Im Jemen, einem der ärmsten Länder der Welt, droht inmitten eskalierender Kämpfe zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien eine Hungersnot von historischem Ausmaß. Das Welternährungsprogramm schlägt Alarm: Drei von vier Haushalten können ihre Grundbedürfnisse nicht mehr erfüllen, und die Hilfsvorräte könnten in wenigen Wochen erschöpft sein. Was sich hier abspielt, ist nicht nur eine humanitäre Krise – es ist die stille Kapitulation einer Welt, die wegschaut, während 35 Millionen Menschen am Rand des Nichts stehen.
Jemen: WFP warnt vor verheerender Hungersnot durch eskalierende Kämpfe
Der Hunger im Jemen beschleunigt sich vor unseren Augen
Warum ist die Situation im Jemen gerade jetzt so kritisch geworden? Das Land war doch schon lange in einer Krise.
Das stimmt, aber die Eskalation der Kämpfe zwischen den Huthis und Saudi-Arabien hat alles beschleunigt. In wenigen Wochen ist die Quote der Haushalte, die ihre Grundbedürfnisse nicht erfüllen können, auf drei von vier gestiegen – das ist das Höchste dieses Jahr.
Aber wie misst man das? Wer zählt diese Haushalte? Das WFP hat Zugang zu bestimmten Gebieten, aber nicht zu allen.
Das ist genau der Punkt. Das WFP kann 350.000 Menschen nicht mehr erreichen, weil der Zugang eingeschränkt ist. Die Zahlen, die sie haben, sind wahrscheinlich eine Unterschätzung.
Und die Lebensmittelpreise – sind die wegen der Kämpfe gestiegen, oder liegt es an etwas anderem?
Die Kämpfe unterbrechen die Importe. Neunzig Prozent der Lebensmittel werden importiert. Wenn die Häfen blockiert sind oder die Lieferketten unterbrochen werden, steigen die Preise sofort.
Aber wir wissen nicht genau, wie viel der Preisanstieg auf die Kämpfe zurückzuführen ist und wie viel auf andere Faktoren wie globale Inflation.
Richtig. Aber Hollingworth sagt deutlich: Das WFP wird in wenigen Wochen kein Geld mehr haben. Das ist konkret.
Was passiert dann?
Dann können sie 1,5 Millionen Menschen nicht mehr versorgen. Die Krise wird sich ausweiten.
Und die internationale Gemeinschaft – wird sie Geld geben?
Das ist die offene Frage. Hollingworth warnt davor, dass ohne neue Finanzierung die Aussichten düsterer werden. Aber ob die Länder reagieren, wissen wir noch nicht.
El Pulso
- Die Eskalation der Kämpfe zwischen Huthis und Saudi-Arabien hat die Hungerkrise innerhalb weniger Wochen auf den schlimmsten Stand des Jahres getrieben.
- Familien wandern tagelang ohne Nahrung oder Wasser, andere überleben mit Suppen aus Blättern und Gräsern – die Not hat eine Grenze erreicht, hinter der kaum noch etwas liegt.
- Das WFP kann 350.000 Menschen nicht mehr erreichen und warnt, dass seine Vorräte und Mittel in wenigen Wochen vollständig aufgebraucht sein werden.
- Neunzig Prozent aller Lebensmittel müssen importiert werden – ein Land, das von Krieg umzingelt ist, kann sich nicht selbst ernähren.
- Ohne sofortige internationale Finanzierung droht die Krise über den Jemen hinauszuwachsen und eine regionale humanitäre Katastrophe auszulösen.
Im Jemen, einem der ärmsten Länder der Welt, droht inmitten eskalierender Kämpfe zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien eine Hungersnot von historischem Ausmaß. Das Welternährungsprogramm schlägt Alarm: Drei von vier Haushalten können ihre Grundbedürfnisse nicht mehr erfüllen, und die Hilfsvorräte könnten in wenigen Wochen erschöpft sein. Was sich hier abspielt, ist nicht nur eine humanitäre Krise – es ist die stille Kapitulation einer Welt, die wegschaut, während 35 Millionen Menschen am Rand des Nichts stehen.
Die Nächte in Sanaa werden von schweren Explosionen zerrissen. Die Huthi-Miliz beschießt Ziele in Saudi-Arabien, das Königreich antwortet mit Luftangriffen. Doch während die Waffen sprechen, warnt das Welternährungsprogramm vor einer Katastrophe anderer Art: einer Hungersnot, die das Land in wenigen Wochen treffen könnte.
Matthew Hollingworth vom WFP beschreibt, wie sich der Hunger vor seinen Augen beschleunigt. Drei von vier Haushalten im Jemen – einem Land mit 35 Millionen Einwohnern – können ihre grundlegendsten Bedürfnisse nicht mehr erfüllen. Das ist die höchste Quote dieses Jahres, erreicht in nur wenigen Wochen. Da neunzig Prozent aller Lebensmittel importiert werden müssen, trifft jede Eskalation der Kämpfe die Versorgung unmittelbar.
