Seit drei Jahrzehnten beobachten Wissenschaftler in Linden bei Gießen, wie Nutzpflanzen auf steigende Kohlendioxidkonzentrationen reagieren – ein Datenschatz, der in einer Zeit des Klimawandels von globaler Bedeutung ist. Das Land Hessen hat nun die langfristige Finanzierung dieser FACE-Forschungsprojekte an der Universität Gießen und der Hochschule Geisenheim gesichert und damit eine Kontinuität gewährleistet, die weit über regionale Forschungsförderung hinausweist. In einer Welt, die dringend nach Antworten auf die Folgen des Klimawandels für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sucht, is
Hessen sichert Klimafolgenforschung langfristig ab
Ein weltweit einzigartiger Erfahrungsschatz hätte verloren gehen können
Warum ist diese Zusage des Landes so wichtig? Es geht doch um ein paar Forschungsprojekte.
Weil es um 30 Jahre Kontinuität geht. Die Forscher in Linden sammeln seit drei Jahrzehnten Daten darüber, wie Pflanzen auf erhöhte CO₂-Konzentrationen reagieren. Das ist weltweit einzigartig. Ohne Landesfinanzierung hätte diese Reihe einfach enden können.
Aber wie viel Geld sprechen wir hier? Die Quelle nennt keine Summe für die Landesfinanzierung selbst – nur dass die Forscher über die Jahre zweistellige Millionen an Drittmitteln eingeworben haben.
Das ist ein guter Punkt. Die Landesfinanzierung ist eher klein, aber sie funktioniert als Hebel. Ohne sie können die Forscher keine Drittmittel akquirieren.
Und was nutzt das konkret? Welche Erkenntnisse haben die 30 Jahre bereits gebracht?
Die Quelle sagt, dass die Landwirtschaft schon jetzt von den Erkenntnissen profitiert. Angesichts dieses Hitzesommers und der Trockenheit sind solche Daten über Pflanzenreaktionen unmittelbar wertvoll.
Aber es werden keine konkreten Beispiele genannt. Wir wissen nicht, welche Erkenntnisse konkret in die Praxis eingegangen sind oder wie sie Bauern geholfen haben.
Das stimmt. Die Quelle ist eher eine Stellungnahme zur Wichtigkeit der Finanzierung als ein Bericht über konkrete Forschungsergebnisse.
Und dieses Liebig Centre – wie neu ist das wirklich?
Seit gut einem Jahr. Es ist das erste UN-Institut an einer deutschen Hochschule und vernetzt internationale Wissenschaftler zu Ernährungssicherheit unter Klimabedingungen.
Das ist beeindruckend, aber auch hier: Wie viele Wissenschaftler? Welche Länder sind beteiligt? Die Quelle gibt da keine Details.
Also eine Zusage, die richtig ist, aber deren konkrete Auswirkungen noch zu zeigen sind.
Genau. Es ist eine Entscheidung für die Zukunft – eine Investition in Kontinuität.
Der Puls
- Monatelang wuchs die Unsicherheit: Wegen angespannter Haushaltslage drohte einer der weltweit einzigartigen 30-jährigen Forschungsreihen das abrupte Ende.
- Ein Abbruch hätte nicht nur Daten vernichtet, sondern auch die Fähigkeit der Forscher gefährdet, Drittmittel in Millionenhöhe einzuwerben – denn ohne Basisfinanzierung keine großen Förderanträge.
- Das hessische Landwirtschaftsministerium hat nun Klarheit geschaffen und die Finanzierung der FACE-Projekte langfristig gesichert.
- Die Forschungsanlage in Linden beherbergt seit gut einem Jahr das UN-Liebig Centre – das erste UN-Institut an einer deutschen Hochschule – und vernetzt internationale Wissenschaftler zur Ernährungssicherheit.
- Angesichts des Hitzesommers und anhaltender Trockenheit zeigt sich: Die gewonnenen Erkenntnisse sind für Winzer, Gemüsebauern und die Landwirtschaft insgesamt bereits heute unverzichtbar.
Seit drei Jahrzehnten beobachten Wissenschaftler in Linden bei Gießen, wie Nutzpflanzen auf steigende Kohlendioxidkonzentrationen reagieren – ein Datenschatz, der in einer Zeit des Klimawandels von globaler Bedeutung ist. Das Land Hessen hat nun die langfristige Finanzierung dieser FACE-Forschungsprojekte an der Universität Gießen und der Hochschule Geisenheim gesichert und damit eine Kontinuität gewährleistet, die weit über regionale Forschungsförderung hinausweist. In einer Welt, die dringend nach Antworten auf die Folgen des Klimawandels für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit sucht, ist die Bewahrung langer Datenreihen eine stille, aber tiefgreifende Form der Verantwortung.
In Linden bei Gießen läuft seit 30 Jahren ein Experiment, das weltweit seinesgleichen sucht. Forscher der Universität Gießen untersuchen dort im Rahmen sogenannter FACE-Projekte – Free Air CO₂ Enrichment –, wie Kulturpflanzen auf künstlich erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen reagieren. Ähnliche Langzeitstudien laufen an der Hochschule Geisenheim im Rheingau. Beide Einrichtungen können nun aufatmen: Das hessische Landwirtschaftsministerium hat die langfristige Finanzierung dieser Forschung gesichert.
