Christa Pike überlebte Hinrichtungsversuch und liegt kritisch in Nashville-Klinik; Verteidigung fordert lebenslange Haft statt Todesstrafe. In Frankreich führen Schulproteste zu 400 Schulschließungen, fast 2000 Festnahmen und über 300 verletzte Polizisten.
Pike nach fehlgeschlagener Hinrichtung im Krankenhaus – Überblick über globale Krisen
Kritischer Zustand, keine Prognose – Pike überlebte, was sie nicht sollte
Warum ist dieser Überblick wichtig? Es sind ja sehr unterschiedliche Geschichten.
Weil sie zeigen, wie fragil Ordnung ist – in den USA funktioniert selbst die Hinrichtung nicht mehr, in Frankreich protestieren Schüler und es wird gewalttätig, Pakistan und die Taliban schießen aufeinander, und überall sind Menschen verletzt oder tot.
Aber wir sollten vorsichtig sein: Bei Pike wissen wir, dass sie kritisch ist, aber die genaue Prognose ist unklar. Das ist wichtig zu sagen.
Und bei den französischen Protesten – sind das wirklich nur Schüler, oder sind auch andere Gruppen beteiligt?
Die Quelle sagt, dass Schüler seit Ende der vorherigen Woche demonstrieren. Die fast 2000 Festnahmen könnten auch andere einschließen, aber das wird nicht explizit gesagt.
Genau. Wir wissen, dass es Gewalt gab und dass Polizisten verletzt wurden, aber wir wissen nicht, wer die Gewalt ausgeübt hat – nur dass es Vorwürfe gibt.
Und bei Pakistan und Afghanistan – ist das ein neuer Konflikt?
Nein, die Spannungen haben sich seit Oktober 2025 "massiv verschärft", wie es heißt. Pakistan sagt, die Taliban beherbergen Terroristen. Die Taliban sagen, Pakistan verletzt ihre Souveränität.
Aber wir haben nur Pakistans Bestätigung ihrer eigenen Angriffe. Wir haben keine unabhängige Überprüfung, ob die Ziele tatsächlich Taliban-Kämpfer waren oder Zivilisten.
Das ist ein wichtiger Punkt. Die UN sagt, mindestens zehn Zivilisten wurden getötet, die meisten Kinder.
Ja, und das ist das, was wir wissen. Mehr nicht.
Der Puls
- Christa Pike überlebte Hinrichtungsversuch in Nashville; kritischer Zustand
- Frankreich: über 400 Schulschließungen, fast 2000 Festnahmen, 305 verletzte Polizisten
- Bundeswehr beendete 11-jährigen Irak-Einsatz; letzte 28 Soldaten landeten in Wunstorf
- Pakistan führte Luftangriffe in Afghanistan durch; mindestens 10 Zivilisten, überwiegend Kinder, getötet
- Renée Good-Familie klagt gegen US-Regierung nach ICE-Razzia im Januar
Christa Pike überlebte Hinrichtungsversuch und liegt kritisch in Nashville-Klinik; Verteidigung fordert lebenslange Haft statt Todesstrafe. In Frankreich führen Schulproteste zu 400 Schulschließungen, fast 2000 Festnahmen und über 300 verletzte Polizisten.
Deutsche Welle fasst mehrere internationale Nachrichten zusammen: gescheiterte Hinrichtung in den USA, Schulproteste in Frankreich, Bundeswehr-Abzug aus dem Irak und Luftangriffe zwischen Pakistan und Afghanistan.
In Nashville liegt eine Frau im Krankenhaus, die hätte tot sein sollen. Christa Pike, 50 Jahre alt, verurteilte Mörderin, überlebte am Mittwoch einen Hinrichtungsversuch, bei dem zwei Giftspritzen in ihren Körper gepumpt wurden. Ihr Anwalt Randy Spivey sagte bei einer Pressekonferenz, dass Pike nun mit lebenserhaltenden Maßnahmen behandelt wird, ihr Zustand kritisch ist und niemand weiß, wie es weitergeht. Vor 30 Jahren wurde Pike wegen des Mordes an einer Teenagerin zum Tode verurteilt. Jetzt fordert ihre Verteidigung den Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, auf, das Todesurteil aufzuheben und Pike stattdessen lebenslang ins Gefängnis zu schicken. Amnesty International und der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk nutzen den Fall, um ein generelles Ende der Todesstrafe zu fordern.
