Cristiano Ronaldo hat das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft verlassen, ohne Erklärung, ohne Abschied, mit einem Privatjet in Richtung Spanien. In diesem stillen Verschwinden verdichtet sich eine lebenslange Spannung zwischen Größe und Ego, zwischen dem Wunsch nach Unsterblichkeit und der Unfähigkeit, das Ende zu akzeptieren. Während sein langjähriger Rivale Lionel Messi seinen Abschied mit Würde und Vorausschau gestaltet, erinnert Ronaldos Abgang daran, dass wahre Größe sich nicht in Toren misst, sondern darin, wie man geht.
Ronaldos unrühmlicher Abgang: Ego statt Größe im Karriereende
Wahre Größe zeigt sich im Abschied – und da ist Ronaldo hoffnungslos unterlegen.
Was genau ist passiert? Ronaldo ist einfach abgehauen?
Ja, aber es ist komplizierter. Er erschien nicht zum Training, verließ das Quartier in Dänemark und flog mit seinem Privatjet nach Spanien. Kein Gespräch mit dem Trainer, keine Erklärung an die Mannschaft.
Aber warum? Der Text sagt, dass Jesus ihn aus dem Kader genommen hat. Das ist der Grund, oder?
Genau. Jorge Jesus, sein Trainer bei Al-Nassr, hat entschieden, dass Ronaldo nicht spielen soll. Das hat Ronaldo nicht akzeptiert.
Und das ist so ungewöhnlich, dass es einen Vergleich mit Messi rechtfertigt?
Der Vergleich ist zentral. Messi kündigt seinen Rücktritt an, bekommt ein Abschiedsspiel, eine Ehrendoktorwürde. Ronaldo versteckt sich auf Instagram und fliegt weg.
Aber der Text sagt auch, dass Messi ein verurteilter Steuerhinterzieher ist. Ist die Ehrendoktorwürde dann nicht auch fragwürdig?
Absolut. Der Text stellt das explizit in Frage. Aber darum geht es nicht – es geht um das Timing, um die Art, wie man geht.
Also ist das wirklich das Ende seiner Karriere?
Nein, das ist das Ende seiner internationalen Karriere. Bei Al-Nassr spielt er noch. Aber wer wird ihm dort sagen, dass er gehen soll?
Der Text spekuliert da, oder? Er sagt, Postecoglou hätte "gute Gründe", aber es ist nicht klar, ob er das tun wird.
Richtig. In Saudi-Arabien ist Ronaldo eine Marke. Die Liga braucht ihn mehr, als sie ihn loswerden will.
Also endet die Geschichte hier nicht?
Nein. Die Frage ist, wie lange die saudi-arabische Liga ihm noch Narrenfreiheit gewährt.
Il Polso
- Ronaldo verließ mitten in der Nations-League-Kampagne das Nationalteam-Quartier in Dänemark, ohne zum Training zu erscheinen oder Trainer und Mitspieler zu informieren.
- Die Mannschaft blieb sprachlos zurück; auf Instagram versprach der 41-Jährige eine Erklärung – irgendwann –, was die Ratlosigkeit im Umfeld des Teams noch vertiefte.
- Der Kontrast zu Messis geplantem, würdevollem Rücktritt mit Ehrendoktorwürde und Heimabschiedsspiel macht Ronaldos Eigenmächtigkeit umso greller sichtbar.
- Trainer Jorge Jesus hatte gewagt, Ronaldo aus dem Kader zu nehmen – ein Schritt, der das Beben auslöste und die Frage aufwirft, wer dem Superstar noch die Wahrheit sagen kann.
- Am Tag nach seinem Verschwinden trug Rafael Leão Ronaldos legendäre Nummer 7 auf dem Rücken – ein stilles Symbol dafür, dass die Welt sich weiterdreht, auch ohne ihn.
Cristiano Ronaldo hat das Trainingslager der portugiesischen Nationalmannschaft verlassen, ohne Erklärung, ohne Abschied, mit einem Privatjet in Richtung Spanien. In diesem stillen Verschwinden verdichtet sich eine lebenslange Spannung zwischen Größe und Ego, zwischen dem Wunsch nach Unsterblichkeit und der Unfähigkeit, das Ende zu akzeptieren. Während sein langjähriger Rivale Lionel Messi seinen Abschied mit Würde und Vorausschau gestaltet, erinnert Ronaldos Abgang daran, dass wahre Größe sich nicht in Toren misst, sondern darin, wie man geht.
Mittwochabend verließ Cristiano Ronaldo das Quartier der portugiesischen Nationalmannschaft in Dänemark, ohne zum Training zu erscheinen. Ein Privatjet brachte ihn nach Spanien. Seine Mitspieler erfuhren es nicht aus seinem Mund, sondern aus der Stille, die er hinterließ. Auf Instagram kündigte der Einundvierzigjährige an, seine Gründe irgendwann zu erklären. Vorerst hatte er sich nach zwei von vier Nations-League-Spielen eigenmächtig verabschiedet.
Dieser Abgang offenbart, was die jahrzehntelange Rivalität mit Lionel Messi nie so deutlich gemacht hat: Wahre Größe zeigt sich im Abschied. Messi kündigte seinen Rücktritt Wochen im Voraus an, bekommt ein letztes Heimländerspiel und eine Ehrendoktorwürde der Universität Buenos Aires für Exzellenz, Beharrlichkeit und ethisches Handeln. Ronaldo entlässt sich selbst – ohne Zeremonie, ohne Würde.
