Mit der Auszeichnung von Peter Hegemann, Georg Nagel und Karl Deisseroth für die Entwicklung der Optogenetik würdigt das Karolinska-Institut eine Entdeckung, die das Verhältnis zwischen Licht und Leben neu definiert hat. Indem Forscher lernten, einzelne Nervenzellen mit Lichtimpulsen präzise zu steuern, öffneten sie ein Fenster in die Architektur des Gehirns, das zuvor verschlossen schien. Der Nobelpreis für Medizin 2026 erinnert daran, dass die tiefsten Durchbrüche oft dort entstehen, wo Disziplinen — hier Genetik und Optik — aufeinandertreffen und gemeinsam das Unmögliche möglich machen.
Medizin-Nobelpreis für Optogenetik-Pioniere Hegemann, Nagel und Deisseroth
Nervenzellen mit Licht präzise an- oder abschalten
Was macht die Optogenetik denn so revolutionär? Warum ist das ein Nobelpreis wert?
Stellen Sie sich vor, Sie könnten einzelne Nervenzellen wie mit einem Lichtschalter an- und ausschalten. Das war vorher unmöglich. Mit dieser Methode können Forscher jetzt präzise sehen, welche Zellen für welche Funktionen zuständig sind — Bewegung, Gedächtnis, Angst. Das öffnet völlig neue Wege für die Hirnforschung.
Aber das ist ja nicht neu. Hegemann und Nagel haben das Protein 2002 entdeckt, Deisseroth hat es 2005 in Neuronen übertragen. Warum der Preis erst jetzt, 2026?
Weil die Auswirkungen erst jetzt richtig sichtbar werden. Die Technologie hat sich in der Forschung durchgesetzt. Tausende von Laboren nutzen sie jetzt.
Und was ist mit praktischen Anwendungen? Können Ärzte das schon bei Patienten einsetzen?
Das ist noch Zukunftsmusik. Aber die Grundlagen sind gelegt. Es gibt Hoffnung auf Behandlungen für neurologische Erkrankungen.
Das ist wichtig zu sagen: Das ist noch nicht klinisch erprobt. Die Auszeichnung würdigt die grundlegende Entdeckung, nicht eine etablierte Therapie.
Und die Deutschen bekommen die Hälfte des Preises?
Ja, Hegemann und Nagel teilen sich eine Hälfte, Deisseroth bekommt die andere. Das Preisgeld ist etwa eine Million Euro.
Was mich interessiert: Wie viele Menschen arbeiten an dieser Technologie? Sind das nur diese drei, oder haben hunderte daran mitgewirkt?
Das ist eine gute Frage. Der Nobelpreis ehrt die Entdecker, aber natürlich haben viele andere daran gebaut. Das ist immer so bei großen Durchbrüchen.
Il Polso
- Die Optogenetik hat die Neurowissenschaft erschüttert: Zum ersten Mal können Forscher einzelne Neuronen im lebenden Gewebe gezielt ein- und ausschalten — nicht mit Chemie, sondern mit Licht.
- Hegemann und Nagel entdeckten das Schlüsselprotein Kanalrhodopsin, das Zellen lichtempfindlich macht — eine Grundlage, ohne die der gesamte Ansatz undenkbar gewesen wäre.
- Deisseroth übertrug dieses Gen in Nervenzellen von Ratten und aktivierte damit erstmals Neuronen direkt per Lichtstrahl — ein Moment, der die Hirnforschung unwiderruflich veränderte.
- Die Technologie verspricht revolutionäre medizinische Anwendungen, von der Erforschung neurologischer Erkrankungen bis hin zu möglichen neuen Therapieansätzen für Leiden, die bislang kaum behandelbar sind.
- Mit der Preiserhöhung auf zwölf Millionen Kronen anlässlich des 125-jährigen Nobelpreis-Jubiläums unterstreicht die Nobelstiftung die historische Bedeutung dieser Auszeichnung.
Mit der Auszeichnung von Peter Hegemann, Georg Nagel und Karl Deisseroth für die Entwicklung der Optogenetik würdigt das Karolinska-Institut eine Entdeckung, die das Verhältnis zwischen Licht und Leben neu definiert hat. Indem Forscher lernten, einzelne Nervenzellen mit Lichtimpulsen präzise zu steuern, öffneten sie ein Fenster in die Architektur des Gehirns, das zuvor verschlossen schien. Der Nobelpreis für Medizin 2026 erinnert daran, dass die tiefsten Durchbrüche oft dort entstehen, wo Disziplinen — hier Genetik und Optik — aufeinandertreffen und gemeinsam das Unmögliche möglich machen.
