Machtkampf im DOSB: Findungskommission scheitert bei Einigung auf Mronz

Darin sehen Skeptiker eine zu große Konzentration auf das O
Kritiker befürchten, dass Mronz als Vermarktungsexperte Olympische Spiele übergewichten könnte.
Mark

Warum ist dieser Machtkampf um den DOSB-Vorsitz überhaupt wichtig? Es geht doch um eine Sportorganisation, nicht um Regierungspolitik.

Mimi

Weil der DOSB nicht nur Olympische Spiele verwaltet. Er soll den gesamten deutschen Sport reformieren, den Spitzensport stärken und den Breitensport entwickeln. Wer an der Spitze steht, entscheidet über Prioritäten.

Luke

Aber die Findungskommission hat selbst aufgelistet, was alles getan werden muss. Das ist nicht Mronz' Erfindung. Die Frage ist: Kann er das leisten, oder konzentriert er sich nur auf Olympia?

Mark

Und warum haben die Verbände sich nicht einfach eingeordnet? Die Kommission hatte doch einen Plan.

Mimi

Weil sie sich überfahren fühlten. Ein detailliert durchgeplantes Verfahren, bei dem schon vorher alles feststand—das wirkt nicht demokratisch, auch wenn es legal ist.

Luke

Wobei man sagen muss: Die Kommission hat selbst zugegeben, dass sie keine Nominierungsbefugnis hat. Das ist eine merkwürdige Selbstbeschränkung, wenn man dann trotzdem so konkret wird.

Mark

Also könnte es im Dezember tatsächlich zu einer echten Kampfwahl kommen?

Mimi

Ja. Martin Engelhardt, der Vizepräsident, steht bereit. Und mindestens ein Dutzend Verbände haben Bedenken angemeldet.

Luke

Das ist aber noch nicht dasselbe wie ein Gegenkandidat. Engelhardt könnte auch einfach nicht antreten. Wir wissen noch nicht, ob es wirklich zu einer Konfrontation kommt.

Mark

Was würde denn für Mronz sprechen?

Mimi

Er ist IOC-Mitglied, hat Erfahrung in Vermarktung und internationalen Beziehungen. Für eine Olympiabewerbung ist das wertvoll.

Luke

Aber genau das ist das Problem: Die Verbände fragen sich, ob das reicht für alles andere, was der DOSB tun muss.

  • Eine informelle Findungskommission hatte nicht nur einen Kandidaten, sondern das gesamte künftige Präsidium des DOSB vorstrukturiert – ein Vorgehen, das viele Verbände als Überrumpelung empfanden.
  • Wintersportverbände, Leichtathleten, Ruderer und mindestens ein Dutzend weitere Organisationen verweigerten die Gefolgschaft und verlangten echte Mitsprache statt vorbereiteter Zustimmung.
  • Die Sorge ist nicht nur verfahrenstechnischer Natur: Kritiker bezweifeln, ob Mronz als Vermarktungsexperte die Breite der DOSB-Aufgaben – von Spitzensportreform bis Breitensportentwicklung – neben der Olympiakampagne bewältigen kann.
  • Der proklamierte Konsens ist zerbrochen, und mit Martin Engelhardt wartet ein erfahrener Gegenkandidat – im Dezember könnte es zur ersten echten Kampfwahl um die DOSB-Spitze kommen.

In Oberhaching sollte eine stille Einigung über die Zukunft des deutschen Sports erzielt werden – doch der Plan, Michael Mronz als neuen DOSB-Präsidenten vorab festzulegen, scheiterte am Widerstand zahlreicher Mitgliedsverbände. Was als geordnete Nachfolge gedacht war, offenbarte die innere Vielstimmigkeit eines Verbandes, der weit mehr leisten soll als eine Olympiakampagne zu führen. Manchmal ist das Scheitern eines stillen Einvernehmens der Beginn einer echten Entscheidung.

In Oberhaching sollte Einigkeit entstehen. Stattdessen entstand Unklarheit. Nur eine Woche nach der Auswahl Münchens als deutsche Olympiabewerbung zerbrach der Plan einer informellen Findungskommission, die führenden DOSB-Mitgliedsorganisationen auf eine gemeinsame Führungsmannschaft einzuschwören. Im Zentrum stand Michael Mronz, IOC-Mitglied aus Köln, der im Dezember Thomas Weikert als Präsident ablösen sollte. Doch sowohl Landessportbünde als auch Spitzenverbände verweigerten die Festlegung.

Die Kommission hatte sich selbst als informell bezeichnet und betont, keine Nominierungsbefugnis zu besitzen. Diese Klarstellung war aufschlussreich: Sie verriet, dass man die Heterogenität des DOSB kannte – und dennoch nicht nur einen Kandidaten, sondern offenbar die gesamte Präsidiumsbesetzung vorab abgestimmt hatte. Der Widerstand kam aus mehreren Richtungen. Wintersportverbände forderten eigene Vertretung, kritische Stimmen kamen aus der Leichtathletik und vom Ruderverband.

