Jemens Regierung kündigt Großoffensive gegen Huthi-Miliz an

Etwa 150.000 Menschen sind vor der Gewalt auf der Flucht; UN warnt vor katastrophaler Versorgungslage und drohender Hungersnot.
Die Huthi mit ihrer Guerilla-Taktik schwer zu besiegen
Trotz jahrelanger Konflikte und internationaler Unterstützung bleibt die Huthi-Miliz ein zäher Gegner.
Mark

Was genau hat die Regierung mit dieser Ankündigung bezweckt? Ist das ein echtes militärisches Manöver oder eher eine politische Geste?

Mimi

Es ist beides. Al-Alimi hat eine formale Kriegserklärung abgegeben, die sich an die Armee, die Bevölkerung und die internationale Gemeinschaft richtet. Das deutet darauf hin, dass die Regierung tatsächlich eine koordinierte Offensive plant.

Luke

Aber wir sollten vorsichtig sein: Die Regierung hat solche Ankündigungen in der Vergangenheit gemacht. Die Frage ist, ob sie die militärischen Mittel hat, um das durchzusetzen.

Mark

Die Huthi haben gerade die Westküste erobert. Wie bedeutsam ist das wirklich?

Mimi

Das ist strategisch entscheidend. Sie kontrollieren jetzt die Meerenge Bab al-Mandab, einen der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt. Das gibt ihnen Hebel über den globalen Handel und über Saudi-Arabien direkt.

Luke

Genau, und das erklärt, warum die Regierung jetzt handelt. Aber die Huthi haben bewiesen, dass sie diese Positionen halten können, selbst unter Luftangriffen. Das ist nicht einfach zurückzuerobern.

Mark

Was passiert mit den 150.000 Flüchtlingen?

Mimi

Sie sind in einer katastrophalen Lage. Die UN warnt vor einer drohenden Hungersnot. Mit dieser neuen Eskalation wird sich ihre Situation nur verschärfen.

Luke

Das ist das Tragische hier: Die humanitäre Krise wird durch die Kampfhandlungen direkt verschärft, und es gibt wenig Anzeichen dafür, dass eine Seite bereit ist, nachzugeben.

  • Die jemenitische Regierung hat nach der vollständigen Huthi-Eroberung der Westküste alle diplomatischen Optionen für erschöpft erklärt und Krieg an allen Frontlinien ausgerufen.
  • Die Huthi blockieren mit ihrer Kontrolle über Bab al-Mandab eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und legen damit saudische Ölexporte faktisch lahm.
  • Drohnenangriffe auf Saudi Aramco und die Ankündigung weiterer Raketenangriffe zeigen, dass die Huthi ihre militärischen Fähigkeiten gezielt ausbauen und demonstrieren.
  • Rund 150.000 Menschen sind bereits auf der Flucht, die Versorgungslage gilt als katastrophal, und die UN warnen eindringlich vor einer drohenden Hungersnot.
  • Trotz saudi-arabischer Luftangriffe auf Sanaa und internationaler Koalitionsunterstützung gilt ein schneller militärischer Sieg über die kampferprobten Huthi-Guerillas als unwahrscheinlich.

Im Jemen, wo seit Jahren Krieg und Hunger das Leben der Menschen prägen, hat die international anerkannte Regierung eine umfassende Militäroffensive gegen die Huthi-Miliz ausgerufen – ein Schritt, der die letzte Hoffnung auf Waffenstillstand begraben und eine neue Phase der Eskalation einläuten könnte. Raschad al-Alimi, Mitglied des Präsidialen Führungsrats, erklärte alle diplomatischen Wege für gescheitert, nachdem die Huthi die gesamte Westküste erobert und damit die strategische Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht haben. Hinter dieser Kriegserklärung stehen nicht nur territoriale Verluste, sondern auch die Bedrohung globaler Schifffahrtswege und das Schicksal von 150.000 Menschen, die bereits auf der Flucht sind.

Die international anerkannte Regierung des Jemen hat eine umfassende Militäroffensive gegen die Huthi-Miliz angekündigt. Raschad al-Alimi vom Präsidialen Führungsrat erklärte, alle Möglichkeiten für einen Waffenstillstand seien ausgeschöpft – die Armee und alle militärischen Verbände wurden angewiesen, die Offensive an sämtlichen Frontlinien zu beginnen. Gleichzeitig rief al-Alimi die Bevölkerung in Huthi-Gebieten zur Kooperation auf und versprach freies Geleit für jene, die ihre Waffen niederlegen.

Der Auslöser für diese Eskalation liegt in den jüngsten territorialen Gewinnen der Huthi: Die mit dem Iran verbündete Miliz kontrolliert weite Teile des Nordens und Nordwestens und hat zuletzt die gesamte Westküste eingenommen. Damit hält sie nun die strategisch entscheidende Meerenge Bab al-Mandab in der Hand – ein Nadelöhr des Welthandels, durch das saudische Öltanker nicht mehr passieren können. Am vergangenen Wochenende griffen die Huthi zudem mit Drohnen die staatliche Ölfirma Saudi Aramco an und kündigten weitere Angriffe auf saudische Stützpunkte und Anlagen an.