Der Nobelpreis für Medizin 2026 geht an drei Forscher, die gemeinsam eine Methode geschaffen haben, die das Gehirn wie ein Schaltpult beherrschbar macht: Peter Hegemann von der Humboldt-Universität Berlin, Georg Nagel von der Universität Würzburg und der amerikanische Neurowissenschaftler Karl Deisseroth. Das Karolinska-Institut in Stockholm ehrte sie für die Entwicklung der Optogenetik — einer Technik, die genetische und optische Verfahren vereint, um einzelne Nervenzellen mit Licht präzise zu kontrollieren.
Den Ausgangspunkt schufen Hegemann und Nagel mit der Entdeckung des Proteins Kanalrhodopsin, das Zellen lichtempfindlich werden lässt. Deisseroth baute darauf auf und übertrug das entsprechende Gen in Nervenzellen von Ratten — und konnte damit erstmals Neuronen direkt durch Lichtimpulse aktivieren. Dieser Schritt gilt als Wendepunkt der modernen Hirnforschung.
Das Preisgeld von zwölf Millionen schwedischen Kronen — rund eine Million Euro — wird zu gleichen Teilen aufgeteilt. Die Erhöhung um eine Million Kronen hatte die Nobelstiftung anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens beschlossen. Die feierliche Übergabe findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag Alfred Nobels. Mit ihrer Auszeichnung reihen sich die drei Forscher in eine Geschichte ein, die 1901 mit Emil Adolf von Behring begann und seither 232 Preisträgerinnen und Preisträger hervorgebracht hat.
Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat drei Forscher mit dem Nobelpreis für Medizin 2026 ausgezeichnet: Peter Hegemann und Georg Nagel aus Deutschland sowie Karl Deisseroth aus den USA. Das Karolinska-Institut in Stockholm würdigte damit ihre Arbeiten zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Entwicklung der Optogenetik — einer Methode, die es ermöglicht, einzelne Zellen mit präzision durch Licht zu kontrollieren.
Hegemann forscht an der Humboldt-Universität zu Berlin, Nagel an der Universität Würzburg. Deisseroth ist Neurowissenschaftler in den USA. Das Preisgeld von zwölf Millionen schwedischen Kronen, etwa eine Million Euro, wird gleichmäßig unter den drei Preisträgern aufgeteilt. Die Nobelstiftung hatte die Dotierung erst vor kurzem von elf auf zwölf Millionen Kronen erhöht — anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Nobelpreises. "Aus diesem Anlass freuen wir uns, das Preisgeld um eine Million erhöhen zu können", erklärte Geschäftsführerin Hanna Stjärne im September.
Die Optogenetik funktioniert durch die Kombination genetischer und optischer Methoden. Sie ermöglicht es, die Aktivität einzelner Nervenzellen in lebendem Gewebe gezielt ein- oder auszuschalten — ein Durchbruch, der die Neurowissenschaft grundlegend verändert hat. Den Grundstein legten Hegemann und Nagel mit ihrer Entdeckung des Proteins Kanalrhodopsin, das Zellen lichtempfindlich macht. Deisseroth ging einen entscheidenden Schritt weiter: Er übertrug das Gen für dieses Protein in Nervenzellen von Ratten und konnte damit erstmals Neuronen direkt mit Licht aktivieren. Diese Arbeit öffnete die Tür zu völlig neuen Möglichkeiten in der Hirnforschung und Medizin.
Die Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreises markiert traditionell den Beginn der Nobelpreis-Woche. Am Dienstag und Mittwoch folgen die Auszeichnungen für Physik und Chemie, danach werden die Preise für Literatur und Frieden verkündet. Den Abschluss bildet am kommenden Montag der Wirtschaftsnobelpreis. Die feierliche Überreichung aller Nobelpreise findet wie jedes Jahr am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.
Mit dieser Auszeichnung gesellen sich Hegemann, Nagel und Deisseroth in eine lange Reihe ein. Seit der ersten Verleihung 1901 — damals an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für seine Diphtherie-Therapie — haben insgesamt 232 Menschen den Medizin-Nobelpreis erhalten. Unter ihnen sind 14 Frauen. Im Vorjahr waren Mary Brunkow und Fred Ramsdell aus den USA sowie Shimon Sakaguchi aus Japan geehrt worden für ihre Forschungen zur peripheren Immuntoleranz, die zeigt, wie der Körper sein eigenes Immunsystem kontrolliert und sich selbst nicht angreift.
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Aus diesem Anlass freuen wir uns, das Preisgeld um eine Million erhöhen zu können— Hanna Stjärne, Geschäftsführerin der Nobelstiftung