Was einst als strategische Partnerschaft galt, hat sich in offene Feindschaft verwandelt: Pakistan, das die Taliban über Jahrzehnte gefördert und beherbergt hatte, bombardierte am 1. Oktober Ziele auf afghanischem Boden – ein Schritt, der die tiefe Zerrüttung zweier ehemaliger Verbündeter offenbart. Im Kern des Konflikts steht die Frage, wer wen mit Gewalt versorgt: Islamabad wirft Kabul vor, die Terrororganisation TTP zu dulden, während die Taliban Pakistan beschuldigen, feindliche Gruppen auf ihrer Seite zu unterstützen. Über allem schwebt die ungelöste Frage der Durand-Linie – jener kolonia
Pakistan und Taliban: Vom Bündnis zur direkten Konfrontation
Viele Jahre lang unterstützte Pakistan die afghanischen Taliban. Aus den alten…
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Pakistan und die Taliban: Das Ende eines Bündnisses.
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Viele Jahre lang unterstützte Pakistan die afghanischen Taliban. Aus den alten Verbündeten wurden Gegner. Heute greift Islamabad Ziele in Afghanistan an. Verhandlungen bleiben ohne Erfolg.
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- Pakistan bombardierte in der Nacht zum 1. Oktober afghanische Gebiete – Islamabad spricht von 22 getöteten Militanten, die Taliban von neun bis zehn toten Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.
- Die Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) steht im Zentrum des Streits: Sie verübt Anschläge auf pakistanischem Boden – wie den Angriff auf einen Polizeikomplex in Kohat am 18. September, bei dem 31 Menschen starben – und findet offenbar Rückhalt in Afghanistan.
- Kabul weigert sich, gegen die TTP vorzugehen, und wirft Pakistan seinerseits vor, bewaffnete Gruppen gegen das Taliban-Regime zu unterstützen – ein gegenseitiges Schuldzuweisungsspiel, das jede Diplomatie blockiert.
- Die historisch belastete Durand-Linie, die Pakistan und Afghanistan trennt, wird von den Taliban nie als legitime Grenze anerkannt – sie bleibt ein Brandbeschleuniger im ohnehin fragilen Verhältnis.
- Experten sehen schmale Verhandlungsfenster, warnen jedoch, dass sich der Konflikt vom Stellvertreterkrieg zur direkten staatlichen Konfrontation ausweiten könnte.
Was einst als strategische Partnerschaft galt, hat sich in offene Feindschaft verwandelt: Pakistan, das die Taliban über Jahrzehnte gefördert und beherbergt hatte, bombardierte am 1. Oktober Ziele auf afghanischem Boden – ein Schritt, der die tiefe Zerrüttung zweier ehemaliger Verbündeter offenbart. Im Kern des Konflikts steht die Frage, wer wen mit Gewalt versorgt: Islamabad wirft Kabul vor, die Terrororganisation TTP zu dulden, während die Taliban Pakistan beschuldigen, feindliche Gruppen auf ihrer Seite zu unterstützen. Über allem schwebt die ungelöste Frage der Durand-Linie – jener kolonialen Grenzziehung, die nie wirklich als Grenze akzeptiert wurde.
Jahrzehntelang galt Pakistan als stiller Förderer der afghanischen Taliban – ein Verhältnis, das von strategischem Kalkül und ideologischer Nähe geprägt war. Doch diese Allianz ist zerbrochen. In der Nacht zum 1. Oktober feuerte Islamabad auf Ziele in Afghanistan, ein Schritt, der die Verwandlung einstiger Verbündeter in erklärte Gegner symbolisch besiegelt.
Die Opferzahlen sind umstritten: Während Pakistan behauptet, 22 Militante getötet zu haben, sprechen die Taliban von neun bis zehn getöteten Zivilisten – Frauen und Kinder eingeschlossen. Diese divergierenden Darstellungen spiegeln das grundlegende Misstrauen wider, das beide Seiten inzwischen trennt.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Tehrik-i-Taliban Pakistan, kurz TTP. Die Terrororganisation, die enge Verbindungen zu den afghanischen Taliban unterhält, führt immer wieder Anschläge auf pakistanischem Boden durch. Beim Angriff auf einen Polizeikomplex in Kohat am 18. September kamen 31 Menschen ums Leben. Pakistan fordert von Kabul, gegen die TTP vorzugehen. Die Taliban lehnen das ab – und werfen Islamabad ihrerseits vor, bewaffnete Gruppen gegen das Emirat zu unterstützen.
Unter all dem brodelt die ungelöste Frage der Durand-Linie, jener im 19. Jahrhundert von britischen Kolonialbeamten gezogenen Grenze, die die Taliban nie als rechtmäßig anerkannt haben. Sie ist kein bloßer Kartografiestreit, sondern ein Identitätskonflikt, der jeden Versuch einer Normalisierung untergräbt.
Analysten sehen theoretisch Raum für Verhandlungen – auf diplomatischer, geheimdienstlicher und regionaler Ebene. Doch die Warnung ist eindeutig: Ohne Deeskalation droht aus einem Stellvertreterkonflikt ein direkter Krieg zwischen zwei Staaten zu werden, die beide über Atomwaffen verfügen.
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In der Nacht zum 1. Oktober hat Pakistan Ziele in Afghanistan angegriffen. Bei den Opfern gehen die Darstellungen weit auseinander: Die afghanischen Taliban sprechen von neun bis zehn getöteten Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. Pakis…
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