Gescheiterte Hinrichtung in Tennessee löst weltweite Forderung nach Abschaffung der Todesstrafe aus

Christa Gail Pike erlitt anhaltende körperliche und seelische Leiden durch mehrere gescheiterte Hinrichtungsversuche und überlebte zwei Giftspritzen; ihr aktueller Gesundheitszustand ist unklar.
Bitte versuchen Sie es weiter oben an der Schulter
Pike gab den Personen, die die Infusionszugänge legten, Anweisungen, während mindestens sieben Nadeln an ihrem Arm verwendet wurden.
Mark

Was genau ist bei dieser Hinrichtung schiefgelaufen?

Mimi

Das ist noch nicht vollständig geklärt. Pike hatte eine Bluterkrankung, die das Einführen von Nadeln erschwerte. Mindestens sieben Nadeln wurden an ihrem Arm verwendet. Nach der ersten Giftspritze atmete sie noch weiter.

Luke

Aber wir wissen nicht, ob das Pentobarbital verdorben war oder ob es ein Fehler des Personals war. Der Gouverneur sagt, die Abläufe seien eingehalten worden. Das ist ein wichtiger Unterschied.

Mark

Wer ist Christa Gail Pike, und warum war dieser Fall so umstritten?

Mimi

Sie wurde 1996 mit 18 Jahren zum Tode verurteilt, weil sie an der Folterung einer Mitschülerin beteiligt war. Aber Menschenrechtler argumentieren, dass sie misshandelt und vergewaltigt wurde und an PTBS litt – Faktoren, die nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Luke

Das ist wichtig: Ein Berufungsgericht sah diese Zweifel als begründet an und stoppte die Hinrichtung zunächst. Der Supreme Court hob das auf. Das zeigt, dass es echte rechtliche Fragen gab.

Mark

Was passiert jetzt mit Pike?

Mimi

Sie liegt in einem Krankenhaus und erhält lebensrettende medizinische Versorgung. Ihr Zustand ist unklar. Der Gouverneur hat ein Moratorium für weitere Hinrichtungen in diesem Jahr angeordnet.

Luke

Das ist das Entscheidende: Wir wissen nicht, wie es ihr geht. Wir wissen nicht, ob sie wieder hingerichtet werden soll. Und wir wissen nicht, ob die Überprüfung des Gouverneurs zu echten Veränderungen führt.

Mark

Warum fordern die UN und Amnesty International jetzt die Abschaffung der Todesstrafe?

Mimi

Sie sagen, dass das anhaltende körperliche und seelische Leiden durch mehrere gescheiterte Hinrichtungsversuche grausam ist. Das ist ein fundamentales Argument gegen die Todesstrafe überhaupt.

Luke

Das ist ein emotionales Argument, und es hat Gewicht. Aber es ist auch wichtig zu sagen: Das ist eine Forderung, die schon lange existiert. Dieser Fall hat sie nur wieder in den Fokus gerückt.

  • Christa Gail Pike überlebte zwei Giftspritzen bei ihrer geplanten Hinrichtung am Mittwochabend in Tennessee
  • Pike war 1996 mit 18 Jahren wegen Mordes zum Tode verurteilt worden
  • Mindestens sieben Nadeln wurden an Pikes linkem Arm verwendet
  • Gouverneur Bill Lee ordnete ein Moratorium für weitere Hinrichtungen in diesem Jahr an

Christa Gail Pike überlebte zwei Injektionen bei ihrer geplanten Hinrichtung am Mittwochabend in Tennessee – ein Fall, den Experten als beispiellos schlecht bezeichnen. Berichte deuten auf massive Komplikationen hin: Mindestens sieben Nadeln wurden an Pikes Arm verwendet, möglicherweise war das Pentobarbital verunreinigt oder verdorben.

Nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung der verurteilten Mörderin Christa Gail Pike in Tennessee fordern Menschenrechtsorganisationen und die UN die Abschaffung der Todesstrafe in den USA. Pike überlebte zwei Giftspritzen; ihr aktueller Gesundheitszustand bleibt unklar.

