Merz in Kiew: Solidarität unter Drohnenalarm

Mindestens fünf Verletzte in der Region Sumy nach russischem Gleitbombenangriff auf ein Wohnhaus; Trümmer fielen auf Wohnhausdächer in Kiew.
Tägliche Kriegsverbrechen, die hier verübt werden
Merz spricht an der zerstörten Akademie der Wissenschaften in Kiew von den russischen Angriffen auf Zivilisten.
Mark

Warum ist es wichtig, dass Merz genau jetzt nach Kiew fährt, während Russland die Stadt bombardiert? Das wirkt riskant.

Mimi

Es ist ein Signal. Deutschland sagt damit: Wir lassen uns nicht einschüchtern, wir stehen an eurer Seite, auch wenn es gefährlich ist. Moskau hatte vorher gewarnt, Ausländer sollten die Stadt verlassen. Merz geht hin.

Luke

Aber wie viel ist das wirklich wert? Ein Besuch dauert ein paar Stunden. Die Angriffe gehen weiter. Sind das nicht eher symbolische Gesten?

Mimi

Ja, es ist symbolisch. Aber Symbole haben Gewicht in der Diplomatie. Und Merz sagt nicht nur Worte — er sagt konkrete Unterstützung zu. Weitere Drohnen zur Luftabwehr.

Mark

Wie viele Drohnen? Welche Art?

Luke

Das steht nicht in der Meldung. Merz sagt, Deutschland werde Drohnen liefern, aber die Zahlen und Spezifikationen sind nicht genannt. Das ist ein wichtiger Punkt — wir wissen nicht, wie viel das tatsächlich ist.

Mimi

Das ist fair. Aber Deutschland ist bereits der größte Unterstützer der Ukraine. Das ist dokumentiert. Die Frage ist, ob diese Zusage über das hinausgeht, was schon geplant war.

Mark

Und die Warnung aus Moskau — ist das nur Rhetorik oder eine echte Drohung?

Luke

Beides. Moskau versucht, Druck aufzubauen. Aber die Angriffe sind real. Fünf Verletzte in Sumy, eine Brücke getroffen, Wohnhäuser beschädigt. Das ist dokumentiert.

Mimi

Genau. Merz steht vor einer zerstörten Akademie und nennt es Kriegsverbrechen. Das ist eine klare Positionierung.

Mark

Was kommt als nächstes? Wird das etwas ändern?

Luke

Das wissen wir nicht. Merz fordert Putin auf, Verhandlungen zu beginnen. Aber Putin hat bisher nicht signalisiert, dass er verhandeln will. Das ist die offene Frage.

  • Russische Drohnenangriffe lösten während Merz' Besuch mehrfach Alarm aus; Nordbrücke und Wohnhaus getroffen
  • Fünf Verletzte in Region Sumy nach Gleitbombenangriff auf Wohnhaus
  • Deutschland ist größter Unterstützer der Ukraine; Merz sagt weitere Drohnen zur Luftabwehr zu
  • Krieg dauert mehr als viereinhalb Jahre; Russland bombardiert Zivilinfrastruktur weit weg von der Front

Russische Angriffe lösten während Merz' Besuch mehrfach Drohnenalarm aus; eine Brücke und ein Wohnhaus wurden getroffen. Deutschland ist größter Unterstützer der Ukraine und will weitere Drohnen zur Luftabwehr liefern, sagte Merz.

Bundeskanzler Merz besuchte Kiew als Zeichen der Solidarität, während Russland die Stadt mit Drohnen angriff. Er sagte der Ukraine weitere deutsche Unterstützung zu und forderte Putin zum Kriegsende auf.

Friedrich Merz kam mit dem Zug nach Kiew, und während er die Stadt durchquerte, heulten die Sirenen. Es war Sonntag, früh am Morgen, und russische Drohnen waren unterwegs. Der Bundeskanzler hatte sich entschieden, genau jetzt zu kommen — nicht trotz der Angriffe, sondern um zu zeigen, dass Deutschland an der Seite der Ukraine steht, während Russland die Hauptstadt bombardiert.

Die Angriffe begannen früh. Vitali Klitschko, Kiews Bürgermeister, meldete auf Telegram, dass die Nordbrücke getroffen worden war. Rettungsdienste waren unterwegs. Trümmer eines abgeschossenen Flugobjekts waren auf ein Wohnhaus gefallen. In der Region Sumy, nordöstlich von Kiew, schlug eine russische Gleitbombe in ein Wohnhaus ein und verletzte fünf Menschen. Die Angriffe waren nicht isoliert — sie waren Teil eines Musters, das sich über Wochen hingezogen hatte. Brücken über den Dnipro, Energieinfrastruktur, Einkaufszentren, Wohnhäuser, Züge. Russland bombardierte weit weg von der Front, zielte auf das Alltagsleben ab.

Merz hatte bei seiner Ankunft deutlich gemacht, warum er kam. Er sprach von Terror. Kurz vor dem fünften Kriegswinter bombardiere Russland Städte und Heizkraftwerke. Das sei kein militärischer Kampf mehr, das sei Zermürbung. Er sagte dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj: "Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen." Deutschland, sagte er, sei der größte Unterstützer der Ukraine in diesem Krieg, der nun mehr als viereinhalb Jahre andauerte. Berlin werde weitere Drohnen zur Luftabwehr liefern — Waffen gegen die immer schnelleren russischen Flugobjekte.

Am Vormittag besuchten Merz und Selenskyj gemeinsam die Akademie der Wissenschaften, die bei einem Drohnenangriff am Montag zuvor zerstört worden war. Die Ruine lag mitten in der Stadt, nur wenige hundert Meter von der deutschen Botschaft entfernt. Merz stand dort und sprach von Sinnlosigkeit. Ein Angriff auf ein Wissenschaftsinstitut, auf Zivilisten, auf ein friedliches Wohnviertel — das seien tägliche Kriegsverbrechen. Er wandte sich direkt an Putin: "Hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf." Er forderte Verhandlungen, ein Ende der barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung.

Moskau hatte vorher schon gewarnt. Das russische Außenministerium hatte am Samstag Ausländer und Diplomaten aufgefordert, Kiew zu verlassen. Wer die Warnung missachte, setze sich einer tödlichen Gefahr aus, hieß es. Es war eine Drohung und ein Versuch, Druck aufzubauen — nicht nur auf die Menschen in der Ukraine, sondern auf die internationalen Partner, die das Land unterstützten. Moskau versuchte seit einiger Zeit, die Bevölkerung zu zermürben und die Alliierten einzuschüchtern.

Klitschko hatte die Situation am Freitag "extrem dramatisch" genannt. Kiew werde "in Stücke gerissen", warnte er. Merz kam trotzdem. Er kam, um zu sagen, dass Deutschland nicht eingeschüchtert werden würde, dass die Unterstützung weitergehen würde, dass die Angriffe auf Zivilisten nicht ignoriert werden könnten. Die Sirenen heulten während seines Besuchs, und das war vielleicht der Punkt: Die Welt sollte hören, was die Ukraine täglich erlebte.

Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen
— Bundeskanzler Friedrich Merz zu Präsident Selenskyj
Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf! Diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören
— Bundeskanzler Friedrich Merz an der zerstörten Akademie der Wissenschaften
Möchten Sie die ganze Geschichte? Das Original lesen bei tagesschau ↗
Kontakt FAQ