Hinter dem Unmut steckte eine sachliche Frage: Ist Mronz, der Vermarktungsexperte, der Richtige für ein Amt, das weit über die Olympiakampagne hinausgeht? Die Kommission selbst hatte ein gewaltiges Programm skizziert – gesellschaftliche Resonanz, Einheit des Sports, Spitzensportreform, Breitensportentwicklung. Skeptiker sahen die Gefahr, dass das große O im DOSB alles andere überschatten könnte.

Nicht Mronz selbst hatte Befremden ausgelöst, hieß es – sondern die zur Schau gestellte Uneinigkeit der Verbände. Das deutet auf einen echten Wahlkampf hin. Martin Engelhardt, der amtierende Vizepräsident, steht als Gegenkandidat bereit. Eine Konfrontation soll vermieden werden – doch eine wirkliche Wahl im Dezember wäre kein schlechtes Zeichen für den deutschen Sport.

In Oberhaching sollte es ein stilles Einvernehmen geben. Stattdessen entstand Unklarheit. Eine Woche nachdem München als deutscher Bewerber für Olympische Spiele und Paralympics ausgewählt worden war, zerbrach der Plan einer informellen Findungskommission, die führenden Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes auf eine gemeinsame Führungsmannschaft einzuschwören. Im Zentrum der geplanten Einigung stand Michael Mronz, ein IOC-Mitglied aus Köln, der im Dezember Thomas Weikert als DOSB-Präsident ablösen sollte. Am Freitag aber weigerten sich sowohl die Landessportbünde als auch die Spitzenverbände, sich auf diesen Kurs festzulegen.

Die Findungskommission hatte sich selbst als informell beschrieben und betont, dass sie keine eigene Wahl- oder Nominierungsbefugnis besitze. Diese Klarstellung war ehrenwert, aber auch aufschlussreich: Sie deutete darauf hin, dass die Kommission antizipiert hatte, wie heterogen der DOSB ist und wie sehr einzelne Verbände sich von einem derart detailliert durchgeplanten Verfahren überfahren fühlen könnten. Die Kommission hatte nicht nur Mronz als Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen, sondern offenbar auch die gesamte Zusammensetzung des Präsidiums abgestimmt. Dieser Prozess war von Fürspracheversuchen einflussreicher Persönlichkeiten begleitet worden.

Der Widerstand kam aus mehreren Ecken. Wintersportverbände wollten einen ihrer eigenen Leute als Vizepräsidenten sehen. Kritische Fragen kamen auch aus der Leichtathletik und vom Ruderverband. Insgesamt regten sich mindestens ein Dutzend Verbände auf. Dahinter steckte nicht nur ein diffuses Unbehagen über das Verfahren selbst, sondern eine sachliche Sorge: Wird der deutsche Sport mit diesen Empfehlungen vorankommen? Die Findungskommission hatte in ihrem Bericht selbst aufgelistet, worum es gehen sollte—nicht nur um eine erfolgreiche Olympiakampagne, sondern um größere gesellschaftliche und politische Resonanz, um die Stärkung der Einheit, um die Rolle des DOSB als Dienstleister, um die Reform des Spitzensports und die Entwicklung des Breitensports. Die Olympiabewerbung sollte als Motor dienen.

Manche Funktionäre fragten sich, ob Mronz, ein Vermarktungsexperte, die Neigung oder auch nur die Kraft hätte, dieses gewaltige Programm neben dem olympischen Programm erfolgreich zu bewältigen. Die Findungskommission selbst hatte notiert, dass Mronz den DOSB zu einem europaweit oder weltweit führenden Nationalen Olympischen Komitee entwickeln wolle. Skeptiker sahen darin eine zu große Konzentration auf das O im DOSB—und im Umkehrschluss die Gefahr, dass Themen vernachlässigt würden, die der DOSB seit seiner Gründung vor zwanzig Jahren selten in den Mittelpunkt gestellt hatte. Hätte es anders aussehen können, würde sich der DOSB nicht dieser riesigen Aufgabenfülle gegenübersehen.

Es war nicht Mronz selbst, der Befremden ausgelöst hatte, wie es hieß. Es war die Uneinigkeit der Spitzenverbände, die irritierte. Das sprach gegen die proklamierte Einheit und deutete auf einen echten Wahlkampf hin. Martin Engelhardt, der DOSB-Vizepräsident, steht als potentieller Gegenkandidat bereit. Die Beteiligten werden versuchen, eine Konfrontation zu vermeiden. Aber es wäre kein schlechtes Zeichen, wenn der deutsche Sport im Dezember tatsächlich eine Wahl hätte—nicht nur eine Bestätigung.

Die Findungskommission stellte sich als Initiative ohne eigene Wahl- und Nominierungsbefugnis vor
— Bericht der Findungskommission
Es wäre kein schlechtes Zeichen, wenn der Sport im Dezember die Wahl hätte
— Analyse der Situation
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