Am Mittwochabend sollte Christa Gail Pike in Tennessee als erste Frau seit mehr als zwei Jahrhunderten hingerichtet werden. Stattdessen überlebte die 50-Jährige zwei Giftspritzen – ein Vorfall, der nun weltweit Forderungen nach dem Ende der Todesstrafe in den USA ausgelöst hat. Über ihren aktuellen Gesundheitszustand ist wenig bekannt. Sie wird in einem Krankenhaus in der Nähe der Haftanstalt in Nashville behandelt, erhält lebensrettende medizinische Versorgung, wie ihr Anwalt Randy Spivey mitteilte. Mehr Details zu ihrem Zustand oder ihrer Prognose liegen nicht vor.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International und UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk haben sofort reagiert und die Abschaffung der Todesstrafe in den USA gefordert. Türk erklärte auf der Plattform X, dass Pikes Fall zeige, warum die Todesstrafe abgeschafft werden müsse. Das anhaltende körperliche und seelische Leiden durch mehrere gescheiterte Hinrichtungsversuche sei verabscheuungswürdig und grausam, betonte er. Er appellierte außerdem an die Behörden, Pike zu begnadigen.

Was genau bei der Hinrichtung schiefgelaufen ist, bleibt unklar. Tennessees Gouverneur Bill Lee sagte, das Gefängnispersonal habe die vorgeschriebenen Abläufe eingehalten, gab aber zu, dass die Geschehnisse zutiefst verstörend seien. Er ordnete an, dass in diesem Jahr keine weitere Hinrichtung mehr stattfinden soll, und kündigte eine umfassende Überprüfung an. Pikes Anwälte berichten jedoch von erheblichen Komplikationen bei der Verabreichung der Giftspritzen. Pike litt an einer Bluterkrankung, die das Einführen von Nadeln in ihre Venen erschwerte – ein Problem, das sie ihren Anwälten immer wieder berichtet hatte. Anwalt Steve Ferrell sagte, Pike habe bereits bei Blutabnahmen Schwierigkeiten gehabt.

Bei der Hinrichtung wurden mindestens sieben Nadeln allein an Pikes linkem Arm verwendet, berichtete Spivey. Pike war nicht nur kooperativ, sondern gab den Personen, die die Infusionszugänge legten, sogar Anweisungen – sie sagte immer wieder: "Bitte versuchen Sie es weiter oben an der Schulter." Mehrere Augenzeugen berichteten, dass Pike nach der ersten Giftspritze weiter atmete. Pikes Anwälte verwiesen auch auf eine fehlende medizinische Notfallversorgung sowie die Möglichkeit, dass das verwendete Pentobarbital verunreinigt oder verdorben war. Die US-Organisation Death Penalty Information Center bezeichnete Pikes Fall als den schlimmsten, den sie je verzeichnet habe.

Pike war 1996 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden – in einem damals medial verfolgten Prozess. Zur Tatzeit war sie 18 Jahre alt. Das Gericht sah als erwiesen an, dass Pike mit ihrem damaligen Freund und einer weiteren Person eine Mitschülerin grausam mit einem Teppichmesser gefoltert hatte. Menschenrechtler hatten gegen die Vollstreckung des Todesurteils protestiert, unter anderem wegen Pikes jugendlichen Alters zur Tatzeit. Sie litt an posttraumatischen Belastungsstörungen und war in ihrer Kindheit misshandelt und mehrmals vergewaltigt worden – Faktoren, die nach Ansicht der Menschenrechtler nicht ausreichend berücksichtigt worden waren. Ein Berufungsgericht hatte die Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens für begründet erklärt und die Hinrichtung zunächst gestoppt. Der Supreme Court jedoch entschied anders und erlaubte die Hinrichtung.

Der Fall hat eine internationale Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht. Während Gouverneur Lee um Geduld bis zur Aufklärung der Hintergründe bat und betonte, dass er keine neuen Informationen zum Zustand von Pike erhalten habe, fordern Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen nun ein Umdenken. Die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Pike zwei Giftspritzen überlebte, bleibt vorerst unbeantwortet – ebenso wie die Frage, was mit ihr nun geschieht.

Das anhaltende körperliche und seelische Leiden durch mehrere gescheiterte Hinrichtungsversuche ist verabscheuungswürdig und grausam
— UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk
Frau Pike war nicht nur kooperativ, sondern gab den Personen, die die Infusionszugänge legten, sogar Anweisungen, wo sie diese anbringen könnten
— Anwalt Randy Spivey
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