Während Russlands Frontstrategie nach anderthalb Millionen Verlusten ins Stocken gerät, vollzieht Wladimir Putin eine strategische Kehrtwende: Nicht mehr der Durchbruch an der Frontlinie, sondern der systematische Bombenterror gegen ukrainische Städte und Infrastruktur soll die Ukraine in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps treiben. Es ist eine alte Logik des Krieges – den Willen eines Volkes durch Erschöpfung zu brechen –, die nun in modernem Gewand wiederkehrt. Die Antwort der Welt darauf wird darüber entscheiden, ob dieser Kalkül aufgeht.
Krieg in der Ukraine: Putin plant den „Krieg der Städte“
Eigentlich wollte Russlands Präsident die Ukraine an der Front besiegen. Weil d…
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Krieg in der Ukraine: Putin plant den „Krieg der Städte“.
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Eigentlich wollte Russlands Präsident die Ukraine an der Front besiegen. Weil das nicht gelingt, setzt er auf Bombenterror. So könnte man ihn stoppen.
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Il Polso
- Russlands Frontstrategie ist gescheitert: Anderthalb Millionen Verluste – 500.000 Tote, eine Million Verwundete – haben Putins ursprünglichen Siegesplan zunichtegemacht.
- Der neue Plan zielt nicht auf Soldaten, sondern auf Zivilisten: Systematische Luftangriffe sollen Heizungen, Kraftwerke und Infrastruktur zerstören und die Ukraine in einen Winterkollaps treiben.
- Die ukrainische Luftabwehr bricht unter dem Druck ein – die Abfangquote ist von 90 auf 55 Prozent gefallen, und jeder nicht abgefangene Marschflugkörper trifft tiefer ins Herz des Landes.
- Drei Gegenmaßnahmen stehen im Raum: massiver Ausbau der Luftabwehr, Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte und die Mobilisierung eingefrorener russischer Vermögenswerte für die Ukraine.
- Innenpolitisch bleibt Selenskyj unter Druck – Korruption untergräbt das Vertrauen in den ukrainischen Staat und erschwert die westliche Unterstützung.
Während Russlands Frontstrategie nach anderthalb Millionen Verlusten ins Stocken gerät, vollzieht Wladimir Putin eine strategische Kehrtwende: Nicht mehr der Durchbruch an der Frontlinie, sondern der systematische Bombenterror gegen ukrainische Städte und Infrastruktur soll die Ukraine in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps treiben. Es ist eine alte Logik des Krieges – den Willen eines Volkes durch Erschöpfung zu brechen –, die nun in modernem Gewand wiederkehrt. Die Antwort der Welt darauf wird darüber entscheiden, ob dieser Kalkül aufgeht.
Wladimir Putin hat seinen Kriegsplan für die Ukraine neu ausgerichtet. Der ursprüngliche Ansatz – ein schrittweiser Vormarsch entlang der gesamten Kontaktlinie bis zur militärischen Erschöpfung der Ukraine – ist gescheitert. Anderthalb Millionen russische Soldaten wurden verloren, 500.000 davon tot. Die Front bewegt sich kaum.
An die Stelle der Frontoffensive tritt nun ein Krieg gegen die Städte selbst. Russische Raketen und Drohnen zielen systematisch auf Kraftwerke, Heizsysteme und zivile Infrastruktur – mit dem Kalkül, dass ein ukrainischer Winter ohne Wärme und Strom die Bevölkerung zermürbt und das Land wirtschaftlich in die Knie zwingt. Die Erfolgsquote der ukrainischen Luftabwehr ist dabei von einst 90 auf zuletzt 55 Prozent gesunken – eine Lücke, durch die immer mehr Zerstörung fällt.
Drei Hebel könnten diesem Plan entgegenwirken: Erstens eine deutlich verstärkte Lieferung von Luftabwehrsystemen, um die Abfangquote wieder anzuheben. Zweitens gezielte Sanktionen gegen Russlands sogenannte Schattenflotte, über die Moskau trotz westlicher Beschränkungen weiterhin Öl verkauft und seinen Krieg finanziert. Drittens die Nutzung eingefrorener russischer Staatsvermögen zur direkten Finanzierung der Ukraine – ein Schritt, der zugleich innenpolitischen Argumenten gegen weitere Hilfsleistungen den Boden entziehen würde.
Selenskyj steht dabei nicht nur vor äußeren Bedrohungen. Korruption im Inneren bleibt eine offene Wunde – sie untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung und liefert Kritikern im Westen Argumente gegen weitere Unterstützung. Wie die Ukraine diese innere Herausforderung meistert, wird mitentscheiden, ob der westliche Rückhalt trägt.
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Wladimir Putin hat seinen Siegesplan für die Ukraine gewechselt. Den alten hatte er 2024 formuliert. „Unsere Truppen stoßen auf der ganzen Kontaktlinie vor“, sagte er damals. „Jeden Tag, mehr oder weniger“, bis die Ukraine keine Soldaten m…
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