Russische Drohnen trafen die Südbrücke und weitere Verkehrsadern in Kyjiw, was zu kilometerlangen Staus und Brückensperrungen führte. Etwa 500.000 Menschen pendeln täglich vom östlichen zum westlichen Ufer, wo die meisten Arbeitsplätze und Behörden angesiedelt sind.
Russische Drohnenangriffe legen Kyjiws Brücken lahm – Verkehrschaos und zivile Opfer
Der Feind reißt Kyjiw auseinander
Warum sind diese Brücken so entscheidend? Es gibt doch eine ganze Stadt – können die Menschen nicht einfach andere Wege nehmen?
Weil Kyjiw durch einen Fluss geteilt ist. Der Dnipro ist breit, und es gibt nur sieben Brücken für den gesamten Verkehr – Autos, Züge, U-Bahn. Wenn mehrere gleichzeitig gesperrt sind, gibt es keine Umleitung. Punkt.
Aber wie lange waren die Brücken tatsächlich gesperrt? Der Bericht sagt "für Stunden" bei der Südbrücke, aber nicht, wie lange die anderen blockiert waren. Das ist ein großer Unterschied zwischen einer Störung und einem Kollaps.
Fair. Aber die Zahl ist klar: 500.000 Menschen pendeln täglich vom Osten in den Westen. Selbst wenn die Sperrung nur wenige Stunden dauert, sind das Hunderttausende Menschen, die nicht zur Arbeit kommen.
Und die neuen Drohnen – sind die wirklich so viel schwächer zu bekämpfen?
Ja. Sie fliegen schneller, sind kleiner, schwerer zu verfolgen. Die ukrainische Luftabwehr war schon überlastet – jetzt wird es noch schlimmer.
Aber wie viele dieser neuen Drohnen setzt Russland tatsächlich ein? Der Artikel sagt "seit Ende des Sommers", aber keine Zahlen. Ist das eine Handvoll oder Hunderte pro Woche?
Das wissen wir nicht genau. Aber Klitschko sagt, Russland habe seine Angriffe "verstärkt" – das deutet auf eine Eskalation hin.
Ein Mensch wurde getötet. Ist das viel oder wenig für einen Angriff dieser Größe?
Das ist die Frage, die der Artikel nicht beantwortet. War das ein einzelner Treffer in einem Wohnhaus, oder gab es mehrere Ziele? Wie viele Drohnen wurden abgeschossen? Wie viele kamen durch? Ohne diese Zahlen können wir die Effektivität des Angriffs nicht wirklich einschätzen.
Aber das Muster ist klar: Russland zielt auf Infrastruktur, nicht auf Zivilisten – zumindest nicht direkt. Die Drohne, die das Wohnhaus traf, war wahrscheinlich auf dem Weg zu einem anderen Ziel.
Und was passiert jetzt? Können die Brücken repariert werden, oder sind sie dauerhaft beschädigt?
El Pulso
- Russische Drohnen beschädigten die Südbrücke und weitere Verkehrsadern in Kyjiw am Freitagmorgen
- Etwa 500.000 Menschen pendeln täglich vom östlichen zum westlichen Ufer der Stadt
- Ein Mensch wurde getötet, zwei weitere verletzt, als eine Drohne in ein Wohnhaus im Osten einschlug
- Russland setzt seit Ende des Sommers neue schnellere Drohnen mit Düsenantrieb ein
Russische Drohnen trafen die Südbrücke und weitere Verkehrsadern in Kyjiw, was zu kilometerlangen Staus und Brückensperrungen führte. Etwa 500.000 Menschen pendeln täglich vom östlichen zum westlichen Ufer, wo die meisten Arbeitsplätze und Behörden angesiedelt sind.
Russische Drohnenangriffe haben mehrere Hauptbrücken in Kyjiw beschädigt und zu massiven Verkehrsstörungen geführt. Ein Mensch wurde getötet, Hunderttausende Pendler sind betroffen.
