In einer Zeit, in der das volle Bücherregal nicht mehr als Statussymbol gilt, suchen viele Leserinnen und Leser nach würdigen Wegen, gelesene Bücher weiterzugeben – und dabei noch etwas zu verdienen. Plattformen wie Momox und Rebuy sowie Buchhandelsketten wie Thalia und Hugendubel bieten dafür unterschiedliche Wege an, die sich in Komfort, Auszahlungsform und Preis erheblich unterscheiden. Was dabei zählt, ist weniger der literarische Wert eines Buches als sein Alter und seine Nachfrage – denn Algorithmen entscheiden, was die Gegenwart noch wert ist.
Gebrauchte Bücher verkaufen: Welche Plattform zahlt am meisten?
Zeit ist beim Bücherverkauf also Geld.
Warum sollte ich mein Buch überhaupt verkaufen, wenn ich nur einen Bruchteil des Neupreises bekomme?
Weil es sonst im Regal verstaubt oder in den Müll geht. Und selbst wenn du nur vier oder fünf Euro bekommst – das ist besser als nichts, und die Plattformen machen es sehr einfach.
Aber das ist auch der Punkt: Die Plattformen verdienen viel mehr. Sie kaufen für 4,30 Euro und verkaufen für 18 Euro. Das ist nicht gerade fair verteilt.
Verstehe ich das richtig – aktuelle Bücher sind deutlich mehr wert als ältere?
Ja, genau. Ein Buch von vor acht Jahren bekommt oft gar kein Angebot mehr. Aber ein neuer Roman, der gerade auf der Bestseller-Liste steht, kann dir zehn Euro bringen.
Das Problem ist: Wie weiß ich vorher, ob ein Buch später noch Wert hat? Ich kann ja nicht in die Zukunft schauen.
Und was ist mit den Buchhandlungen – sind die besser?
Thalia zahlt dir keinen Euro, sondern nur einen Gutschein. Das ist praktisch, wenn du ohnehin neue Bücher kaufen willst, aber es ist nicht das gleiche wie Geld.
Und Hugendubel? Die arbeiten mit einem Partner zusammen, der die Bücher über Amazon weiterverkauft. Das ist wieder eine Zwischenschicht, die verdient.
Also sollte ich meine Bücher lieber privat verkaufen?
Theoretisch ja, aber wer hat Zeit, jeden Titel einzeln zu fotografieren, zu beschreiben und mit Käufern zu verhandeln? Die Apps sind wirklich bequem.
Das ist der Kern: Komfort kostet. Du zahlst mit einem niedrigeren Preis dafür, dass jemand anderes die Arbeit macht.
El Pulso
- Wer gelesene Bücher verkaufen will, steht vor einem unübersichtlichen Markt: Preisunterschiede zwischen Anbietern können mehrere Euro pro Titel betragen.
- Ankaufplattformen wie Momox und Rebuy stoppen den Kauf automatisch, wenn ein Titel überangeboten oder kaum nachgefragt wird – viele Bücher landen so im Nichts.
- Buchhandelsketten wie Thalia zahlen nicht in bar, sondern in Gutscheinen, was Verkäufer an das eigene Sortiment bindet statt ihnen freie Liquidität zu geben.
- Ein FAZ-Test zeigt: Aktuelle Hardcover erzielen deutlich bessere Preise als ältere Titel – Zeit ist beim Bücherverkauf buchstäblich Geld.
- Die Gewinnmargen der Plattformen sind beträchtlich; ein Buch für 4,30 Euro angekauft wird für über 18 Euro weiterverkauft – Komfort hat seinen Preis, auch für Verkäufer.
In einer Zeit, in der das volle Bücherregal nicht mehr als Statussymbol gilt, suchen viele Leserinnen und Leser nach würdigen Wegen, gelesene Bücher weiterzugeben – und dabei noch etwas zu verdienen. Plattformen wie Momox und Rebuy sowie Buchhandelsketten wie Thalia und Hugendubel bieten dafür unterschiedliche Wege an, die sich in Komfort, Auszahlungsform und Preis erheblich unterscheiden. Was dabei zählt, ist weniger der literarische Wert eines Buches als sein Alter und seine Nachfrage – denn Algorithmen entscheiden, was die Gegenwart noch wert ist.
Wer sein Bücherregal ausmisten und dabei noch etwas verdienen möchte, hat heute mehrere Optionen – doch sie unterscheiden sich erheblich. Die bekanntesten Anlaufstellen sind Online-Ankaufplattformen wie Momox und Rebuy: Per App den Barcode scannen, Preis akzeptieren, Buch einsenden. Ab einem Mindestverkaufswert von zehn Euro ist der Versand kostenlos. Nach der Qualitätsprüfung folgt die Überweisung – oder die Ablehnung, falls der Zustand nicht stimmt.
Weniger bekannt, aber ebenfalls möglich: Auch Thalia und Hugendubel kaufen Gebrauchtes an. Thalia zahlt allerdings in Gutscheinen statt in bar – eine clevere Kundenbindungsstrategie. Hugendubel kooperiert mit dem Recommerce-Anbieter Zeercle und erlaubt es, bis zu 20 Bücher unverpackt direkt in der Filiale abzugeben.
Ein FAZ-Test mit acht Hardcover-Titeln macht die Preislogik deutlich: Je aktueller ein Buch, desto besser der Ankaufspreis. Ein Roman, der erst im September erschien und auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht, brachte bei Rebuy über zehn Euro ein – ein älterer Frühjahrstitel nur noch sieben. Bücher, die bereits als günstige Taschenbuchausgabe erhältlich sind, werden von keinem Anbieter mehr angenommen.