Neun Monate nach dem gewaltsamen Tod von Renée Good bei einem ICE-Einsatz in Minneapolis hat ihre Familie geklagt. Good war eine US-Bürgerin, die im Januar bei einer Razzia der sogenannten "Operation Metro Surge" erschossen wurde. Zusammen mit ihr starb der unbeteiligte Alex Pretti. Die Familie, angeführt von Goods Bruder Brent Ganger, reichte Klage gegen die US-Regierung ein – und namentlich gegen Stephen Miller, den Vizestabschef von Präsident Donald Trump, sowie gegen Kristi Noem, die damals das Heimatschutzministerium leitete. Tausende ICE-Beamte waren im Rahmen von Trumps rigoroser Abschiebepolitik nach Minnesota entsandt worden. Die Todesfälle lösten landesweit Empörung aus.
In Frankreich haben Schulproteste zu einer Welle von Gewalt geführt, die das ganze Land erfasst hat. Schüler demonstrieren seit Ende der vorherigen Woche für mehr Geld für Bildung – sie beklagen baufällige Schulgebäude, überfüllte Klassen und Lehrermangel. Die Proteste sind eskaliert. Fast 2000 Menschen wurden festgenommen, die meisten wegen Gewalt gegen Einsatzkräfte. 305 Polizisten und Gendarmen wurden verletzt. 170 Schüler und 65 Schulangestellte erlitten Verletzungen. Am Freitag sollten über 400 Schulen geschlossen bleiben, Bildungsminister Édouard Geffray kündigte Fernunterricht an.
Nach elf Jahren hat die Bundeswehr ihren Einsatz im Irak beendet. Die letzten 28 Soldaten landeten am Donnerstag auf dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf in Niedersachsen. Das Feldlager in Erbil wurde an die irakische Regierung übergeben. Der deutsche Einsatz begann im Februar 2015 mit dem Ziel, irakische Streit- und Sicherheitskräfte im Kampf gegen den Islamischen Staat zu beraten und zu unterstützen. Das Verteidigungsministerium erklärte, der Abzug sei auf Wunsch der irakischen Regierung erfolgt, die den Kampf gegen bewaffnete Gruppen künftig selbst führen werde. Der deutsche Einsatz im benachbarten Jordanien ist nicht betroffen.
Zwischen Pakistan und den Taliban eskaliert der Konflikt weiter. Bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan wurden nach UN-Angaben mindestens zehn Zivilisten getötet, die meisten Kinder. Neun weitere wurden verletzt. Die Angriffe trafen die südliche Provinz Helmand und die an Pakistan grenzende Provinz Kunar. Pakistan bestätigte "geplante und abgestimmte" Angriffe auf Ziele in Afghanistan. Die pakistanische Regierung wirft den Taliban vor, Kämpfer der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zu beherbergen, die für zahlreiche Anschläge in Pakistan verantwortlich sind. Die Taliban weisen das zurück und beschuldigen Pakistan, afghanische Souveränität zu verletzen und Zivilisten zu töten. Die Spannungen zwischen den Nachbarländern haben sich seit Oktober 2025 massiv verschärft.
In Bolivien wurde der Generalstaatsanwalt Roger Mariaca am Mittwoch am Flughafen von Santa Cruz festgenommen. Ihm wird Geldwäsche und Drogenhandel vorgeworfen. Zwei Tage zuvor hatte die USA sein Visum wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Drogenhandel widerrufen. Auch Alberto Zeballos, der Staatsanwalt von Santa Cruz, wurde festgenommen. Sie gehören zu knapp 20 Bürgern aus Bolivien, Kolumbien und Ecuador, denen das US-Außenministerium diese Woche Korruption, Drogenhandelsverbindungen oder Verschwörung gegen die eigene Regierung vorwarf.
Bemerkenswerte Zitate
Pike werde mit lebenserhaltenden Maßnahmen in einem Krankenhaus in Nashville behandelt; eine genaue Prognose für ihren weiteren Gesundheitsverlauf gebe es bislang nicht— Anwalt Randy Spivey
Der Abzug der Streitkräfte sei auf Wunsch der irakischen Regierung erfolgt, die den Kampf gegen bewaffnete Gruppierungen künftig eigenständig weiterführen werde— Bundesverteidigungsministerium