Familien wandern tagelang ohne Essen oder Wasser in die Städte. Andere versuchen, sich mit Brot und Suppen aus Blättern und Gräsern am Leben zu erhalten. Das WFP versorgt derzeit mehr als 1,5 Millionen Menschen, doch 350.000 weitere kann es nicht mehr erreichen. Hollingworth ist unmissverständlich: Ohne neue Finanzierung werden Vorräte und Mittel in wenigen Wochen aufgebraucht sein.
Die politische Lage verschärft alles. Die vom Iran unterstützten Huthis kontrollieren weite Teile des Landes, darunter die Hauptstadt und strategisch wichtige Küstenabschnitte. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition kämpft an der Seite der international anerkannten Regierung – doch die Huthis drängen diese immer weiter in die Enge.
Hollingworth warnt, dass die Krise über den Jemen hinauswachsen könnte. Wenn die internationale Gemeinschaft ihre Unterstützung nicht rasch erhöht, bleibt am Ende nur eine Frage: Wer versorgt 35 Millionen Menschen, wenn die Hilfe versiegt?
Im Jemen verschärft sich die Lage täglich. Die Huthi-Miliz feuert verstärkt auf Ziele im benachbarten Saudi-Arabien ab, das Königreich antwortet mit Luftangriffen auf die schiitischen Kämpfer. In der Hauptstadt Sanaa erschüttern erneut schwere Explosionen die Nacht. Während die Waffen sprechen, warnt das Welternährungsprogramm vor einer »absolut verheerenden« Hungersnot, die das Land in den nächsten Wochen treffen könnte.
Matthew Hollingworth vom WFP beschreibt, was er beobachtet: Der Hunger beschleunigt sich vor ihren Augen. Seit die Kämpfe wieder aufgeflammt sind, können drei von vier Haushalten im Jemen – einem Land mit 35 Millionen Einwohnern – ihre grundlegendsten Bedürfnisse nicht mehr erfüllen. Das ist die höchste Quote, die das WFP in diesem Jahr gemessen hat, erreicht in nur wenigen Wochen. Die Preise sind in die Höhe geschossen. Neunzig Prozent aller Lebensmittel, die der Jemen verbraucht, müssen importiert werden. Ohne Importe gibt es kein Essen.
Die humanitäre Lage im Jemen ist nicht neu. Das Land gehört zu den ärmsten der Welt und kämpft seit Jahren mit einer Krise, die Millionen Menschen betrifft. Aber die aktuelle Eskalation der Kämpfe hat die Situation in wenigen Wochen dramatisch verschärft. Familien wandern tagelang ohne Essen oder Wasser in die Städte, in der Hoffnung, dort Hilfe zu finden. Andere versuchen, sich von Brot und Suppen aus Blättern und Gräsern zu ernähren – das ist nicht Armut, das ist Überleben an der Grenze zum Nichts.
Das WFP verstärkt seine Bemühungen, aber die Mittel sind begrenzt und der Zugang zu den Gebieten, die Hilfe brauchen, ist eingeschränkt. Das Programm unterstützt derzeit mehr als 1,5 Millionen Menschen in von der Regierung kontrollierten Gebieten. Aber 350.000 Menschen, die es bislang versorgt hat, kann es nicht mehr erreichen. Hollingworth ist deutlich: Wenn das WFP keine neue Finanzierung erhält, werden die Vorräte und das Geld in wenigen Wochen aufgebraucht sein. Dann ist Schluss.
Die politische Lage macht alles komplizierter. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert große Teile des Jemen, einschließlich der Hauptstadt Sanaa. In einer Blitzoffensive hat sie kürzlich die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab übernommen. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die international anerkannte jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis. Die Huthis sind weiter auf dem Vormarsch und drängen die Regierung immer mehr in die Enge.
Hollingworth warnt, dass sich die Krise weit über die Grenzen des Jemen ausweiten könnte. Das ist nicht nur eine Warnung vor lokalem Leid, sondern vor einer regionalen Katastrophe. Wenn die Welt ihre Unterstützung für den Jemen nicht bald erhöht, werden die Aussichten immer düsterer. In wenigen Wochen könnte das WFP nicht mehr helfen. Dann bleibt nur noch die Frage, wer die 35 Millionen Menschen versorgt, wenn die internationale Hilfe versiegt.
Citas Notables
Der Hunger im Jemen beschleunigt sich heute vor unseren Augen— Matthew Hollingworth, Welternährungsprogramm
Wenn wir keine neue Finanzierung bekommen, werden wir in ein paar Wochen unsere Vorräte und unser Geld aufgebraucht haben— Matthew Hollingworth, Welternährungsprogramm