Klopp vor DFB-Spiel: „Ohne Otto wär’ das nicht passiert“

Ohne Otto wär' das nicht passiert
Klopp singt über Griechenlands EM-Sieg 2004 unter Trainer Otto Rehhagel, bevor Deutschland am Sonntag gegen die Griechen antritt.
Mark

Warum ist die Stimmung im Team so gut, wenn das nächste Spiel gegen den Tabellenführer ansteht?

Mimi

Der Sieg gegen Serbien hat Vertrauen gegeben, und dann kommt noch das Wetter dazu – 24 Grad in Thessaloniki statt Herbst in Deutschland. Das hebt die Laune einfach.

Luke

Aber ist das nicht auch ein bisschen oberflächlich? Griechenland hat Deutschland eine Woche zuvor 1:0 geschlagen.

Mimi

Stimmt, aber Klopp sagt selbst, dass die Griechen nicht unverdient gewonnen haben. Das ist ehrlich gemeint, keine Ausrede.

Mark

Was hat es mit dieser Otto-Rehhagel-Geschichte auf sich?

Mimi

Griechenland gewann 2004 sensationell die EM unter Rehhagel. Klopp war damals selbst Trainer in Mainz und konnte sich kaum noch daran erinnern – bis er anfing zu singen.

Luke

Das klingt nach einer schönen Anekdote, aber sagt das etwas über die kommende Partie aus?

Mimi

Nein, eigentlich nicht. Es zeigt nur, dass die Atmosphäre locker ist, dass Klopp die Griechen respektiert, ohne angespannt zu wirken.

Mark

Und die Torwartfrage – warum Urbig zum zweiten Mal?

Mimi

Er braucht Spielpraxis. Bei Bayern sitzt er hinter Neuer, und Klopp gibt ihm die Chance, sich zu entwickeln.

Luke

Aber ter Stegen ist die Nummer eins, oder?

Mimi

Für den Moment ja. Aber Klopp rotiert bewusst durch, damit alle Torhüter spielen können.

Mark

Klingt, als hätte Klopp ein System, das funktioniert.

Mimi

Ja, er nennt es "all inclusive" – jeder kriegt seine Chance.

  • Deutschland trifft im Toumba-Stadion auf Griechenland, das eine Woche zuvor in Augsburg bereits mit 1:0 gewonnen hatte – die Niederlage sitzt noch.
  • Trotz des Rückstands in der Tabelle reist der Tross in ungewöhnlich gelöster Stimmung an: 24 Grad, Meerblick und ein singender Bundestrainer sorgen für Auflockerung.
  • Klopp warnt vor Griechenlands 'goldener Generation' und räumt ein, dass der Sieg der Gastgeber nicht unverdient war – die Ernsthaftigkeit hinter der Leichtigkeit bleibt spürbar.
  • Jonas Urbig erhält im Tor eine zweite Chance, weil er bei Bayern München kaum Spielpraxis bekommt – Klopp nutzt die Nationalmannschaft bewusst als Entwicklungsraum.

Mit dem Rückenwind eines 2:0-Sieges gegen Serbien reist die deutsche Nationalmannschaft nach Thessaloniki – in eine Stadt, die mit Sonnenschein und Gastfreundschaft empfängt, was Herbstregen nicht bieten kann. Jürgen Klopp, der singende Bundestrainer, führt sein Team in ein Duell gegen den Tabellenführer Griechenland, dessen Aufstieg er mit echtem Respekt anerkennt. Es ist jener seltene Moment im Fußball, in dem Leichtigkeit und Ernst nebeneinander bestehen – und in dem ein Lied über Otto Rehhagel mehr sagt als jede taktische Analyse.

Nach dem 2:0-Sieg gegen Serbien reiste die deutsche Nationalmannschaft mit bester Laune nach Thessaloniki. Das warme Wetter am Thermaischen Golf und die herzliche Aufnahme in der Hafenstadt taten ihr Übriges – ein willkommener Kontrast zum herbstlichen Trainingsalltag in Herzogenaurach.

Am Sonntag um 20.45 Uhr trifft Deutschland im Toumba-Stadion auf Tabellenführer Griechenland. Die Vorabend-Presserunde war von einer fast verspielten Atmosphäre geprägt: Als das Gespräch auf Griechenlands EM-Triumph 2004 kam, konnte Klopp sich kaum erinnern – und sang stattdessen spontan eine Zeile über Ottmar Hitzfeld. Sein junger Spieler Aleksandar Pavlović, der damals noch kaum auf der Welt war, lachte mit.