Die Bedeutung dieser Entscheidung liegt nicht allein in der direkten Förderung. Dreißig Jahre Datensammlung ermöglichen es den Wissenschaftlern, Muster über Jahrzehnte hinweg zu erkennen – Reaktionen auf Hitze, Trockenheit und veränderte Niederschläge. Der diesjährige Hitzesommer hat eindrücklich gezeigt, wie dringend diese Erkenntnisse für die gegenwärtige Landwirtschaft gebraucht werden. Ein Ende der Datenreihe wäre ein unwiederbringlicher Verlust gewesen.
Darüber hinaus wirkt die Landesfinanzierung als Hebel: Ohne gesicherte Grundausstattung lassen sich keine großen Drittmittelanträge stellen. Die Anlage in Linden hat über die Jahre eine zweistellige Millionensumme an Fördergeldern eingeworben – das Landgeld ist also ein Multiplikator. Seit gut einem Jahr beherbergt das Gelände zudem das Liebig Centre, das erste UN-Institut an einer deutschen Hochschule, das internationale Wissenschaftler zur Ernährungssicherheit vernetzt. Hessens Zusage ist damit eine Investition in die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an eine sich verändernde Welt.
In Linden, in der Nähe von Gießen, läuft seit drei Jahrzehnten ein Experiment, das weltweit seinesgleichen sucht. Forscher der Universität Gießen beobachten dort, wie Pflanzen auf erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen reagieren – ein Datenschatz, der für die Landwirtschaft der Zukunft von unschätzbarem Wert ist. Nun hat das hessische Landwirtschaftsministerium Klarheit geschaffen: Die Finanzierung dieser sogenannten FACE-Projekte wird langfristig gesichert. Das ist eine Entscheidung, die über die bloße Forschungsförderung hinausgeht.
FACE steht für Free Air CO₂ Enrichment – ein Verfahren, bei dem Nutzpflanzen künstlich erhöhte Mengen Kohlendioxid ausgesetzt werden. Das Gas ist für die Photosynthese entscheidend: Pflanzen nehmen es auf, wandeln es zusammen mit Wasser unter Sonneneinstrahlung in Zucker um und setzen Sauerstoff frei. Was in Linden seit 30 Jahren dokumentiert wird, ist, wie Kulturpflanzen auf diese veränderten Bedingungen reagieren – eine Frage, die angesichts des Klimawandels nicht nur akademisch ist. Auch an der Hochschule Geisenheim, im Rheingau, laufen ähnliche Langzeitstudien. Beide Einrichtungen können nun aufatmen. Die Zusage des Landes nimmt ihnen eine Unsicherheit, die in den vergangenen Monaten wegen der angespannten Haushaltslage gewachsen war.
Die Bedeutung dieser Kontinuität lässt sich nicht überschätzen. Langfristig angelegte Forschungsreihen brauchen Zeit, um ihre volle Aussagekraft zu entfalten. Dreißig Jahre Datensammlung bedeuten, dass die Forscher in Linden Muster erkennen können, die sich über Jahrzehnte erstrecken – Reaktionen auf Hitze, Trockenheit, wechselnde Niederschlagsmuster. Der Hitzesommer dieses Jahres und die anhaltende Trockenheit haben gezeigt, wie relevant diese Erkenntnisse für die gegenwärtige Landwirtschaft bereits sind. Ohne die Landesfinanzierung wäre diese Datenreihe zu Ende gegangen. Das hätte bedeutet, dass ein weltweit einzigartiger Erfahrungsschatz verloren ginge – in einem Moment, in dem die Landwirtschaft ihn dringender braucht denn je.
Die Landesunterstützung erfüllt noch eine andere Funktion. Sie dient den Forschern als Hebel für die Einwerbung von Drittmitteln. Ohne eine gesicherte Basisfinanzierung können Wissenschaftler keine großen Förderanträge stellen – Geldgeber wollen wissen, dass die Grundausstattung vorhanden ist. Die Anlage in Linden zeigt, wie wirksam dieser Mechanismus ist: Über die Jahre haben die Forscher dort eine zweistellige Millionensumme an Drittmitteln akquiriert. Das Landgeld ist also nicht nur eine direkte Investition, sondern ein Multiplikator für weitere Forschungsgelder.
Die Ausstrahlung dieser Arbeit reicht weit über Hessen hinaus. Seit gut einem Jahr beherbergt das Gelände in Linden das Liebig Centre, das erste Institut der Vereinten Nationen an einer deutschen Hochschule. Es vernetzt internationale Wissenschaftler, um Lösungen für die Ernährungssicherheit der Weltbevölkerung angesichts der Klimafolgen zu entwickeln. Winzer im Rheingau, Gemüsebauern in der Region – sie alle werden von diesen Erkenntnissen profitieren. Die Entscheidung des Landes Hessen ist also nicht nur eine Frage der regionalen Forschungsförderung. Sie ist eine Investition in die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an eine sich verändernde Welt.
Bemerkenswerte Zitate
Ohne weitere Landeszuschüsse drohte ein Ende dieser Datenreihe. Das kann angesichts des Klimawandels aber kein verantwortungsbewusster Politiker wollen.— Aus der Quelle (redaktionelle Bewertung)