Die Geschichte seiner Karriere verdichtet sich in diesem Moment. Solange Trainer und Mitspieler ihn hofierten, funktionierte Ronaldo als Teamplayer. Sobald jemand von ihm verlangte, sich einzuordnen, empfand er es als Beleidigung. Fernando Santos erlebte das vor der WM 2022, als er Ronaldo mitteilte, nicht in der Startelf zu stehen. Das Verhältnis fror danach ein.
Jorge Jesus, sein Trainer bei Al-Nassr, wagte es nun erneut, dem Star zu widersprechen – und löste damit das Beben aus. Bei Al-Nassr ist Ronaldo jedoch nicht nur ein alternder Fußballer, sondern eine Marke, die der Liga Glanz und Einnahmen sichert. Dort wird man ihm wohl weiterhin erlauben, die Regeln zu brechen.
Am Donnerstag trug Rafael Leão die Nummer 7 auf dem Rücken – Ronaldos legendäre Nummer, das Herzstück seines Imperiums CR7. Ein anderer trägt sie jetzt. Ronaldo ist weg, nicht mit der Würde eines Abschieds, sondern mit der Ungeduld eines Mannes, der nicht akzeptieren kann, dass die Welt sich weiterdreht – auch ohne ihn.
Cristiano Ronaldo ist einfach weg. Mittwochabend verließ er das Quartier der portugiesischen Nationalmannschaft, ohne zum Training zu erscheinen. Ein Privatjet brachte ihn aus Dänemark fort, landete in Spanien. Seine Mannschaftskollegen blieben sprachlos zurück. Auf Instagram kündigte der Einundvierzigjährige an, dass er seine Gründe erklären werde – irgendwann. Vorerst hatte er sich nach zwei von vier Nations-League-Spielen aus dem Nationalteam verabschiedet, ohne es dem Trainer oder seinen Mitspielern ins Gesicht zu sagen.
Das ist kein Karriereende. Das ist ein Ego-Trip. Und es offenbart etwas, das die lange Rivalität zwischen Ronaldo und Lionel Messi nie so deutlich gemacht hat: Wahre Größe zeigt sich im Abschied, und da ist der Portugiese seinem argentinischen Konkurrenten hoffnungslos unterlegen. Fast zwei Jahrzehnte lang stritten Ronaldo und Messi um den Titel des besten Fußballers ihrer Zeit. In manchen Statistiken führt der eine, in manchen der andere. Messi hat mehr Titel gewonnen, Ronaldo mehr Tore geschossen. Doch beim Abschied gibt es keinen Streit mehr: Messi gewinnt deutlich.
Der achtmalige Weltfußballer kündigte seinen Rücktritt vor Wochen an – geplant, würdevoll, mit Zeit für Vorbereitung. Am kommenden Dienstag bekommt er ein letztes Heimländerspiel, eine Ehrendoktorwürde der Universität von Buenos Aires, Anerkennung für seine "Exzellenz, Beharrlichkeit, Bescheidenheit und ethisches Handeln". Ob diese Charakterisierung eines verurteilten Steuerhinterziehers vollständig zutrifft, kann jeder selbst beurteilen. Aber Messi bekommt einen Abschied in Ehren. Ronaldo entlässt sich selbst unehrenhaft.
Die Geschichte seiner Karriere verdichtet sich in diesem Moment. Solange Trainer und Mitspieler Ronaldo hofierten, zeigte er sich als funktionierender Teamplayer – man denke an das EM-Finale 2016, als er verletzt an der Seitenlinie stand und seine Mannschaft antrieb. Aber sobald jemand von ihm verlangte, sich einzuordnen, empfand er es als Beleidigung. Fernando Santos, Portugals Nationaltrainer vor der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, musste das erleben. Er teilte Ronaldo mit, dass er nicht in der Startelf spielen würde. Das Verhältnis wurde danach eisig, sagte Santos später.
Jorge Jesus, Ronaldos Trainer bei Al-Nassr in Saudi-Arabien, hat nun das Risiko eingegangen, dem Superstar zu widersprechen. Der Einundsiebzigjährige gilt als Vaterfigur, genießt Vertrauen bei Ronaldo, hat ihn sogar zur saudi-arabischen Meisterschaft geführt. Trotzdem wagte er es, den Star aus dem Nationalteam-Kader zu nehmen – und löste damit ein Beben aus. Die Frage ist nicht mehr, ob Ronaldo noch zum Fixstern in Portugals Fußballuniversum taugt. Die Frage ist: Wer traut sich, ihm zu sagen, dass er nur noch ein Star unter vielen ist?
Bei Al-Nassr könnte diese Frage bald wieder gestellt werden. Gemessen an Ronaldos Leistungen in dieser Saison hätte Trainer Ange Postecoglou gute Gründe, ähnlich zu handeln wie Jesus. Aber in der saudi-arabischen Liga ist Ronaldo nicht nur ein Fußballspieler, der in seinem Alter vielleicht lieber Padel spielen sollte. Er ist eine Marke, die der Liga Glanz und Einnahmen bringt. Dort wird man ihm wohl weiterhin erlauben, die Regeln zu brechen.
Am Donnerstag spielte Portugal gegen Dänemark. Rafael Leão trug die Nummer 7 auf dem Rücken – Ronaldos legendäre Nummer, die er 2008 von Luís Figo übernommen hatte und die sein ganzes Imperium prägte: CR7. Ein anderer trägt sie jetzt. Ronaldo ist weg, und diesmal nicht mit der Würde eines Abschiedstournees, sondern mit der Ungeduld eines Mannes, der nicht akzeptieren kann, dass die Welt sich weiterdreht, auch ohne ihn.
Citazioni salienti
Das Verhältnis wurde danach eisig— Fernando Santos über Ronaldo nach der WM 2022
Er würde zu gegebener Zeit seine Gründe darlegen— Ronaldo auf Instagram