Dennoch nahm Klopp den Gegner ernst. Er bezeichnete die Griechen als 'goldene Generation' und gestand ein, dass deren 1:0-Sieg in Augsburg verdient gewesen sei. Nun wolle Deutschland 'ein besserer Gegner' sein – ein bescheidenes, aber klares Ziel.

Im Tor setzt Klopp erneut auf Jonas Urbig, der bei Bayern München hinter Manuel Neuer kaum zum Einsatz kommt. Die Nationalmannschaft dient ihm bewusst als Spielpraxis-Plattform – ein System, das Klopp selbst als 'all inclusive' beschrieb und das den Geist dieser unbeschwerten Griechenlandreise treffend zusammenfasst.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist in bester Laune nach Griechenland gereist. Nach dem 2:0-Sieg gegen Serbien herrschte ohnehin schon Aufbruchstimmung im Tross, doch Thessaloniki bot noch mehr: 24 Grad, Sonnenschein über dem Thermaischen Golf, und eine gastfreundliche Empfängnis in der Hafenstadt. Für Jürgen Klopp und seine Spieler war es ein willkommener Wechsel nach der herbstlichen Abkühlung von Herzogenaurach, wo das Team am Samstagmorgen trainiert hatte.

Am Sonntag um 20.45 Uhr tritt Deutschland im Toumba-Stadion von PAOK Saloniki gegen Tabellenführer Griechenland an – ein Spiel in der Nations League, das bei RTL übertragen wird. Das Stadion ist für seine Atmosphäre berüchtigt, doch die Anspannung war in der Presserunde am Vorabend kaum zu spüren. Stattdessen herrschte eine fast verspielte Stimmung, besonders als die Rede auf Griechenlands größten Triumph kam: den sensationellen EM-Sieg von 2004 unter Trainer Otto Rehhagel.

Klopp, selbst Jahrgang 1967 und damals Trainer in Mainz, konnte sich an die Details nicht mehr erinnern. "Die damalige Story liegt zweiundzwanzig Jahre zurück, so weit reicht mein Archiv nicht", sagte er. Dann aber fiel ihm doch etwas ein – und er sang es: "Ohne Otto wär' das nicht passiert …" Aleksandar Pavlović, sein junger Spieler, der erst wenige Wochen vor jenem Turnier geboren wurde, stimmte lachend ein. Es war ein Moment, der zeigte, wie leicht die Atmosphäre war, wie wenig Druck das Team vor diesem Spiel zu verspüren schien.

Doch Klopp nahm die Griechen ernst. Er beschrieb sie als "eine goldene Generation, eine Ansammlung von Topspielern in einem guten Alter, ganz jung". Eine Woche zuvor hatten sie Deutschland in Augsburg mit 1:0 geschlagen – und Klopp räumte ein, dass die Griechen "nicht unverdient gewonnen" hatten. Jetzt hofft der Bundestrainer, dass sein Team "ein besserer Gegner für Griechenland" sein wird. "Das wäre ein Anfang", sagte er.

Bei der Torwartfrage setzte Klopp auf Kontinuität und Entwicklung. Jonas Urbig, der junge Münchner, erhält nach seinem 2:0-Sieg gegen Serbien einen zweiten Einsatz. Die Begründung war pragmatisch: Bei Bayern München sitzt Urbig hinter Manuel Neuer auf der Bank und sammelt wenig Spielpraxis. Marc-André ter Stegen, den Klopp als "die Nummer eins, für den Moment" bezeichnete, und Alexander Nübel hatten bereits in anderen Spielen gespielt. Finn Dahmen und Noah Atubolu, die anderen beiden Torhüter im großen Kader, werden wohl ohne Einsatz bleiben. "Normalerweise kriegen die Spieler woanders Spielpraxis. Bei uns gibt es das in der Nationalmannschaft", erklärte Klopp – ein System, das er als "all inclusive" beschrieb. Es war noch ein Echo jenes Sommergefühls, das die Reise nach Griechenland mit sich gebracht hatte.

Die damalige Story liegt zweiundzwanzig Jahre zurück, so weit reicht mein Archiv nicht
— Jürgen Klopp über Griechenlands EM-Sieg 2004
Eine goldene Generation, eine Ansammlung von Topspielern in einem guten Alter, ganz jung
— Jürgen Klopp über die griechische Mannschaft
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