Saudi-Arabien antwortet mit Luftangriffen auf die Hauptstadt Sanaa, doch die humanitären Folgen sind verheerend. Laut UN sind rund 150.000 Menschen auf der Flucht, die Versorgungslage ist katastrophal, und eine Hungersnot droht. Al-Jazeera-Redakteur Ahmed Al Shalafi bezeichnete al-Alimis Rede als Kriegserklärung an das gesamte jemenitische Volk. Die Aussichten auf einen raschen Sieg bleiben düster: Die Huthi haben in jahrelangen Kämpfen bewiesen, dass sie mit Guerilla-Taktiken selbst einer internationalen Koalition standhalten können – und die neue Offensive dürfte die humanitäre Lage weiter verschärfen.

Die international anerkannte Regierung des Jemen hat eine umfassende Militäroffensive gegen die Huthi-Miliz angekündigt. Raschad al-Alimi, Mitglied des Präsidialen Führungsrats, erklärte, dass die Einsätze sich auf alle Frontlinien des Landes erstrecken werden. Es ist eine offene Kriegserklärung nach Jahren des Konflikts, in denen die Huthi ihre Kontrolle über weite Teile des Landes ausgebaut haben.

Al-Alimi begründete die Offensive mit der anhaltenden terroristischen Bedrohung für die staatliche Souveränität, die Sicherheit der Bürger und die internationalen Schifffahrtswege. Er sagte, dass alle Möglichkeiten für einen Waffenstillstand ausgeschöpft seien, bevor diese Entscheidung getroffen wurde. Die Regierung hat die Armee und alle militärischen Verbände angewiesen, die Mission zu beginnen. Gleichzeitig rief al-Alimi die Bevölkerung in den Huthi-Gebieten auf, mit der Armee zu kooperieren, und versprach freies Geleit für Huthi-Anhänger, die bereit sind, ihre Waffen niederzulegen.

Die Huthi haben in den vergangenen Wochen erhebliche territoriale Gewinne erzielt. Sie kontrollieren weite Teile im Norden und Nordwesten des Jemen und haben kürzlich die komplette Westküste erobert. Diese Expansion verschafft der mit dem Iran verbündeten Miliz starken Einfluss über die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab, durch die ein großer Teil des weltweiten Schiffsverkehrs fließt. Saudische Schiffe erleben eine faktische Seeblockade und können kein Öl mehr durch die Meerenge exportieren.

Die Huthi demonstrieren ihre militärische Stärke regelmäßig. Am vergangenen Wochenende griffen sie erneut Saudi-Arabien an, diesmal mit Drohnen gegen die staatliche Ölfirma Saudi Aramco. Ein Huthi-Sprecher erklärte die volle Kampfbereitschaft der Miliz und kündigte an, weiterhin saudische Stützpunkte und Ölanlagen mit im Jemen hergestellten Raketen und Drohnen anzugreifen. Die Huthi behaupten, dass ihre Waffen präzise treffen und westliche Abwehrsysteme erfolgreich durchdringen können.

Saudi-Arabien antwortet mit Luftangriffen auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa. Seit Wochen liefern sich die verfeindeten Lager heftige Gefechte, mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung. Laut UN sind mittlerweile rund 150.000 Menschen auf der Flucht vor der Gewalt. Die Geflüchteten mangelt es an allem, die Versorgung gilt als katastrophal, und es droht eine Hungersnot.

Ahmed Al Shalafi, Redakteur für den Jemen beim arabischen Sender Al Jazeera, charakterisierte die Rede al-Alimis als Kriegserklärung, die sich an das gesamte jemenitische Volk richtet, unabhängig davon, ob es in Huthi- oder in staatlich kontrollierten Gebieten lebt. Die Ankündigung markiert eine neue Phase der Eskalation in einem Konflikt, der bereits Jahre andauert.

Doch die Aussichten auf einen schnellen Sieg sind gering. Der anhaltende Konflikt der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass die Huthi mit ihrer Guerilla-Taktik schwer zu besiegen sind, selbst trotz der internationalen Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens. Die neue Offensive dürfte die humanitäre Lage im Jemen weiter verschärfen, während die Huthi ihre Positionen behaupten und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Wir übernehmen nationale Verantwortung, um der terroristischen Huthi-Miliz entgegenzutreten
— Raschad al-Alimi, Mitglied des Präsidialen Führungsrats
Wir werden weiterhin die Stützpunkte des kriminellen saudischen Feindes sowie dessen Ölanlagen mit im Jemen hergestellten Raketen und Drohnen angreifen
— Huthi-Sprecher
Quer a matéria completa? Leia o original em tagesschau ↗
Fale Conosco FAQ