Der ADAC registrierte um 8:00 Uhr Preisrückgänge von 14,5 Cent bei E10 und 15,2 Cent bei Diesel gegenüber dem Vortag. Die Monopolkommission warnt: Beim ersten Tankrabatt blieben 200 Millionen Euro der 1,6 Milliarden Euro bei Mineralölkonzernen hängen.
Neuer Tankrabatt senkt Spritpreise deutlich – Kritik an Wirksamkeit bleibt
Rund 200 Millionen Euro blieben bei den Mineralölkonzernen hängen
Warum ist dieser Tankrabatt eigentlich so umstritten, wenn die Preise doch sofort gefallen sind?
Weil die Preise fallen ist nur die halbe Geschichte. Beim letzten Tankrabatt im Mai und Juni blieben etwa 200 Millionen Euro von insgesamt 1,6 Milliarden Euro bei den Mineralölkonzernen hängen – das ist mehr als ein Achtel der gesamten Entlastung.
Aber wir wissen noch nicht, ob das dieses Mal wieder passiert. Die schnelle Preisreaktion über Nacht könnte auch bedeuten, dass die Konzerne diesmal mehr weitergeben.
Das ist wahr. Aber Ökonomen wie Tomaso Duso sagen, dass die Bundesregierung aus der ersten Erfahrung nichts gelernt hat. Es gibt keine Verpflichtung für Tankstellen, die Preise zu senken.
Wer profitiert denn von dieser Maßnahme am meisten?
Das ist das zentrale Problem. Die Steuersenkung kommt allen Autofahrern zugute – ob sie reich oder arm sind, ob sie täglich pendeln oder selten fahren. Gezielt hilft es niemandem.
Befürworter sagen aber, dass es derzeit kein besseres Mittel gibt. Das ist eine echte Debatte, nicht nur Kritik.
Und wie lange soll dieser Rabatt gelten?
Das steht in den Quellen nicht. Aber beim ersten Tankrabatt waren es zwei Monate – Mai und Juni.
Wichtig ist: Wir werden in den nächsten Tagen sehen, ob die Preise stabil bleiben oder ob sie wieder anziehen. Das wird zeigen, wie ernst es die Konzerne mit der Weitergabe meinen.
Il Polso
- Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter seit Mitternacht am 1. Oktober
- ADAC registrierte um 8:00 Uhr Preisrückgänge von 14,5 Cent bei E10 und 15,2 Cent bei Diesel
- Beim ersten Tankrabatt (Mai/Juni) blieben 200 Millionen Euro von 1,6 Milliarden Euro bei Mineralölkonzernen
- September war der teuerste Tankmonat bisher
- Neuer Tankrabatt kostet Bund und Länder etwa 2,5 Milliarden Euro
Der ADAC registrierte um 8:00 Uhr Preisrückgänge von 14,5 Cent bei E10 und 15,2 Cent bei Diesel gegenüber dem Vortag. Die Monopolkommission warnt: Beim ersten Tankrabatt blieben 200 Millionen Euro der 1,6 Milliarden Euro bei Mineralölkonzernen hängen.
Der neue Tankrabatt ist seit Mitternacht in Kraft und führt zu sofortigen Spritpreissenkungen. E10 kostet teilweise unter zwei Euro, doch Experten zweifeln, ob die volle Entlastung bei Verbrauchern ankommt.
In der Nacht zum Donnerstag trat eine neue Steuersenkung auf Kraftstoffe in Kraft, und die Wirkung war unmittelbar spürbar. Bereits am frühen Morgen kostete Super E10 an manchen Tankstellen weniger als zwei Euro pro Liter – ein Preis, den Autofahrer seit Monaten nicht mehr gesehen hatten. Der ADAC maß um acht Uhr morgens einen Rückgang des bundesweiten Durchschnittspreises für E10 um 14,5 Cent und für Diesel um 15,2 Cent im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vortages. Bis 11:45 Uhr war E10 auf 2,052 Euro pro Liter gefallen, Diesel auf 2,197 Euro. Dann, kurz nach Mittag, zogen die Preise wieder an – um etwa 20 Cent innerhalb einer halben Stunde. An vielen Tankstellen herrschte reger Andrang; vereinzelt bildeten sich Schlangen, während Autofahrer die günstigen Morgenstunden nutzen wollten.
Die Bundesregierung hatte diese Steuersenkung als Reaktion auf die außergewöhnlich hohen Spritpreise des September eingeführt – des teuersten Tankmonats seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit Mitternacht beträgt der Steuernachlass 16,7 Cent pro Liter auf Benzin und Diesel. Der ADAC bewertete die schnelle Preisreaktion positiv und erklärte, dass bereits am Vormittag ein Großteil dieser steuerlichen Entlastung bei den Verbrauchern angekommen sei. Der Automobilclub warnte jedoch davor, dass diese Senkungen nicht durch spätere Preiserhöhungen wieder aufgezehrt werden dürften. Das Spritpreisportal Tankerkönig zeigte zwar weiterhin fallende Preise, allerdings mit abnehmender Geschwindigkeit.
Doch die Maßnahme ist umstritten. Dies ist bereits der zweite Tankrabatt in diesem Jahr – im Mai und Juni war eine ähnliche Steuersenkung von etwa 17 Cent pro Liter eingeführt worden. Auswertungen zu dieser ersten Aktion zeigten, dass die Steuersenkung zwar größtenteils an den Zapfsäulen weitergegeben wurde, aber nicht vollständig. Laut Monopolkommission blieben etwa 200 Millionen Euro des damaligen Entlastungsvolumens von 1,6 Milliarden Euro bei den Mineralölkonzernen hängen – ein Drittel der Gesamtsumme.
Ökonomen kritisieren die Maßnahme scharf. Veronika Grimm, Wirtschaftsweise, äußerte gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zweifel daran, wie viel der Steuersenkung überhaupt bei den Endverbrauchern ankommt. Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission, warf der Bundesregierung vor, aus der letzten Steuersenkung "nichts gelernt" zu haben. Obwohl bereits bekannt sei, dass nicht die gesamte Steuersenkung an der Zapfsäule ankomme, gäben Bund und Länder erneut rund 2,5 Milliarden Euro Steuergelder aus – ohne Garantie, dass das Geld gezielt bei denjenigen lande, die es am dringendsten bräuchten. Duso kritisierte insbesondere, dass es keine direkte Verpflichtung für Tankstellen gibt, die Preissenkungen weiterzugeben, und dass die Berechnungen dazu komplex sind.
Befürworter des Tankrabatts argumentieren hingegen, dass es derzeit kein besseres Mittel gebe, um Autofahrer zu entlasten. Der ADAC deutete an, dass die schnelle Spritpreissenkung über Nacht auf "erhebliche Preisspielräume" hindeutet – ein Zeichen, dass die Mineralölkonzerne Spielraum haben, die Entlastung weiterzugeben. Der Automobilclub kündigte an, die Preisentwicklung in den kommenden Tagen genau zu beobachten. Ob die volle Steuersenkung diesmal bei den Verbrauchern ankommt oder ob sich die Erfahrung vom Frühjahr wiederholt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.
Citazioni salienti
Wie auch beim letzten Mal ist unklar, wie viel davon überhaupt an die Endverbraucher weitergegeben wird— Veronika Grimm, Wirtschaftsweise
Schon damals kam nicht die gesamte Steuersenkung an der Zapfsäule an— Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission