochen vor den amerikanischen Zwischenwahlen steht Donald Trump vor einer Frage, die Mächtige aller Zeiten kennen: Wann hört ein Anführer auf, die Welt zu erklären, und beginnt, sich selbst zu befragen? In Denton, Texas, räumte der Präsident vor Arbeitern ein, dass seine Beliebtheitswerte leiden – doch die Ursache sieht er nicht in seiner Politik, sondern in mangelhafter Kommunikation. Am 3. November entscheiden die Wähler über Senat und Repräsentantenhaus, und Trump hat die Wahl kurzerhand zur Volksabstimmung über seine eigene Person erklärt – ein Einsatz, der so hoch ist wie die Gewis
Trump räumt Imageproblem ein – sieht Schuld bei der PR
Das Einzige, was schlecht laufe, sei die Öffentlichkeitsarbeit
Trump sagt, das Problem sei die PR, nicht die Politik. Wie ernst sollten wir das nehmen?
Das ist eine klassische Umdeutung. Die Umfragen sind objektiv schlecht, und er weiß das. Aber statt die Politik zu überdenken, erklärt er das Wahrnehmungsproblem zum Kommunikationsproblem.
Aber wir sollten fair sein: Wir wissen nicht, ob Trump wirklich glaubt, was er sagt, oder ob das nur Wahlkampfrhetorik ist. Die Quelle gibt uns nur, dass er das gesagt hat.
Die Spritpreise sind gestiegen wegen des Iran-Krieges. Das ist eine konkrete Folge seiner Politik, oder?
Ja, das ist direkt nachverfolgbar. Und das macht seine Beliebtheit nicht besser. Deshalb die Umdeutung.
Wobei wir vorsichtig sein sollten: Wir wissen, dass Umfragen schlecht sind, aber wir haben keine genauen Zahlen aus der Quelle. »Schlecht« ist relativ.
Er erklärt die Midterms zu einer Abstimmung über sich selbst. Das ist eine mutige Strategie, wenn die Zahlen gegen ihn sprechen.
Es ist auch eine notwendige Strategie für ihn. Er braucht seine Basis mobilisiert. Ohne sie verliert er das Repräsentantenhaus.
Und wir werden in wenigen Wochen sehen, ob es funktioniert. Das ist die einzige Messlatte, die wirklich zählt.
The Pulse
- Trumps Zustimmungswerte sind seit Monaten niedrig, verschärft durch Spritpreiserhöhungen infolge des Iran-Krieges – doch der Präsident weist die Verantwortung von sich.
- Am 3. November stehen ein Drittel der Senatssitze und das gesamte Repräsentantenhaus zur Wahl; die Demokraten sehen ihre Chance, zumindest eine Kammer zurückzugewinnen.
- Eine demokratische Mehrheit im Abgeordnetenhaus würde Trumps Gesetzesvorhaben blockieren und Untersuchungen gegen ihn ermöglichen – die Machtverhältnisse im Kongress stehen auf dem Spiel.
- Trump erklärt die Midterms zur Abstimmung über seine Person und tourt durch das Land, um seine Anhänger zu mobilisieren, obwohl sein Name nicht auf dem Stimmzettel steht.
- Die Strategie ist riskant: Geht sie schief, hat Trump bereits vorgesorgt – die Schuld liegt dann nicht bei der Politik, sondern bei der PR.
Wenige Wochen vor den amerikanischen Zwischenwahlen steht Donald Trump vor einer Frage, die Mächtige aller Zeiten kennen: Wann hört ein Anführer auf, die Welt zu erklären, und beginnt, sich selbst zu befragen? In Denton, Texas, räumte der Präsident vor Arbeitern ein, dass seine Beliebtheitswerte leiden – doch die Ursache sieht er nicht in seiner Politik, sondern in mangelhafter Kommunikation. Am 3. November entscheiden die Wähler über Senat und Repräsentantenhaus, und Trump hat die Wahl kurzerhand zur Volksabstimmung über seine eigene Person erklärt – ein Einsatz, der so hoch ist wie die Gewissheit, mit der er ihn leugnen würde, sollte er verlieren.