Die Plattformen steuern ihren Ankauf über Algorithmen: Bei Überangebot oder geringer Nachfrage wird automatisch gestoppt. Ihre Margen sind beträchtlich – ein Buch für 4,30 Euro eingekauft, für über 18 Euro weiterverkauft. Wer höhere Preise will, könnte auf Privatplattformen ausweichen, doch der Aufwand ist erheblich. Für die meisten bleibt der Komfort der Ankaufportale das stärkste Argument.
Wer regelmäßig Bücher liest und sein Regal nicht zum Lagerhaus werden lassen möchte, steht vor einer praktischen Frage: Wohin mit den gelesenen Titeln? Lange Zeit war das Bücherregal ein Statussymbol, je voller desto besser. Heute denken viele anders. Sie behalten nur noch die Lieblingsstücke, die sie vielleicht ein zweites Mal lesen werden, und verkaufen oder verschenken den Rest. Wer dabei noch ein wenig Geld verdienen möchte, hat mittlerweile mehrere Optionen – und die unterscheiden sich erheblich darin, wie viel sie am Ende zahlen.
Die bekanntesten Anlaufstellen sind Online-Ankaufplattformen wie Momox und Rebuy. Sie funktionieren nach einem einfachen Prinzip: App herunterladen, Barcode des Buches scannen, Preis akzeptieren, Buch in den Warenkorb. Wer mehrere Titel auf einmal verkauft, profitiert von kostenlosem Versand ab einem Mindestverkaufswert von zehn Euro. Die Bücher können entweder selbst zur Post gebracht oder von den Anbietern abgeholt werden. Nach der Qualitätskontrolle wird das Geld überwiesen – oder, falls der Zustand nicht stimmt, wird der Verkauf abgelehnt. In diesem Fall können Verkäufer die Bücher spenden, recyceln oder gegen vier Euro Gebühr zurückschicken lassen. Momox verkauft die erworbenen Titel über seinen Shop Medimops weiter, Rebuy über eigene Kanäle.
Was viele überrascht: Auch große Buchhandelsketten wie Thalia und Hugendubel kaufen gebrauchte Bücher an. Bei Thalia erhalten Verkäufer allerdings keinen Bargeldbetrag, sondern einen Gutschein für neue Bücher – eine Strategie, um Kunden im eigenen Geschäft zu halten. Hugendubel arbeitet mit dem Recommerce-Partner Zeercle zusammen, der die Bücher über Amazon und Ebay weiterverkauft. Ein praktischer Vorteil bei Hugendubel: Kunden können bis zu 20 Bücher pro Vorgang unverpackt direkt in die Filiale bringen, ohne sie selbst zu versenden. Der Postversand ist ab zehn Euro Mindestankaufswert kostenlos.
Ein Test der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit acht verschiedenen Hardcover-Titeln zeigt, dass die Preisunterschiede erheblich sind – und stark vom Alter des Buches abhängen. Der Roman "Die Lücken" von Shida Bazyar, der im September erschien und auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht, brachte bei Rebuy 10,85 Euro ein, während Hugendubel 9,13 Euro bot (mit zusätzlichem 20-Prozent-Aktionsrabatt auf Neukäufe). Der Neupreis liegt bei 26 Euro. Ein älterer Roman wie "Sanditz" von Lukas Rietzschel, der bereits im Frühjahr veröffentlicht wurde, erzielte bei Rebuy nur noch 7,02 Euro. Beim Bücherverkauf ist Zeit also tatsächlich Geld: Je aktueller ein Titel, desto besser der Ankaufspreis. Hardcover-Ausgaben bringen grundsätzlich mehr ein als Taschenbücher.
Die Plattformen steuern ihre Ankäufe durch Algorithmen. Liegt ein Buch bereits in großen Mengen in den Lagern, wird der Ankauf automatisch gestoppt. Dasselbe gilt, wenn ein Titel kaum nachgefragt wird und sich der Kauf für die Plattform nicht rentiert. Ein 2018 erschienener Krimi von Wolf Haas etwa wurde von keinem der getesteten Anbieter angenommen – mit der Begründung, dass es das Buch längst als günstigere Taschenbuch-Ausgabe gibt. In solchen Fällen heißt es schlicht: "Wir kaufen diesen Artikel aktuell nicht an."
Die Gewinnmargen der Plattformen sind beträchtlich. Der Roman "Memories of Heidelberg" von Heinz Strunk (Neupreis 23 Euro) zeigt dies deutlich: Rebuy kaufte das Buch für 4,30 Euro an und verkaufte es für 18,14 Euro weiter. Für diese Marge kalkulieren die Anbieter ihre Lagerung, Bearbeitung und ihren Betrieb ein. Wer bessere Preise erzielen möchte, könnte theoretisch über Kleinanzeigen oder Ebay an Privatverkäufer verkaufen – doch der Komfort und die Zeitersparnis der Ankaufplattformen sind schwer zu schlagen. Eine Kaffeetasse auf dem Buchdeckel oder ein Bad in der Wanne kosten am Ende mehr, als man durch Privatverkauf sparen könnte.
Citas Notables
Wir kaufen diesen Artikel aktuell nicht an— Standardmitteilung der Ankaufplattformen bei Titeln mit geringer Nachfrage oder Überangebot