Am Freitagmorgen legten russische Drohnen mehrere der wichtigsten Verkehrsadern Kyjiws lahm. Die Südbrücke, eine zentrale Verbindung im Süden der Drei-Millionen-Stadt, wurde von Drohnen getroffen – die Stützkonstruktion beschädigt, die Fahrbahn durchlöchert, eine schützende Betonbarriere entlang der U-Bahn-Linie zerstört. Bürgermeister Vitali Klitschko ordnete die Sperrung in beide Richtungen an. Gleichzeitig wurde die nördlich gelegene Paton-Brücke nur noch in eine Richtung befahrbar; Augenzeugen berichteten von Einschränkungen auch auf der Metrobrücke und der Darnyzkyj-Brücke. Kilometerlange Staus entstanden in wenigen Stunden.
Die sieben Hauptbrücken, die den Osten und Westen Kyjiws über den Dnipro verbinden, sind das Rückgrat der städtischen Logistik. Ohne sie funktioniert die Stadt nicht. Klitschko sprach von einer "sehr dramatischen Lage" und erklärte in einer Telegram-Nachricht, Russland habe seine tödlichen Angriffe verstärkt, bombardiere systematisch kritische Infrastruktur und erzeuge absichtlich Verkehrschaos. "Der Feind reißt Kyjiw auseinander", schrieb er. Es sei nicht länger möglich, so zu tun, "als könnten wir jetzt so leben wie in Friedenszeiten".
Die Folgen treffen Hunderttausende Menschen, vor allem jene auf dem östlichen Ufer – dem sogenannten "linken Ufer" – wo überwiegend Wohnhochhäuser aus der Sowjetzeit und den 1990er Jahren stehen. Vor Kriegsbeginn im Februar 2022 lebte dort mehr als ein Drittel der Bevölkerung, obwohl nur 18 Prozent aller Arbeitsplätze auf dieser Seite angesiedelt waren. Der Wirtschaftsanalyst Andrij Schewtschyschyn beziffert die tägliche Pendlerzahl auf etwa 500.000 Menschen, die vom Osten in den Westen fahren, wo die meisten Regierungsbehörden und großen Unternehmen ihren Sitz haben. Eine Brückensperrung bedeutet für diese Menschen nicht nur Verspätung – sie bedeutet, dass ganze Teile der Stadt von Arbeitsplätzen, Versorgung und Diensten abgeschnitten sind.
Russlands Luftkampftaktik hat sich in den vergangenen Monaten verschärft. Seit Ende des Sommers setzt die russische Luftwaffe neue Drohnen mit Düsenantrieb ein, die schneller fliegen und schwerer abzufangen sind als frühere Modelle. Die ukrainische Flugabwehr stößt dabei an ihre Grenzen. Trotz aller Bemühungen gelingt es den Verteidigern nicht, alle Drohnen zu stoppen – und jede, die durchkommt, kann kritische Infrastruktur zerstören.
Bei den Angriffen am Freitag wurde ein Mensch getötet. Zwei weitere Personen erlitten Verletzungen, nachdem eine Drohne in ein Wohnhaus im Osten der Stadt eingeschlagen war. Die Stadtverwaltung bestätigte die Zahlen in sozialen Medien. Das russische Verteidigungsministerium gab später bekannt, seine Drohnen hätten eine Brücke über den Dnipro, ein Kraftwerk in der Region, den Hafen von Ismajil nahe Odessa am Schwarzen Meer und ein Frachtschiff getroffen – alle Ziele, so die Darstellung, seien für militärische Zwecke genutzt worden. Ob die russischen Angaben den tatsächlichen Schäden entsprechen, ließ sich unabhängig nicht überprüfen.
Kyjiw steht unter Druck wie selten zuvor. Die Brückensperrungen sind nicht vorübergehend – sie sind ein Symptom einer neuen Phase des Krieges, in der Russland gezielt die Infrastruktur angreift, die eine Millionenstadt am Leben erhält. Jeder Tag, an dem die Brücken gesperrt sind, kostet die Wirtschaft, zersplittert das soziale Gefüge, zwingt Menschen zu Umwegen, die es nicht gibt. Und solange Russlands neue Drohnen schneller sind als Kyjiws Abwehr, wird sich dieses Muster wiederholen.
Citas Notables
Die Hauptstadt befinde sich in einer sehr dramatischen Lage, da Russland seine tödlichen Angriffe verstärkt habe und es nicht mehr möglich sei, so zu tun, als könnten wir jetzt so leben wie in Friedenszeiten— Bürgermeister Vitali Klitschko