Donald Trump steht knapp einen Monat vor den Zwischenwahlen vor einem Imageproblem, das er zwar einräumt, aber nicht bei sich selbst verortet. Vor Arbeitern eines Lastwagenherstellers in Denton, Texas, gab er zu, dass seine Beliebtheitswerte seit Längerem niedrig sind – die Ursache sieht er jedoch nicht in seiner Politik, sondern in unzureichender Öffentlichkeitsarbeit. Die Regierung leiste »phänomenale Arbeit«, verkaufe diese aber möglicherweise nicht gut genug.
Die Umfragen zeichnen ein anderes Bild. Besonders die gestiegenen Spritpreise, eine Folge des Iran-Krieges, haben Trumps Popularität beschädigt. Am 3. November stimmen die Amerikaner über ein Drittel der Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus ab. Die Republikaner halten derzeit knappe Mehrheiten in beiden Kammern – die Demokraten hoffen, zumindest das Abgeordnetenhaus zurückzuerobern und damit Trumps Agenda zu bremsen.
Trotz dieser Ausgangslage hat Trump die Midterms zur Abstimmung über seine eigene Person erklärt. Beim Parteitag in Dallas bat er seine Anhänger: »Bitte tut so, als würde ich kandidieren.« Er setzt auf seine persönliche Strahlkraft – und reiste noch am Abend seiner Rede in Denton weiter nach Oklahoma. Ob diese Strategie die republikanische Mehrheit sichert, wird sich zeigen. Eines steht für Trump bereits fest: Scheitert der Plan, liegt es nicht an der Politik.
Donald Trump steht knapp einen Monat vor den Zwischenwahlen vor einem Problem, das er selbst nicht ganz leugnen kann, aber auch nicht bei sich selbst sucht. Vor Arbeitern eines Lastwagenherstellers in Denton, Texas, räumte der US-Präsident ein, dass seine Beliebtheitswerte seit längerer Zeit niedrig sind. Doch statt die Schuld bei seiner Politik zu suchen, deutete er auf die Öffentlichkeitsarbeit. Die Regierung leiste »phänomenale Arbeit«, sagte er, verkaufe diese aber möglicherweise nicht gut genug.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Umfragen zeigen, dass Trumps Politik unter Amerikanern unpopulär ist – besonders nach den Spritpreiserhöhungen, die als Folge des Iran-Krieges eingetreten sind. Am 3. November werden die Wähler über ein Drittel der Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus neu abstimmen. Trumps Republikaner halten derzeit nur eine knappe Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses. Die Demokraten wittern ihre Chance, zumindest das Repräsentantenhaus zurückzuerobern – und damit die Möglichkeit, Trumps Gesetzesvorhaben zu blockieren und Untersuchungen gegen ihn einzuleiten.
Trotz dieser ungünstigen Ausgangslage hat Trump die Zwischenwahlen zu einer Abstimmung über seine Person erklärt. Wenige Wochen zuvor hatte er seine Anhänger beim Parteitag der Republikaner in Dallas aufgefordert: »Bitte tut so, als würde ich kandidieren.« Er setzt darauf, dass seine persönliche Anziehungskraft ausreicht, um seine Unterstützer zur Wahl zu mobilisieren – auch wenn sein Name selbst nicht auf dem Stimmzettel steht.
Diese Strategie ist riskant. Trump hat angekündigt, im ganzen Land Wahlkampf zu betreiben. Am Abend seiner Rede in Denton wollte er bereits nach Oklahoma reisen. Ob seine Präsenz allein ausreicht, um die republikanische Mehrheit zu halten, wird sich in wenigen Wochen zeigen. Für Trump selbst ist klar: Wenn es schiefgeht, liegt es nicht an der Politik.
Notable Quotes
Das Einzige, was schlecht laufe, sei die Öffentlichkeitsarbeit. Man leiste phänomenale Arbeit, verkaufe diese aber möglicherweise nicht gut.— Donald Trump vor Arbeitern in Denton, Texas
Bitte tut so, als würde ich kandidieren— Donald Trump beim Parteitag der Republikaner in Dallas